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Jagderlebnisse

(15 Einträge)

Ihre Sau Die Vollmondstrecke Frischlinge Keiler und Bache
818 mal angesehen
24.01.2011, 21.02 Uhr

Vollmond und Schnee

Rechtzeitig zum letzten Wochenende hatte eine dünne Schneeschicht den Spessart überzogen. In der Nacht zum Mittwoch war der Schnee gefallen, so dass die frischen Fährten am Donnerstagmorgen vom Zeitraum nach 24 Uhr sein mussten, also ganz frisch. Am ersten Wildacker dann die große Überraschung, drei Stück Rotwild waren über den Wildacker gewechselt. Eine Überraschung deshalb, weil im angrenzenden Wald ein Prozessor die letzten Tage gewütet hatte. Aber wo soll das Wild hin, im Moment sind vier dieser Monster im Revier und im angrenzenden Staatsforst damit beschäftigt den alten Fichtenhochwald einzuschlagen, man sagt die Holzpreise seien gut. Es hat ja auch etwas Gutes, wenn der äsungsarme Fichtenhochwald verschwindet und sich junges Grün breit macht, es sollten nur keine Christbaumkulturen sein, die haben wir schon genug.
Viel Rehwild war in den letzten Stunden unterwegs gewesen und auch einige starke Sauenfährten waren auszumachen. Ich habe den Eindruck, dass die Wildaktivitäten in der zweiten Nachhälfte deutlich mehr sind, als in der ersten, vor allem die starken Sauen scheinen erst so nach 1 Uhr, richtig auf die Läufe zu kommen.
Mein Bruder und ich hatten es deshalb nicht eilig, abends auf den Ansitz zu kommen.
Zum Abendessen gab es Wildschweinsteaks. Der gefrorene Wildschweinnacken, den mein Bruder mitgebracht hatte, ließ sich, da er inzwischen schon leicht angetaut war, gut in dünne Steaks schneiden. Auf jeder Seite ca. 5 Minuten gebraten ist das ein leckeres Essen. Dazu gab’s Weißbrot und Rotwein. So um 20 Uhr machten wir uns auf. Ich hatte mir für diesen Abend eine große Kanzel ausgesucht, auf der man auch schlafen kann, was vor allem für einen Frühansitz vorteilhaft ist, da man sonst leicht beim Angehen das Wild vertritt.
Vor dieser Kanzel ist ein langgestreckter Wildacker, an dessen vorderen Ende, ungefähr 50 Meter von der Kanzel entfernt, sich eine Sauen Kirrung befindet. Ansonsten sind Wiesen um den Hochsitz und alles ist vom Wald eingeschlossen. Ich bin gerne hier, es ist der am weitesten vom nächsten Ort entfernte Punkt im Revier, wo vor wenigen Jahren noch regelmäßig das Rotwild austrat und im gegenüberliegenden Hang im Herbst die Hirsche ihre Brunftschreie ertönen ließen. Seid 3 Jahren haben wir keine Hirsche mehr gehört.
Schon beim Angehen habe ich gesehen, dass Rehwild auf dem Wildacker stand. Leise habe ich den Hochsitz bestiegen und mich eingerichtet. Durchs Fernglas konnte ich drei Rehe erkennen. Dass mit dem Rehwild ist ein Phänomen, bis zum 16. Januar war trotz des hohen Schnees nur wenig Rehwild an den Fütterungen und jetzt plötzlich, kaum dass die Schonzeit begonnen hat, sind sie wieder da. Über eine Stunde äßten die Rehe und taten sich dann auf der Wiese neben dem Wildacker nieder. Es war inzwischen 23 Uhr geworden, der Mond stand hell am Himmel und ein leichter Wind wehte von vorne kalt in die Kanzel, so dass ich tiefer in meinen warmen Ansitzsack rutschte und mir immer wieder für kurze Augenblicke die Augen zufielen. Die Rehe waren gut als dunkle Flecke auf der weißen Fläche zu erkennen. Es waren eine Geiß mit Kitz und in einigem Abstand ein Bock. Als plötzlich Bewegung in diese kleine Gruppe kam, war ich hellwach. Schnell nach dem Fernglas getastet und die Flächen vor mir abgeglast. Da zwei dunkle Gesellen kamen von hinten auf der Kante zwischen Wildacker und Wiese herangetrottet. Es war eine größere Sau und eine deutlich kleinere. Als der Schnee hoch war, hatten wir mit Maissilage zugefüttert. In den letzten Resten wälzte sich jetzt die stärkere Sau, während die kleinere unruhig immer in Bewegung war. Immer, wenn ich den Druck auf den Abzug verstärken wollte, bewegte sich die Kleine. Das ging eine ganze Weile so und das intensive Zielen durchs Zielfernrohr ermüdete das Auge. Das Gewehr lag auf einer breiten Brüstung und mein rechter Arm ruhte auf einem starken Brett, das zwischen Fensterkante und Rückenlehne eingehängt werden kann. So konnte ich ohne großen Kraftaufwand und immer ganz ruhig die Sau im Zielfernrohr verfolgen. Jetzt stand sie breit genau neben der starken Sau, was immer sie der Großen zuflüsterte, es waren ihre letzten Worte. Nach dem Schuss sah ich die kleine Sau nach hinten fliehen. Warum fällt die nicht um, war mein einziger Gedanke, aber sie erreichte den Wald, wo ich nichts mehr erkennen konnte.
Also erstmal alles einpacken und den Anschuss untersuchen. Im Licht der Taschenlampe fand ich zuerst den Kugelriss, er war deutlich als Furche durch die aufgeworfene Erde im Schnee zu erkennen. 2 Meter davor lag Schnitthaar und dann sah ich auch den ersten Schweiß. Die Fährte war im Schnee gut zu verfolgen und rechts davon, also auf der Einschussseite, waren die Schweißtropfen.
Ich wartete eine Stunde und ließ dann meinen Hund suchen, im Schnee konnte ich gut verfolgen, dass sie auf der Wundfährte war. Am Waldrand waren einige hohe Fichten danach kam eine Dickung. Unschlüssig, wie ich weitermachen sollte, hatte ich den Schweißriemen ganz kurz gepackt und leuchtete in Richtung der Dickung. Dort lag die Sau und so konnten wir die Suche am Stück beenden. Es war ein Keilerchen, der aufgebrochen 18kg wog.

Zwei Nächte später ich saß auf einer Kanzel, die einen Waldweg im Blick hat eine ähnliche Situation, eine Bache mit drei stärkeren Frischlingen. Sie wuselten vor mir im Wald und immer wieder war einer kurz auf dem Weg zu sehen. Als einer links an der Wegböschung stehen blieb ließ ich die Kugel fliegen, im nächsten Moment sah ich eine Sau nach rechts über den Weg flitzen und die ganze Rotte verschwand nach rechts den Hang hinunter in einer Dickung. Ich hörte das Krachen und dann ein Schnaufen. Wenn das ein Klagen ist, dann war die Sau größer. Also wieder zum Anschuss und nach Schusszeichen gesucht. Ich fand nichts, obwohl ich gut abgekommen war. Hier war mir sofort klar, dass ich an diesem Abend nicht mehr nachsuchen werde.
Am nächsten Morgen Dana am Anschuss angesetzt. Sie zog sofort nach links dem Hang hoch, von Schweiß war nichts zu sehen, der Schnee war auch auf dem Waldboden nicht angekommen oder schon wieder weggetaut. Da ich fest überzeugt war, dass die beschossene Sau rechts unten ihren letzten Schnaufer gemacht hat, stoppte ich meinen Hund vor einer Jungfichtenkultur, ich wollte da nicht durch, und ließ sie rechts des Weges suchen. Sichtlich lustlos lief mein Hund herum, um dann einen neuen Anlauf nach links zu unternehmen. OK, du bist der Hund mit der besseren Nase und wenn es sein muss, krabble ich durch diese vermaledeiten Fichten. Es war zum Glück nur ein Streifen von 20 m Breite und auf der anderen Seite lag das Säuchen mit einem sauberen Blattschuss.

SN

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Spessartnimrod

Spessartnimrod

Alter: 67 Jahre,
aus Alzenau
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Kommentare

25.01.2011 07:18 BayernFlo
Waidmannsheil zu den beiden Wutzen!! Bin demnächst auch wieder beim Schwarzwild jagern *freu*
Flo
25.01.2011 09:22 Schorfheide
Waidmannsheil, ist das ein Plott Hound ?
25.01.2011 09:46 Spessartnimrod
Schorfheide schrieb:
Waidmannsheil, ist das ein Plott Hound ?


Waidmannsdank, Dana ist eine ganz brave Labbi-Hündin, die das Leben in der Hütte liebt, weil sie in ganz kalten Nächten mit unter die Decke darf. Nur wenn sie an den Händen Pulverdampf wittert, dann wird sie leicht hysterisch, wie Frauen halt so sind.
Gruß
SN
31.01.2011 08:57 swinging_elvis
Waidmannsgeheul! Saubere Jagd wie ich sie liebe und dann noch auf die Schwarzen... und dann im Schnee... kaum zu toppen!
Gruß, el
PS: Sauber erzählt
31.01.2011 17:36 Spessartnimrod
swinging_elvis schrieb:
Waidmannsgeheul! Saubere Jagd wie ich sie liebe und dann noch auf die Schwarzen... und dann im Schnee... kaum zu toppen!
Gruß, el
PS: Sauber erzählt

Waidmannsdank
Deine Erlebnisse lese ich auch immer gerne; es gefällt mir, wie Du schreibst.
Gruß
SN
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