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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Stolzer Fang ´Fängischer Weideschuppen
714 mal angesehen
13.09.2007, 00.11 Uhr

Ein unscheinbarer Weideschuppen...

Im Schatten alter Eichen, unweit einer wenig befahrenen Straße steht er, der Weideschuppen, von dem hier die Rede sein soll.

Halb verfallen haben wir ihn die ersten Jahre in unserem neuen Revier kaum wahrgenommen. Viel interessanter war dagegen das angrenzende Feuchtbiotop, in dem - bei unserer kleinen, alljährlich stattfindenden Stökerjagd - neben dem ein oder anderen Hasen alljährlich Schnepfen, Fasanen und/oder Enten zur Strecke kommen. Dabei sind wir sonst schon oft an dem halb verfallenen Schuppen vorüber gekommen, ohne Notiz von ihm zu nehmen - bis, ja bis ein erfahrener Niederwildjäger im Vorübergehen entschied: Da müssen wir unbedingt mal reinschauen! Gesagt, getan!

Kaum war es uns an jenem Tage mühsam gelungen, die Tür zu öffnen, als die ersten Hunde ins Dunkel des Schuppens drängten. Jetzt glaubte auch der Letzte, dass da was Interessantes zu holen wäre. Verstolen fingerte der ein oder andere schon seine Patronen aus der Tasche. Während sich drinnen die beiden Weimaraner unseres jagdaufsehers und mein Foxl durch die Strohballen frästen, bezogen unsere Gäste draußen Position. Schon wurden die Hunde laut und sorgten bei den Schützen für gespannte Erwartung. Aber es sollte noch eine Weile dauern.

Das ersehnte Wild spielte Katz'und Maus mit den Hunden und war ihnen in der schummrigen Enge des Schuppens offenkundig überlegen. Frank und ich, die beiden Hundeführer, begannen die Strohballen umzustapeln. Immer wieder kamen uns dabei die erregten Vierbeiner in die Quere. Sie nutzten die entstehenden Lücken sofort, um ihrer Beute nachzusetzen. Wir mußten aufpassen, dass sie nicht unter den Strohquadern begraben wurden. Immer eifriger kratzten und zerrten sie an den Ballen. Der Terrier heulte zuweilen vor Wut auf, wenn ihm das Wild wieder knapp entronnen war. Doch endlich - draußen fiel ein Schuß!

Wir beeilten uns, ans Sonnenlicht zu kommen. Die vorn abgestellten Schützen deuteten auf die Rückseite des Schuppens - da stand Uwe. Seine Idee war es gewesen, den Schuppen zu kontrollieren. Unseren fragenden Blick beantwortete er knapp mit den Worten:
"Ein Marder".

Der kleine Räuber, den wir offenkundig in seinem Mittagsschlaf gestört hatten, war es vor den Hunden doch zu ungemütlich geworden, so dass er versucht hatte, sich durch die Dachsparren ins angrenzende Feutbiotop abzusetzen. Bei Uwe erübrigte sich allerdings erwartungsgemäß nach dem Schuß die Frage, ob er liegen würde - er lag! Damit bereicherte ein starker Marderrüde die Strecke des damaligen Tages.

Doch es sollte nicht bei diesem einmaligen Jagderfolg bleiben. Bis heute kontrollieren Frank und ich mit den Hunden regelmäßig diesen Schuppen und haben dabei jede Menge Beute gemacht:

Einmal sprang vor den Hunden ein Iltis und versuchte sich in den überschwemmten Baumwurzeln des benachbarten Biotops in Sicherheit zu bringen. Es dauerte keine Viertel Stunde, da hatten die Hunde ihn buchstäblich herausgenagt. Ein anderes Mal hatte sich ein dicker schwarzer Kater den Unterstand - weitab von bewohnten Häusern - für ein Nickerchen ausgesucht. Auch ihm wurde es vor dem wütenden nachrückenden Foxlrüden zu ungemütlich. Er verendete an selber Stelle, wie der seinerezit von Uwe erlegte. Wieder ein anderes Mal hatten wir die Weimaraner zusammen mit beiden Terriern im Einsatz und sie gebärdeten sich wie toll. Lange Zeit rätselten wir, was diesmal wohl stecken würde. Gerade als wir wieder begannen, die Ballen umzupacken, stürzte sich die schlanke Langhaar-Weimaranierin in die Ecke und zwängte sich hinter den Ballen am Eckpfosten hoch. Knurrend mühte sie sich rückwärts aus dem Spalt wieder heraus und schlug sich einen Fuchs, den sie an der Lunte gepackt hielt, um die Behänge. Mit Unterstützung der anderen Hunde, die es sich nicht nehmen ließen, mit anzupacken, war dieser schnell abgetan.

Nach zahlreichen ähnlichen und zumeist erfolgreichen Erlebnissen gehen wir an solchen Kleinoden im Revier nicht mehr so ahnungslos vorbei wie früher....
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

13.09.2007 17:54 platzi
Kompliment, wieder sehr spannend zu lesen!
Gruß
Diether
13.09.2007 21:06 Ruedemann
platzi schrieb:

Kompliment, wieder sehr spannend zu lesen!
Gruß
Diether


Freut mich, vielen Dank! Mal sehen, wie andere den Beitrag bewerten.

Gruß und Wmh
R.
14.09.2007 11:50 Keiler
Hallo Ruedemann!

ja ich habe deinen Beitrag auch gelesen und das hat mich an die Zeiten erinnert wo wir noch mit Hund und Flinte auf Niederwild unterwegs waren.
Als ich neulich Nachts eine Wiese bewachte klapperte und schepperte es über mir in einem alten Hochsitz und danach habe ich dort auch einen Marder rumturnen gesehen. Solche Gebäude, Schuppen oder ähnl. werden von diesen Gesellen immer gern angenommen und sollten für jemanden dem sein Niederwildrevier was bedeutet auch bejagd werden. Mit Hund und Flinte oder mit der Falle.
Das bedeutet aber immer Arbeit und mit einer schnellen und einfachen Beute ist dort nicht zu rechnen, ebenso wenig mit einer dicken Trophäe.

Grüße vom Keiler
04.10.2007 10:43 justuss
Moin Rüdemann,

deine jagdschilderungen sind allesamt packend und höchst lehrreich! Danke und schreib weiter!
Weidmannsheil
justus
04.10.2007 11:05 Ruedemann
justus schrieb:

Moin Rüdemann,

deine jagdschilderungen sind allesamt packend und höchst lehrreich! Danke und schreib weiter!
Weidmannsheil
justus


Hallo Justus,

danke, freut mich wenn es ankommt. Aber auch Deine Forumbeiträge lese ich immer wieder gern!

Waidmannsheil!
Rüdemann
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