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Sauennacht

(12 Einträge)

701 mal angesehen
10.12.2011, 22.54 Uhr

Unerwartet

So ein Mist auch! Gestern noch hätte ich gewettet, dass heute was geht. Ich war um 16:30 aufgebrochen, um mich in die Buschkoppel zu setzen. Am Tage hatte ich dort abgefährtet und festgestellt, dass die Sauen in der Vornacht dem Grünland zusetzten. Der Koppeldrahtzaun aus Stacheldraht zeigte mir genau, wo die Sauen eingewechselt waren. Da musste doch was möglich sein...! Also rechtzeitig raus und zur Kanzel.
Das Wetter war ganz gut - zwar etwas arg windig, aber der Mond schickte genug Licht in die Wiese.
Ich ließ das Auto im Dorf und stapfte den Weg zur Buschkoppel entlang.
Der Blick durch´s Fernglas verriet ein paar Stücke Rehwild, die im Weizen ästen.

Kaum konnte ich die Buschkoppel einsehen, hörte ich (noch bevor ich das Ferngals an die Augen führen konnte) das laute Klagen eines Frischlings nach Raufereien... Tatsächlich, die Sauen standen schon in der Wiese und waren gerade im Begriff, diese zu verlassen...
Pech gehabt! Zu spät für heute...

So hatte ich meinen Familienplan für den nächsten Tag entsprechend eingerichtet. Vormittags noch in der Stadt einkaufen gewesen - Weihnachten rückt nunmal unaufhaltsam näher. Mittags nach Hause, vierbeinigen Lockenkopf und Jagdausrüstung geschnappt und noch mal abfährten.
Und beim Abfährten dann das große Erwachen...

Im Nachbarrevier fand eine große Drückjagd statt... Das würde sicher alles durcheinander gebracht haben. Nun wollte ich extra zeitig auf der Kanzel sein, und die Sauen am Wechsel abpassen, aber das konnte ich mir jetzt wohl klemmen...

Dennoch, ich beschloss, mich auf diie Kanzel zu setzen, bereits um 15:45 Uhr... Aber es kam, wie es kommen musste, zur erwarteten Zeit (sie waren gestern bereits vor 18 Uhr in der Wiese) passierte gar nichts. Ich kontrollierte die Waldkante permanent, hoffte wenigstens auf einen Fuchs. Aber abgesehen von zwei Hasen blieb die Bühne leer. Nur am beinahe sternenklaren Himmel waren ziehende Blessgänse zu vernehmen.
Der Westwind war immer noch stark mit stürmischen Böen. Das Kanzelfenster, das nach außen zu öffnen war, wackelte bedenklich. Aber es hielt. Immer wieder huschten einmal die Schatten der kleinen durcheilenden Wolken über die Wiese. Und immer freute ich mich, wenn die Wiese wieder im Lichte des Vollmondes erstrahlte. Aber eigentlich musste es für Sauen schon viel zu hell sein.

Als der Mond aufging, zeigte er sich wegen der Mondfinsternis noch als schmale Sichel. Doch jetzt war er fast wieder komplett zu sehen.
Ich genoss den Mondabend. Auch wenn der Wind unangenehm durchs offene Kanzelfenster blies...

Ich hatte mir vorgenommen, 20 Uhr den Ansitz zu beenden. Ich hatte eigentlich gar keine Hoffnung mehr auf Sauen. Wo sollten die nach dem Drückjagdtheater auch herkommen...?

Die Armbanduhr zeigte bereits kurz vor 20 Uhr. Mein mitgebrachter Tee schmeckte mir bei solchem Wetter besonders gut. Und eigentlih könnte man es schon noch aushalten. Also sollte ich noch bleiben...

Die Schatten auf der Wiese wanderten zügig von West nach Ost. Nur der eine Schatten, der wanderte von Süd nach Nord... Nee, oder etwa doch...? Mein Fernglas verriet mir eine Rotte Sauen in der Wiese. Sie kamen aus völlig unerwarteter Richtung, und waren auf dem Weg zu mir. 5 stärkere Sauen und 12 Frischlinge, naja vielleicht auch dreizehn...

Nun aber die Waffe in den Anschlag bringen! Aber ich kriegte keinen Frischling in´s Ziel. Sie standen (obwohl die Rotte ruhig über die Wiese zu mir gezogen kam) immer in dichtester Traube. Das hing sicher mit der Drückjagd zusammen...

Ich versuchte es immer wieder. Aber es war einfach kein Frischling frei zu bekommen...

Noch einmal musterte ich die gesamte Rotte. Die vermutliche Leitbache hatte ich ausgemacht, zwei weitere stärkere Stücke standen in der Nähe. Da! das musste ein Überläufer sein... Er stand frei und breit.

Im Knall verschwand die Rotte wieder Richtung Weidendickicht, woher sie kamen. Aber das beschossene Stück, das hatte ich mit der 30-06 an den Anschuss gebannt.

Mein Sohn und mein Schwiegervater halfen mir später beim Bergen. 70 Kilogramm barchte die Überläuferbache auf die Waage - gut dass ich Hilfe hatte....

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Kommentare

11.12.2011 01:39 kampfsau
wmh.
11.12.2011 04:37 BWJaeger
WMH.War sicher nicht leicht zu entscheiden, welche du beschießen kannst/sollst und warst bestimmt erleichtert,als das richtige lag
11.12.2011 18:34 esau
Weidmannsheil!
Und das mit der Unaussprechlichen ...Muss ja wohl funktionieren
12.12.2011 07:01 anser
esau schrieb:
Weidmannsheil!
Und das mit der Unaussprechlichen ...Muss ja wohl funktionieren


Weidmanns Dank! Ja, die Unaussprechliche spricht eine sehr deutliche Sprache...
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