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Am Rande der Jagd...

Begebenheiten ohne Waffe (3 Einträge)

896 mal angesehen
12.09.2011, 12.26 Uhr

Selbstvorwürfe

Vorwürfe…

…nützen einem in der Regel nichts mehr, wenn das Geschehen erst einmal seinen Lauf nimmt.

Ich hatte mich schon die ganze Woche auf das Wochenende gefreut. Die Stoppel lag noch, der Mond wurde voll und voller und für mich stand fest, am Wochenende gilt´s den Sauen.
Es war Freitagmittag. Dienst blieb Dienst, ich hatte meinen zotteligen Rabauken von zu Hause geholt. Es stand eine ausgiebige Revierrunde auf dem Plan. Abfährten war angesagt, sehen, wo die Sauen aktiv waren, eventuell noch einen Ansitzbock umstellen…

Das Auto ließ ich am Dorf stehen, Kiro legte ich die lange Schleppleine an, damit er sich ein wenig freier bewegen konnte. Ich weiß nicht, ob es an den Freitagen lag, dass er besonders hocherfreut war, weil ich schon mittags mit ihm eine Riesenrunde machen konnte. Er war dann die ersten paar hundert Meter immer echt abgedreht. Ich ließ ihn eine Weile gewähren, weil er sich dann abreagierte, bevor wir den Wald erreichten.

Auf dem Weg zum Wald passierten wir ein Minifeldsoll, das nur mit ein wenig hohem Kraut zugewachsen war. Als wir direkt auf der Höhe des Solls waren, prasselte ein Stück Rehwild hoch. Ich ließ mich ablenken und stolperte auf dem von der Ernte zerfahrenen Weg und fiel lang hin. Als ich mich gesammelt hatte und wieder hochkam, registrierte ich erst, dass Kiro lauthals die Verfolgung des Rehs aufgenommen hatte. Er hatte bereits den Waldrand erreicht und verschwand im Eschenbruch…

Verblüfft untersuchte ich die Leine. Das eine Ende hielt ich ja in der Hand, doch die zweite Hälfte (etwa 2 Meter lang) musste am Hund hängen. Ich hatte nicht gemerkt, dass die Leine gerissen war, obwohl das eine stabile Feldleine war, wie sie auch bei Pferden zum Voltegieren genutzt wird…
Eigentlich blieb Kiro bei solchen Gelegenheiten, wenn auch widerwillig, bei mir, so lange ich still stand. Mein Fall aber musste ihn wohl aus der Fassung gebracht haben.

Unterdessen verfolgte ich akustisch den Spurlaut, mit dem er wohl noch auf der Fährte des Rehs war. Der Laut entfernte sich immer weiter, war nicht mehr zu vernehmen. Doch nach etwa 20 Minuten war Kiro offensichtlich wieder in Reichweite, ließ für ein paar Augenblicke wieder Spurlaut vernehmen. Nach einer kurzen Pause aber setzte dieser typische tiefe Standlaut ein, den ich bei Kiro nur kenne, wenn er an Sauen ist. Mir wurde massiv mulmig. Zwei Meter Leine am Hals waren denkbar schlechte Voraussetzungen, sich mit Sauen zu erzürnen. Nach etwa 10 Minuten tiefen Standlauts setzte kurz Hetzlaut ein, um schon bald wieder in den Standlaut zu wechseln. Dieser hielt nun beinahe 20 Minuten an. Meinen ersten Plan, Kiro zu unterstützen verwarf ich bald, da er erstens im fremden Revier war, ich keine Waffe dabei hatte und schließlich davon ausging, dass die Sauen abgehen würden, wenn ich auftauchte. Kiro würde sich aber dadurch besonders motiviert fühlen, was aus meiner Sicht mit der Leine ein zu großes Risiko barg. So beschloss ich, zu warten und zu hoffen, dass Krio abließ und zurückkam, wenn er keine Unterstützung bekam.

Nach einer gefühlten halben Stunde kehrte Ruhe ein. Ein Aufjaulen, das auf eine Geschlagenwerden hätte deuten können, vernahm ich nicht. Der Wind war recht frisch unterwegs und schluckte so viele Geräusche. Und so blieb die Unruhe doch. Weiter entfernt hörte ich noch einmal Fährtenlaut, dann wurde es ganz ruhig.

Nachdem er aber nach über drei Stunden noch immer nicht aufgetaucht war, beschloss ich, ihn aktiv zu suchen. Ich ließ Decke, Wassernapf und Futter zurück und fuhr mit dem Auto alle Waldwege ab, die das Gebiet, in dem er aktiv war umschlossen. Ich suchte nach frischen Fährten. Doch ich konnte nichts finden. Allerdings konnte ich seine Spur auch gut übersehen auf den teilweise wie mit Zement befestigten Waldwegen.
Bis zum Abend hatte ich das gebiet mehrfach umrundet, dabei telefonisch auch die Nachbarjäger in Kenntnis gesetzt. Kiro hatte ja nun auch keine Signalhalsung um…

Noch einmal kontrollierte ich die Decke, die ich zurückließ. Nichts. So fuhr ich kurz nach Hause, zog mich um, nahm meine Waffe und fuhr wieder raus. Der Mond meinte es gut und ich setzte mich auf einen Hochsichtz, von dem ich die Feldgebiete sehr gut einsehen konnte, und wo der Wind mit etwaige Laute aus dem Wald zutrug. Doch es blieb bis weit nach Mitternacht still. Schließlich brach ich ab, um schon morgens bei erster Dämmerung wieder an der Decke zu sein.

Doch alles war unberührt. Jetzt durchsuchte ich das Waldgebiet systematisch. Mein Jagdfreund unterstütze mich und wir teilten uns das Gebiet. Doch alle Rufe blieben ungehört. Ich drehte jeden Farnwedel um, fand stellen, an denen sich die Sauen offen sichtlich Kiro gestellt hatte. Doch konnte ich keine Hinweise darauf finden, das Kiro geschlagen worden wäre – wenigstens ein wenig Hoffnung baute sich wieder auf.
Mittlerweile hatte ich meinen Teil des Waldgebietes umgekrempelt. Ich erreichte wieder den Waldweg und pfiff und rief noch einmal nach ihm.

Und endlich, weit entfernt in der anderen Richtung vernahm ich ein recht leises, rufendes Antwortbellen. Mein Adrenalinspiegel schoss auf ein nie gekanntes Niveau. Noch einmal pfiff ich, um die Richtung zu bestimmen. Zwei Bellaute folgten. Und schon pflügte ich mich durch Brombeeren, Farn, Schlehenverhau immer geradeaus in Richtung Kiro. Und ich durchpflügte den Einstand der Sauen, aus denen sie Kiro offensichtlich rausgedrückt hatte. Selten habe ich solch ein Schlafzimmer der Sauen gesehen. Auf allen Vieren ging es durch den Brombeer- und Schlehenverhau, um ja nicht die Richtung zu verlieren. Es stank so penetrant nach Sauen, wie ich es nicht kenne…
Im angrenzenden Buchenaltbestand entdeckte ich endlich ein Knäuel braunen Fells, wimmernd, aber absolut bewegungsunfähig… Ich hatte die größten Befürchtungen.

Kiro hatte sich in der Leine komplett verfangen, Vorderlauf eingewickelt, abgeschnürt, Karabinerhaken zwischen die Zehen des Vorderlaufes geschoben und scheinbar die Ballen aufgerissen. Seine rechte Rippenpartie hatte offensichtlich erhebliche Prellungen durch eine Kollision mit einem Schwarzkittel erlitten.
Meine ersten Untersuchungen vor Ort brachten aber die totale Erleichterung. Hund lebt, offene Wunden waren erst einmal (vom Vorderlauf abgesehen) nicht zu entdecken. Nachdem ich ihn aus der Leine befreit hatte, schonte er diesen Vorderlauf total, war aber sonst wieder bewegungsfähig und –willig.

Die Spuren im Waldboden bewiesen, dass er in diesem Zustand massiv versuchte, wieder Richtung Auto zu kommen. Und ich war froh, dass nicht weitergekommen war. Etwa 200 Meter weiter hätte er einen breiten Graben überwinden müssen, was er in dem Zustand sicher nicht geschafft hätte, er wäre darin ganz sicher ertrunken.

Der Tierarzt gab dann weitgehend Entwarnung. Zwar wird Kiro noch eine ganze Weile mit dem Vorderlauf Probleme haben, aber das wird sich sicher geben. Nichts kann das Gefühl beschreiben, dass ich hatte, als ich ihn endlich fand, nichts kann auch die Ohnmacht beschreiben, der man sich ausgesetzt sieht, wenn nix, aber auch gar nix darauf hindeutet, wo der Vierbeiner abgeblieben ist. Und nichts kann die Dankbarkeit beschreiben, mit der man seinen Jagdhelfer wieder in die Arme nimmt, dankbar dafür, dass er kräftig genug war, sich in einen übersichtlichen Waldbereich zu ziehen, wo man ihn finden kann. Der größte Teil dieses Gebietes war absolut undurchsichtig…

Und keiner, der als Jäger nicht in vergleichbarer Situation war, wird ermessen können, welche Vielzahl von Selbstvorwürfen einen plagen. Nicht wenige davon werden berechtigt sein. Andere werden sich mit etwas Abstand zum Geschehen relativieren. Aber, ich werde einiges anders machen nach dieser Erfahrung, die ich nicht hätte ertragen können, wenn es gänzlich schief gegangen wäre.

Wenn mich jemand fragt, ob es bei diesem Erlebnis etwas gab, was mich aufbaut, dann vor allem das: die überschwängliche Dankbarkeit und Freude von Kiro, als ich ihn fand. Das Bewusstsein, dass entgegen meiner ersten Befürchtungen Kiro eben nicht irgendwohin abgesaust ist, ohne den Drang zu haben, wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Im Gegenteil, er hat nachweislich alle Kraft aufgewandt.

Dieses Erlebnis macht mich auch dankbar. Dankbar dafür, mit Kiro jagen gehen zu dürfen, erfahren haben zu dürfen, wie groß sein Drang, tatsächlich nach der Jagd wieder zu mir zu kommen wirklich ist. Er hat mir gezeigt, dass er weit mehr Vertrauen verdient, als ich ihm vermutlich bisher entgegenbrachte…


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Kommentare

12.09.2011 12:42 Mausehund
Ich kann Dir sehr gut nachempfinden, mir ist mal ein Karabiner auseinander geflogen! Niemand ist so einsam wie ein HF ohne Hund!
HoRüdHo!
Marco

Hier noch einer meiner Lieblingssprüche:

Der Stolz des Jägers ist sein Hund
bringt der verloren, was da wund,
und jagt er, was da krank, zu Stand,
so ist das Waidwerk Hand in Hand.
12.09.2011 12:47 Musang
Junge, Junge...Ihr macht Dinger
Laß Dich mal drücken, Langer
Ist ja zum Glück Alles gut gegangen. Nur wer Nichts macht, macht keine Fehler
Gut geschrieben, hab mitgezittert und gebangt
Knuddle den Verbrecher von mir und glg
auf die Insel
12.09.2011 13:09 anser
Mausehund schrieb:
Ich kann Dir sehr gut nachempfinden, mir ist mal ein Karabiner auseinander geflogen! Niemand ist so einsam wie ein HF ohne Hund!
HoRüdHo!
Marco

Hier noch einer meiner Lieblingssprüche:

Der Stolz des Jägers ist sein Hund
bringt der verloren, was da wund,
und jagt er, was da krank, zu Stand,
so ist das Waidwerk Hand in Hand.



Absolut richtig. Und bei der Konstellation hatte ich echt die schlimmsten Befürchtungen... Nicht zuletzt meiner Familie hätte ich das kaum begreiflich machen können, was da abging...
12.09.2011 13:11 anser
Musang schrieb:
Junge, Junge...Ihr macht Dinger
Laß Dich mal drücken, Langer
Ist ja zum Glück Alles gut gegangen. Nur wer Nichts macht, macht keine Fehler
Gut geschrieben, hab mitgezittert und gebangt
Knuddle den Verbrecher von mir und glg
auf die Insel


Danke Danke! Ich muss gestehen, mir ging der A...sch aber dermaßen auf Grundeis...
Ich weiß nicht, ob ich mir das hätte verzeihen könne, wenn es schlimmer gekommen wäre.
12.09.2011 14:54 Wachtelhund
Ich sehe vor meinem inneren Auge das Gebirge, das Dir vom Herzen gefallen ist, als Du Kiro wieder hattest.
Es ist zum Glück nix Schlimmeres passiert, Glück im Unglück, gute Besserung dem Schlingel.


Gruß
Jens
12.09.2011 15:28 anser
Wachtelhund schrieb:
Ich sehe vor meinem inneren Auge das Gebirge, das Dir vom Herzen gefallen ist, als Du Kiro wieder hattest.
Es ist zum Glück nix Schlimmeres passiert, Glück im Unglück, gute Besserung dem Schlingel.


Gruß
Jens



Das kannst du glauben mit dem Gebirge...


Mit Kiro geht´s voran - er genießt es jetzt natürlich, von der ganzen Familie verhätschelt zu werden...
12.09.2011 15:45 kong
Mann Mann Mann, mir ist das Herz in die hose gerutscht, als ich Deine ersten zeilen gelesen habe...bevor ich den Rest laß habe ich mich erst mal ganz unten versichert, das alles gut ist...

Riesenglück gehabt habt Ihr beiden...ich kann Dir nachempfinden, was einem da so durch den Kopp geht...

Auch wenn alles gut gegangen ist, hast Du eigentlich nen paar Ohrfeigen verdient lieber Matze...aber das weißt Du selbst denk ich am besten...

Ich wäre zum Suchen sogar rauf gekommen, kannst Du mir glauben...
12.09.2011 16:02 anser
kong schrieb:
Mann Mann Mann, mir ist das Herz in die hose gerutscht, als ich Deine ersten zeilen gelesen habe...bevor ich den Rest laß habe ich mich erst mal ganz unten versichert, das alles gut ist...

Riesenglück gehabt habt Ihr beiden...ich kann Dir nachempfinden, was einem da so durch den Kopp geht...

Auch wenn alles gut gegangen ist, hast Du eigentlich nen paar Ohrfeigen verdient lieber Matze...aber das weißt Du selbst denk ich am besten...

Ich wäre zum Suchen sogar rauf gekommen, kannst Du mir glauben...



Was passiert wohl beim Suchen, du verlatscht den ganzen Busch. Kiro hätte sonstwo sein können, das war ja lange Zeit nicht klar. Und wenn ich dann quer und quer wieder durch den Busch renne, mach ich ihm die Rückkehr nicht leichter...

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich diesmal schneller losrennen würde. Die aktive Suche im Busch würde ich immer möglichst am Morgen anfangen, um möglichst lange Licht zu haben. Da Kiro erst mittags abgegangen ist und ich natürlich hoffte, er würde so wieder zurtückkommen, war mir das Risiko des zerlatschten Busches gerade im Zusammenspiel mit der Scheiß Leine viel zu riskant. Kiro hätte nämlich definitiv, wenn er auf meine Witterung gestoßen wäre den Busch mit Leine noch viel länger durchstöbert, was das Risiko nicht vermindert hätte.

Die ganze Ausgangssituation war scheiße, und die Chancen waren aus meiner Sicht fifty/fifty...

Massive fehler habe ich an ganz anderer Stelle gemacht - viel früher....
12.09.2011 16:10 kong
anser schrieb:
Was passiert wohl beim Suchen, du verlatscht den ganzen Busch. Kiro hätte sonstwo sein können, das war ja lange Zeit nicht klar. Und wenn ich dann quer und quer wieder durch den Busch renne, mach ich ihm die Rückkehr nicht leichter...

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich diesmal schneller losrennen würde. Die aktive Suche im Busch würde ich immer möglichst am Morgen anfangen, um möglichst lange Licht zu haben. Da Kiro erst mittags abgegangen ist und ich natürlich hoffte, er würde so wieder zurtückkommen, war mir das Risiko des zerlatschten Busches gerade im Zusammenspiel mit der Scheiß Leine viel zu riskant. Kiro hätte nämlich definitiv, wenn er auf meine Witterung gestoßen wäre den Busch mit Leine noch viel länger durchstöbert, was das Risiko nicht vermindert hätte.

Die ganze Ausgangssituation war scheiße, und die Chancen waren aus meiner Sicht fifty/fifty...

Massive fehler habe ich an ganz anderer Stelle gemacht - viel früher....



Suchen meinte ich nur in Form von irgend einer Unterstützung wie Wege abfahren etc...querfeldein bringt das, wie Du schon sagst, gar nix...

Die "verbale"Ohrfeige dacht ich eher für mangelnde Signalhalsung, meine hat ne Signalhalsung mit Nr. etc. drum, sobald sie die Haustür verlässt...man weiß ja, wie in Deinem Fall, nie, was kommen kann...

Aber schön, das Du den Verbrecher wieder hast und Ihr nochmal mit nem blauen Auge davon gekommen seid...
12.09.2011 18:05 Klaus64
Danke, dass Du das mit uns geteilt hast. Eine schreckliche Situation, die ich als HF gut nachempfinden kann.

Dir und Deinem Kiro noch ein kräftiges "HoRüdHo!" und zukünftig bessere Feldleinen.

WMH
Klaus
12.09.2011 18:58 swinging_elvis
Ja, wer sowas schon erlebt hat, weiß wovon Du sprichst... Waidmannsheil, Dir und Deinem tapferen Vierläufer! el
12.09.2011 21:57 terrierwilli
kong schrieb:
Mann Mann Mann, mir ist das Herz in die hose gerutscht, als ich Deine ersten zeilen gelesen habe...bevor ich den Rest laß habe ich mich erst mal ganz unten versichert, das alles gut ist...

Riesenglück gehabt habt Ihr beiden...ich kann Dir nachempfinden, was einem da so durch den Kopp geht...

Auch wenn alles gut gegangen ist, hast Du eigentlich nen paar Ohrfeigen verdient lieber Matze...aber das weißt Du selbst denk ich am besten...

Ich wäre zum Suchen sogar rauf gekommen, kannst Du mir glauben...



ohrfeigen...!!!!

das ist wieder typisch für dich...

wer sowas mal hintersich hat der wünscht es keinem...

alles gute euch beiden
12.09.2011 22:05 anser
kong schrieb:
Suchen meinte ich nur in Form von irgend einer Unterstützung wie Wege abfahren etc...querfeldein bringt das, wie Du schon sagst, gar nix...

Die "verbale"Ohrfeige dacht ich eher für mangelnde Signalhalsung, meine hat ne Signalhalsung mit Nr. etc. drum, sobald sie die Haustür verlässt...man weiß ja, wie in Deinem Fall, nie, was kommen kann...

Aber schön, das Du den Verbrecher wieder hast und Ihr nochmal mit nem blauen Auge davon gekommen seid...


Das mit der Signalhalsung, da geb ich dir Recht... Allerdings war das im konkreten Fall nicht die größte Sorge, weil er eigentlich immer zuverlässig nach ner Stunde spätestens (außer wenn Sauuen im Spiel sind ran ist... Ansonsten: Danke für dein Angebot, ich hatte echt viele Leute, die mir geholfen hätten, wenn ich nur was gesagt hätte....

Dafür einen Riesendank an alle...

Übriens hat Kiro heute schon wieder eine kurze Nachsuche auf einen Rehbock gemeistert. Da war ihm sein Vorderlauf völlig wurscht...
12.09.2011 22:07 anser
Klaus64 schrieb:
Danke, dass Du das mit uns geteilt hast. Eine schreckliche Situation, die ich als HF gut nachempfinden kann.

Dir und Deinem Kiro noch ein kräftiges "HoRüdHo!" und zukünftig bessere Feldleinen.

WMH
Klaus


Danke Klaus, das war mir durchaus wichtig, weil die Geschichte zeigt, dass man so dämlich gar nicht denken kann, wie es manchmal kommt. Ich wollte damit vor allem erreichen, dass jeder Hundeführer einmal mehr mit Sorgfalt auf die wichtigen Dinge achtet. Wir sehen ja, wie es ausgehen kann, auch wenn ich mir natürlich jede Menge Vorwürfe gemacht habe, es war zu spät - man muss es eben künftig besser machen - dem Hund zuliebe...
12.09.2011 22:08 anser
terrierwilli schrieb:
ohrfeigen...!!!!

das ist wieder typisch für dich...

wer sowas mal hintersich hat der wünscht es keinem...

alles gute euch beiden



Danke! Man lernt eben dazu, und manchmal sind solche Erfahrungen leider zu teuer bezahlt...
12.09.2011 23:05 Hesse
Was du hier berichtest hat sich bei mir vor genau 5 Tagen in ähnlicher Weise abgespielt. Zusammen mit meiner Frau wollte ich einen Jurineastandort bei uns im Wald besichtigen. Unsere 2-jährige Teckeline Cilli war dort von meiner Frau mit der Umhägeleine an einen dicken aber brüchigen Kiefernast angeleint worden. Der Hund bekam Wind von Reh oder Sau, riss sich mit der Leine los und entschwand mit Hetzlaut im Traubenkirschengewirr. 2 volle Tage haben wir ihn zusammen mit Jägern, Nachbarn und Hunden gesucht, bis am Abend des zweiten Tags zufällig ein Jäger das leise Bellen des Hunds bei einem Pirschgang hörte. Er hatte sich mit der Leine bewegungsunfähig in einem Busch verfangen. Unsere Freude und unser Glück war unbeschreiblich!
Grüße
Peter
13.09.2011 07:33 anser
Hesse schrieb:
Was du hier berichtest hat sich bei mir vor genau 5 Tagen in ähnlicher Weise abgespielt. Zusammen mit meiner Frau wollte ich einen Jurineastandort bei uns im Wald besichtigen. Unsere 2-jährige Teckerline Cilli war dort von meiner Frau mit der Umhägeleine an einen dicken aber brüchigen Kiefernast angeleint worden. Der Hund bekam Wind von Reh oder Sau, riss sich mit der Leine los und erschwand mit Hetzlaut im Traubenkirschengewirr. 2 volle Tage haben wir den Hund zusammen mit Jägern, Nachbarn und Hunden gesucht, bis am Abend des zweiten Tags zufällig ein Jäger das leise Bellen des Hund bei einem Pirschgang hörte. Der Hund hatte sich mit der Leine bewegungsunfähig in einem Busch verfangen. Unsere Freude und unser Glück war unbeschreiblich!
Grüße
Peter


Ja, ich befürchte schon, dass sich so etwas häufiger zuträgt, als es viele von uns annehmen. Um so wichtiuger ist tatsächlich, jederzeit mit allem zu rechnen und nicht leichtsinnig zu werden. Denn im Gegensatz zu so manchem ausschließlichen Stubenwolf haben wir Jagdhunde, von denen wir auch ein gehöriges Maß an Selbstständigkeit erwarten. Und das Potential haben sie nun mal in aller Regel...

Schön, dass auch bei Euch alles gut ausgegangen ist!

Gruß
anser
13.09.2011 09:19 Dackelbiene
Herzkasper lass grüßen!!!
Habt ihr Beide "Schwein" gehabt

Sowas möcht ich nicht erleben müssen. Aber mein abgesägter Terrorist hat irgendwie immer den Bogen raus, sich aus der Halsung rauszuaalen wenn mal was ist

Grüsse und Streicheleinheiten für deinen Klettenfänger!
Sabine
13.09.2011 09:24 anser
Dackelbiene schrieb:
Herzkasper lass grüßen!!!
Habt ihr Beide "Schwein" gehabt

Sowas möcht ich nicht erleben müssen. Aber mein abgesägter Terrorist hat irgendwie immer den Bogen raus, sich aus der Halsung rauszuaalen wenn mal was ist

Grüsse und Streicheleinheiten für deinen Klettenfänger!
Sabine


Dank Dir! Halsung ginge ja noch. Aber die zwei Meter Leine waren das echte Problem, vor allem weil er ja an den Sauen dran war... Aber trotz des stricks hat er sie raugeprügelt aus dem Verhau, das konnte man sehr gut fährten. Sowohl in der Nähe des Tageseinstandes als auch an einem Waldweg. Dort war gut zu fährten, dass es mehrere Bachen mit Frischlingen waren, die da den Weg gekreuzt hatten. Und Kiros Spur war drauf... Und die Musik, die er dort spielte bei den Sauen, konnte ich ja akustisch gut verfolgen...
Das hat er wirklich gut gemacht...
13.09.2011 11:38 Ammerlaender
Schön das alles gut gegangen ist!!! Ich wäre auch verrückt geworden wenn mein Kläffer nicht nach HAuse gekommen wäre. Gute Besserung für die Pfote und das du noch viele tolle Jagden mit deinem Sauenschreck hast!!

Ammerländer
13.09.2011 12:08 anser
Ammerlaender schrieb:
Schön das alles gut gegangen ist!!! Ich wäre auch verrückt geworden wenn mein Kläffer nicht nach HAuse gekommen wäre. Gute Besserung für die Pfote und das du noch viele tolle Jagden mit deinem Sauenschreck hast!!

Ammerländer


Danke! Das wird schon wieder. Nachdem er nun zwei Tage zum Faulenzen verdammt war, gab´s gestern mal ne kleine Motivationsnachsuche auf einen Jährling - war zwar "nur" ne Totsuche, aber hat sich gefreut...
13.09.2011 13:44 Agrardesigner
Meine war auch schon mal 2 Std. weg, man ist immer wieder froh sie wieder zu sehen ... und du hast Recht man denkt echt über seine Fehler nach! Hätte ich eine Leine anbringen sollen etc. ...
Nochmal grade nach links geschaut, aber zum Glück es schläft unter dem Tisch

Euch gute Besserung!!!
13.09.2011 14:46 Kija
Ich konnte deine Angst nachvollziehen und freue mich mit Dir, dass Du ihn wieder hast. Lass ihm das sichtliche Vergnügen am Betuttelt werden.
Der letzte Ausgang meiner Rabauken dauerte 3 Stunden - im Maisschlag 100ha - unverletzt, fix und fertig ABER glücklich hatten sie auf dem Weg auf mich gewartet.
Liebe Grüße Achim
13.09.2011 15:05 Dackeldradsa
Wer ähnliches durchgemacht hat, weis wie es Dir ging.
Vor Unglück ist keiner gefeit.
Gott sei Dank gings gut.
13.09.2011 20:11 kong
terrierwilli schrieb:
ohrfeigen...!!!!

das ist wieder typisch für dich...

wer sowas mal hintersich hat der wünscht es keinem...

alles gute euch beiden



kannst mir glauben André, ich habe mich für ne ähnliche Nummer mit meiner Mistbracke auch schon deftig selbst geohrfeigt...knapp 300 ha fremder Mais und die Kopov hat über 3 Stunden Roulette mit den Sauen gespielt...Tierarzt-Rechnung hielt sich zum Glück in Grenzen, der Nachbar war erst sackig, aber selbst zuviel Rüdemann um mir wirklich bös zu sein...
13.09.2011 20:13 kong
anser schrieb:
Das mit der Signalhalsung, da geb ich dir Recht... Allerdings war das im konkreten Fall nicht die größte Sorge, weil er eigentlich immer zuverlässig nach ner Stunde spätestens (außer wenn Sauuen im Spiel sind ran ist... Ansonsten: Danke für dein Angebot, ich hatte echt viele Leute, die mir geholfen hätten, wenn ich nur was gesagt hätte....

Dafür einen Riesendank an alle...

Übriens hat Kiro heute schon wieder eine kurze Nachsuche auf einen Rehbock gemeistert. Da war ihm sein Vorderlauf völlig wurscht...



Suchenheil von ganzem Herzen und wie gesagt, einmal kurz Laut geben reicht, dann werden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt
13.09.2011 21:03 terrierwilli
kong schrieb:
kannst mir glauben André, ich habe mich für ne ähnliche Nummer mit meiner Mistbracke auch schon deftig selbst geohrfeigt...knapp 300 ha fremder Mais und die Kopov hat über 3 Stunden Roulette mit den Sauen gespielt...Tierarzt-Rechnung hielt sich zum Glück in Grenzen, der Nachbar war erst sackig, aber selbst zuviel Rüdemann um mir wirklich bös zu sein...



willst du einen anderen Hund als deinen???

ich glaub nicht


13.09.2011 21:25 kong
terrierwilli schrieb:
willst du einen anderen Hund als deinen???

ich glaub nicht





manchmal nee im Ernst, mehr davon, wenn auch mit einigen Verbesserungswünschen
13.09.2011 21:59 anser
kong schrieb:
Suchenheil von ganzem Herzen und wie gesagt, einmal kurz Laut geben reicht, dann werden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt



Ich dank dir von Herzen für das Angebot und weiß es wirklich zu schätzen. Aber wir sollten für so was nun wirklich nicht einen solchen Mistanlass abwarten...
13.09.2011 22:13 kong
anser schrieb:
Ich dank dir von Herzen für das Angebot und weiß es wirklich zu schätzen. Aber wir sollten für so was nun wirklich nicht einen solchen Mistanlass abwarten...



hast recht...
13.09.2011 22:39 astrid
Wer je so einen Freun besessen,
dessen Leben ist reich!

Was in diesen Momenten in Dir vorging, kann man fast spüren anhand Deiner Erzählung. Alles Gute für Deinen Kiro.

Gruß AStrid
14.09.2011 19:58 esau
Das kenne ich nur zu genau !Mein Püppinator ist mir mal mit Schweißriemen(8mm Schotleine)durch gebrannt.Sie war einen viertel Tag weg.Zum Glück war diese Leine so glatt ,dass sie sich nicht verfing.Doch wenn der Hund mehr bögelt,bleibt auch die hängen . Hund weg ,ist immer das Schrecklichste für einen Hundeführer!
Seit dem stülpe ich die Schweißhalsung nur über den Kopf,also viel zu locker.Aber so kann sie im Fall der Fäll immer raus.Sonst arbeitet sie immer ohne Halsung(nur einen roten Hosenträgergummi mit Telefonnummer,Glöckchen und Tassomarke)
Gut dass Kiro noch heil ist
Verwöhn ihn ein wenig !
P.S.Mich gruselt der Gedanke immer noch
Gruß auf die Insel
15.09.2011 07:01 anser
esau schrieb:
Das kenne ich nur zu genau !Mein Püppinator ist mir mal mit Schweißriemen(8mm Schotleine)durch gebrannt.Sie war einen viertel Tag weg.Zum Glück war diese Leine so glatt ,dass sie sich nicht verfing.Doch wenn der Hund mehr bögelt,bleibt auch die hängen . Hund weg ,ist immer das Schrecklichste für einen Hundeführer!
Seit dem stülpe ich die Schweißhalsung nur über den Kopf,also viel zu locker.Aber so kann sie im Fall der Fäll immer raus.Sonst arbeitet sie immer ohne Halsung(nur einen roten Hosenträgergummi mit Telefonnummer,Glöckchen und Tassomarke)
Gut dass Kiro noch heil ist
Verwöhn ihn ein wenig !
P.S.Mich gruselt der Gedanke immer noch
Gruß auf die Insel


Moin,

ja, mich gruselts auch noch mächtig, wenn ich daran zurückdenke... Jetzt eigentlich noch mehr, als zu dem Zeitpunkt, wo´s passierte, weil einem im Nachhinein noch so viele mögliche Schreckensvarianten einfallen...

Gestern abends haben wir Kiro doch noch mal schlafen legen müssen, der linke Vorderlauf und der rechte Hinterlauf haben mal wieder an den Krallen richtig was abbekommen, die mussten runter, weil sie sich mittlerweile auch noch entzündet haben. Jetzt liegt er bei mir und guckt mich immer noch wie ein Häufchen Elend an... Wenn er aufsteht und noch nicht vorwärts darf, weil ich auch stillstehe, steht er vor wie ein Setter...

Und seine Signalhalsung hat er jetzt auch wieder um, sobald wir das Grundstück verlassen...

17.09.2011 10:12 Alpiae
Hi anser
Hab mitgefiebert!!!!
Haste toll geschrieben!
Sei stolz auf deinen Kiro!!!!er verdient mehr vertrauen , wie du selbst sagtest!!!!
Fazit : Feldleine weg ----Signalhalsung IMMER an !!!!
Viel Waidmannsheil mit deinem KAMERADEN
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