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Die "Knopfersleiter"

Freitagabend Revue passieren lassen (1 Eintrag)

Nr. 1 - Der Frischling Nr. 2 - Der Keiler! Die Waldschneise!
895 mal angesehen
07.11.2011, 19.03 Uhr

Die "Knopfersleiter"

Die Woche war lang, da ich den Feiertag an Allerheiligen nicht nutzen durfte, und zusätzlich eine extra Schicht schieben mußte. Aber es gab 3 Hoffnungsschimmer: 1. Ich konnte 2 Stunden früher nach Hause am Freitag, 2. Der Mond war zu mehr als die Hälfte voll und 3. Knopfer hat sich angekündigt!
Zu meiner Freude holte er mich auch noch am Bahnhof Fulda ab, da wir sowieso die gemeinsame Endstrecke bis ins Revier vor uns hatten. Nachdem ein kleines Techtelmechtel zwischen Knopfer und nem Türken wegen einer "Erdbebenartiger" Erschütterung beider Karosserien geklärt war, ging es endlich in die Rhön. Nachdem wir die Hochrhönstraße passiert hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher auf den Hubertusstand in Fladungen (hier hatten wir grad Hubertusmesse am Laufen) und pffifen uns schnell noch ne Bratwurst und nen Glühwein rein.
Aber dann wurde der Plan für den Nachtansitz geschmiedet. Klar war, es sind Sauen da. Und das nicht wenige.
Problem: Wenn man mehrere Tage nicht im Revier ist, und man selbst der einzigste Kirrdödel ist, dann kann man nur Vermutungen anstellen wo es sich denn lohnt. Die Sicht war gut, fast wolkenlos. Eher warm.
Wir entschieden uns die Wechsel abzusetzen. Und da ich erst letzten Sonntag eine neue Leiter - bis dahin noch namenslos :) - an einem vielversprechenden Wechsel, welcher einer langen und breiten Waldschneise glich. Hier sollte Knopfer platz nehmen. Ich selbst setzte mich an einen anderen Wechsel, ca. 500m weiter.
So zogen wir uns schnell um, schulterten die Gewehre und vereinbarten bis 23 Uhr zu sitzen, damit wir danach noch einen Pirschgang unternehmen könnten, wenn es nicht geklappt haben sollte.
So saßen wir um ca. 19Uhr auf unseren Plätzen und harrten der Dinge.
Die Sicht war wirklich gut, obwohl der Mond leicht verschwommen rüber kam. Ein Blick in die Runde verriet mir, daß hier absolut nichts ist. Das einzigste was Krach gemacht hatte, waren die überreifen Wildäpfel welche alle paar Minuten in die Hecke fielen. Um ca. 20 Uhr auf einmal Laubrascheln. Nein, nicht das Raubrascheln unter mir, wo sich eine Maus vergnügte, es war hinter mir und kam näher. Das war es aber auch schon, ohne etwas zu sehen wechselte ein Stück Wild von links nach rechts. Die Richtung war mir klar, aber so sehr ich mich auch auf die Feldränder konzentrierte, es kam nichts rauß. In dem Moment knallts! Es war klar daß Knopfer zugeschlagen hatte! Ich freute mich da es bereits so früh (20:15) bei ihm klappte, und überhaupt geklappt hatte, hatten wir doch eine Woche zuvor schon keinen Erfolg. Wir telefonierte kurz und er teilte mir begeistert seinen erbeuteten Frischling mit, welcher direkt am Anschuß lag. Sie wären nach rechts gezogen, ca. 15! Stück an der Zahl! Nach rechts bedeutete für mich, Sie könnten auch in meine Richtung ziehen und wir vereinbarten noch ne gute Stunde weiter sitzen zu bleiben.
Schließlich war ich grade erst von Berufsalltag runtergekommen und wollte den Abend noch etwas länger draußen genießen. Aber da war nichts bei mir. Keine Ankündigung von Sauen. Während ich mir schon überlegte wie wir nach dem Ansitz das Pirschen angehen, brach auf einmal neben mir erneut ein Schuß. Das kann doch wieder nur Knopfer gewesen sein. Dieser Sauhund! Hat der Buchenholzteer am Arsch kleben? Da klingelt schon das Handy: "Also wenn wir noch länger sitzen bleiben, dann habe ich spätestens morgen früh keine Sauen mehr im Revier" schallte es zu mir. Ich konnts gar nicht glauben, und er meinte nur, starker Keiler kam alleine, müssen aber noch mal nachschauen, er ist nach dem Schuß ab.
Dann war der Ansitz auch gelaufen, ich machte mich auf die Socken zum Auto und fuhr zu ihm.
Die Freude war uns beiden anzusehen, der Frischling lag auf 50m vor ihm.
Sauberer Blattschuß! Doch dann wurde es komplizierter. Durch das Mündungsfeuer wußte Knopfer nicht in welche Richtung der Keiler ab ist. Das machte es schwierig. Er setzte sich noch mal auf die Leiter, wies mich ein, aber kein Schweiß zu finden!
Nach 30min endlich hatte ich den ersten Tropfen Schweiß gefunden. Es war schnell klar, daß der Keiler nach links ab ist. Jetzt wurde es brenslig, denn wir mußten durch Gestrüpp und Dornenhecken. Die ersten 100m waren geschafft, vom Abstreifen an Hecken war zu erkennen, daß er evtl. etwas niedrig getroffen hatte. Es war immer wieder Schweiß zu finden, aber kein Keiler! Dann kam das was immer kommt, Knopfers LEDs neigten sich dem Ende zu. So bin ich alleine weiter und in die Hecken dem Schweiß nachgegrabbelt. Gewehr hatte ich zum Glück dabei, denn der Keiler war auf einmal 10m vor mir und stellte sich auf. Da ich eindeutig in einer mißlichen Lage war, hielt ich drauf und der Schuß war rauß. Blöderweise stand er mit Arsch zu mir und ich erwischte ihn nur am Lauf unten. Er ist also aus dem Wundbett rauß und brach vor uns weiter weg. Das bedeutete für uns, wir lassen Ihn erst mal krank werden. Wir liefen einen kleinen Umweg zurück zum Auto, und ich da ich Nichtraucher bin, sollte uns ein Bierchen die Zeit vertreiben. Nach einer knappen Stunde machten wir uns erneut auf die Suche. In welche Hecke die Sau weiter ist, war klar. Wir umschlugen diese um zu prüfen ob der Keiler rauß ist. Dem war nicht so. Daheim angerufen und mich nach unserem Deutsch Drahthaar erkundigt. Dem geht's zwar gut, aber wir sollten die Nachsuche abbrechen und morgen früh mit Hund weitermachen.
So mußten wir gegen halb 12 absolut durchgeschwitzt abbrechen. Das wir die Sau noch bekommen war eigentlich klar, diese war schwer krank. Sie mußte in der Hecke sein. Das bestätigte sich auch, nachdem wir gleich um 8 Uhr nachgesucht haben, und der Keiler bereits verendet knapp 100m vom letzten uns bekannten Ort neben der Hecke, schon fast auf dem Acker lag. Ein Mordskeiler mit ca. 80kg. Der Schuß saß leicht waidwund und etwas tief. Aber er hat durch die 9gramm auch wenig kapputt gemacht. So war der Samstagmorgen schnell hinter sich gebracht und die Sau versorgt. Da hingen Sie nun in der Kühlzelle und ich konnte es immer noch nicht glauben, daß innerhalb von 30min 2 Sauen von Knopfer gestreckt werden konnten. Diana war uns hold. Und die Leiter hat nun auch einen Namen: "Die Knopfersleiter" :)
Eine himmlische Schneise, welche uns noch viele weitere Jagderfolge bringen wird, seine vollste Schönheit aber erst im Schnee zeigen wird. In der Hoffnung daß sich hier noch viele schwarze Schatten darauf einfinden werden.
Waidmannsheil
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RhoenerKauz

RhoenerKauz

Alter: 36 Jahre,
aus Mellerscht
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Kommentare

08.11.2011 10:06 knopfer
Hallo Kauz!

Nochmals Vielen Dank fuer den tollen Sitz und die Einladung!
Bin froh, dass du ihn dann noch bekommen hast.
Mal sehen, was im Dezember so geht. Im Moment schiess ich mehr " Fremdschweine" als Sauen bei mir.....
Knopfer
08.11.2011 11:21 sau_hund
........ich würde die Leiter "das Glück der Leichtsinnigen" nennen!
08.11.2011 11:29 RhoenerKauz
sau_hund schrieb:
........ich würde die Leiter "das Glück der Leichtsinnigen" nennen!

Im Nachhinein gesehen, haste vollkommen Recht. War leichtsinnig bei so nem Bassen. Der Schweiss hat getrügt, es war zwar relativ viel, aber spätestens wo es in die Hecken ging hätten wir auf den Morgen warten sollen. Nicht zum Nachahmen empfholen...
09.11.2011 11:09 Hirschmann
RhoenerKauz schrieb:
Im Nachhinein gesehen, haste vollkommen Recht. War leichtsinnig bei so nem Bassen. Der Schweiss hat getrügt, es war zwar relativ viel, aber spätestens wo es in die Hecken ging hätten wir auf den Morgen warten sollen. Nicht zum Nachahmen empfholen...


Schön zu lesen, dass Du einsehend bist. 80kg würde ich zwar noch nicht "Basse" nennen, aber gerade die machen einem das Leben manchmal schwer... Vermutlich hätte er am Morgen gleich im ersten Wundbett verendet gelegen. Aufmüden macht´s doch meist noch schwerer. Dennoch: Weidmannsheil euch beiden!

Gruß
HM
09.11.2011 20:03 knopfer
Genau so passieren dumme Dinge.. Ich war nur zur Stippvisite da, wir hatten das schon länger vor, Zeit drängte, da am nächsten Morgen bei mir DJ war. Eigentlich wollten wir nur kurz nachschauen, als der Beutetrieb uns packte. Nachts hinter nem angeflickten Keiler hersteigen, ist eigentlich nicht unser Ding (erfahren genug sind wir ja eigentlich auch..), aber die Pirschzeichen waren der Art, daß wir damit rechenn konnten, ihn im nächsten Busch verendet zu finden. Aber so gehts halt, manchmal gehts eben auch bös aus.. und man steht dann in der Zeitung..

Mein Bauchgefühl hat mir aber zu keiner Zeit geraten, abzubrechen. Erst als Kauz dann nochmal schiessen musste, wars echt Zeit, dem Keiler Zeit zum Sterben zu lassen.

Aber Angst hatte ich keine, Kauz war immer vor mir..

Knopfer (mach ich sicher nimmer)
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