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880 mal angesehen
03.11.2011, 19.44 Uhr

Hubertustag oder wenn im Herbst die Hunde lustig jagen …

... so ists die schönste Melodie - das dachte ich mir heute auch einer Drückjagd.

Der erste Eindruck am Stand war sehr viel versprechend. Um mich auf dem Weg sah ich ein paar ältere Brechstellen vom Schwarzwild, laut Ansteller hatte ich einen Fernwechsel direkt vor der Nase. Nach dem Aufbauen des Sitzstockes, verstauen meiner 7 Sachen und laden der Waffe bekam ich bereits Besuch von einen Dreiläufer der auf etwa 15 Meter in L-Form um meinen Stand hoppelte. Vom Stand aus konnte ich einen leicht ansteigenden „serpentinenartigen“ Waldweg in recht gut überblicken, direkt vor mir Fichtenaltholz mit etwas Unterwuchs und nach etwa 30-35 Metern Buchen- bzw. Fichtenverjüngung.

10 Minuten nach dem Anblasen höre ich schon das Jiff-Jiff einer Brandlbracke und spanne die Mauser in froher Erwartung – zumal einige Schüsse bereits gefallen sind. Die Bracke arbeitet anscheinend auf dem Fernwechsel vor mir, jedoch kann ich durch die Verjüngung den Hund nicht direkt arbeiten sehen und ihn „nur“ hören. Rund 50 Meter von meinem Stand weg quert die Bracke – ohne Wild vorzuhaben – den Waldweg auf dem ich sitze. Die Stöberarbeit geht hinter mir weiter, leider kann ich die Hundearbeit aufgrund eines Geländeeinschnittes nicht mehr optisch verfolgen. Doch nach meinem Gefühl müsste Wildkontakt bestanden haben, denn das Jiff-Jiff klang eine Tonlage tiefer und aggressiver. Nach einigen Minuten ist wieder bis auf die gelegentlichen Schüsse um mich Ruhe im Wald.

Etwa eine Stunde nach Anblasen wechselt von hinten ein Füchslein rechts neben mir über den Waldweg – ungefähr auf gleicher Höhe wie die Bracke zuvor. Ich bin zu langsam bzw. bemerke den Fuchs zu spät und sehe nur noch die Keulen / die Lunte. Nach weiteren 20 Minuten sehe ich auf dem Fernwechsel noch ein Stück Rotwild – leider zu tief in der Verjüngung und nicht lange genug, sodass ich nur die groben Konturen des Wildkörpers erkennen kann. Ich tippe vom Körperbau her aber auf Rotkalb / Schmaltier, weiß aber nichts Genaueres. Aber auch das ist nun mal Jagd.

Im letzten Drittel der Jagd höre ich ein leichtes Rascheln rechts neben meinem Stand – auch dank meines aktiven Gehörschutzes. Ich drehe mich langsam nach rechts und sehe einen sichtbar überraschten Fuchs in silbriger Decke auf rund 20 Metern vor mir stehen der offenbar eigentlich auf dem Weg an mir vorbei wollte. Jetzt nur keine Falsche Bewegung. Langsam spanne ich „nebenbei“ meine Mauser und wir beiden betrachten uns weiter. Plötzlich dreht Meister Reineke ab und bringt in einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit gute Meter zwischen uns um nach rund 60 Metern nach rechts oben abzudrehen – zu weit und zu schnell für meine Schießkünste. Irgendwie habe ich es nicht so ganz mit den Füchsen und es will noch nicht klappen – aber der „Durchbruch“ kommt bestimmt im kommenden Winter oder irgendwann wann es eben soweit sein soll. Erzwingen kann man auf der Jagd sowieso nichts.

Nach diesem eindrucksvollen Ereignis mit dem Fuchs hatte ich kein Wild mehr in Anblick – außer einigen Kleibern, die ja nicht wirklich zum „Wild“ gehören und beständig um mich herum auf den Bäumen umherwuselten. Diese Jagd am Hubertustag lehrte mich einmal mehr, dass nicht immer ein Schuss fallen muss um eine wunderbare Jagd zu erleben.

Wie schrieb schon Heinrich von Gagern zum Thema „Was ist Jagd?“

Jagd ist Schauen, Jagd ist Sinnen,
Jagd ist Ausruhen, Jagd ist Erwartung,
Jagd ist Dankbarsein,
Jagd ist Advent, Jagd ist Vorabend,
Jagd ist Bereitung und Hoffnung.


All das traf heute definitiv zu.
offline

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Jaegerbursch

Jaegerbursch

Alter: 28 Jahre,
aus Franken
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Kommentare

03.11.2011 20:35 Tassilo
Jagd ist Schauen, Jagd ist Sinnen,
Jagd ist Ausruhen, Jagd ist Erwartung,
Jagd ist Dankbarsein,
Jagd ist Advent, Jagd ist Vorabend,
Jagd ist Bereitung und Hoffnung.

das stimmt
04.11.2011 12:17 Blackforesthunter1985
Mir ist mal bei einer Auerwildbeobachtung ein Klaiber auf dem Arm rauf und runter gelaufen. Soviel zur Tarnung! Ein schönes Erlebniss! Meine Meinung das ist Jagd!
05.11.2011 17:49 esau
Blackforesthunter1985 schrieb:
Mir ist mal bei einer Auerwildbeobachtung ein Klaiber auf dem Arm rauf und runter gelaufen. Soviel zur Tarnung! Ein schönes Erlebniss! Meine Meinung das ist Jagd!

Beim Maisbewachen steh ich in der ersten Maisreihe.Es raschelt hinter mir,Plötzlich steh ein Schmalreh "bei Fuss" links neben mir...wie ein braver Vorstehhund ,und das eine ganze Weile!Nach dem es mich,zur Salzsäule erstarrt ,irgentwann dann doch bemerkte,gab's schleunigst Fersengeld und wetterte,und wetterte u..... :P
Ja das gehört dazu!Ohne das ist's keine Jagd,sondern Schlachten!
06.11.2011 17:57 Blackforesthunter1985
esau schrieb:
Beim Maisbewachen steh ich in der ersten Maisreihe.Es raschelt hinter mir,Plötzlich steh ein Schmalreh "bei Fuss" links neben mir...wie ein braver Vorstehhund ,und das eine ganze Weile!Nach dem es mich,zur Salzsäule erstarrt ,irgentwann dann doch bemerkte,gab's schleunigst Fersengeld und wetterte,und wetterte u..... :P
Ja das gehört dazu!Ohne das ist's keine Jagd,sondern Schlachten!

Für mich steht immer das erlebte im Vordergrund. Am Wochenende war ich auf einer Drückjagd, perfekt organisiert, nette Leute kennengelernt, herrliches Wetter wunderbarer Stand, kein Anblick aber eine der schönsten Drückjagden auf denen ich war!
07.11.2011 12:41 swinging_elvis
Dem kann ich nur zustimmen. Das Gesamterlebnis zählt und nicht nur die Strecke. Feines Erlebnis und Erleben. Fuechse haben uebrigens Bälge, aus denen man feine Decken machen kann el
Blackforesthunter1985 schrieb:
Für mich steht immer das erlebte im Vordergrund. Am Wochenende war ich auf einer Drückjagd, perfekt organisiert, nette Leute kennengelernt, herrliches Wetter wunderbarer Stand, kein Anblick aber eine der schönsten Drückjagden auf denen ich war!

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