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murmelbaers Jagdblog

(9 Einträge)

1026 mal angesehen
14.01.2012, 16.21 Uhr

Nix gibt's auf der Jagd, das es nicht.......

Nein, kein Erlebnis der dritten Art, nur eines, das nicht nur mich staunen ließ.
Freitag der 13. 01., die letzte Drückjagd in diesem Jagdjahr.
Morgens das Übliche, selbst den ungeliebten Stand krieg ich wieder, alles im grünen Bereich.
Gut, ich bin um 9:30 Uhrauf meinem Stand - der Jagdbeginn ist 10:00 Uhr.
Um 9:40 Uhr etwa seh ich in der relativ dichten Laubjugend eine Bewegung - Reh.
"Wer den Stand eingenommen hat darf schiessen", so die Ansage.
Das Reh zieht langsam auf die Schneise und (um die Weidheiligen hier zu beruhigen) nach einem schnellen Ansprechen bricht schon der Schuß.
Das Reh zeichnet mit einem springbockähnlichen Luftsprung und ist weg.
Kurz sehe ich noch in den Lücken der Laubjugend ein Reh - so wie's ausschaut ein männliches, irgendwie stolpernd flüchten.
Es war ja noch nicht 10:00Uhr, also runter vom Bock und an den Anschuß nur die Eingriffe im Laub waren zu sehen, sonst nichts. Kein Schnitthaar, kein Schweiß.
Na sauber, das fängt ja gut an, brauch ich doch tatsächlich eine Nachsuche.
Kürz ich ein bisserl ab.
So 20 Minuten nach Beginn des Drückens seh ich in besagter Laubjugend eine Bewegung - gelb,rot, blau leuchtet die Schutzweste eines Hunderls durch die Stauden. Immer an der selben Stelle, dort, wo auch das Reh liegen könnte.
Eigenartig, was macht ein Stöberhund fast fünf Minuten an immer dem gleichen Fleck? Da werde ich mal nachschauen nach dem Treiben.
Kurze Zeit später schimmert es rot durchs Gezweig und der Hundführer mit seiner Tochter (beide hundenarrisch) kommen zu meinem Stand.
Kurzes hallo und dann, " du, schau doch mal bitte die 20 Meter da hinten, da hat sich ein Hund länger mit irgendwas beschäftigt. Könnt "mein" Reh sein".
Die beiden machen sich auf den Weg, werden von mir eingewiesen, untersuchen die Stelle und verschwinden aus meinem Blickfeld.
Kein "liegt, kein "Weidmannsheil" hör ich und Ärger über meinen schnellen Schuß steigt langsam hoch.
Fast bis auf 10 Meter sind sie rangekommen, die beiden, nein die drei, denn das Reh hatten sie am Strick.
Während wir noch ein bisserl geratscht haben - auch Hundeführer sind gelegentlich froh um eine kleine Verschnaufpause, hab ich dem einen Hund zugeschaut, wie er um das Reh rumschleicht und plötzlich anfängt mit dem Fang Laub auf das Reh zu schaufeln.
Erst hab ich gar nicht so richtig registriert, was da passiert, auch die Hundeführers schauten reaktionslos einfach nur zu. So nach zwei Minuten war von dem Reh nichts mehr zu sehen. Zur perfekten Tarnung hat die Hündin dann noch einen dicken Ast drüber gezogen.
Eh, was war das jetzt?
Dem Hundeführer ging auch plötzlich ein Licht auf und er erzählte. Am eingewiesenen Fleck habe er tatsächlich etwas Schweiß gefunden, aber kein Reh. Deshalb sind sie einfach einem ihrer Hunde nach, in der Hoffnung im nahen Umfeld vielleicht doch das Reh zu finden.
Auf dem Rückweg zu mir ist er aber sicherheitshalber (der Schweiß muß ja irgendwo herkommen) an die von mir bezeichnete Stelle zurückgegangen und fast auf das Reh, das unter einem Laubhaufen gelegen hat, getreten.
Ist doch der Hund über das tote Reh gestolpert, hat es als seine Beute betrachtet und in alter Ursprünglichkeit erst mal vor den verfressenen Rudelgenossen versteckt.
Selbst in Gegenwart dieser Rudelgenossen hat er seine Urinstinkte ausgelebt und fröhlich Reh verstecken gespielt.
Am Streckenplatz wurde das Ereignis nur geglaubt (keiner der anwesenden Hundeführer hat sowas jemals erlebt), weil das Mädel mit dem Handy Aufnahmen gemacht hat.
Wie gesagt, nix gibt's, was es nicht gibt auf der Jagd.
Für die ganz Wissbegierigen, es war eine uralte Geiß mit einem Stirnzapfen auf dem Schädel - fast eine gehörnte Geiß also und der Schuß war ein bisserl tief auf dem Brustbein (deswegen der Bocksprung) mit Eröffnung der Kammer und Ausschuss am Schulterblatt. Flucht, keine 25 Meter.
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murmelbaer

murmelbaer

Alter: 70 Jahre,
aus unterm Arber
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Kommentare

14.01.2012 17:35 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil
14.01.2012 19:13 Dankwart
Ganz herzliches Waidmannsheil !
Abgesehen davon sehr giut beschrieben und letztendlich glaube ich jedes Wort - denn nur, wer nie auf der Jagd war, sagt "gibt's nicht!".
Habe die Ehre und
Waidmannsheil

Dankwart
14.01.2012 19:57 Schnepfenbart
Hey murmelbaer.
So einen Hund nennt man Totengräber.Wenn das meiner wäre würde ich sehr schnell versuchen ihm das ab zu gewöhnen.
Wünsche dir aber Waidmanns heil
Paul
14.01.2012 20:02 murmelbaer
Schnepfenbart schrieb:
Hey murmelbaer.
So einen Hund nennt man Totengräber.Wenn das meiner wäre würde ich sehr schnell versuchen ihm das ab zu gewöhnen.
Wünsche dir aber Waidmanns heil
Paul


Tja Paul, da waren sich die anwesenden Hundefachleute eben nicht so richtig einig.
Wäre es nur bei dem Reh verstecken im Busch geblieben - so in aller Heimlichkeit quasi, dann ja, dann wär's ein Totengräber.
So aber hat die Hundedame das in Gegenwart ihres Rudelführers gemacht und genau daran schieden sich die Geister.
14.01.2012 20:49 Schnepfenbart
Ja murmelbaer da hätte der Rudelführer den Eingriff gleich beim ersten mal machen müssen.Wenn er den Hund von anfang an und jedesmal wenn er nur angezeigt hätte gestört hätte wäre das zu verhindern gewesen.Das liegt der Fehler eindeutig beim Rudelführer.Aaron hat als er klein war versucht Fressen zu verstecken,da habe ich ihn gleich gestört und er vergräbt nichts mehr.Die Hunde Dame hat ganz sicher als Junghund auch versteckt und da wurde es als Spiel aufgenommen,und jetzt macht er es dauernd.
15.01.2012 00:36 RhoenerKauz
Deinen Titelspruch, den erwähn ich fast jede Woche..
Es ist auch so.
Es gibt auf der Jagd nix, was es nicht gibt.

Und WMH
15.01.2012 04:56 steyer0_1
wmh
15.01.2012 13:27 illupo
dann mal waidmannsheil zur alten geis! und gute nacht zu dem totengräber!
lg c.
16.01.2012 06:37 wachtelschachtel
Was, du schießt Rehe auf ner Bewegungsjagd?

Kannst doch nicht einfach nen (gezapften) Zuwachsträger erlegen!

Waidmannsheil!
17.01.2012 11:11 Keiler
Der Hund jagd nicht für seinen Halter, der jagd für sich selbst. Ich würd ihm das schnellstens abgewöhnen.
Bei Vorstehhunden auf Niederwild hab ich das auch schon gehört. Dann soll man an das Wild einen 2m buntes Band ans Schleppenwild binden, das gräbt er nicht mit ein.

Waidmannsheil zum Reh

Grüße Keiler
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