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.........da werden Wünsche wach......... .......der Keiler war´s nicht, aber........
1034 mal angesehen
24.12.2010, 13.03 Uhr

Große Erwartung, kleine Geschenke.......

Die Wildkamera hatte es offenbart: starker Besuch an der Kirrkiste!

Klar das die nächste Nacht auf der kleinen Leiter „am Weg“ verbracht werden mußte. Diese Stelle hatte schon manchen Erfolg gebracht, man erlebt das Geschehen viel mehr hautnah als in der geschlossenen Kanzel, allerdings können Wind oder unbeabsichtigte Geräusche schnell den Jagderfolg gefährden.
Um 20 Uhr also auf die Leiter, nur die Waffe dabei, kein Fernglas das ist auf die 20 Meter Distanz unnötig, die 72er Zieloptik geht auch.
Vor mir der mit Harschschnee bedeckte Weg, dazu der Mond hinter einer Dunstschicht, taghell, es kann losgehen........
Um 22 Uhr schreckt ein Reh in einiger Entfernung rechts von mir, wahrscheinlich besucht der heute gefährtete einzeln ziehende Frischlingskeiler die Kirrung bei der alten Kanzel.
Doch mir schwebt höheres vor, dem Keiler soll es an die Schwarte gehen.
23 Uhr eilige Schritte von rechts, das paßt nicht für Sau. Schon ist eine Geiß mit Kitz vor mir und sucht nach Maiskörnern die mir manchmal „aus Versehen“ neben die Kiste fallen. Die Geiß zieht in meine Richtung auf 10, 5 Meter, bekommt Wind, springt ab, das Kitz folgt und wieder ist Ruhe, kein Schrecken nichts.
Meine Gedanken kreisen weiter um Jagd, Familie, Vergangenheit und Zukunft, um Gutes und Schlechtes. Das ist die Gnade und Pein des Ansitzjägers: Zeit zum Denken!
Mittlerweile schlägt die Kirchturmuhr 1 Uhr, die in den Jahrzehnten intensiver Jagd arg strapazierten Körperteile melden sich langsam und so nutze ich ein vorbeifahrendes Auto um meine Sitzposition ein wenig zu verändern. Vielleicht kommt die Sau ja heute früher, alle Sinne sind angespannt doch noch rührt sich nichts.
Es geht gegen 2 Uhr ich denke unpünktlich wie die Bahn dieses Saupack........., wenn sich bis halb 3 nichts tut können die mich sonst was. Der Körper will heim in die warmen Federn, langsam werden Füße und Hände klamm, der Rücken schmerzt, doch der Geist sagt wie so oft BLEIB NOCH!
Es ist fast 3 Uhr jetzt hat auch noch der Wind gedreht, Zeit zu gehen. Also Handy rausgekramt und bei der lieben Gattin angeläutet d.h. bitte hol den Verrückten zurück ins normale Leben, füttere und tränke ihn, dann schick ihn in die warme Kiste.
Es ist eine Weile nach 3 Uhr, jeden Moment warte ich auf das vertraute nageln des Geländewagen – Diesels, da plötzlich laute Schritte im Harschschnee von links, sollte ER doch noch kommen......

Die Schritte werden lauter und mehr, schon stehen zwei Bachen mit ihren Frischlingen an der Kirrung. Gleichzeitig hat die starke Bache offensichtlich Wind bekommen und bläst zum Abmarsch.
Der letzte Frischling kann sich nicht sofort vom Futter trennen und wird mein Opfer wie wahr: „den letzten beißen die Hunde“.

Schon kommt der Diesel näher, das abbaumen fällt schwer, dick angezogen dazu steif und ungelenk vom langen sitzen.

Am Anschuss liegt die 21 kg Frischlingsbache und sorgt mit ihrer Anwesenheit für Dankbarkeit und Freude über dieses kleine Weihnachtsgeschenk.


Frohe Weihnachten Euch Allen!
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sau_hund

sau_hund

Alter: 63 Jahre,
aus BAYERN

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Kommentare

24.12.2010 13:23 sau_hund
Diese wahre Geschichte widme ich meiner lieben Frau die seit Jahrzehnten einen Verrückten erträgt und die alle Einschränkungen die das Leben mit der Jagd im Vordergrund mit sich bringt klaglos hinnimmt, ja sogar mit Feuer und Flamme dabei ist.
DANKE!
24.12.2010 16:47 Spessartnimrod
Eine schöne Geschichte und Respekt wie lange Du es ausgehalten hast. Deine Frau muß ganz was besonderes sein, wenn sie Dich nachts um drei Uhr im Wald aufsammelt.
Schöne Feiertage und Waidmannsheil
SN
24.12.2010 18:07 RhoenerKauz
Da haste echt n Glücksgriff bei deiner Frau.
So lang hab ichs bis jetzt nur 1x in meinem Leben ausgehalten. Das war es aber auch Wert.
Dir WMH!
25.12.2010 11:18 sau_hund
RhoenerKauz schrieb:
Da haste echt n Glücksgriff bei deiner Frau.
So lang hab ichs bis jetzt nur 1x in meinem Leben ausgehalten. Das war es aber auch Wert.
Dir WMH!

Waidmannsdank, diese Zeiten sind nichts besonderes, normal sind bei mir 6 - 8 Stunden oft 10 oder mehr Nächte hintereinander.
Schon mancher Jagdgast hat die Segel nach kurzer Verweildauer gestrichen
27.12.2010 19:41 Die_Leitbache
toll geschrieben und die widmung an deine frau

respekt

weidmannsheil zur bache
28.12.2010 18:18 Remmi
Waidmannsheil!
super geschrieben.
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