Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagagschichtn

(7 Einträge)

Trophäe meiner ersten Sau Fuchshaken
615 mal angesehen
18.01.2011, 12.16 Uhr

Eine Jagdwoche, die s in sich hat

Die Woche, von der ich erzählen möchte, beginnt an Heilig Drei König.
An diesem Tag hatte mein Jagdherr zur Baujagd geladen. Ein kleiner Kreis von befreundeten Jägern zog um elf Uhr morgens bei Nebel und mistigem Eisregen aus, um mit einem KHT und einem DJT Rüden als Sprengkommando den Füchsen auf die Läufe zu helfen.
Nach den ersten beiden Bauen, die leider nicht befahren waren, sprang im
dritten Bau eine geringe Fähe und rollierte sofort im Hagel der 16er Doppelflinte
des Teckelführers.
Zwei Baue weiter gaben die Hunde unter Tage wieder giftig Laut. Es sprang ebenfalls eine geringe Fähe, und wieder erfasste sie die rauhe Garbe des Teckelführers.
Durch den stark einsetzenden Eisregen wurden wir dann gezwungen, die Jagd zu beenden, obwohl sich noch ein roter Freibeuter tapfer im Bau drückte und nach über einer Stunde noch nicht zum springen gewillt war.
Wir beendeten den Jagdtag beim Schüsseltreiben und einer sagen wir mal höchst interessanten Heimfahrt mit über einem Zentimeter Eis auf der Fahrbahn.
Tags darauf wollte nicht so recht Ruhe einkehren bei mir. Den ganzen Tag auf der Baustelle trieb es mich um, dass der letzte Fuchs nicht sprang.
Keine 200 Meter vom Bau ist ein Luderplatz. Sollte es klappen, hat Diana ein Einsehen mit mir?
Es gibt nur eins, um das herauszufinden: Den Drilling eingepackt und um sechs ab ins Revier, da einer der Nachbarn um sieben bereits einen Rüden am Luder erlegt hat. Was hilft´s mir da, wenn ich von 20.00 bis ein Uhr nachts hock, wenn die scho so früh laufen?
Um halb sieben auf der Kanzel eingerichtet, verstrich die Zeit kriechend.
Das Wetter war düster und verregnet. Das Lehrbuch sagt, hier is nix zu holen, bei dem Wetter laufen die Füchse schlecht. Das Pfeiffchen mit sauberem Tabak vertrieb mir unterdess bei bestem Wind die Zeit.
Alle zehn Minuten reißt´s mich auf der kanzel: da, wos war des? Fuchs?- na Bäumerl..aber jetzt do?!?..na a dunkler Fleck.. aber des ist doch jetzt sicher a - Fichterl.. So treib ich mich selbst in den Wahnsinn. um 21.12 Uhr verstohlen auf die Uhr geschaut- nix. Dann geht alles schnell, ich lass den Blick schweifen, da löst sich 60 m vor mir ein aussergewöhnlich starker Fuchs aus einem Busch. Zieht halbschräg aufs Luder, die Anspannung steigt, den Drilling hochgezittert, und den Stecher der kleinen Kugel betätigt, der Fuchs schnürt zehn meter weiter, verhofft kurz vor einer Erle, da bin ich mit dem Absehen schon kurz hinter dem Blatt. "Batsch" Die Kugel fährt aus dem Lauf, fasst den Fuchs, reißt ihn zu Boden. Ein Wedeln mit der Lunte und es kehrt Ruhe ein. In der Hoffnung, es könnte ihm einer gleichtun, bleibe ich noch zwei Stunden sitzen.Doch kein weiterer Rotrock lässt sich in dieser Nach erweichen.(Dafür hat as Pfeifferl nochmal so gut geschmeckt)
Mit stolzgeschwellter Brust und einem wahrlich starken Rüden mit herrlichem Balg geht es ab zum Jagdherren.
Tags darauf, Samstag mittag, ist es Zeit, den Hund zu bewegen. An der Leinenführigkeit hapert´s. Also den Dreilauf gepackt, die Afra in die Box und ab ins Revier. Vorher beim Jagdherren vorbeigeschaut, erhalte ich die Nachricht, dass eine Frau aus dem Dorf eine einzelne Sau über eine Wiese gespürt hat, frisch anscheinend. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen, eine sinnvolle Anreicherung unseres Spaziergangs. Ich fahre zur besagten Wiese, und gehe den Schwarzkittel aus.S hundl zeigt ein großes Interesse an der Fährte, das freut mich. Zwei Stunden bergauf bergab, mit dem Wind immer im Rücken und dem Schnee bis zu den Knien. So kann das nix werden. Dann eine riesige Dickung- ich umschlage sie mit dem Hund weiträumig, mein Jagdherr geht sie von der anderen Seite an. Für einen Moment dreht der Wind, das Hundl an der Leine reißt es zusammen, sie holt sich Wind wie verrückt und- beginnt laut zu geben. Zweimal nur-nicht übermäßig. Ich schüttel den Kopf und denk mir: ausgerechnet du wirst jetzt wissen, dass die Sau steckt. Keine zwei Minuten später ruft mein Jagdherr an, die Sau hat flüchtig die Dickung verlassen, bevor er in Schussweite war. Ja himmelherrgott denk ich mir, da gibt der Hund einmal Laut und was macht das Viech? Nimmt gleich die Beine in die Hand als wär´s der leibhaftige, den es gehört hat.
Geschafft gehen wir zum Lada, die ham ma verspielt.
Zumindest war der Abendansitz auf Kitz a Erfolg. Es war noch eines zu erlegen, und das Wildpret sollte mir gehören, ein Geschenk des Jagdherren. Nach einer Stunde sitzen zogen mir bei starkem Nebel eine Geiss mit einem schwachen Geißkitz auf die Wiese. Das war genau das Richtige für mich, stärker hätte ich es nicht gewollt.Ich bin dem Kare schon dankbar, dass er mir eines zugesprochen hat, das ist keineswegs selbstverständlich für einen Jungjäger. Den Schuss hat das Kitz wohl nicht mehr gehört. Die Geiß sprang schreckend ab, so hatte ich keine Chance, ihrer Herr zu werden.
Den Dienstag darauf, habe ich meinen Fuchs beim Jagdherren abgeholt, schließlich wollte der noch abgebalg werden. Auf der Heimfahrt wechselte eine starke einzelne Sau zwischen unserem Revier und dem Nachbarn über die Bundesstraße. Ja Kreizsakra, des gibt´s doch net, fuhr´s aus mir heraus! Bei fast 150 Ansitzen im letzten Jahr siegscht koa oanzige Sau, bei Schnee sind s wie vom Erdboden verschluckt und jetzt des! Jagdherren verständigt, Nachbarn verständigt, heim und unruhig die ganze Nacht im Bett gewälzt.
Am nächsten Tag hat mich meine Frau mit der Tatsache überrascht, dass sie auf Fortbildung muss und hat ´s mir anscheinend a schon ne Woche früher erzählt... tja das Zuhören... . Ich hätte in die Luft springen können. Nachmittag kurz ins Revier, Kirrungen kontrollieren, da triffts mi. Auf zwei Kirrungen eine einzelne Sau und frisch der Fuchs und an einer entfernten drei bis vier gleich große...
Ja sollte es denn die Möglichkeit sein? DIe Kirren schnell bestückt und heim. Um sechs wieder ins Revier. An der Kirrung im Wald ist der Wind hundsmiserabel, da geht nix, die andere Kirrung liegt im ebenfalls im Wald aber tiefer,da ist´s schon ein wenig schneefrei, da werd ich wieder verrückt, weil ich alles für Wild anschau, also auf die Dritte. An einer übersinnigen Waldwiese. Mein Jagdherr hat dort im Okober eine Sau gestreckt. Die Chancen,heute hier auf Schwarzwild zu stoßen, scheinen mir gering, sie werden wohl den schützenden Wald net so leicht verlassen, um auf einer schneebedeckten Wiese ihr Glück zu versuchen, an Äsung zu gelangen. Aber immerhin a Füchserl könnt gehen, Luder is eingegraben.
Auf der Kanzel Stellung bezogen und als erstes mal mit dem Glas Bäume und Flecken im Boden gezählt. 20 m links der Kirre eine Reihe kleine Fichten, links daneben drei einzelne, über der Kirre eine und rechts davon zwei Diagonal und ein Fleck.
Die Kirrung selber ist auf einer Fläche von 10 qm ein schwarzer Fleck, die einzelne Sau hat sie gestern Nacht abgeräumt.
Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hab, und mit dem Zigarettenrauch den Wind für gut befunden habe geht das Warten los.um 20.18 fällt im Wald ein Kugelschuss aus der Richtung wo die Kirrung ist, an der ich mehrere Sauen gespürt hab. Ja Himmelherrgottsakrament so früh scho?Das darf doch net wahr sein!! Mein Jagdherr sitzt nicht. er übernimmt morgen das Sitzen, wir wechseln uns ab.Na gut also wenigstens der Nachbar. Ich beschwichtige mich selber, vielleicht war´s a Fuchs, oder er treibt sonstwas, aber die Hoffnung sinkt. Um 21.31 leuchtet das Handy am Kanzelboden. Dort liegt es, mit dem Display nach unten, damit ich mitkrieg wenn was is. Kurz draufgeschaut, Sms von einem Kameraden, auch Nachbarpächter: Sollte Schusswechsel mit Sauen erfolgen, bin die ganze Nacht abrufbereit.. Nett von ihm, des freut mich. Is ein schönes Jagen, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Aber Sauen, denk ich mir verbittert? Wie denn? Ich lege das Handy auf den Boden, überlege mir, ob ich die Pfeiffe anfeuern soll oder nicht, und noch während diesem Gedanken, springt mir das Herz im Brustkorb. Adrenalin schießt in meinen Körper, der Puls rast. Es löst sich was aus dem Dunkel der Bäume, zuerst ein Schatten, viel zu groß für ein Reh, und hätten wir so große Füchse, könnten wir wohl mit Rottweilern Baujagern- eine Sau- noch eine und noch eine. Schnell sind sie mitten auf der Wiese an der Kirrung. Mir zittern die Hände, ich fasse nach dem Dreilauf, fahre auf, steche ein. Die Sauen sind alle drei gleich groß. Der heilige Hubertus ist der Adressat meines Stoßgebetes:"Huberto jetzt gilt´s, hab a Einsehen mit mir i bitt de recht sche!" Es kommt nix mehr nach, ich gehe der ersten auf´s Blatt, da ich mir der Wirkung der 6,5x57R nicht sicher bin. Als sie breit steht fährt donnernd die 6 gramm Kugel aus dem Lauf.BAUTZZ--Quuuiiiiieeeeekkkkkk- Sauen stürmen auseinander, Ruhe... Der Drilling bleibt in der Hand, das Flg wartet, ob es gebraucht wird. Nix bewegt sich. DIe Spannung fällt von mir ab. "Tschuuuchuuiiiiit" fährt der Juchitzer aus mir heraus, als ich 5 Minuten später durchs Glas die verendete Sau am Anschuss genau auf dem dunklen Fleck liegen sehe. Den ersten Sauenanblick im Revier, und es hat auf Anhieb geklappt. Immer noch zitternd fingere ich die vorgestopfte Pfeife aus der Joppentasche Der Rauch beruhigt die aufgekratzte Seele. Um 21.42 rufe ich den Sepp wieder an- erreich ihn nicht, auch nicht nach dem sechsten Versuch. Ich schüttel den Kopf und lach..abrufbereit.. das klappt ja einwandfrei. Zehn Minuten später, ich gebe dem Schwarzkittel den letzten Bissen, stürmt ein Jeep heran. Der Sepp ist´s, in Jogginghose und Turnschuhen den Revolver dabei. Ist nach meinen Anrufen sofort aus dem Haus gestürmt. Der nächste Nachbar, der Xare ist ebenfalls unterwegs, den Gebirgsschweißhund im Jeep, falls der gebraucht würd. Nach großem Waidmannsheil legen wir den Frischlingskeiler auf und fahren zu meinem Jagdherren. Dort angekommen ist nach zehn Minuten ein weiterer Nachbar, der Hermann zur Stelle und zu fünft trinken wir nach der roten Arbeit meine erste Ansitzsau tot. Einen Frischlingskeiler mit aufgebrochen 40 kg.
Mein Dank gilt hiermit all jenen, die die Jagd kameradschaftlich ausführen, somit ist nicht mal der Jungjäger alleine! Und als bitterer Nachtrag: Fast 1300 Bequerell hatte das Sugerl- also entsorgen statt verputzen.
Am Freitag am Jägerstammtisch gab´s meine erste Sau überhaupt, ein DJ Frischling, hervorragend zubereitet im Holzbackofen, bei einem Kameraden daheim, der noch nen 8kg Frosch dazugelegt hat. Zudem wurden wir noch mit allerlei Kuchen, Wildschweinschinken- und Salami, einem hervorragendem Wildsaupressack und allerlei flüssigen Highlights verwöhnt!
Solche Wochen kann s öfter geben!
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

tomhaus

tomhaus

Alter: 34 Jahre,
aus m Boarischn Woid
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

18.01.2011 12:30 Tassilo
" Jagdtage/ erlebnisse " die man so schnell nicht vergißt !
18.01.2011 12:40 alex128
Waidmannsheil zur 1.Ansitzsau Auf das noch viel folgen mögen.
Ja gemeinsam jagern mit Freunden macht Spaß!


Waidmannsheil in die Oberpfalz

Alex
18.01.2011 12:44 tomhaus
Oh ja, da hast recht!
18.01.2011 12:45 tomhaus
Waidmannsdank!
Gibt nix schlimmeres als was erlegt und niemanden, mit dem man die Freude teilen kann
18.01.2011 12:47 Henschi
Der tüchtige wird belohnt ;)
schön geschrieben ! 5*
18.01.2011 12:50 alex128
Die 2 schlimmsten Sorten von Neid kennst doch oder?
18.01.2011 12:51 tomhaus
??Nö

18.01.2011 12:58 tomhaus
Dankschö
18.01.2011 13:01 alex128
Na Jagdneid und Fotzenneid Nach dem Motto mei Alte kannst knallen aber wehe du schiaßt den Bock an der Grenz
18.01.2011 13:02 Tassilo
alex128 schrieb:
Die 2 schlimmsten Sorten von Neid kennst doch oder?


Einer davon ist Jagdneid,.............werd es nie verstehen , daß man jagdneidisch sein kann.
".........wenn DIANA das Füllhorn leert,.........lang zu !"
18.01.2011 13:06 alex128
Ich kanns auch net verstehen aber wenns si di Diana buckt dann derf ma scho mal drunter langa.

'Waidmannsheil Alex
18.01.2011 13:12 tomhaus
und buckt hat sa se de Woch sauber für mi.
18.01.2011 13:14 tomhaus
Mir ham super Nachbarn. Neid is da fehl am Platz.
Hat auf da Jagd a nix zum suchen.
18.01.2011 13:59 HummelDerDackel
Scheint ja gefährlich bei euch zu sein mit den Sauen:
"Kurz draufgeschaut, Sms von einem Kameraden, auch Nachbarpächter: Sollte Schusswechsel mit Sauen erfolgen, bin die ganze Nacht abrufbereit.."

Waidmannsheil zur Sau!
18.01.2011 15:01 Tassilo
alex128 schrieb:
Ich kanns auch net verstehen aber wenns si di Diana buckt dann derf ma scho mal drunter langa.



'Waidmannsheil Alex

Fackl
18.01.2011 18:19 SauerlaenderJung
Tolle Geschichte, packend erzählt, gefällt mir sehr gut! Weidmannsheil zu deinem Schweinchen!!!! Lieben Gruß aus dem Sauerland!
18.01.2011 19:57 tomhaus
Ja, die haben´s bei uns faustdick hinter den Tellern
18.01.2011 19:58 tomhaus
Waidmannsdank
19.01.2011 09:20 swinging_elvis
"Huberto jetzt gilt´s, hab a Einsehen mit mir i bitt de recht sche!"
Super geschrieben, hatte ein Lachtränchen im auge, als ich obigen Satz las... das kann ich bestens nachempfinden. Waidmannsheil zu Deinem Jagderfolg und freue mich mit Dir über diese super Jagdkameradschaft... el
19.01.2011 09:21 Musang
Ganz klasse geschrieben ,danke Tom
Dickes WmH
19.01.2011 10:08 tomhaus
Naja, was soll ich sagen, geklappt hat´s anscheinend
Waidmannsdank
Ja, sowas ist mehr wert als Gold, wenn man
mit guten Jägern zu tun hat, vor allem als Jungjäger
19.01.2011 10:09 tomhaus
Waidmannsdank Musang
19.01.2011 12:37 Laerchenwald
Moin Tom,

ein herzliches Waidmannsheil aus Nordhessen. Ja.... solche Wochen sollte es öfter geben!

Gruß aus Nordhessen, auch an die deutlich bessere Hälfte
19.01.2011 13:21 Niederbayer
Ein kräftiges Waidmannsheil aus Niederbayern!
19.01.2011 14:11 tomhaus
Waidmannsdank zruck. Der Dackelführer war a a Niederbayer
19.01.2011 14:13 tomhaus
Naja, so deutlcih besser is diese Hälfte au net. (Oh Herr, lass sie das net lesen)
Ja war ne gute Woche
Waidmannsdank
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang