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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Überraschung...! Räudekranker Reinicke Räude
427 mal angesehen
17.10.2007, 22.17 Uhr

Gefahr im Verzug

Der Hilferuf unserer örtlichen Polizei lautete in etwa: "Bitte lachen Sie jetzt nicht - es ist ernst! Fuchs im Schuhschrank - Gefahr im Verzug!"

Eigentlich unnötig zu sagen, dass ich doch lachen mußte... Was war geschehen?

Anwohner einer großen benachbarten Reitanlange, mit Sitz einer großen Norddeutschen Schleppjagdmeute, hatten sich an die Polizei gewandt und um Hilfe gebeten. Ihren Angaben zufolge sollte dort ein Fuchs (!) in einem Schuhregal sitzen und niemand wußte, was zu tun sei. Die Polizei hatte zwar Hilfe versprochen, sah sich jedoch selbst mit der Situation überfordert. Das Veterinäramt war nicht besetzt, der ortsansässige Tierarzt verwies an den zuständigen Jagdpächter und der war nicht da. So lagen nach vielen Telefonaten die Nerven blank, als die Beamten endlich bei uns jemand erreichten. Keine Frage, dass ich als benachbarter Jagdpächter Hilfe zusagte.

Auf Anfrage erklärte sich ein Jagdfreund spontan bereit, mich zu begleiten. So dauerte es keine halbe Stunde bis wir auf dem Hof an der Reitanlage eintrafen. Vor dem Eingangsportal des Wohnhauses erwarteten uns schon zahlreiche Anwohner, gemeinsam mit zwei ratlosen Polizeibeamten. Ihnen stand die Erleichterung über unser Eintreffen ins Gesicht geschrieben.

Man führte uns die Treppen hinauf, in den 2. Stock des Wohnhauses. Hier hatten die Anwohner , den Angaben zufolge, den Fuchs schlafend in einem Regal auf dem Treppenabsatz vorgefunden. Um ihm etwas Deckung zu gewähren, hatten sie daraufhin nur einen alten Mantel davor gehängt.

Ungläubig musterten wir das Regal, zogen vorsichtig den Mantel ein Stück beiseite und fanden die Angaben bestätigt. Da lag er eingerollt und äugte uns an - einfach unglaublich!

Schon der kurze Blick genügte, um zu erkennen, dass Meister Reinicke schwer räudekrank war. Ihn umgab ein fauliger Gestank, der von den teils offenen Geschwüren in seinem Balg herrühren mußte. Da er keine Scheu vor uns zeigte und offenbqar nicht gewillt war, seine Ruhestätte zu verlassen, bugsierten wir ihn, vor den ungläubigen Augen unseres Publikums, mit Hilfe einer alten Decke, und bei nur mäßiger Gegenwehr, in eine mitgebrachte Hundebox.

Als das vollbracht war, konnten wir die Steine förmlich poltern hören, die unseren Begleitern vom Herzen fielen.

Mit unserer lebendigen Fracht fuhren wir anschließend in unser Revier, wo wir den armen Rotrock von seinen Qualen erlösten.

Warum sich der Fuchs nun gerade das Wohnhaus am Sitz der Foxhound-Meute ausgesucht hatte, um seine vermutlich letzte Ruhe zu finden, wird ein ewiges Rätsel bleiben. Wie sich später herausstellte, war er wohl zunächst auf dem Heuboden des angrenzenden Pferdestalls gewesen. Hier war den Reiterinnen am Morgen des besagten Tages ein eklig fauliger Gestank aufgefallen. Vermutlich hatten sie ihn dann beim Heu holen aufgemüdet. Wie wir später rekonstruierten, mußte er daraufhin die steile Treppen hinunter geflüchtet sein, um sodann durch die offene Hintertür ins unmittelbar gegenüberliegende Wohnhaus zu gelangen.

Dort im Haus hat er sich dann das ruhigste Plätzchzen ausgesucht, das er finden konnte:

Das Regal im 2. Stock, wo die heimkehrenden Bewohner ihn am Abend fanden.

Die Fotos lassen ahnen, wie sehr der Fuchs gelitten haben mußte.

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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

17.10.2007 22:57 Henne
oh man! Unglaublich! Der arme Fuchs! Der muss wirklich gelitten haben.
(Der Jäger, dein Freund und Helfer )

Waidmannsheil
22.10.2007 15:19 Anke1607
Kaum zu glauben, was alles passiert! Nur gut, dass ihr den armen Fuchs erlösen konntet, die Geschwüre lassen auf wahre Qualen schließen. Und dann maulen die Leute immer über die Jäger, doch wenn so was ist, dann sind die Jäger die letzte Hoffnung!
23.10.2007 16:42 Alpenjager
Die Räude ist auch bei uns eine wahre Plage, die kranken Füchse suchen anscheinend die Nähe des Menschen, allein im vergangenen Jahr musste ich 4 Füchse aus Stall oder Scheune bzw. in unmittelbarer Nähe holen.
Solche Einsätze sind die beste Öffentlichkeitsarbeit.
Waidmansheil !!
12.01.2008 17:31 Meffi
... kaum zu glauben, wäre ein Bericht in der Jagdpresse wert.

Gruß und wmh, Meffi!
12.01.2008 21:22 Ruedemann
Meffi schrieb:

... kaum zu glauben, wäre ein Bericht in der Jagdpresse wert.

Gruß und wmh, Meffi!


Die W+H und der niedersächsische Jäger berichteten drüber! Gruß Ruedemann
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