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486 mal angesehen
17.05.2011, 13.31 Uhr

Jogger retten Gänse

Wie jeden Sonntag bin ich letztes Frühjahr frühmorgens eine Runde durch den Wald gerannt. Das Wetter war wunderschön und es sollte ein perfekter Tag werden.
In einem Bereich folgt der Weg einem kleinen etwas tiefer gelegen Bach, der zu diesem Zeitpunkt schon fast trocken war. Vor mir lief in einigem Abstand eine Laufkollegin, die plötzlich stehen blieb und in den Graben blickte. Irgendwie war das komisch. Jogger bleiben nie stehen. Da ich ja so ein wenig neugierig bin, bin ich auch stehen geblieben und hab mal gefragt was denn los wäre.
Sie antwortete mir das dort eine Gänsefamilie im Bach unterwegs wäre und zwei der Gössel aneinander hängen.
Ok jetzt hatte ich es auch gesehen und auch verstanden.Hinter den Elterntieren ( sehr große Kanadagänse ) folgten fünf Gössel und dahinter folgten mit großer Mühe zwei weitere Jungtiere die mit einer Schnur oder Faden verbunden waren. An jedem Stein oder Ast blieben die armen Viecher hängen und kämpften miteinander um bloß nicht den Anschluss zu verlieren.
Was sollten wir jetzt tun ?? Weiterlaufen und die armen Knirpse dem sicheren Tod überlassen oder die Tierrettung rufen ?
Wir waren uns einig wenigstens einen Versuch zu starten. Die Joggerin krabbelte in den Graben und schnitt den Rückweg ab, ich beobachtete vom Weg aus die Gänse und rutschte in einem Moment als die beiden Gössel wieder an einem Ast hängen blieben, zwischen den Elterntieren und den Gößeln die Böschun hinab.
Jeder von uns schnappte ein Tier und wir konnten jetzt genau sehen was passiert war.
Ein Angler hatte ein Vorfach unachtsam irgendwo am nahen See liegen lassen. Den Hacken hatte der ein Gössel fest im Latschen sitzen und der andere Kollege die Öse fest um das Ruder gewickelt.
Den Haken hatte ich flott gelöst, aber mit dem Knoten wurde die Sache fummelig.
Messer hatte ich nicht am Mann.
Frau auch nicht.
Kein Mensch weit und breit und hinter mir machte der Ganter mächtig Radau. Da kniete ich dann im Schlick, den Gössel zwischen den Beinen, die Joggerin hielt mir den Ganter vom Leib und ich fummelte die Angelschnur auseinander. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich den Knoten dann auf und entließ den Gössel zu seiner Familie. Zum Glück war der Einschnitt nicht zu tief und ich denke die beiden Vögel haben überlebt.
Der Schof zog dann komplett weiter und wir standen dreckig und zufrieden am Weg und beobachteten die Scene noch einen Moment.
Während wir uns noch über den glücklichen Ausgang unterhielten erzählte ich ganz beiläufig von meinem aktuellen Kurs in der Jagdschule.
Totales Erstaunen und Fassungslosigkeit machten sich breit und ich hatte Mühe Ihr zu erklären, das ich zwar Jäger werden möchte aber Jäger keine Totmacher sind. Hat Sie dann eingesehen. Hoffe ich jedenfalls.

Gruß und WMH
Schülerlotse


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Schuelerlotse

Schuelerlotse

Alter: 52 Jahre,
aus bei Düsseldorf
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Kommentare

17.05.2011 14:38 Munsterlaender
Super gemacht! Du solltest die Dame vielleicht noch mal auf einen Kaffee einladen, um weitere Überzeugungsarbeit zu leisten
17.05.2011 14:53 Schuelerlotse
Da hast Du recht, heute würde ich das machen, aber letztes Jahr war mir das noch nicht klar, das das ab und an nötig ist.
18.05.2011 19:50 swinging_elvis
Jooo. auf einen Kaffee... und einen Jagatee... und und und...
Gut gemacht... das nennt sich: Öffentlichkeitsarbeit! el
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