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Aus Widos Jagdtagebuch

(2 Einträge)

Die Schwarzdornensau
731 mal angesehen
10.01.2012, 15.47 Uhr

Die Schwarzdornensau

Samstag 01.12.01

Mit einem reichhaltigen, leckeren Frühstück beginnen wir nach dem Morgenansitz, trotz des trüben Wetters, fröhlich und gut gelaunt den Tag.

R.... und D..... brechen zu ihrer Kirrungstour auf. R... und ich fahren unseren Törn ab. Das Ergebnis unserer Kontrollfahrt: Die leer geputzten Kirrungen sprechen für sich. Bis auf den Ottositz haben sich die Sauen von uns unbehelligt gütlich getan, was wiederum beweißt, dass der Begriff
„ Dummes Schwein “ nicht zutreffend ist.
Es läßt sich nicht ändern, wir müssen das Wetter so nehmen wie es ist und geben die Hoffnung nicht auf, dass es sich zum Abend hin vielleicht bessert.

Wieder sitze ich „vor dem Tor.“
Die Ausblicke zum gegenüber liegenden Wald und in Richtung Dorf sind geöffnet. Keine 10,00 m Sicht. Rund herum Nebel, Nebel und nochmals Nebel.
Zu allem Überfluss fällt Regen ohne Unterlass trommelnd auf das Kanzeldach.
Das Kinn habe ich deshalb auf meine verschränkt auf der Ausblickbrüstung ruhenden Unterarme gestützt, in der Hoffnung, so besser hören zu können.
Ich meine Schmatzen zu vernehmen. Wind kommt vom Talgrund auf und plötzlich, wie von Geisterhand vertrieben, reißt die Nebelwand auf. Ich habe mich nicht verhört. Am gegen über liegenden Waldrand, am Rande der Kirrung, machen sich drei Schatten mit voll geschlagenen Bäuchen talwärts aus dem Staub. Ich hingegen habe das Nachsehen und hoffe, dass die Sicht besser wird, um doch noch zu meinem Schwein zu kommen.
Das Stamm- und Astwerk des Buchenwaldes tritt schon deutlicher hervor. Auf der Wiesenfläche ist großflächig das Gebräch nicht mehr zu übersehen.
Die Lichtverhältnisse werden deutlich besser. Jetzt könnte ich es auf einen Schuß ankommen lassen, falls Sauen aufkreuzen und das passende Stück dabei ist.
Ich habe den Eindruck, dass sich am Waldsaum etwas bewegt hat. Tatsächlich. Ein grauer Schatten verharrt am Waldrand, er verschwimmt fast mit dem Grau des Stammwerkes. Der Blick durch mein 8 x 56 Zeiss Glas lässt mich einen grauen Klotz mit ca. 70 bis 80 kg erkennen. Es könnte ein überaus vorsichtiger Keiler sein, dem wahrscheinlich in seinem bisherigen Leben einige Geschosse um die Teller geflogen sind. Mit dieser Lebenserfahrung gesegnet, vermeidet er den Gang zur Kirrung. Keine 10,00 m entfernt schiebt sich aus dem talseitigen Busch- und Dornenwerk der Wurf eines zweiten Stückes. Diese Sau wechselt ebenfalls im Waldschatten an. Viel kleiner, mit hellerer Schwarte, vielleicht 40 bis 50 kg. Es könnte eine Überläuferbache sein, die sich aus dem Waldschatten hervorwagt und mit zunehmender Annäherung an die Kirrung deutlicher sichtbar wird. Die beiden scheinen allein zu sein. Keine weiteren Stücke erscheinen auf der Bühne der Natur. Falls Frischlinge dabei wären, hätten sie die Kirrung angefallen. Das Schwein wäre etwas für den Tiefkühlschrank. Der Klotz bleibt nach wie vor am Waldessaum. Er nimmt nicht die Kirrung an. Mir soll’s recht sein. Ich greife zum Repetierer R 93, Kaliber 30.06, mit Norma Vulkangeschoß, 11,7 g. Lautlos bringe ich die Waffe in den Anschlag. Das Stück steht im Moment spitz. Es müsste breit stehen, um einen platzierten Kammerschuß antragen zu können. Der Spannschieber rastet lautlos ein, die Waffe ist gespannt. Keine Hektik erfasst mich, nur die Ruhe bringt’s. Jetzt zieht es vor zur nächsten Kirrstelle und steht breit. Da die Kirrung so gut wie leer gefressen sein dürfte, entschließe ich mich zu handeln. An der Innenseite des linken Vorderlaufes führe ich das Fadenkreuz unmittelbar hinter dem Blatt bis in Schulterhöhe. Obschon das Gebrech am Boden ist, lasse ich fliegen. Im Mündungsfeuer höre ich deutlich den Kugelschlag. Panikartig rast die getroffene Sau über die Wiesenfläche in Richtung Kanzel und fällt den Schwarzdornengürtel an. Kurzzeitig höre ich Krachen und Knacken, dann herrscht Ruhe. Es war 18:50 Uhr. Die entspannte, repetierte Waffe stelle ich ab, nehme meine Taschenlampe und begebe mich zum Anschuß. Ich hätte warten sollen, bis die Sau den Wurf hochnimmt, dann wäre wahrscheinlich durch den Ausschuß mehr Schweiß ausgetreten und die Aufnahme der Wundfährte wesentlich einfacher. Die Quittung, ich finde den Anschuß nicht und hege die Hoffnung, dass mit dem Hund alles einfacher geht. Wieder auf der Kanzel zünde ich mir meine zwischenzeitlich erloschene Pfeife an und genieße die mich friedlich umgebende Natur. Vereinzelnd werden Sterne in der aufreißenden Wolkendecke sichtbar und es regnet nicht mehr. Leider ist die Aufklarung nicht von Dauer. Von Westen ziehen wieder in flotter Fahrt Wolken auf und schlucken auch das restliche Mondlicht. Aufgewühlte Wiesenstücke erheben sich als dunkle Flecken, die bei diesen Lichtverhältnissen irritieren und konzentrierte Beobachtung erfordern. Solange sie an ein und derselben Stelle verharren, kann es sich nicht um eingewechseltes Wild handeln. Das Gebot der Stunde ist nach wie vor das Gelände sorgfältig im Auge zu behalten. Es zahlt sich für mich aus. Am Waldsaum schnürt ein Fuchs, der plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist. Wahrscheinlich ist er durch eines dieser dunklen Wechsellöcher wieder im Bestand verschwunden. In Gedanken bin ich wieder bei meiner Sau. Wo mag sie wohl liegen? Da ist Bewegung im Bereich der gebrochenen Wiesenfläche, mit dem Glas erkenne ich Meister Reinicke, der sich auf diesem Untergrund viel weniger gut ausmachen lässt, als der massige Wildschweinkörper. Ich greife zur Waffe. Es ist mühsam ihn ins Visier zu bekommen. Jetzt habe ich ihn. Ich lasse fliegen. Er dreht sich zweimal im Kreis und springt hoch, dann ist er nicht mehr zu sehen. Die Uhr zeigt 22:00 Uhr.
Die Nachsuche werde ich……
Aus der Dunkelheit nähern sich Scheinwerfer. Es ist R.... der mich abholt.
Ein kurzer Bericht über die jagdlichen Aktivitäten endet mit meiner Aussage:
„Wer schießen kann, muß auch suchen können,“ und die Nachsuche beginnt am Anschuß. Der junge Deutsch Drahthaar Rüde lässt sich verleiten. Ich nehme die Suche nach Schweiß in gebückter Haltung vor dem Schwarzdornengürtel durch das nasse Gras auf, ohne zu ahnen, was mir noch bevorsteht. Ich werde fündig, feine Schweißtropfen führen mitten ins Gestrüpp hinein. Kapuze über den Kopf, Reißverschluß mit Knopfleiste schließen, Handschuhe sind natürlich dort wo ich sie nicht gebrauche und rücklings schiebe ich in die Schwarzdornen ein. So, der Einstieg ist geschafft. Wo geht’s weiter? Buschwerk und Boden ableuchtend lassen mich fündig werden. Wie könnte es auch anders sein, immer tiefer geht’s hinein. Also robbe ich rücklings oder vorwärts, je nach Bestandssituation, auf allen Vieren kriechend, mich aufrichtend, Dornen und Brombeerbüsche niedertretend, von Schweißfleck zu Schweißfleck auf der Wundfährte vorwärts. Da die Schwarzdornen bis an den Wirtschaftsweg reichen, hat R.... den Hund hier angesetzt. Falls der Schwarzkittel durchmarschiert sein sollte, würde sich eine wesentlich einfachere Arbeitsweise ergeben. Rufe als Verständigung unter uns sind schon hilfreich, aber Lichtzeichen durchdringen diese verwucherte, dichte Wildnis, in der ich mich derzeit befinde, nicht. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich weiter konsequent von Schweißtropfen zu Schweißtropfen kreuz und quer vorwärts zu arbeiten. Als ich fast am Wirt-schaftsweg bin, führt die Wundfährte wieder in entgegen gesetzter Richtung, d. h. zur Gestrüppmitte hin. Gut, dass meine Taschenlampe aufgeladen ist und mir in dieser untersten Ebene, auf der ich mich fortbewege, das nötige Licht spendet. In dieser Position vorwärts robbend, komme ich mir selber wie ein Wildschwein vor. Ich komme mir nicht nur so vor, nein ich sehe zwischenzeitlich auch so aus. Klätschnass sind meine Klamotten und sorgen auf meiner Haut für mehr als unangenehme Verhältnisse, vom Dreck ganz zu schweigen und dass die Dornen vor gar nichts Halt machen, dürfte jedem Jägersmann geläufig sein, der sich in ähnlicher Position befunden hat. Aber vor mir, vielleicht in 5 m Entfernung mache ich den Schweinearsch, verklemmt zwischen zwei Dornenbuschstämmen aus und bin ganz erleichtert.
„R...., ich habe sie gefunden“, schallt freudenvoll mein Ruf durch die Unterwelt der Schweine und ein genauso freudenvolles Waidmannsheil wird mit markigem Waidmannsdank beantwortet.
Jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen. Ich ergreife die Vorderläufe und ziehe kriechend, auf allen Vieren, die erlegte Bache von ca. 40 kg hinter mir her in Richtung Wirtschaftsweg. R.... arbeitet sich mir entgegen und mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung liegt mein erlegter Schwarzkittel nach 1 Stunde schweißtreibender Arbeit am Wegrand.
„ A......, nochmals Waidmannsheil, die Sau hast du dir wirklich im wahrsten Sinne des Wortes verdient.“
„R.... Waidmannsdank, aber wer schießen kann, muß auch bergen können.“

Mit dem Kommando: „ Eins, Zwei, Drei“, landet die Sau im Jeep und es geht heimwärts, wo die beutelosen Waidgenossen schon seit einiger Zeit auf uns warten. Waidmannsheil und Waidmannsdank mit Tannenbruch als jägerlichen Ehrenbezeugung sind nur eine kurze Unterbrechung und ich beginne nach einem Kurzen unverzüglich mit der roten Arbeit.

Sonntag 02.12.01
Am 2. Dezember 2001, um 0:30 Uhr, hängt eine Bache von 45 kg am Waagenhaken.
Bevor weitere Aktivitäten von mir angegangen werden, nehme ich ein Duschbad und fühle mich sichtlich wohler.
Was ich heute erleben durfte, ist wirklich Jagd pur.
Prost Kameraden,
und bis in die frühen Morgenstunden, genauer gesagt bis 3:30 Uhr, genießen wir die Freuden der Jagd, mit allem was das Haus zu bieten hat.
Dieses Wochenende wird mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben und ich sage Gute Nacht mit einem
großen Waidmannsheil

Ps: Auch der Fuchs lag unmittelbar am Anschuss, in einer Mulde.
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wido

wido

Alter: 72 Jahre,
aus Oberhausen
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Kommentare

10.01.2012 16:43 anser
Weidmanns Heil! Für so ein Küchenschweinchen kann man schon ein paar Strapazen auf sich nehmen...
10.01.2012 17:49 BlaserF3
Weidmannsheil!!
Toll erzählt!!
Hattest du einen Ausschuss und wo war der Treffersitz!!

WMH
BlaserF3
10.01.2012 17:57 sau_hund
ziemlich leichtsinnig, aber ist ja schon verjährt WMH
10.01.2012 18:34 wido
sau_hund schrieb:
ziemlich leichtsinnig, aber ist ja schon verjährt WMH

danke für deinen Kommentar,
aber ich war mir ganz sicher, dass die Sau in die ewigen Gebrechgründe eingegangen ist, wenn du mir diese Formulierung gestattest.
Nochmals danke und viel Waidmannsheil.
Wido
10.01.2012 19:27 wido
BlaserF3 schrieb:
Weidmannsheil!!
Toll erzählt!!
Hattest du einen Ausschuss und wo war der Treffersitz!!

WMH
BlaserF3


Hallo Blaser F3,
danke für deinen Kommentar, der Einschuss und der Ausschuss sassen etwas unter Mitte Rumpfhöhe und ca 8 cm hinter dem Schulterblatt, geringer Schweißaustritt, weil Weiß den Ausschuss einengte, wäre bei hohem Gebräch wahrscheinlich nicht passiert.
Ich hoffe deine Frage erschöpfend beantwortet zu haben und verbleibe mit Waidmannsheil.
Wido
10.01.2012 20:21 wido
anser schrieb:
Weidmanns Heil! Für so ein Küchenschweinchen kann man schon ein paar Strapazen auf sich nehmen...

Hallo Anser,
vielen Dank für deinen Kommentar. Das Schwein ( chen) hatte wirklich die richtige Grösse. Eine Keule habe ich gedrittelt, im Trockenverfahren mit Speisesalz und diversen Gewürzen gepöckelt und im Kaltverfahren geräuchert. Einfach ein Genuss.
Waidmannsheil
Wido
11.01.2012 08:04 swinging_elvis
Ja Waidmannsheil. So eine 40kg Sau ist schon was feines... Rock, el
11.01.2012 08:20 wido
swinging_elvis schrieb:
Ja Waidmannsheil. So eine 40kg Sau ist schon was feines... Rock, el


Hallo Rock elvis,
danke für deine Bewertung. Ist wirhlich was feines und obendrein leeeecker!
Waidmannsheil
Wido
11.01.2012 09:40 Kija
Weidmannsheil und Schwein gehabt, im Schwarzdorn/nachts sollte man sich nicht irren aber es war ja eine Jugendsünde
Gruß Kija
11.01.2012 10:34 swinging_elvis
wido schrieb:

Hallo Rock elvis,
danke für deine Bewertung. Ist wirhlich was feines und obendrein leeeecker!
Waidmannsheil
Wido

Nicht nur schöne Geschichten erzählen sondern auch noch Hunger machen......! Weiter so! El
11.01.2012 11:22 Hirschmann
Wirklich gut erzählt! Danke dafür! Und WMH zur Sau.

Aber ich kann es mir beim besten Willen nicht verkneifen: Im Schwarzdorn nachts einer Sau hinterher kriechen ist mit das "bekloppteste", was man tun kann! Glaube mir, ich habe schon "beklopptere" Dinge (auch nachts) angestellt und weiß, wovon ich rede. Habe im Schwarzdorn tagsüber auch schon Situationen gehabt, die mehr als brenzlig waren (da waren sich übrigens auch alle sicher, dass die Sauen sicher verendet wären). Nachts wäre da wirklich was passiert. Tu Dir einen gefallen und denke mehr an Deine Gesundheit und an Deine Familie... Und bitte fass es nicht als "oberlehrerhaftes Gebaren" meinerseits auf. Danke!

Gruß und WMH!
HM

P.S.: Jetzt habe ich erst in Deinem Profil Dein Alter "entdeckt". Da bin ich dann schon etwas "erstaunt". Solche Geschichten kennt man i.d.R. nur von jüngeren "Kalibern".
11.01.2012 13:07 wido
Kija schrieb:
Weidmannsheil und Schwein gehabt, im Schwarzdorn/nachts sollte man sich nicht irren aber es war ja eine Jugendsünde
Gruß Kija


Hallo Kija,
vielen Dank für deinen Kommentar, ich muss nur der Formulierung Jugendsünde widersprechen. S. Profil
11.01.2012 13:17 wido
Hirschmann schrieb:
Wirklich gut erzählt! Danke dafür! Und WMH zur Sau.

Aber ich kann es mir beim besten Willen nicht verkneifen: Im Schwarzdorn nachts einer Sau hinterher kriechen ist mit das "bekloppteste", was man tun kann! Glaube mir, ich habe schon "beklopptere" Dinge (auch nachts) angestellt und weiß, wovon ich rede. Habe im Schwarzdorn tagsüber auch schon Situationen gehabt, die mehr als brenzlig waren (da waren sich übrigens auch alle sicher, dass die Sauen sicher verendet wären). Nachts wäre da wirklich was passiert. Tu Dir einen gefallen und denke mehr an Deine Gesundheit und an Deine Familie... Und bitte fass es nicht als "oberlehrerhaftes Gebaren" meinerseits auf. Danke!

Gruß und WMH!
HM

P.S.: Jetzt habe ich erst in Deinem Profil Dein Alter "entdeckt". Da bin ich dann schon etwas "erstaunt". Solche Geschichten kennt man i.d.R. nur von jüngeren "Kalibern".


Hallo Hirschmann,
Vielen dank für deinen Kommentar. Du hast vollkommen Recht. Aber ich war mir ganz sicher, dass die Sau liegt, sonst wäre eine andere Vorgehensweise wesentlich vernünftiger gewesen.
Trotzdem, hat wirklich im wahrsten Sinne des Wortes mir innere Genugtuung und die Erkenntnis verschafft, dass ich dem Stück eine waidgerechte Kugel angetragen habe.
Waidmannsheil
Wido
11.01.2012 13:53 Hirschmann
wido schrieb:
(...)
Trotzdem, hat wirklich im wahrsten Sinne des Wortes mir innere Genugtuung und die Erkenntnis verschafft, dass ich dem Stück eine waidgerechte Kugel angetragen habe.
Waidmannsheil
Wido


Hallo Wido!

Wer kennt das Gefühl nicht, kaum einschlafen zu können, weil die Nachsuche erst am kommenden Morgen stattfindet und man sich seiner Sache unsicher ist. Leidet das Stück? Liegt es und verhitzt?... Wer da anders denkt und fühlt ist für mich kein Jäger! Auch wenn diese Gedanken mit den Jagdjahren langsam weniger werden, aber da bleiben sie und das ist auch gut so. Insofern kann ich Dich auch verstehen und Deine Genugtuung nachvollziehen.
Ich gehe nun mal anhand des in Deinem Profil erwähnten Alters davon aus, dass Du genug jagdliche Erfahrung hast, um zu wissen, ob Du gut abgekommen bist. Daher relativiert sich die Sache schon etwas. Ein Restrisiko bleibt dennoch immer. Wie oft haben wir Sauen nachgesucht, die "sicher verendet" waren und noch "mopsfidel" vor uns aufstanden - teils sogar mit guten Schüssen. Gerade im Schwarzdorn ist dies sogar tagsüber - ohne Übertreibung - gefährlich. Hand auf´s Herz: Ich habe nachts, gerade in meinen ersten JJ oft viel zu viel riskiert. Mittlerweile habe ich mir "die Hörner abgestoßen" und denke auch ab und an mal nach, bevor ich etwas unternehme.
Nichts für Ungut: Danke nochmal für Deine Geschichte!

WMH
HM
11.01.2012 15:09 Kija
wido schrieb:
Hallo Kija,
vielen Dank für deinen Kommentar, ich muss nur der Formulierung Jugendsünde widersprechen. S. Profil


Ich hatte nicht erwartet, das die Geschichte jung ist. Habe nicht auf das Datum oben geachtet
Wie auch immer, man hat nur ein Leben, es zählt, wofür man es einsetzt.
Gruß und weiterhin viel Glück
Kija
11.01.2012 17:34 wido
Hirschmann schrieb:
Hallo Wido!

Wer kennt das Gefühl nicht, kaum einschlafen zu können, weil die Nachsuche erst am kommenden Morgen stattfindet und man sich seiner Sache unsicher ist. Leidet das Stück? Liegt es und verhitzt?... Wer da anders denkt und fühlt ist für mich kein Jäger! Auch wenn diese Gedanken mit den Jagdjahren langsam weniger werden, aber da bleiben sie und das ist auch gut so. Insofern kann ich Dich auch verstehen und Deine Genugtuung nachvollziehen.
Ich gehe nun mal anhand des in Deinem Profil erwähnten Alters davon aus, dass Du genug jagdliche Erfahrung hast, um zu wissen, ob Du gut abgekommen bist. Daher relativiert sich die Sache schon etwas. Ein Restrisiko bleibt dennoch immer. Wie oft haben wir Sauen nachgesucht, die "sicher verendet" waren und noch "mopsfidel" vor uns aufstanden - teils sogar mit guten Schüssen. Gerade im Schwarzdorn ist dies sogar tagsüber - ohne Übertreibung - gefährlich. Hand auf´s Herz: Ich habe nachts, gerade in meinen ersten JJ oft viel zu viel riskiert. Mittlerweile habe ich mir "die Hörner abgestoßen" und denke auch ab und an mal nach, bevor ich etwas unternehme.
Nichts für Ungut: Danke nochmal für Deine Geschichte!

WMH
HM


Hallo Hirschmann,
als Ergänzung, Ich hätte natürlich aufs Blatt schießen sollen, um so die Fluchtdistanz zu verringern, allerdings wären dann wahrscheinlich große Hämatome entstanden, die zum Verlust beider Blätter geführt hätte.
Ich schieße nach Möglickeit immer hinters Blatt, so auch in diesem Fall.
Der Einschuss und der Ausschuss sassen etwas unter Mitte Rumpfhöhe und ca 8 cm hinter dem Schulterblatt, geringer Schweißaustritt, weil Weiß den Ausschuss einengte, wäre bei hohem Gebräch wahrscheinlich nicht passiert.
Waidmannsheil.
Wido
12.01.2012 19:38 BayernFlo
Waidmannsheil (im Nachhinein)
Sehr schön geschrieben!! Freue mich auch schon wieder auf meine nächsten Erfahrungen mit den Schwarzkitteln!!
Gruß und waihei,
Flo
12.01.2012 22:17 wido
BayernFlo schrieb:
Waidmannsheil (im Nachhinein)
Sehr schön geschrieben!! Freue mich auch schon wieder auf meine nächsten Erfahrungen mit den Schwarzkitteln!!
Gruß und waihei,
Flo


Hallo Bayernflo,
vielen Dank für deinen Kommentar.
Auf Sauenjagd zu gehen macht wirklich Spass, aber man sollte so etwas nur machen, wie geschehen, wenn man sich über die Trefferlage 100 % sicher ist.
Das war im beschriebenen Fall Fakt.
Waidmannsheil
Wido
19.01.2012 18:57 Hardtimkerjun
Kräftiges waidmannsheil ! :D

auch sehr gut erzählt und spannen
23.01.2012 06:09 Nimrod83
Waidmannsheil,
wunderbar geschrieben. Eine Erzählung zum mit fiebern...!
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