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Fuchshaken Erinnerungen an einen besonderen Morgen
798 mal angesehen
20.01.2012, 21.27 Uhr

Fuchsgeflüster

Nachdem ich jetzt eine ziemlich lange Zeit rumgerödelt habe, kann ich nun von meinem ersten Flintenfuchs berichten. Ist zwar „nur“ eine junge Ermeline, offenbar aus diesem Jahr, aber eben mein Erster.

In diesem Winter habe ich bereits einige spärliche Mondnächte am Luderplatz verbracht und dabei einmal einen Fuchs gesehen, letztendlich aber doch verpennt. Jedoch bescherte dieser rote Gesell mir die Erkenntnis, wenn man schon einsticht und der Fuchs quer abspringt, dann kann man ihn auch anpfeifen, so er im Glas ist und der Drilling „automatisch mitfährt“…

Nun saß ich am 14. Januar an einem Fuchsbau. Der Morgen hat schon gut begonnen, nach einem Termin am in aller Frühe gegen 7:10 Uhr aufbaumte. Aufgrund des gefrorenen Laubes kam ich nicht ohne Geräusche an den Sitz und eine erste Skepsis machte sich breit. Recht früh noch vor der Dämmerung hatte ich das Gefühl, das da etwas umherschleicht aber ich konnte keine eindeutige Bewegung erkennen oder durch das Fernglas andere Objekte als Baumstubben und Äste ansprechen. Nachdem der Wald ringsum erwachte und noch kein Fuchs in Anblick kam, rechnete ich bereits innerlich damit wieder ohne roten Freibeuter nach Hause ziehen zu müssen. Aber allein das morgendliche Gurren der Tauben und das Gezwitscher der anderen Vögel der näheren Umgebung sind genug der Entlohnung für das morgendliche Attentat meines Weckers (wobei ich für die Jagd eigentlich komischerweise nur sehr selten einen Wecker benötige).

Gegen 8:15 hat mich ein Schmalreh für einige Minuten gut von meinem eigentlichen Ziel abgelenkt. Zog es doch erst rund 15 Meter am Sitz vorbei und hat dann nach und nach – ganz gemächlich – Reißaus genommen. Nicht ohne die paar Buchenäste in Äserhöhe auf mögliche Futtereigenschaften zu überprüfen. Nachdem das Stück außer Sicht abzog dachte ich bereits, gut jetzt warte ich noch ein paar Minuten und baume ab. Aber ein Blick nach Links belehrte mich eines besseren. Hier zog aus dem nahen Grund ein Fuchs direkt auf mich zu – verdammt der Fuchs läuft spitz auf eine Röhre zu – und ich habe keine Chance einen sauberen Schrotschuss anzubringen.

Doch Frau Diana und Herr Hubertus waren mir gegen 8:25 Uhr doch noch hold. Der verloren geglaubte Fuchs nahm eine andere Röhre an – nicht ohne mir vorher seine ganze Breitseite zu zeigen. Aber die Stelle ist ungünstig, direkt vor dem Fuchs nur noch Fuchsschritte und er ist in der Röhre. In sekundenschnelle kommen Fragen auf, die ich jedoch nicht so schnell beantworten kann. Soll ich schießen oder ihn ziehen lassen? Was wenn ich schieße und er in die Röhre einschlieft? Aber heißt es nicht auch:

Jagen und Zagen, das reimt sich nicht.
Jagen und Wagen, das ist ein Gedicht?

Nun ich kann ja schon mal die Flinte in Anschlag bringen und dann entscheiden. Flinte hoch – Meister Reineke sieht die Bewegung und ich zieh den vorderen Abzug. Im Schuss dreht sich der Beschossene und flüchtet in die Richtung aus der er kam. Gut zweiter Schuss der 3,5 mm Schrote in den Nacken, erst mal den „falschen und verschossenen“ Abzug gezogen und dann den „richtigen“ nachgefasst. Fuchs springt bzw. rutscht noch ein paar Meter abwärts über eine Senke und wird äußerst unsanft von einer Buche gestoppt an der er verendet.

Mich hält es keine fünf Minuten auf dem Sitz, ich baume ab und begutachte meine Beute. Nun liegt die Fähe vor mir und ich habe meinen ersten Fuchs geschossen – auf dass noch viele weitere Folgen.

Und wenn man schon von Diana geküsst wird, sollte man die Situation ausnutzen. Da wir im Revier auf einem kleinen Flüsschen ein paar Enten sitzen haben, diese jedoch nicht besonders intensiv bejagen, könnte man ja am Sonntagmorgen einen kurzen Besuch einplanen. Am letzten „Entenjagdtag“ im Jagdjahr konnte ich – um es kurz zu fassen – noch meine erste Stockente erlegen. Die erste Ente hab ich ziehen lassen, da ich sie eindeutig als weibliche Stockente ansprechen konnte, der darauf folgende Erpel lag. Der Erpel ging in einen hohen Altgrasstreifen nieder, bei der kurzen „Nachsuche“ machte ich noch einen starken Fuchs hoch. Diesen konnte ich situationsbedingt (nicht nachgeladen, relativ weite Entfernung) nicht erlegen – aber man soll die Hochmomente der Jagd bekanntlich auch nicht überstrapazieren.
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Jaegerbursch

Jaegerbursch

Alter: 28 Jahre,
aus Franken
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Kommentare

21.01.2012 10:57 kampfsau
WMH.Gut geschrieben.
21.01.2012 22:07 sau_hund
"Aber allein das morgendliche Gurren der Tauben und das Gezwitscher der anderen Vögel der näheren Umgebung" AM 14. Januar???
21.01.2012 22:24 Jaegerbursch
sau_hund schrieb:
"Aber allein das morgendliche Gurren der Tauben und das Gezwitscher der anderen Vögel der näheren Umgebung" AM 14. Januar???


Es waren eindeutig Tauben ...
22.01.2012 10:59 Kija
sau_hund schrieb:
"Aber allein das morgendliche Gurren der Tauben und das Gezwitscher der anderen Vögel der näheren Umgebung" AM 14. Januar???

wir haben doch keinen Winter da können Frühlingsgefühl schon mal im Jan auftauchen
22.01.2012 13:14 Lakai
Schön geschrieben und das mit den Tauben kann ich bestätigen.
Gruß Lakai
22.01.2012 16:08 Jaegerbursch
Lakai schrieb:
Schön geschrieben und das mit den Tauben kann ich bestätigen.
Gruß Lakai


Danke

Dann bin ich ja beruhigt

Hab mir auch erst gedacht, was ist denn da los ... aber heute hab ich wieder Tauben gehört
22.01.2012 16:09 Jaegerbursch
kampfsau schrieb:
WMH.Gut geschrieben.


Waidmannsdank
24.01.2012 19:32 swinging_elvis
Waidmannsheil Klein aber fein... so muss das sein. Und ja, bei 8 Grad und Regen singen auch hier vie Vögele, als ob es Frühjahr wäre...
el
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