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14-Ender aus Rühn bei Bützow Hirsch vom 17.9.1996 "Hirschland" bei Rühn/Bützow
927 mal angesehen
21.07.2011, 10.35 Uhr

Hirschjagd in Mecklenburg

Vor 15 Jahren Mitte September 1996 ging mein großer, bis dahin unerfüllter Wunsch nach der Erlegung eines Rothirschs in Erfüllung. Ein langes, nicht einfaches aber auch spannendes und erlebnisreiches Jagen hatte damit ein erfolgreiches Ende gefunden. Nach genau 40 (!) Ansitzen und Pirschgängen in zwei Forstämtern im Landkreis Güstrow fiel mein erster Hirsch - und der konnte sich sehen lassen! Aber der Weg dorthin war kein einfacher gewesen:
Bereits 2 Jahre zuvor hatte ich mich bei der Landesforstverwaltung in Güstrow um eine Abschussgenehmigung bemüht und war von ihr zunächst in des FA Bad-Doberan eingewiesen worden. Da der dortige Amtsleiter mir bereits am Telefon erklärte, dass in seinem Forstamt wohl kaum ein jagdbarer Hirsch zu finden sei, verzichtete ich hier auf Anreise und Jagd und wurde im Jahr darauf in das damalige FA "Weißer Krug" am Groß-Labenzersee eingewiesen. Bei zwei 7-tägigen Jagdreisen im Herbst 1995 versuchte ich dort mein Jagdglück. Die dortigen Förster versuchten tapfer und unermüdlich alles, um mich zum jagdlichen und das Forstamt zum finanziellen Erfolg zu bringen. Aber alles Bemühen war umsonst! In der ersten Jagdwoche bekam ich nur ein Stück Kahlwild in Anblick. Die in allen Revierecken herumkriechenden Pilzsucher hatten uns die Jagd verdorben. Bei der zweiten Anreise war dagegen der Erfolg zum Greifen nahe. Aber die beiden von mir zusammen mit meinem "Leibförster" angepirschten Hirsche waren offenbar alte und gewitzte Burschen und hatten, noch bevor ihnen eine sichere Kugel angetragen werden konnte, den strategischen Rückzug angetreten.
Also war ein neuer und dritter Versuch in 1996 angesagt. Diesmal im Forstamt Schlemmin, Landkreis Bützow, im Revier Rühn unter der Führung von Peter Möller und seinem Vater Jürgen, vielen Jägern sicher noch gut bekannt aus alten DDR-Zeiten. Zehn Jagdtage hatte ich diesmal eingeplant und meine beiden Förster zweifelten nicht daran, dass der Erfolg bei soviel Zeit fast unvermeidlich sein sollte. Und tatsächlich war im Rühner Forst schon bei der Anreise in der ersten Septemberwoche die Brunft in Gang gekommen und das Schreien der Hirsche weithin zu hören. Aber auch dort sollte es zu keinem schnellen Erfolg und Ende der Jagd kommen. Der Grund dafür war, wie in mach anderen Hirschrevieren des deutschen Ostens, dass die Brunft sich hier nicht auf wenigen großen, altbekannten Brunftplätzen abspielt und es sich auch nicht bei den jagdbaren Hirschen um schon seit Jahren mit Namen bekannte "Persönlichkeiten" handelt ( bei uns auch "Gutselhirsche" genannt ). Oft sind es hier unbekannte Wanderhirsche, die von weit her sich zur Brunft in die eher kleinen Wäldchen und Bruchzonen begeben. Geduld war also gefordert und ein spannender, aber zuletzt doch erfolgloser Jagdtag folgte dem Nächsten.
Am neunten Jagdtag versuchten Peter Möller und ich erneut einen Versuch am Rande einer großen, teilweise mit Schilf und Weiden bewachsenen und direkt an der Warnow gelegenen Sumpfwiese. Zwei Tage zuvor hatten wir uns abends schon einmal dorthin begeben. Zu spät kamen wir leider dort an und vergrämten dabei ein gerade in die Wiese auswechselndes Kahlwildrudel. Nun, am vorletzten Jagdtag saßen wir auf hoher Warte. Im Geäst eines großen Baums befand sich unser Sitz und wir hofften nun innig, dass vielleicht das Kahlwild - in Begleitung eines jagdbaren Hirschs - wieder die Fläche betreten möge. Doch kein Hirschruf war zu hören und nur ein leises Hundegebell und Geklapper vom Gehöft jenseits der Warnow unterbrach von Zeit zu Zeit die Stille. Aber nach langem Warten knackte am Rand der Wiese im angrenzenden Erlenwäldchen ein Zweig und ließ uns aufhorchen. Schweres Wild im Anmarsch!? Angespannt starrten wir auf die Stelle, wo das Knacken zu hören war und schließlich zog ein Hirsch mit kapitalem Geweih wenige Meter aus den Erlen. Uns stockte der Atem, denn bis zum Hirsch waren es nur knapp 40 Meter und seine Majestät äugte minutenlang aufmerksam sichernd in die Runde. Aber dann trat er einige Schritte nach vorne und ließ mir dabei genug Zeit den Drilling in Anschlag zu bringen und den Schuss sofort folgen zu lassen.

Der Hirsch warf sich nach hinten herum und war in den Erlen verschwunden. Zweifellos hatte die Kugel ihn sicher erreicht, denn ihn zu verfehlen war fast unmöglich gewesen. Nur 80 Meter war er noch gegangen und übergroß war meine Freude, als ich an meinen ersten und bis heute auch stärksten Hirsch herantrat: Ein zuvor den Jägern unbekannter "Wanderhirsch", mit dunkel geperlten 14-Enden, einem Geweihgewicht von gut 11kg und einem geschätzten Alter von 10-11 Jahren. Nach dem Bergen am folgenden Tag fuhren wir in einer Art "Triumphzug" mit dem Hirsch auf dem offenen Leiterwagen durch das Dorf zur Försterei, wo der Recke von den Förstern und den von nah und fern herbeigeströmten Jägern ausgiebig bewundert wurde.
Peter

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Hesse

Hesse

Alter: 73 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

21.07.2011 11:29 Remmi
Super!
Waidmannsheil! Der Hirsch kann sich wirklich sehen lassen
Wieviel Punkte hat er denn bekommen?
21.07.2011 12:44 Dackelbiene
Hallo Peter!
Das WeidmannsHeil haben wir ja schon vor geraumer Zeit ausgetauscht ... eine spannende Erzählung, die wohl jedem klarmacht, dass es auch in den klassischen Hirschgebieten nicht unbedingt sofort einem Jagderfolg geben muss!

Biene
21.07.2011 15:11 Hesse
Bolchower schrieb:
Super!
Waidmannsheil! Der Hirsch kann sich wirklich sehen lassen
Wieviel Punkte hat er denn bekommen?

3 Tage nach der Erlegung 218,7 IP und ein Monat später 220,2 IP
21.07.2011 15:40 RhoenerKauz
Ein Traum!
WMH
21.07.2011 18:48 wachtelschachtel
Waidmannsheil! Das ist schon ein ERLEBNIS!
Darf man fragen, was der damals gekostet hat?
21.07.2011 19:31 Schinko
Moin Moin,
auch nach all den Jahren: Weidmannsheil zu dem starken Hirsch. Super Geschichte!
Grüße von einem, der in eben diesem Landkreis jagen geht...
21.07.2011 22:18 Hoffi

WMH, liest sich schön!!
21.07.2011 22:43 Hesse
wachtelschachtel schrieb:
Darf man fragen, was der damals gekostet hat?

Wenn ich mich nicht irre knapp 5T€
21.07.2011 23:10 wachtelschachtel
Hesse schrieb:
Wenn ich mich nicht irre knapp 5T€

Geht ja noch,bei dem Gewicht! Dafür fahren manche nach Ungarn!
23.07.2011 19:17 katzenfutter
Hesse schrieb:
Wenn ich mich nicht irre knapp 5T€

es sollen sich ja nicht immer nur die Erben freuen.
Ein Spitzenhirsch;ein Unbekannter noch dazu.
Stell doch noch ein paar Photos rein von ihm.
WH
KF
23.07.2011 20:54 wachtelman
Waidmannsheil zum Hirsch

Schöner Beitrag

Gruss
Wachtelman
27.07.2011 07:10 anser
Weidmanns Heil zum Erlebnis! Die Trophäe ist nicht von schlechten Eltern... Und wenn man sie sich noch so erarbeiten durfte, hängen an der Wand nicht nur Knochen sondern ein ganzer Sack guter Erinnerungen - was will man mehr...
27.07.2011 15:22 Hesse
anser schrieb:...es hängen an der Wand nicht nur Knochen sondern ein ganzer Sack guter Erinnerungen - was will man mehr...
Je älter ich werde, um so wichtiger werden schöne Erinnerungen. Die Knochen an der Wand halten sie mir lebendig. Weidmannsdank allen Kommentatoren!
Grüße
Peter
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