Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
Das war mein Traumteam
1420 mal angesehen
21.02.2011, 12.02 Uhr

VERMISST

Wir, das war eine lose Gruppe von Hundeführern fast ausschließlich mit DJT im Einsatz, beschlossen eines Tages jagdliche Kontakte in die neuen Länder zu knüpfen.

Bis zu dieser Zeit galt unser Jagen überwiegend dem Fuchs, Sauen waren bei uns noch nicht so verbreitet, deshalb waren Drückjagden auf diese Wildart ein großer Anreiz für uns.
Über eine bekannte Jagdzeitschrift war schnell ein entsprechender Kontakt geknüpft und so ging es im Dezember 2000 Richtung Sachsen – Anhalt in das uns unbekannte Ostharz.

Alles war perfekt organisiert, meine Frau und ich, fünf weitere Hundeführer und 10 DJT wohnten in der Forstlichen Landesanstalt in Gernrode.
Wir wurden bei unserer Ankunft bereits vom Revierleiter erwartet. Nach dem das Signal „Begrüßung“ verklungen war wurden bei einigen Gläsern Bier die Details für die kommenden Tage besprochen.
Es sollte am nächsten Tag (Freitag) eine Jagd versuchsweise ohne Treiber nur mit vom Stand geschnallten Hunden stattfinden, am Samstag und Sonntag weitere Drückjagden in anderen Gebieten.
Es waren alle heimischen Schalenwildarten vorhanden, auch große Muffelbestände.

Am nächsten Tag wurden wir nach den üblichen Ansprachen auf unsere Stände gebracht, für meine Frau und mich war eine offene Kanzel im Buchenaltholz vorgesehen.
Nach der Uhr sollten die Hunde geschnallt werden, bereits beim angehen waren die Nasen unserer beiden DJT wie ein Staubsauger im Einsatz. Kaum von der Leine war schon Hetzlaut zu vernehmen, die Hündin schrill, der starke Rüde brüllte mit seiner für einen Terrier ungewöhnlich tiefen Stimme, - und dann kamen sie: Schweine ohne Ende, dazwischen unsere beiden Hunde wild um sich beißend. Meine Frau hatte gezählt: „mehr als 70 Stück waren das“ sagte sie.
Im letzten Moment konnte ich noch einen Nachzügler erlegen, zu groß war mein erstaunen......
Auch einige Stücke Muffelwild kamen vorbei, darunter kapitale Widder, doch schießen war nicht mehr möglich.

Am Sammelplatz war bereits unsere Hündin eingetroffen und begrüßte uns freudig, der Rüde war nicht zu sehen. Daran hat sich dann auch bis zum Abend nichts geändert, auch zwei Wachtel waren verschwunden.
Am Stand hatte ich die Hundebox hingestellt, normalerweise wartete er dort nach einiger Zeit, - diesmal nicht. An den nächsten beiden Tagen jagten wir in anderen Gebieten, doch meine Sorge um den Rüden war so groß das ich keine Freude daran hatte. So oft es ging fuhr ich auch nachts zur Hundebox, doch sie blieb leer.
Zusammen mit meinen Kollegen (sie mußten am Abend abreisen) suchten wir noch den ganzen Montag, - doch vergeblich. Auch war Polizei, Straßenmeisterei, Tierheime, Presse, Lokalradio mit Unterstützung der örtlichen Försterei informiert bzw. im Einsatz.
Meine Frau und ich suchten noch bis Mittwoch, es gab zahlreiche Hinweise u.a. wurden am Sonntag zwei große braune und ein kleiner schwarzer Hund in den Hängen des Selke - Tales beim Muffel jagen gesehen, doch nichts führte zum Erfolg. Schweren Herzens fuhren wir die 550 km Richtung Heimat weil die Firma keinen weiteren Aufschub duldete.

Die Tage ohne den Hund waren unerträglich, ihn einfach aufgeben wollten wir keinesfalls und so beschlossen wir schon am Donnerstag das wir am Wochenende wieder ins Ostharz fahren um die Suche fortzuführen. Am Freitagmittag waren wir schon am packen als das Telefon klingelte und eine Stimme im unverkennbar sächsischen Dialekt fragte:
„VERMISSEN SIE EINEN HUND?“
Schnell erfuhren wir das ein schwarzer Hund mit einer Warnhalsung auf der unsere Telefonnummer stand im Kesselhaus einer Gummifabrik in Ballenstedt Zuflucht gefunden hatte, mittlerweile war die Temperatur auf – 15° gesunken deshalb war der Rüde wohl durch die offene Tür ins Warme geflüchtet.
Der Anrufer teilte noch mit das der Hund keinen näher als drei Meter an sich ließ und sagte beiläufig: „bei mir ist schon Feierabend, doch ich warte bis sie gleich kommen.........“ Wir mußten ihn aufklären das es wohl mindestens 6 Stunden dauern würde bis wir kommen, doch auch das war kein Problem weil der uns bekannte Revierleiter die Sache in die Hand nahm.

Uns fiel ein Stein vom Herzen, wir jubelten und konnten das Glück kaum fassen. Voller freudiger Erwartung fuhren wir nach Sachsen – Anhalt und standen nach fast 7 Stunden Fahrt vor unserem Hund bzw. vor dem was von ihm übrig war. Ein stinkendes Skelett mit großem Kopf lag auf alten öligen Lumpen und starrte mich an, zuerst keine Reaktion, erst als ich ihm meine Hand unter die Nase hielt bewegte sich die Rute kurz.
Sofort machten wir uns auf den Heimweg, in den nächsten Tagen päppelten wir ihn unter tierärztlicher Anleitung wieder auf, schon nach einer Woche war er wieder ganz der alte.

Viele Jahre haben wir noch zusammen gejagt, unzählige Erlebnisse gehabt wenn auch nicht mehr so spektakulär wie diese Begebenheit.

Am 20. August 2007 haben wir ihn aufgrund einer heimtückischen Krankheit leider endgültig verloren, doch vergessen ist er nicht und wird er nie! Manchmal höre ich noch seinen tiefen Laut und meine Gedanken sind bei ihm und bei dem gemeinsam Erlebten.


Anmerkung: die beiden vermißten Wachtel sind nie wieder aufgetaucht
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

sau_hund

sau_hund

Alter: 62 Jahre,
aus BAYERN
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

22.02.2011 10:36 Nachhaltig
super Geschichte
wie weit ist der Fundort entfernt von der Stelle, an der er verloren ging?
22.02.2011 16:14 sau_hund
es sind ca. 10 km Entfernung
24.02.2011 02:50 wachtelschachtel
Das habe ich im November auch durch. Man ist einfach kein Mensch mehr, wenn der Kamerad fehlt.
24.02.2011 10:57 sau_hund
wachtelschachtel schrieb:
Das habe ich im November auch durch. Man ist einfach kein Mensch mehr, wenn der Kamerad fehlt.

....hast Du ihn auch wiederbekommen?
24.02.2011 19:18 wachtelschachtel
sau_hund schrieb:
....hast Du ihn auch wiederbekommen?

Ja, Gott sei Dank-hatte gerade Schmaltier erlegt, da kamAnruf: SuchenSie Ihren Hund??"
Ich: Moment, muß mal schnell ne Sau schießen-rummms.
Dann hat der Waldarbeiter ihn abgeholt, war laut Logger nur 600m weg und hatte dort 9 Stunden gewartet! Nachts um 2 fiel der Logger aus.
War heilfroh, denke er hatte vielleicht etwas gefangen,oder abgetan und dann gewartet.
01.03.2011 19:02 Stemmerlein
Schön wenn es so ausgeht...

Meine Hündin ist seit 3Monaten verschwunden.

02.03.2011 09:31 sau_hund
Stemmerlein schrieb:
Schön wenn es so ausgeht...

Meine Hündin ist seit 3Monaten verschwunden.


......ich wünsche Euch soviel Glück wie wir es damals hatten!
03.03.2011 12:17 Terrieristin
Stemmerlein schrieb:
Schön wenn es so ausgeht...



Meine Hündin ist seit 3Monaten verschwunden.




Ich glaube diese Ungewissheit ist das Schlimmste... Ich hoffe dennoch, dass eure Hündin dennoch wohlbehalten zu euch zurückkommt.

WMG
Nadja
03.03.2011 13:06 Stemmerlein
Terrieristin schrieb:
Ich glaube diese Ungewissheit ist das Schlimmste... Ich hoffe dennoch, dass eure Hündin dennoch wohlbehalten zu euch zurückkommt.

WMG
Nadja


Richtig. Dass unsere Hunde auf der Jagd großen Gefahren ausgesetzt sind ist klar.
Dass sie nicht wieder auftauchen bzw. nichtmal tot gefunden werden könnten, wird mir jetzt erst klar...

NIE WIEDER kommt bei mir ein Hund ohne Ortungssystem vom Strick. Nicht mal beim normalen Spaziergang oder beim Üben...
03.03.2011 16:53 sau_hund
Stemmerlein schrieb:
Richtig. Dass unsere Hunde auf der Jagd großen Gefahren ausgesetzt sind ist klar.
Dass sie nicht wieder auftauchen bzw. nichtmal tot gefunden werden könnten, wird mir jetzt erst klar...

NIE WIEDER kommt bei mir ein Hund ohne Ortungssystem vom Strick. Nicht mal beim normalen Spaziergang oder beim Üben...

....das war auch meine Lehre aus der Geschichte, sofort wurde zusätzlich zu den Bausendern noch eine Telemetrieanlage gekauft und es sollte sich bewähren........
27.03.2011 01:36 Trolle
Schöne Geschichte

Haben bei uns im Umkeis dieses Jahr 4djt
verloren.2 sind verschwunden und 2 wurden
tot gebissen(beides mal vom eigenem Hund)

27.03.2011 11:00 sau_hund
Trolle schrieb:
Schöne Geschichte

Haben bei uns im Umkeis dieses Jahr 4djt
verloren.2 sind verschwunden und 2 wurden
tot gebissen(beides mal vom eigenem Hund)


.......bei uns war es vergangene Saison nicht viel besser.........
27.03.2011 11:54 Trolle
sau_hund schrieb:
.......bei uns war es vergangene Saison nicht viel besser.........



Komisch war das die vVer die Einzigsten waren die ums Leben kamen.Hoffentlich wirds nächstes Jahr besser. Gruß
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang