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Saufeder Saufeder - schwarz - Hundeführer mit Saufeder
3100 mal angesehen
25.08.2007, 12.00 Uhr

Mit kalter Waffe ... (II)

Wenn heute in der Jungjägerausbildung das Thema "Blankwaffen" auf der Tagesordnung steht, dann findet die Saufeder zumeist unter Hinweis auf historische Jagdarten regelmäßig nur am Rande Erwähnung. Im Standartwerk "Jägereinmaleins" von F. von Oehsen sind ihr beispielsweise ganze 5 Zeilen gewidmet.

Zudem haben Medienberichte dazu beigetragen, dass diese Blankwaffe inzwischen sogar bei vielen Jägern zwiespältige Gefühle auslöst. Gut 30 Jahre liegt es zurück, als sich in "Stern TV" ein junger Tierarzt offen zur Saujagd mit Hunden und dem Einsatz der Saufeder bekannte. Nicht zuletzt durch die voreingenommene Berichterstattung löste dieses Bekenntnis in der Öffentlichkeit seinerzeit einen Sturm der Entrüstung aus, so dass die meisten Saufedern auf jahre nicht mehr von der Wand des jagdzimmers genommen wurden.

Mit zahlenmäßig zunehmenden Drückjagden (richtiger: Treib-), sieht man auch wieder häufiger Hunde- bzw. Meuteführer, die diese Blankwaffe zum Einsatz auf von Hunden gedeckte Sauen führen.

Doch wie sieht eine solche Saufeder denn nun aus? Wie wird sie eingesetzt und wie ist ihr jagdpraktischer Wert zu beurteilen?

Eine Saufeder ist ein schwerer Jagdspieß, von ca. 160 bis 200 cm Gesamtlänge.

Die zweischneidige etwa 30-35 cm lange stahlgeschmiedete Klinge sollte nicht zu spitz, sondern bauchig sein - andere sprechen von "blattförmig" - um auch sie, entsprechend der Ausführungen zum Saufänger, nicht zu knochengierig werden zu lassen. Würde sie beim Einsatz zwischen den Hunden auf einer Rippe hängenbleiben, und nicht wie gewollt ins Leben gleiten, könnte das für Hunde und Führer gleichermaßen lebensbedrohlich sein.

Aus den ebenfalls schon erläuterten Gründen, muß die Saufederklinge beidseitig rasiermesserscharf und, um das Offenhalten der Kammer zu erleichtern, hinreichend breit geschmiedet sein (mind. 5-6 cm). Zudem erhält die Klinge zusätzliche Stabilität, indem sie gegenüber flachen Messerklingen durch einen hohe Mittelrippe einen viel kantigeren Querschnitt bis hin zu einer fast viereckigen Basis aufweist. Diese zusätzlich Stabilität ist unbedingt erforderlich und lebensrettend. Es ist schon abenteuerlich, auf was für filigrane "Bauwerke" man zuweilen in Hundeführer- oder gar Treiberhand trifft. Da werden auf den Pirschstock aufpflanzbare Bajonette ebenso geführt, wie bedrohlich aussehende, gepreßte Blechfedern. Diese Leute haben Ihre Saupiekser mit Sicherheit noch nie eingesetzt und können nur hoffen, dass es auch dabei bleibt. Durch das schwere Wild und den langen Hebel des Stiels treten zuweilen gewaltige Kräfte auf, die diese Spielzeuge wie aus Plastik brechen lassen. Dann lieber ganz ohne...

Für die Führigkeit und für die Sicherheit der Hunde ist ein stabiles ,feststehendes und ausreichend breites Parierelement an der Klingenbasis unverzichtbar (zumeist eine abgesägte Geweihstange). Spielerein, wie z.B. Gehörnstangen, die mittels eines Lederriemchens lose an der Klingenbasis "angebunden " sind, taugen nur zu Deko-Zwecken an der Wand des Jagdzimmers. Den Zweck, ein Durchstechen zu verhindern, vermögen sie nicht zuverlässig zu erfüllen.

Der Stiel, aus zähem Eschenholz, muß tief genug in der Klingenbaisís stecken, damit die notwendige Stabilität erreicht wird. Um ein sicheres Handling zu gewährleisten, ist er kantig (6-8 eckig) geschliffen und mit Lederriemen umwickelt. So läßt sich die Saufeder auch mit verschwitzten, oder gar schweißigen Händen noch sicher führen und bei Bedarf im Wildkörper drehen.

Während das Gewicht des Eschenholzstiels kaum zu beeinflussen ist, sollte die Klinge fachkundig geschmiedet sein und bei maximaler Stabilität möglichst wenig Gewicht aufweisen. Damit das Führen der Saufeder nicht zu einer ungeliebten Plackerei wird, sollte sie insgesamt ein Gewicht von 3-3,5 kg nicht überschreiten.

Die rasiermesserscharfe Klinge sollte während des Treibens durch eine stabile Leder- oder Fellscheide geschützt werden, die erst unmittelbar vor dem Einsatz abgezogen wird.

Auch wenn die Länge der Saufeder den Eindruck erweckt, mehr aus der Distanz, und damit außer5halb des unmittelbaren Gefährdungsbereichs wirken zu können, so ist dieses allerdings ein Trugschluß. Auch die Saufeder setzt beim Einsatz auf wehrhafte Sauen eine gehörige Portion Mut sowie einen schnellen und beherzten Einsatz voraus. Der Hundeführer nähert sich der von den Hunden gedeckten Sau dabei von hinten und stößt der Sau die Klinge mit einem wuchtigen Stoß - tief und schräg nach vorn - hinter dem Blatt ins Leben. Sobald die Klinge tief in der Kammer sitzt, hilft ein Drehen der Saufeder auch hier, dass die Kammer weit geöffnet wird, damit neben der Verletzung großer Gefäße vor allem die Lunge schnell zusammenfällt. Durch das ausgeschüttete Adrenalin kann dieser Vorgang durchaus einige Augenblicke - zuweilen gefühlte Ewigkeiten - andauern. Wichtig dabei ist, die Saufeder festzuhalten, möglichst dicht am Stück zu bleiben und es an den Platz zu binden.

Allerdings muß man sich zuvor überlegen, an welche Gewichtsklassen man sich mit der langen Blankwaffe heranwagt. So habe ich erlebt, wie ein von Hunden gedeckter, waidwunder, 120-kg- Keiler von einem Hundeführer mit der saufeder abgefangen werden sollte. Mit dem kalten Eisen im Leben führte er den Rüdemann buchstäblich am Stiel spazieren, nicht umgekehrt. Auch nachdem ein weiterer Hundeführer hinzugeeilt kam und ihm von der anderen Seite eine weitere Saufeder ins Leben gestoßen hatte, zeigte er sich nur wenig beeindruckt. Beiden gelang es nicht, den Bassen zu stoppen und zu halten. Erst nachdem andere einen Teil der Hunde abnehmen konnten, gelang es dem daneben stehenden Schützen einen fast aufgesetzten Fangschuß anzutragen. Glücklicherweise hat seinerzeit - mit Ausnahme des Keilers - keiner der Beteiligten ernsthafte Blessuren davongetragen.

Leider geistern immer noch Empfehlungen durch die Reihen der Hundeführer, wonach man die annehmende Sau am Besten auf die Saufeder auflaufen lassen sollte. Selbst in Standartwerken der Jungjägerausbildung, wie z.B. "Die Jägerprüfung" von Blase, wird es so geschildert und empfohlen - in Wirklichkeit ein lebensgefährliches Unterfangen.

Wie sich jeder eigentlich unschwer vorstellen kann, findet die Klinge bei der annehmenden Sau kein brauchbares Ziel. Rauscht das annehmende Stück auf einen zu, so pflügt dabei der Wurf fast durch den Boden, wodurch wiederum der verwundbare Stich verdeckt ist. Somit aber bietet in dieser Situation die Sau der kalten Klinge nur die Stirnplatte als Ziel, und die ist verdammt schwer zu durchdringen....
Im Übrigen hat schon so mancher unversehens ohne Waffe dagestanden, weil ihm die annehmende Sau die Blankwaffe mit einem wuchtigen Schlag des Wurfs einfach aus der Hand geschlagen hat.
So also bitte nicht, auch nicht im Mais oder in der Dickung!

Zusamenfassend ist festzuhalten, dass der sinnvolle Einsatz einer Saufeder sehr begrenzt ist:

1. Sauen bis ca. +/- 45 kg fängt man schneller, sicherer und wildbretschonender mit dem Saufänger ab.
2. An Sauen über +/- 90 kg sollte man sich mit der Saufeder nur heranwagen, wenn man über gleichermaßen viel Erfahrung wie Übung verfügt, und wenn man aus Gründen der Sicherheit dabei nicht allein ist.
4. Gegenüber einer annehmenden Sau ist mit der Saufeder nicht viel auszurichten.
4. Vielfach ist selbst der Einsatz einer Saufeder aufgrund der zahlreichen, deckenden Hunde nicht ohne Gefährdung möglich.

Abgesehen vom dem beschränkten Nutzen bedeutet das Führen der Saufeder, dass man sich bei anderen Ausrüstungsbestandteilen einschränken muß. Kaum jemand wird - um für buchstäblich alle Fälle gewappnet zu sein - dauerhaft mehr als 10 kg durch den busch schleppen wollen. Während man auf den Saufänger keinesfalls verzichten kann, ist die Kurzwaffe - wie an anderer Stelle schon ausdiskutiert - bei Durchgehen bzw. bei der Nachsuche am ehesten über. Möchte man das "Marschgepäck" jedoch unter 5 kg drücken, so muß man sich noch zwischen Langwaffe und Saufeder entscheiden. Beides mitzuführen würde zudem die Beweglichkeit und Flexibilität zu sehr einschränken.

Bei rückwirkender Betrachtung der zahlreichen Situationen, in denen ich den Hunden zu Hilfe kommen und eine Sau schnellstmöglich verenden lassen mußte, hätte ich am wenigsten auf meine Büchse verzichten mögen. Nur wenige Situationen ließen in mir den Wunsch nach einer Saufeder aufkommen..., und auch diese haben wir mit den seinerzeit zur Verfügung stehenden Waffen gelöst. Umgekehrt, nur mit eine Saufeder bewaffnet, wäre es in zahlreichen Situationen äußerst gefährlich geworden oder aber, das Stück wär uns u.U. noch davongekommen.

In Abwägung der vorgenannten Umstände werde ich persönlich auch künftig zu Gunsten meiner Langwaffe auf die Saufeder verzichten. Das ist jedoch eine ganz individuelle Entscheidung. Die Saufeder ist zweifellos eine Waffe, die in geübter Hand dazu beitragen kann, die Gesundheit und das Leben von Jagdhunden zu schützen sowie eine von Hunden gedeckte, zumeist kranke Sau tierschutzgerecht zu töten.

Wenn ich mit andern Hundeführern meiner Stöberhundgruppe eingesetzt werde, bin ich deshalb auch durchaus froh, dass darunter einige Wenige - mit Zustimmung der Jagdleitung - die Saufeder mitführen. Können mehrere unterschiedlich ausgerüstete Hundeführer sich gegenseitig unterstützen, so ist es perfekt, wenn man - je nach Situation - die jeweils zum Abfangen am besten geeignete Waffe einsetzen kann.

Abschließend sei jedoch darauf hingewiesen, dass nicht jeder Jagdherr dem Einsatz dieser archaischen Blankwaffe unvoreingenommen gegenüber steht. Zum einen sind vielfach die durch die Medien geschürten Vorurteile verantwortlich, zum anderen haben Erfahrungen mit rohen, gefühllosen Jagdhelfern, die mit der Saufeder Schindluder getrieben haben, Vorbehalte entstehen lassen. Auch wenn ich mir ungern vom Jagdherrn vorschreiben lasse, welche Waffen ich führe, so empfiehlt es sich aus den o.g. Gründen unbedingt, den einsatz einer Saufeder mit der Jagdleitung abzustimmen. Andernfalls wundert man sich u.U. im nächsten Jahr, warum man zu dieser Jagd nicht wieder eingeladen wurde...
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

26.08.2007 08:28 Keiler
Hallo Ruedemann.

Wird denn so eine Saufeder in der Praxis heute noch benutzt oder gehört sie nicht wirklich an die Wand eines Jagdzimmers.
Hast du das selber schon erlebt und was würdest du sagen wenn jemand mit so einem Teil erscheint.
Soweit ich weiß wurden diese Saufedern doch nur benutzt um Sauen die mit Fallgruben gefangen wurden vom Rand dieser Gruben aus zu töten.
Ich kann mich noch sehr gut an den Bericht seinerzeit des Tierarztes im Fernsehen erinnern. Hatte das damals aber nur als Show dieses Mannes und die Möglichkeit sich ein paar Mark dazu zuverdienen gewertet.
Denn der war wie ich meine auch nicht Jagdpächter des gezeigten Reviers.
Und der Sender in dem es lief ist ja bekannt für solche Art der Berichterstattung.

Grüße vom Keiler
26.08.2007 16:37 Ruedemann
Keiler schrieb:

Hallo Ruedemann.

Wird denn so eine Saufeder in der Praxis heute noch benutzt oder gehört sie nicht wirklich an die Wand eines Jagdzimmers....

Grüße vom Keiler


Hallo Keiler,

ich war ja mit meinem Text noch nicht ganz fertig. Wie der derzeitgen Fassung zu entnehmen ist, wird die Saufeder wieder häufiger geführt - allerdings mit durchaus unterschiedlicher Resonanz. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich durchaus dankbar, wenn die Jagdleitung der verantwortungsvoll geführten Saufeder offen gegenüber steht und der ein oder andere Hundeführer eine solche mitführt. Es erhöht die Zahl der Optionen am Bail.

Dennoch sollte die Saufeder zurückhaltend geführt und eingesetzt werden. Insbesondere auf effektheischerische Szenen ist unbedingt zu verzichten.

Ich selbst befand mich schon einmal in der situation, in der ich mich wunderte, nach langjährig erfolgreichem Einsatz zu einzelnen Drückjagden nicht mehr eingeladen zu werden. Den Grund habe ich- wie so oft - erst um einige Ecken herausbekommen:
Nach erfahrenen Hundeführern befragt, hatte ich gegenüber dem Jagdherrn einige Hundeführer benant. Einer davon führte - ohne vorherige Abstimmung mit dem jagdherrn - eine Saufeder und wurde beobachtet, wie er diese ohne Not einer angeblich schon verendenden Sau in die Kammer trieb. Wenn dem so war, ist entsprechende Kritik durchaus angebracht, ja aus meiner Sicht sogar geboten. Allerdings hätte es mich - als passionierten Hundeführer - beinahe um eine Reihe guter, wildreicher Jagdeinsätze gebracht. Und das nur, weil ich auf Nachfrage einige erfahrene Hundeführer benannt hatte....
26.08.2007 22:29 Ruedemann
Ruedemann schrieb:

Hallo Keiler,

ich war ja mit meinem Text noch nicht ganz fertig. Wie der derzeitgen Fassung zu entnehmen ist, wird die Saufeder wieder häufiger geführt - allerdings mit durchaus unterschiedlicher Resonanz. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich durchaus dankbar, wenn die Jagdleitung der verantwortungsvoll geführten Saufeder offen gegenüber steht und der ein oder andere Hundeführer eine solche mitführt. Es erhöht die Zahl der Optionen am Bail.

Dennoch sollte die Saufeder zurückhaltend geführt und eingesetzt werden. Insbesondere auf effektheischerische Szenen ist unbedingt zu verzichten.

Ich selbst befand mich schon einmal in der Situation, in der ich mich wunderte, nach langjährig erfolgreichem Einsatz zu einzelnen Drückjagden nicht mehr eingeladen zu werden. Den Grund habe ich- wie so oft - erst um einige Ecken herausbekommen:
Nach erfahrenen Hundeführern befragt, hatte ich gegenüber dem Jagdherrn einige Hundeführer benannt. Einer davon führte - ohne vorherige Abstimmung mit dem Jagdherrn - eine Saufeder und wurde beobachtet, wie er diese angeblich ohne Not einer schon verendenden Sau in die Kammer trieb. Wenn dem so war, ist entsprechende Kritik durchaus angebracht, ja aus meiner Sicht sogar geboten. Ich bin zwar für andere Hundeführer nicht unmittelbar verantwortlich, dennoch hätte es mich - als passionierten Hundeführer - beinahe um eine Reihe guter, wildreicher Jagdeinsätze gebracht. Und das nur, weil ich auf Nachfrage einige erfahrene Hundeführer benannt hatte....

29.08.2007 08:35 Brandlbracke
@Rüdemann
...bitte schreibe doch einmal ein (Hör-)Buch, ich werde der erste Abonnent dieser Fortsetzungsreihe sein...
Aber Spaß bei Seite.
Nur weiter so: Entreiße dem Zauber und der Anziehungskraft der Blankwaffen den Trugschluß der Unverwundbarkeit. Diese Art der Jagd ist sehr gefährlich. Denn: wie lange nutzt der zivilisierte Mensch solche Waffen schon nicht mehr!
Und: wenn man auf allen Vieren in einer dunklen Dickung mit vorgehaltener Saufeder - weil es in dieser Situation nicht anders möglich war - auf einen gewaltigen Bassen zustrebt, der Hund schon vor mir, plötzlich dieser Hund zurückspringt: Die Saufeder freut sich ob Ihrer Schärfe.
Die Gefahren lauern überall. Und oftmals dort, wo man es am wenigsten erwartet. Ich für meinen Teil habe einen enormen Respekt vor dieser Waffe. Man ist also keinesfalls immer hinter der Blankwaffe am sichersten.

Rüdemann, bitte weiter so. Vielleicht wachen dann auch die letzten verblendeten "Lanzenträger" auf, die uns so oft in Verruf bringen.

Mit Brackenheil
29.08.2007 08:55 Ruedemann
Brandlbracke schrieb:
@Rüdemann
...bitte schreibe doch einmal ein (Hör-)Buch, ich werde der erste Abonnent dieser Fortsetzungsreihe sein...
Aber Spaß bei Seite.
Nur weiter so: Entreiße dem Zauber und der Anziehungskraft der Blankwaffen den Trugschluß der Unverwundbarkeit. Diese Art der Jagd ist sehr gefährlich. Denn: wie lange nutzt der zivilisierte Mensch solche Waffen schon nicht mehr!
Und: wenn man auf allen Vieren in einer dunklen Dickung mit vorgehaltener Saufeder - weil es in dieser Situation nicht anders möglich war - auf einen gewaltigen Bassen zustrebt, der Hund schon vor mir, plötzlich dieser Hund zurückspringt: Die Saufeder freut sich ob Ihrer Schärfe.
Die Gefahren lauern überall. Und oftmals dort, wo man es am wenigsten erwartet. Ich für meinen Teil habe einen enormen Respekt vor dieser Waffe. Man ist also keinesfalls immer hinter der Blankwaffe am sichersten. Rüdemann, bitte weiter so. Vielleicht wachen dann auch die letzten verblendeten "Lanzenträger" auf, die uns so oft in Verruf bringen.
Mit Brackenheil


Hallo Brandlbracke,

welch' Klasse Kommentar! Da sieht man, dass auch Du weißt wovon Du sprichst, und es verstehst, die Dinge auf den Punkt zu bringen! Das mit dem Bücherschreiben (oder -aufnehmen) verschieben wir noch einmal, bis ich vom Sofa nicht mehr hochkomme und mir nur bleibt, meinen Erinnerungen nachzuhängen...
Gegenwärtig versuche ich meinen Erfahrungshorizont lieber noch praxisnah zu erweitern!!!!

Waidmannsheil
Ruedemann
24.12.2007 11:09 velo
Ich finde, die Mischung der Waffen machts.
Bei uns handhaben wir das so, dass immer ein oder zwei der Hundeführer in einem Trieb die Langwaffe führen und die anderen die Saufeder.
So kann im Einzelfall sehr schnell entschieden werden welche Waffe zum Abfangen angebrachter ist.
Dabei hat sich herausgestellt, dass in rund 80% aller Fälle die Blankwaffe eingesetzt wird.
Natürlich braucht man dazu ein eingespieltes Team und ein verantwortungsvolles Handeln eines jeden Einzelnen.
Bei richtigem Gebrauch der Blankwaffe ist die Gefährdung der Mitjäger und der Hunde einfach geringer.

Frohe Festtage wünscht euch
velo
08.01.2008 20:21 cavecanem_alter_Account
Horrido,
wir hatten den Einsatz der kalten Waffe in Spanien im Gatter gelernt nachdem Hunde (in dem Fall Bull Terrier) die Sau gebunden hatte. Wenn ich von Sau rede dann spreche ich von 80 bis 230 kg Sauen, Gatterschweinen aus Deutschland (die Spanier mögen es gern etwas größer...) keine Sau war unter 80 kg. Bei den Sauen ab 160 kg sahen die Hunde dementsprechend aus. Zum Glück war ein Tierarzt vor Ort der die Hunde auf Bierbänken flickte. Das Abfangen war dementsprechend ein "Abenteuer". Man hatte es uns aber ganz gut beigebracht, ähnlich eines Torreros bei der Corrida (nur eben nicht wie beim Stier von oben...). Man sollte nicht jedem so eine Feder oder Saufänger in dei Hand drücken. Es kann ganz schön daneben gehen.
Hier noch was aus Espana, [video.google.fr]

Alles andere wurde schon sehr gut gesagt.
Gruß
Heinz
08.01.2008 20:33 Ruedemann
Dank, der Link allerdings war für mich "zu spanisch"....! Gruß Ruedemann
08.01.2008 20:34 cavecanem_alter_Account
Brandlbracke schrieb:

@Rüdemann
...bitte schreibe doch einmal ein (Hör-)Buch, ich werde der erste Abonnent dieser Fortsetzungsreihe sein...
Aber Spaß bei Seite.
Nur weiter so: Entreiße dem Zauber und der Anziehungskraft der Blankwaffen den Trugschluß der Unverwundbarkeit. Diese Art der Jagd ist sehr gefährlich. Denn: wie lange nutzt der zivilisierte Mensch solche Waffen schon nicht mehr!
Und: wenn man auf allen Vieren in einer dunklen Dickung mit vorgehaltener Saufeder - weil es in dieser Situation nicht anders möglich war - auf einen gewaltigen Bassen zustrebt, der Hund schon vor mir, plötzlich dieser Hund zurückspringt: Die Saufeder freut sich ob Ihrer Schärfe.
Die Gefahren lauern überall. Und oftmals dort, wo man es am wenigsten erwartet. Ich für meinen Teil habe einen enormen Respekt vor dieser Waffe. Man ist also keinesfalls immer hinter der Blankwaffe am sichersten.

Rüdemann, bitte weiter so. Vielleicht wachen dann auch die letzten verblendeten "Lanzenträger" auf, die uns so oft in Verruf bringen.

Mit Brackenheil



Horrido,
ähnlich werden die Stiere bei der Corrida getötet. Und das ist eine Kunst. Hier machen die Torreros aber immer wieder "Trockenübungen". Konnten es selbst vor Ort in Toledo testen (am Modell).
Heinz
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
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