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Am Rande der Jagd...

Begebenheiten ohne Waffe (3 Einträge)

allein gelassen... Auf und... nieder!
383 mal angesehen
09.03.2011, 16.06 Uhr

Zeit der Jagdruhe

Der März ist die Zeit, in der es bei mir jagdlich oft recht ruhig zugeht. Abgesehen von den Sauen, denen man vielleicht noch mal nachstellen könnte, spielt sich jetzt alles eher Richtung Vorbereitung für das bevorstehende neue Jagdjahr ab.

Da bleibt schon auch mal etwas mehr Zeit, denen, die heutzutage jagdlich gar keine Rolle spielen bei uns ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu gönnen. Und so genieße ich jährlich den Frühjahrsdurchzug der Kraniche über Rügen. Der unterscheidet sich vom Herbstzug nicht nur durch die Zugrichtung sondern auch dadurch, dass er viel unauffälliger abläuft. Und während im September bis Mitte Oktober bis zu 20.000 Kraniche zeitgleich Rügen bevölkern und auf so manchem Feld Trupps von deutlich mehr als 1.000 Vögeln festgestellt werden, findet man im März meist nur kleine Trupps bei uns.
Das ist kein Wunder. Die bei uns durchziehenden Kraniche stammen überwiegend aus Skandinavien. Und die Brutpaare, die also auch in diesem Jahr Junge aufziehen wollen, haben es nun mal viel eiliger als die noch nicht fortpflanzungsfähigen.
Die Familien, die noch im Herbst gemeinsam über Deutschland hinweg in´s Winterquartier gezogen sind und dort gemeinsam den Winter verbracht haben, haben sich oft schon aufgelöst, wenn sie im Frühjahr Rügen wieder erreichen. Andere Kranichpaare trennen sich während der kurzen Rast bei uns von den vorjährigen Jungen.

Diese gammeln dann meist ein paar Tage länger bei uns herum, bevor sie im späteren Frühjahr eventuell doch noch bis in die Nähe ihres skandinavischen Geburtsortes fliegen. Im elterlichen Revier werden sie aber meist nicht mehr geduldet.

Sehr schnell schließen sich die allein gelassenen Jungkraniche den Halbwüchsigen, noch nicht Fortpflanzungsfähigen früherer Jahrgänge an, suchen auf den übriggebliebenen Maisstoppeln noch ein paar verlorene Körner, plündern die frischen Saaten, lungern im Grünland umher, tauchen heute hier und morgen dort auf. In diesen Junggesellentrupps bildet sich auch so manches „Verlobungspaar“. Diese sondern sich mitunter ab, suchen schon mal hier und da eine Ecke und testen das Revierdasein. Wer solche Paare im Mai feststellt, sollte im nächsten Jahr ruhig intensiver hinsehen. Aus so manchem Verlobtenrevier entstand in den folgenden Jahren eine feste Ansiedlung.

Ich mag die Kraniche, bewundere vor allem ihr Verhalten, ihre Lebensweise während der Jungenaufzucht, wie sie oft genug erfolgreich ihre flugunfähigen und gerade in der ersten Zeit auch recht unbeholfenen Jungen an Sauen, Fuchs, Marderhund, Seeadler vorbei aufziehen. Ich freue mich auch, wenn beim abendlichen Ansitz die Familie an der Waldkante erscheint, sichert, um neben Rehwild und Feldhase in´s Grünland zu ziehen.

Aber so weit ist es noch nicht. Im Moment toben die Jungkraniche des letzten Jahres bei mir herum, langweilen sich, „üben“ den Kranichtanz, werfen mit Stöckchen und Halmen umher, um sie wieder aufzufangen, künden abends am Frühjahrsschlafplatz an, wenn die Sauen im Schilf erscheinen und an der Schlafgemeinschaft vorbei in´s Feld ziehen – Zeit, sich in die richtige Position zu bringen…
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Kommentare

09.03.2011 17:00 Hesse
Auch das gehört zur Jagd: Nicht schießen wollen oder müssen und nur genießen.
Grüße
Peter
10.03.2011 07:03 anser
Hesse schrieb:
Auch das gehört zur Jagd: Nicht schießen wollen oder müssen und nur genießen.

Grüße

Peter


So ist es, und während im Herbst´neben den großen Kranichtrupps auch jede Menge heißgeliebter Kranichtouristen durch jedes Feldgehölz kriechen, habe ich da im Frühjahr weitgehend Ruhe vor... Da sind die Kraniche auch vertrauter als im Herbst...
10.03.2011 08:47 platzi
Habe vor ein paar Jahren in unseren Obst(-mono-)kulturen ein kleines Feld entdeckt, das für ein Jahr irgendein Getreide beinhaltete(Größe 50x50m !!!).
Da hatten wir dann für einen Tag solche Gäste, eben Kraniche.
War ein toller Anblick . Es waren glaub ich so 5 Stück.
Interessant finde ich, dass sie es gefunden haben.
Wer die Talsohle im Etschtal in Südtirol kennt, weiß, dass es da nur Apfelgüter gibt.
Abwechlsung in der Landwirtschaft würde wohl auch Abwechslung in der Fauna ergeben....
Schade...
Grüße

Diether
10.03.2011 08:57 Dackelbiene
Moin Gänserich,
schön .
Ich mag die grauen Radaubrüder auch sehr. Wenn im Februar die ersten Trupps durch die Schneewehen waten, dann geht der Winter zu Ende . Bei uns stehen an den altgewohnten Ecken schon seit fast zwei Wochen die alteingesessenen Paare herum.
Was mich die letzten Jahre grämte ... bis auf Ausnahmen schaffen es die Jungvögel nicht flügge zu werden. Ich habe die Sauen als "Feinschmecker" mit im Verdacht.

Grüsse
Sabine
10.03.2011 09:30 anser
Dackelbiene schrieb:
Moin Gänserich,

schön .

Ich mag die grauen Radaubrüder auch sehr. Wenn im Februar die ersten Trupps durch die Schneewehen waten, dann geht der Winter zu Ende . Bei uns stehen an den altgewohnten Ecken schon seit fast zwei Wochen die alteingesessenen Paare herum.

Was mich die letzten Jahre grämte ... bis auf Ausnahmen schaffen es die Jungvögel nicht flügge zu werden. Ich habe die Sauen als "Feinschmecker" mit im Verdacht.



Grüsse

Sabine


Moin Sabine,

wird sicher auch ein Schwerpunkt der Jungvogelverluste sein. Und das gilt besonders, wenn die Brutplätze trockenfallen, was wir gerade in den letzten beiden Jahren sehr deutlich zu spüren bekommen haben...

Bei uns auf der Insel sind die Sauen ein Hauptproblem, gefolgt von Kolkrabe Fuchs und ein Stück hinterher wohl auch Marderhund, obwohl ja die Profis meinen, wir würden die Rolle der Marderhunde in der Frage bislang überschätzen...
10.03.2011 10:19 Agrardesigner
Ich mache auch grade einen Jagdfreien Monat, nur Waffen Kontrollschießen, eine neue Kanzel bauen und Freischneiden etc. ... das muss auch mal sein und so freut man sich auf die kommende Bockjagd
10.03.2011 10:31 Dackelbiene
anser schrieb:
Moin Sabine,



wird sicher auch ein Schwerpunkt der Jungvogelverluste sein. Und das gilt besonders, wenn die Brutplätze trockenfallen, was wir gerade in den letzten beiden Jahren sehr deutlich zu spüren bekommen haben...



Bei uns auf der Insel sind die Sauen ein Hauptproblem, gefolgt von Kolkrabe Fuchs und ein Stück hinterher wohl auch Marderhund, obwohl ja die Profis meinen, wir würden die Rolle der Marderhunde in der Frage bislang überschätzen...

Fast sämtliche Paar führen nach der Brut 1-2 Kücken ... erst dann beginnt die Reduzierung . Im vergangenen Jahr verschwanden binnen einer Woche beide (!) fast flügge Jungvögel eines Paares. Was mich besonders traurig machte, denn sie hatten das Kampfmähen der Wiese durch unseren holländischen Landwirt schadlos überlebt und mir auf vielen Ansitzabenden unterhaltsame Gesellschaft geleistet .
Für den Fuchs waren sie einfach schon eine Nummer zu gross ... Marderhunde gibt's bei mir nur sporadisch wenige Tiere.
10.03.2011 11:34 kong
Herrlicher Beitrag, Du zeigst einem erst mal wieder auf, das man Bewohner im Revier hat, die für einen selbst mittlerweile schon alltägliche Selbstverständlichkeit geworden sind...was habe ich mir nen Locjh in den Bauch gefreut, als ich vor meinem "ersten" Kranichnest stand und die "ersten" Paare und Familien dauerhaft beobachtet habe...heutzutage wird es mir immer wieder bewußt, wie besonders das Ganze eigentlich ist, wenn Gäste freudig staunend die Kraniche bewundern....
12.03.2011 12:31 Keiler
Danke Anser, sehr schöner Bericht mit noch schöneren Fotos. Das ist Naturerlebnis vom feinsten....

Grüße Keiler
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