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Ein Drückjagdtag

Was alles so passieren kann. (2 Einträge)

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1286 mal angesehen
21.10.2011, 21.00 Uhr

Eine Drückjagd in zweierlei Hinsicht!

Die Geschichte liegt schon etwas zurück. Wir waren, wie jedes Jahr, mit unserer kleinen Truppe bestehend aus meinem Vater, meinem Opa und 2 weiteren Jagdkameraden zur 2-tägigen Drückjagd in die Schorfheide. Jedes Jahr ein Höhepunkt sowohl jagdlich als auch menschlich in einer gemütlich Atmosphäre.
Die Vorzeichen für die Jagd standen gut! Das Wetter war herrlich mit leichtem Frost und die Wolken hatten sich zum Glück nach tagelangem Regen auch endgültig verzogen. Es konnte also losgehen.
Mein zugewiesener Stand sah sehr vielversprechend aus. Lichter Stangenbestand mit teilweise Brombeerverschlägen und zum Glück teilweise schon runtergefrorenem Farn.
Der Vormittag fing spannend an. Hundelaut überall. Ich konnte den Vormittag einen guten Zukunftshirsch auf naher Entfernung beobachten, Sauen sah ich von weitem wechseln und ein Fuchs machte sich im hohen Gras, ohne eine Chance eines sicheren Schusses, aus dem Staub. Mehr Glück hatte ich bei einem alleine anwechselnden Kitz. Das kam etwas planlos, wohl auf Grund der vorher erlegten Ricke, zielstrebig auf meinen Stand zu und verhoffte nach einem Pfiff auf 30m. Der Schuss gestaltete sich schwieriger als gedacht. Damals hatte ich noch meine Bockbüchsflinte mit einem 8x56´er Glas drauf und es war gar nicht so einfach in der Eile nun das Absehen sauber zu platzieren. Im Schuss verschwand das Kitz im hohen Gras, sauber getroffen mit einem Blattschuss. Zufrieden mit dem erlebten verlief der Rest des Tages ohne weiteren Anblick.
Am Streckenplatz angekommen war das bunte Treiben schon im vollen Gange. Am Ende des Tages lagen 68 Stück Schalenwild. 20 Stück Rotwild, 1 Damspießer, 32 Sauen und 15 Rehe. Ein schöner Tag bei perfekten Bedingungen. Der war anschließend sehr amüsant und jeder hatte seine eigenen kleinen Geschichten des Tages zu erzählen.
Nun ja, der 2. Tag stand an und es sollte ein Tag werden, den ich in meinem Leben wohl nie vergessen werden. Das Revier, welches bejagd werden sollte, waruns von einer früheren Jagd schon bekannt. Starker Damwild und Schwarzwildbestannd. Der erste, der an diesem Tag abgesetzt werden sollte, war ich. Auf dem Weg zu meinem Stand kam mir die Gegend mit jedem Schritt bekannter vor. Und angekommen am Stand, bestätigte sich die Annahme. Ja, hier hast du vor 3 Jahren schon einmal gesessen. Damals war es auch ein sehr spannender Tag. Die Vorfreude war also groß.In 200 m Entfernung konnte ich noch sehen, wie mein Großvater seinen Stand im Stangenholz einnahm. Das Wetter war morgens noch schön und frostig. Doch jetzt zogen dunkle Wolken auf und es begann ein richtiger Graupelschauer. Nun gut, Hut etwas weiter runter gezogen und abwarten. Während ich da so sitze denke ich noch: Jetzt wechselt bestimmt kein Wild an. Das stellt sich jetzt bestimmt auch lieber irgendwo im Bestand ein und wartet ab. " Bautz"...... Aus der Richtung meines Großvaters ein Schuss. Waffe gegriffen und nun suchend durch den Bestand geschaut. Und ja, da kamen sie. Eine Rotte Sauen wechselte mich an. Spitz auf mich zu. Auf 80 m zogen sie halb schräg nach links. Das passt, denke ich noch, gehe in Anschlag, ziehe mit. Als ich den 2. Frischling drin habe lass ich fliegen. Im Schuss merke ich schon, dass ich gemuckt habe und der Schuss geht drunter weg. Waffe auf, alte Kugel raus, neue rein und "Klack". Beim Schließen der Waffe verhofft die Leitbache und die ganze Rotte steht auf 50 m direkt an der Kante der Schneise. An einen Schuss auf einen der Frischlinge ist nicht zu denken. Sie stehen alle vor oder hinter den beiden Bachen. 5 m dahinter stehen noch 2 Stücke. Beide ziemlich schwarz. Starke Überläufer denke ich mir und lass auf den kleineren der Beiden fliegen. Das Stück bricht, Hochblatt getroffen, am Anschuss zusammen. Die Rotte fliegt über die Schneise, mitgeschwungen und raus war der Brenneke. Auf den Schuss zeichnete allerdings nur der Waldboden. Büchse auf, Patronen ausgekippt und neue Kugel rein. Doch was ist das, die Rotte wechslet aus voller Flucht plötzlich wieder in leichten Trab. Offenbar können Sie die Richtung immer noch nicht richtig einordnen aus der die Schüsse kamen. In den Stangen ist es jetzt sehr schwierig eine passende Lücke zu finden. In einer größeren Lücke lasse ich die Bachen durchziehen, 1. Wutz, 2. Wutz, den 3 nimmst du jetzt. Bewegung im Ziel und abgedrückt. Doch was da in den Schuss zog, war bei Leibe kein Frischling, sondern der Keiler, der mit dem Überläufer hinter der Rotte kam. Im Schuss zeichnete er und ging wie eine Rakete ab. Im Nachladen verlor ich ihn aus den Augen. Wie ich wieder hochschaue, höre ich es hinter mir Knacken im Unterholz. Da wechselt doch tatsächlich noch ein Frischling als Nachzügler an. Angebackt, mitgezogen und im Knall überschlägt sich die Sau, mit einem Tellerschuss auf 25 m. Puhhh........... das ging alles ganz schön schnell. Erst mal wieder nachladen, wer weiß, was da noch so alles passiert. Kurz um, bis zur Aufbrechpause passierte nix mehr. Die Zeit bis dahin verflog ziemlich schnell, denn immer wieder spielten sich die Szenen in meinem Kopf ab.
11 Uhr Aufbrchpause. Runter vom Bock hin zur ersten Sau. ........... Auweia. Die Worte des Försters bei der Ansprache heute morgen kamen mir wieder in den Kopf. Sauen bis Überläufer frei. Alle älteren Keiler laut Preisliste. Vor mir lag jedenfalls ein 2-jähriger Keiler von gut 100 kg. Die Bachen müssen mindestens 130 kg gehabt haben. Sonst hätte der nicht so klein neben denen ausgesehen Preisliste raus. Geguckt. 350,-€ + Mwst. .Naja tot ist tot und umbringen tut mich das auch nicht. Aufbrechen ging schnell von der Hand. Ok los zum Frischling. Angekommen bemerkte ich erst, dass der nen Gebrächschuss hat. Gott sei Dank. Das wäre ne fast aussichtslose Nachsuche geworden. Nun los zum Anschuss der dritten Sau. Und es ist nix zu finden. Ein Blick auf die Uhr zeigt, das die Aufbrechpause schon seit ein paar Minuten zu Ende ist. Also zurück auf den Bock. Das müssen wir dann nach her mit einem Nachsuchengespann ran.
Die Zeit nach der Aufbrachpause verlief dann ziemlich ruhig. Zeit für Tee und Stullen. Kurz vor 12 Uhr und dem Ende der Jagd gieß ich mir grad den letzten Schluck Tee ein als rechts von mir Rudel Damwild über die Schneise wechselt. Becher beiseite gestellt. Nun musste ich nur noch mit einen Bein über das Brett. Und wie es immer so ist, steht genau da die Thermoskanne. " Bumm, Bumm" die Thermoskanne liegt unten. Das Rudel wirft auf, verhofft aber noch kurz. Zu lang. Ein Kalb steht in einer Lücke frei und verendet im Schuss. Ein wahrhaft traumhafter Tag denke ich und stelle die Waffe zufrieden in die Ecke des Drückjagdbockes.
Nach dem das Stück versorgt ist will ich zurück zum Weg, wo mich der Förster heute morgen abgesetzt hat. Auf dem Weg dahin wundere ich mich schon weitem über den dunklen Fleck dort im hellen Gras ,der ziemlich nach einer Sauenschwarte aussieht. Ja näher ich komme um so größer wird der Fleck und sieht auch immer mehr danach aus. Jetzt wird mir mulmig. Die Preisliste im Kopf trete ich an das Stück. Jemand hätte mal in dem Moment mein Gesicht sehen sollen. Ich glaube es war kreidebleich. Vor mir lag ein Keiler von ca. 4 Jahren. Jetzt musste ich mein Handy rausholen und erst einmal rechnen. 1081,-€ !!! Das war nun doch zuviel des Guten. Die Freude über das erlebte wurde nun arg getrübt. Nun ging es abermals ans aufbrechen und das war nicht gerade ein Kinderspiel. AUfgebrochen wog der Keiler später 138 kg.
Das warten auf den Förster wurde nun zum Geduldsspiel. Von weitem sah ich dann das Auto anfahren und alle sprangen aus dem Wagen um zu gucken. Alle hatten so ein leichtes Grinsen auf den Lippen und der Förster begrüßte mich mit den Worten: " Endlich traut sich mal jemand einen Keiler zu schießen" Gut denke ich, dann lass ich ihn erst mal gucken.
Nachdem wir alle Stücken aufgeladen hatten, kam der Förster zu mir sagte: " Bei dem großen kann ich leider nix machen aber der kleiner ist doch noch ein Überläufer" Da konnte ich ihm mit einem Grinsen nur zustimmen.Den großen musste ich dann bezahlen. Da führte kein Weg dran vorbei. Der kurze Stop an der Bank tat noch kurz weh aber inzwischen sehe ich dies als jagdliches Erlebnis, dass mir niemand mehr nehmen kann.

Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen und wünsche allen viel Waidmannsheil für die kommenden Drückjagden.

Gruß Lars
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Kommentare

22.10.2011 12:52 Bender
Waidmannsheil zu deinen erlegten Stücken !!

Aber mit der Brenneke auf der Drückjagd ?!?!


Gruss Bender
22.10.2011 13:24 Lars11
Bender schrieb:
Waidmannsheil zu deinen erlegten Stücken !!

Aber mit der Brenneke auf der Drückjagd ?!?!


Gruss Bender


Das war noch im Jahr 2008. Damals war es im Bundesforst noch erlaubt und für mich auch nicht anders machbar mit meiner Bockbüchsflinte. Habe mit dem Brenneke auf kurze Enfernungen immer gute Erfahrungen gemacht. Bei meiner BBF schießen Kugel und FLG sehr gut zusammen. Inzwischen führe ich aber hauptsächlich einen Repetierer.

Gruß Lars
23.10.2011 06:16 Nimrod83
Waidmannsheil zu solchen erfolgreichen Jagdtagen.
Und bei so einem Ende ist das wirklich ein Erlebnis fürs Leben.

Gruß,
Nimrod83
23.10.2011 20:19 aludoe
Waidmannsheil!!!
Finde ich gut wie Du die Nerven behalten hast. in unvergesslicher TAG nehme ich an....
24.10.2011 06:30 Lars11
aludoe schrieb:
Waidmannsheil!!!
Finde ich gut wie Du die Nerven behalten hast. in unvergesslicher TAG nehme ich an....


Das war er auf jeden Fall. Besser gehts kaum.
Wird so wahrscheinlich auch nie wieder passieren.

Gruß Lars
24.10.2011 19:19 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil.

lg und wmh
24.10.2011 20:10 Lars11
Sauerlandjaeger93 schrieb:
Waidmannsheil.

lg und wmh



Waidmannsdank!
24.10.2011 20:23 branco
kräftiges w.h. zu deiner sauberen Strecke an den beiden Tagen
24.10.2011 20:25 Lars11
branco schrieb:
kräftiges w.h. zu deiner sauberen Strecke an den beiden Tagen


Waidmannsdank branco!
25.10.2011 08:42 BayernFlo
Waidmannsheil zu deinen Keilern und den anderen Stücken!!!
So Tage vergisst man zum Glück nie!

VG,
Flo
25.10.2011 15:53 Schinko
Weidmannsheil! Da haste doch viel mehr von, als von ner Woche All-inclusive-Urlaub, die du für das Geld bekommen hättest...
Gruß & Wmh!
30.10.2011 09:01 Isegrim
WAIDMANNSHEIL zum erfolgreichen Jagdtag
Den wirst Du nie vergessen und das mit der Kohle schmerzte nur gaaaaanz kurz

Wo genau war das in de Schorfheide ?

Gruß und weiter so

v. ISE
30.10.2011 18:03 Lars11
Isegrim schrieb:
WAIDMANNSHEIL zum erfolgreichen Jagdtag
Den wirst Du nie vergessen und das mit der Kohle schmerzte nur gaaaaanz kurz

Wo genau war das in de Schorfheide ?

Gruß und weiter so

v. ISE


Waidmannsdank! Ja du hast recht. Das mit dem Geldtat nur ganz kurz weh.
Das war im Revier Rehhorst, Neu Holland.
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