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Hundeführer Foxterrier-Troika Abgekämpft am Ende der Jagd...
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09.08.2007, 12.00 Uhr

Der Hundefüher

Über die Voraussetzungen und Qualitäten guter Stöberhunde wurde schon viel geschrieben. Sollen sie vom Stand geschnallt werden und vollständig auf sich gestellt arbeiten, kommt es für den Jagderfolg auch vor allem auf ihre Leistung an - während die zahlreichen Schützen ihren Teil dazu beitragen. Sofern jedoch Hundeführergespanne zum Durchgehen eingesetzt werden, so kommt auch dem Hundeführer einige Bedeutung zu.

(Stichwort "Zuverlässigkeit")
Dieses beginnt bereits mit der Einladung: Da der Beständer bei einer Gesellschaftsjagd Planungsicherheit benötigt, schließlich hängt der Jagderfolg nicht zuletzt von den Hundegespannen ab - sind Zusagen als Hundeführer unbedingt einzuhalten. Sollte in begründeten Einzelfällen dennoch etwas wichtiges dawischen kommen, so sollte sich der Hundeführer - in Abstimmung mit dem Beständer - um einen gleichwertigen Ersatz bemühen (entsprechendes gilt, wenn z.B. statt der zugesagten 3 Terrier, 2 verletzungsbedingt ausfallen). Desweiteren ist dringend zu empfehlen, bereits bei der Zusage als Hundeführer die Erwartungen an Km-Geld, Verpflegung, Versicherung bzw. Kostenbeteiligung im Schadensfall anzusprechen. Das erspart später Frust und Ärger auf beiden Seiten. Auf der Ablauf des Jagdtages sollte einigermaßen vorbesprochen sein. Oft habe ich es erlebt, dass bereits Mitte August - bei Temperaturen um 30°C Maisjagden veranstaltet wurden, bei denen die Gespanne den ganzen Tag von Schlag zu Schlag gescheucht wurden. Bei derartigen Vorhaben hat der verantwortungsvolle Hundeführer den Beständer darauf hinzuweisen, dass sich im geschilderten Fall die Jagd auf die kühlen Morgenstunden beschränken muß.

(Stichwort "Pünklichkeit")
Sind die Bedingungen geklärt, so sollte der Hundeführer pünklich am vereinbarten Treffpunkt sein. Einerseits schont es die Nerven des Jagdherrn bzw. des Jagdleiters, andererseits bekommt der Hundeführer so die Ansprache mit und kann sich ein Bild von der Jagdgesellschaft und den übrigen Jagdhelfer machen. Mit dem Aufbruch zur Jagd und dem Abrücken der Gruppen kommt regelmäßig früh genug Hektik auf.

(Stichworte "Zurückhaltung" und "Unterordnung")
Wenngleich die Jagdleitung den versierten Hundeführern höchstmögliche Freiheiten einräumen sollte, so gilt: Nach Beginn des Treibens, ist den Anordnungen der Jagdleitung unbedingt Folge zu leisten. Der Hundeführer muß bereits sein, seinen persönlichen Jagderfolg zurückzustellen und sich dem gemeinsamen Erfolg der Jagdgesellschaft unterzuordnen. Dazu gehört zum einen, dass der Hudneführer zwar bestebt sein wird, bei seinen Hunden zu sein und ihnen nachzueilen, jedoch darf er dabei nicht aus den Augen verlieren, dass er seinen räumlichen Auftrag zu erfüllen hat. Die eingesetzten Schützen erwarten zu recht, dass auch bei ihnen durchgedrückt oder beunruhigt wird, zur Not auch ohne Hunde, wenn die andernorts unterwegs sind.

Zur "Unterordnung" und "Zurückhaltung" gehört aber auch, dass der Hundeführer nur mit entladener oder unterladener Waffe durchgeht und nur schießt,
- zum Selbstschutz
- zum Schutz der Hunde oder
- um krankem Wild den Fangschuß anzutragen.
Bei derartigen Schüssen im Treiben ist immer besondere Vorsicht geboten! Um Hunde und Schützen nicht zu gefährden gilt insbesondere: Kein Schuß auf flüchtiges Wild. Zurückhaltung ist das Maß der Dinge! Diese Einschränkungen stellen bei großen Gesellschaftsjagen wohl die größte Anforderung an den Hundeführer dar.

Natürlich gibt es kleine Jagden und Drückerchen, bei denen auch ein Hundeführer mal Spaß haben kann. Aber an solche Veranstaltungen sind besondere Anforderungen zu stellen auf die hier nicht im Einzelnen eingegangen werden kann. Beispielhaft setzen solche Jagden voraus, dass sich die als Durchgehschützen agierenden Hundeführer im Treiben 100%ig kennen und aufeinander verlassen können.

(Stichwort "Ehrlichkeit")
Trotz guter Vorsätze kann es trotzdem mal passieren, dass die Passion mit einem durchgeht. Gelegentlich stellt sich zum Beispiel eine Sau den Hudnen, ohne dass einwandfrei ersichtlich ist, ob diese krank ist oder nicht. Nun würde keiner einem Hundeführer den Kopf abreißen, wenn dieser - ohne Gefährdung für andere Jagdteilnehmer und unter Beachtung aller Sicherheitsregeln - dem stehenden Stück den Fangschuß anträgt. Geht das gestellte Stück jedoch plötzlich wieder flüchtig ab und rennt dem Hundeführer buchstäblich vor die Füße, so ist die Versuchung groß, auch das nahe vorbeiflüchtende Stück noch zu schießen. Ich betone, es soll nicht sein, doch wenn es passiert ist, sollte der Vorfall selbst beim Jagdleiter angezeigt werden. Zum einen stimmt sonst die Statiskik nicht und zum zweiten, muß ein solcher Anschuß, bei dem das Stück dann womöglich noch nicht einmal liegt, genauso kontrolliert werden, wie bei Schüssen vom Stand. Auf die stöbernden Hunde kann man sich dabei nicht unter allen Umständen verlassen.

(Stichwort: "Lautjager")
Um den angestellten Schützen, anderen Hundeführern sowie den eigenen Hunden eine Orientierung zu geben, wird grundsätzlich laut getrieben(Hopphopp. Das gilt auch denn, wenn man sich von Hunden gestelltem Wild nähert, um ggf. den Fangschuß anzutragen. Wiederholt hat es brandgefährliche Situationen gegeben, wenn sich zwei Hundeführer oder Durchgehschützen unversehens mit entsicherter Waffe gegenüber standen.

(Stichwort "Teamplayer")
Auch ein Wettstreit unter den Hundeführern, wer am meisten Stücke abgefangen hat, oder wer als erster am Bail ist, ist aus verständlichen Gründen kontraproduktiv und sollte dringend unterbleiben. Dem Bail geht sinnvollerweise derjenige an, der am nächsten dran ist!

(Stichwort: "Fitness")
Da das Durchgehen an sich - je nach Geländeverhältnissen und Bewuchs - schon anstrengend genug ist, sollte klar sein, dass körperliche Fitness unverzichtbare Voraussetzung für einen Einsatz als Hundefüher ist. Die schwersten Einsätze habe ich bislang nicht in bergigen Gegenden, sondern im Morr gehabt. Trotz guter Kondition war ich nach Ende der Treiben mehr als einmal so abgekämpft, dass ich kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Abgesehen von dieser "normalen" Belastung macht der Jagdverlauf es immer wieder erforderlich, dass zur Unterstützung der Hunde oder anderer Jagdteilnehmer auch mal einige hundert Meter im Laufschritt zurückgelegt werden müssen, um sodann mit dem Gewehr oder der Blankwaffe noch ins Geschehen eingreifen zu können.

(Stichwort: "Routinierte Waffenhandhabung")
Das der Hundeführer die von ihm mitgeführten Waffen gewissermaßen im Schlaf beherrscht, versteht sich von selbst und ist für eine sichere Jagdausübung zwingend erforderlich. Dazu gehört es auch und gerade im Umgang mit dem Saufänger bzw. der Saufeder geübt zu sein. Man muß wissen, wie man auch eine stärkere Sau bindet und schnellstmöglich abfängt. Wer eine Saufeder führt, sollte auch damit Erfahrung haben. Schon manch einer hat ein böses Erwachen erlebt, als er versucht hat ein stärkeres Stück mit der Saufeder zu stoppen. Das ist nichts für Änfänger oder Gelegenheitsführer!

(Stichwort "Kurzwaffe")
Bei dieser Gelegenheit eine Anmerkung zum Mitführen von Kurzwaffen. Der Verfasser lehnt grundsätzlich das Mitführen von Kurzwaffen im Treiben ab! Nicht weil er glaubt, dass keiner damit umgehen kann, sondern weil man das, was dem einen erlaubt ist, auch anderen zugestehen muß. Im Zweifel sind jedoch aber gerade die anderen mit der Kurzwaffe in der Hand ein unnötiges Sicherheitsrisiko im Treiben. Im Übrigen liegen vermutlich schon mehr verlorene Pistolen und Revolver im Busch als man sich so vorstellen mag...

(Stichwort: "Jagdhelfer")
Wiederholt habe ich erleben müssen, dass Hundeführer mit dem Hinweis, schließlich kein Jagdhelfer zu sein, erlegtes Wild im Bestand liegen ließen und weiter den Hunden nacheilten. Ich bin sicher, dass dadurch immer wieder unnötig Wild verludert. Selbstverständlich hat der Hundeführer von ihm selbst abgefangenes Wild an den nächsten Weg zu liefern. Das gleiche sollte aber auch gelten, wenn man im Treiben auf Wild trifft, welches außerhalb der Sichtweite abgestellter Schützen verendet ist. Bei verendetem Wild in Sichtweite der Schützen sind zwar grundsätzlich zunächst diese selbst für die Bergung verantwortlich. Doch bricht auch einem Hundeführer kein Zacken aus der Krone, wenn man hier schon einmal einem älteren Mitjäger behilflich ist. U.U. sollten bei dieser Gelegenheit - gerade bei längeren Treiben - stärkere Stücke schon einmal gelüftet werden! Im Übrigen wird die Jagdgesellschaft es positiv aufnehmen, wenn sich der Hundeführer - nach Versorgung seiner Vierläufer - auch beim Streckelegen und Aufbrechen nützlich macht. Hier kann regelmäßig jede helfende Hand gebraucht werden.

(Sichwort "Nachbereitung")
Nach Beendigung des Treibens sollte der Hundeführer unverzüglich Kontakt zur Jagdleitung aufnehmen, und in Hinblick auf den Einsatz der Nachsuchengespanne über krankes und verendetes Wild informieren. Für die Nachsuchengespanne ist es dabei wertvoll zu wissen, wo evtl. krankgeschossenes Wild im Treiben schon zur Strecke gekommen ist und ob der Hundeführer etwa verendetes Wild mitgenommen hat. Darüber hinaus führt der Jagdleiter regelmäßig eine Statistik, in die neben den Angaben der Schützen, auch die der Hundeführer einfließen müssen. Darüber hinaus sollte der Jagdleiter auch über sämtliche besonderen Beobachtungen im Treiben infomiert werden, insbesondere über grobe Sicherheitsverstöße anderer Jagdteilnehmer. Die Sorge, jemand anzuschwärzen, ist in diesem Zusammenhang fehl am Platz. Hat jemand in gröblicher Weise gegen Sicherheitsregeln verstoßen, muß dieses aufgezeigt und seitens der Jagdleitung sanktioniert werden, egal wen es betrifft! Auch unter Hundeführern sollte es hier keinen falschen Corps-Geist geben, denn bei einer Gesellschaftsjagd trägt jeder buchstäblich seine Haut zu Markte! Bei der Sicherheit darf es keine Kompromisse geben. Kleinere Verfehlungen können dagegen ggf. unter vier Augen angesprochen werden.

Wenngleich vielfach zu beobachten ist, dass die Hundeführer z.T. schon vor dem Streckelegen abrücken und die Heimfahrt antreten, so ist dieses keineswegs zu begrüßen. Die Jagdveranstaltung endet eigentlich erst mit dem Schüsseltreiben, denn dort wird regelmäßig noch einemal eine Nachlese gehalten, die für alle Beteiligten bedeutsam sein kann. So sollte der Hundeführer dem Jagdleiter spätestens nach dem Streckelegen Hinweise und Anregungen für die Organisation und den Jagdablauf geben. Kein versierter Jagdleiter wird das als Besserwisserei oder Kritik verstehen. Vielmehr wied er bemüht sein, das Ergebnis und damit den Jagderfolg zu optimieren. Dabei ist er nicht zuletzt auf ein Feedback seiner routinierten Hundeführer angewiesen, die für ihn im Treiben gleichermaßen Auge und Ohr waren.

Diese Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr würde ich mich freuen, noch die ein oder andere Anregung zu bekommen, sie zu komlettieren. Auch stellt sie nur das Ergebnis der eigenen Erfahrungen, Feststellungen und Einstellungen des Verfassers das. Jeder mag sich ein persönliches Bild davon machen. Fest steht jedoch m.E., dass dem Hundeführer - ungeachtet der von ihm geführten Vierläufer - in Veröffentlichungen bislang nur sehr wenig, um nicht zu sagen "zu wenig", Bedeutung beigemessen wurde.
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

09.08.2007 15:14 Kampfkeiler
Wunderbar und vielen Dank Rüdemann für deine Aufzählung, woran sich ein guter Hundeführer halten sollte. Auch stimme ich dahingehend überein, das die Kurzwaffe im Treiben nichts zu suchen hat. Ich selbst trage immer mein Gewehr und die blanke Waffe am Körper, da brauch ich keine Pistole oder Revolver.
10.08.2007 09:44 Ruedemann
Kampfkeiler schrieb:

Wunderbar und vielen Dank Rüdemann für deine Aufzählung, woran sich ein guter Hundeführer halten sollte. Auch stimme ich dahingehend überein, das die Kurzwaffe im Treiben nichts zu suchen hat. Ich selbst trage immer mein Gewehr und die blanke Waffe am Körper, da brauch ich keine Pistole oder Revolver.


Hallo Udo,
ich bin sicher, mit dieser Beschreibung dem ein oder anderen auf die Füße getreten zu haben. Gerade in unseren Reihen gibt es ja nicht wenige "Revolverfetischisten". Aber vielleicht kommt dadurch in dieser Gruppe was in Gange...
10.08.2007 12:43 Kampfkeiler
Das was ich mit dem Revolver oder der Pistole erledigen kann, schaffe ich auch locker mit meinem Gewehr, was ich eh bei mmir führe. Also wozu noch eine KW mitschleppen ?? Ergibt zumindest für mich keinen Sinn.
16.08.2007 11:23 Brandlbracke
Ein beispielhafter Beitrag: Keine Hunderassen- oder Kaliberdiskussionen, sondern aus der Praxis für die Praxis.
Als erfahrener Schweiß- und Stöberhundführer kann ich Rüdemann nur beipflichten. Kurzwaffen gehören nicht ins Treiben. Die vertraute Lang- und Blankwaffe müssen genügen. Wir verwenden zusätzlich noch Funkgeräte um z.B. bei Standläuten dem oder den Hunden beizueilen - nicht ohne sich vorher kurz und knapp verständigt zu haben. Auch das erfordert Übung und Disziplin.
Ich wünsche mir mehr solcher kompetenter Beiträge in diesem Forum.
16.08.2007 12:24 Ruedemann
Brandlbracke schrieb:

Ein beispielhafter Beitrag: Keine Hunderassen- oder Kaliberdiskussionen, sondern aus der Praxis für die Praxis.
Als erfahrener Schweiß- und Stöberhundführer kann ich Rüdemann nur beipflichten. Kurzwaffen gehören nicht ins Treiben. Die vertraute Lang- und Blankwaffe müssen genügen. Wir verwenden zusätzlich noch Funkgeräte um z.B. bei Standläuten dem oder den Hunden beizueilen - nicht ohne sich vorher kurz und knapp verständigt zu haben. Auch das erfordert Übung und Disziplin.
Ich wünsche mir mehr solcher kompetenter Beiträge in diesem Forum.


Hallo Brandlbracke,
freut mich wenn das von kompetenter Seite auch so gesehen wird.

Der Hinweis auf die Funkgeräte fehlte tatsächlich, vielen Dank! Auch wir haben verschiedentlich schon mit Funkgeräten gejagt, die uns von der Jagdleitung übergeben worden waren. In der Tat ist das sehr vorteilhaft. Allerdings beklagten die Oranisatoren, dass nach jeder Jagd ein bis zwei Geräte fehlten (verloren oder vergessen abzugeben). Das muß dann natürlich vernünftig organisiert werden. Andererseits kosten die Dinger ja heute nicht mehr die Welt.

Wir behelfen uns ansonsten in der Praxis vielfach mit dem Handy, was in den Weiten der Nordeutschen Tiefebene allerdings wegen zahlreicher Funklöcher manchmal nicht ganz einfach ist. Man muß dann daran denken, bei der Besprechung des Hundeeinsatze, ggf. noch fehlende Handy-nummern auszutauschen.

Gruß und Wmh
Ruedemann
21.08.2007 17:51 madonna
Hallo, Rüdemann! Ein sehr guter Beitrag! Besonders bei den Maisdrückjagden, aber auch bei enigen Walddrückjagden, denen ich mich körperlich gewachsen fühle, gehe ich lieber als Jägertreiber mit als auf dem Stand zu stehen. Zum einen, weil dies wegen meiner Hunde besser ist, zum anderen, weil man auf diese Weise viel mehr erlebt als auf dem Stand- so erlebe ich es jedenfalls. Allerdings bin ich heute auch ziemlich geschafft nach zwei Maisjagden gestern und sieben in den letzten Tagen. Ja, da braucht es kein Fitnesstudio mehr. Leider sind bei uns manche Revier ohne Handyempfang. Aber viele haben kleine Funkgeräte im Einsatz, die funktionieren.
Mit dem Standläuten wurde das gestern so gemacht, dass bestimmte Hundeführer am Beginn der Jagd bestimmt wurden, die dann alleine die Erlaubnis hatten, im Notfall zum Hund zu gehen. Gruß und Waihei Madonna
21.08.2007 22:02 Ruedemann
madonna schrieb:
Hallo, Rüdemann! Ein sehr guter Beitrag! Besonders bei den Maisdrückjagden, aber auch bei enigen Walddrückjagden, denen ich mich körperlich gewachsen fühle, gehe ich lieber als Jägertreiber mit als auf dem Stand zu stehen. Zum einen, weil dies wegen meiner Hunde besser ist, zum anderen, weil man auf diese Weise viel mehr erlebt als auf dem Stand- so erlebe ich es jedenfalls. Allerdings bin ich heute auch ziemlich geschafft nach zwei Maisjagden gestern und sieben in den letzten Tagen. Ja, da braucht es kein Fitnesstudio mehr. Leider sind bei uns manche Revier ohne Handyempfang. Aber viele haben kleine Funkgeräte im Einsatz, die funktionieren.
Mit dem Standläuten wurde das gestern so gemacht, dass bestimmte Hundeführer am Beginn der Jagd bestimmt wurden, die dann alleine die Erlaubnis hatten, im Notfall zum Hund zu gehen. Gruß und Waihei Madonna


Danke Madonna,
ich empfinde es ähnlich wie Du, habe aber gelegentlich auch als Schütze meinen Spaß. Wie heißt es im Radio immer so schön: "Der Mix machts!"
Bezüglich der Schützen, die vom Jagdleiter bestimmt werden, um ggf. den Hunden zu Hilfe zu kommen, möchte ich anmerken, dass dieses ein absoluter Notbehelf ist. Immer wenn eingeteilte Schützen ihren Stand verlassen, bedeutet dieses ein zusätzliches Sicherheitsrisiko (und natürlich die Lücke in der Schützenkette, die die Sauen dann auch garantiert finden!). Gruß + Wmh Ruedemann
22.08.2007 13:15 madonna
Das sehe ich auch so, Rüdenmann! Aber, mir ist ein versierter Hundeführer und Jäger, der am Anfang benannt wird, ganz wichtig- für meine eigene Beruhigung, wenn nämlich meine Hunde im Einsatz sind. Sie sind als hochläufige Hunde nun mal gefährdeter. Der benannte Jäger hatte selbst seine zwei Rüden im Einsatz. Waihei Madonna

Jetzt ist es ruhig- mal sehen, ob es noch Maisjagden gibt in den nächsten Tagen. Kannst Du mal auf meine Anfrage in der Stöberhundegruppe antworten- Kampfkeiler hat wohl keine Lust. Gruß
12.01.2008 23:13 Meffi
Auch nicht schlecht Ruedemann.

Sollte sich mal der ein oder andere gut durchlesen...

Gruß und wmh, Meffi!
23.12.2008 12:03 Tassilo
Sorry, dass ich ihn jetzt erst las!

Sollte sich jeder mal zu Gemüte ziehen,..............

Auschlussreich und lehrreich der Blog.

Tassilo
22.10.2009 14:00 drueckjagdjaeger
Hallo Ruedemann,

Dein Blog hier ist echt Spitze und merkt das Deine Einträge nicht aus dem Bauch geschrieben sind sondern auf viel Erfahrung basieren.

In vielen Dingen pflichte ich Dir bei, allerdings beimThema Kurzwaffe bin ich nicht ganz Deiner Meinung. Sicherlich ist es nicht ungefährlich, aber das ist die gesamte Schwarzwildjagd auch nicht.
In verwilderten Weinbergen, Mosel, Saar und Ahr Hanglagen mit dichten Brombeer- / Schwarzdorn Dickungen hindert eine Langwaffe nur. Der Revolver und vorrangig die kalte Waffe sind dort dienlicher.
In "normalen" Beständen würde ich aber auch der Langwaffe den Vorzug geben.

Das man als Hundeführer frühestens nach dem Strecke legen, die Heimfahrt antreten versteht sich von selbst.
Das Schüßeltreiben findet jedoch oft erst "wesentlich" später statt. Bei einer langen Reise ziehe ich mich dann, auch im Sinne der Hunde, vorher zurück.
Bisher hatte man dafür auch Verständnis.

Sicherlich begrüßt es die Jagdgesellschaft, wenn andere die rote Arbeit übernehmen, ich stehe aberauf dem Standpunkt, das ich bis hier hin meine Arbeit verrichtet habe. So sollte jeder Schütze sein Stück selbst aufbrechen können (das kann nicht jeder!!!). Die Schützen hatten ja einen geruhsamen, schöne Jagdtag.Zweckdienlich ist es wenn für diese Arbeit "fachkundiges Personal" zur Verfügung steht. Das schont das Wildbret und zeitlich wird die Aktion auch verkürzt.

Bitte nicht übel nehmen, ist meine persönliche Meinung.
Ich freue mich jedenfalls auf weitere Einträge / Berichte / Erfahrungen und auf die Zeit in der Du dann doch endlich ein Buch veröffentlichst.
Bis dahin alles Gute und Waidmannsheil!
22.10.2009 21:03 Ruedemann
Hallo "Drückjäger",
danke für Deinen freundlichen Zuspruch. Was die Kurzwaffe angeht, so will ich gern zugestehen, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt. Allerdings sind die m.E. gerechtfertigten Ausnahmen sehr, sehr selten. Schwarzdorn- und Brombeerverhaue allein haben mich noch nicht veranlaßt, die Lang- gegen eine Kurzwaffe auszutauschen. Verwilderte Weinberge und ihre unzugänglichen Hanglagen allerdings kenne ich persönlich nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn...

Auch ich kann nicht immer gewährleisten, bis nach dem Streckelegen oder gar bis anch dem Schüsseltreiben zu warten, bis ich die Heimreise antrete. Bei 2-4 Drückjagden pro Woche muß ich mich manchmal nachmittags noch im Büro sehen lassen (oder bei der Familie . Aber das vorzeitige Abrücken sollte nicht die Regel sein und es gehört sich dann zumindest, sich ordnungsgemäß abzumelden und sich nicht einfach "klammheimlich" zu verpieseln. Wenn es irgend geht, so bringe ich allerdings auch die Hunde zwischen dem Streckelegen und dem Schüsseltreiben nach Hause. Da sind sie bei winterlichen Temperaturen allemal besser aufgehoben als im Auto oder in der Kneipe.

Was die "helfende Hand" des Hundeführers angeht, so kann ich mich mit Deiner Einstellung immer besser anfreunden. Ist schließlich schon mehr als 2 Jahre her das ich das geschrieben habe. Man wird ja schließlich auch nicht jünger...

So, nach dem außerordentlich erfolgreichen Jagdtag gestern, geht es morgen wieder los. Ich muß meine Sachen packen! Wmh Volker

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