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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Gewildert Gewildert und versteckt... Die Spur eines Täters
687 mal angesehen
09.09.2007, 00.15 Uhr

Gewildert

So schön es ist, am Rande der Großstadt als Jäger sein Jagdrevier buchstäblich vor der Haustür zu haben - auch Nichtjäger wissen diesen Umstand zu schätzen.
Immer zahlreicher drängen sie an der städtischen Peripherie auf's Land - und kaum angekommen, wird sich ein Hund, oder besser noch eine Katze angeschafft (Letztere macht ja nicht soviel Arbeit, die kann sich ja draußen allein beschäftigen - was sie zumeist auch tut...).
Allerdings bleibt es oftmals nicht bei einem Hund, oder einer Katze, - nein - der Trend geht eindeutig zum Zweithund oder zur Drittkatze (...dann sind die ja auch nicht immer so allein...).

Glaubt man den lapidaren Feststellungen der Neubürger, dann muß man bei Katzen offenbar ohnehin immer für Nachschub sorgen, weil Samtpfötchen irgendwie immer seltender Hause zurückkehrt, bis sie schließlich ganz fortbleibt. Wahrscheinlich hat sie Gefallen an der Beschäftigung ihrer selbst gefunden...
So werden die zahmen Wildkatzen oder die wilden Hauskatzen im Revier immer zahlreicher, während die Objekte ihrer Beschäftigung, ja ihrer Begierde, immer seltender werden....
Tja - und Fiffi, der geht entweder selbstständig seiner Wege oder er darf - natürlich ohne einengende Leinen oder Halsbänder - Herrchen und/oder Frauchen bei deren sportlicher Freizeitgestaltung in Gottes freier Natur begleiten. Fiffii ist ja selbst so sportlich. Wegen seiner eindrucksvollen, muskulösen Erscheinung wurde er extra aus einem renomierten Jagdhundezwinger ausgewählt. Verständlich dass es ihm da ungeheuren Spaß macht, über Stock und Stein zu toben. Und wie schön das anzusehen ist...

Nur dass die Zeche dieser mißverstandenen Tierliebe die Wildtiere zahlen, dass will keiner glauben. Zumindest bis er selbst mit ansehen muß, wie seine Katze oder sein Hund ein Wildtier qualvoll ins Jenseits befördert:

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Anruf, drei große Hunde hätten bei uns im Revier einen Hasen gegriffen und der würde dort noch liegen. Ich beeilte mich, dorthin zu kommen und fand einen gerissenen Junghasen vor, dem buchstäblich alle Knochen im Leib gebrochen worden waren.

Die Zeugin beschrieb ein Paar, welches mit 3 weimaraner-ähnlichen Hunden dort spazierengegangen sei, die - worüber sich schon der ganze Ort aufregen würde - grundsätzlich nicht angeleint wären. Zügellos stöbernd stießen die freilaufenden Hunde plkötzlich in den Weiten des angrenzenden Möhrenfeldes einen Hasen aus der Sasse und hetzten ihn in routinierter Manier, bis einer ihnen den Mümmelmann zu fassen bekam. Begleitet vom markerschütterndem Klagen des Hasen, versuchten die Hunde, ihn auf doppelte Länge zu bringen..., bis er schließlich kein Lebenszeichen mehr von sich gab.

Vom Geschehen entsetzt, sammelten die Besitzer ihre Hunde ein und bemühten sich, die Umgebung des Tatortes schnellstmöglich zu verlassen. Von der empörten Zeugin angesprochen, wiegelten sie dennoch ab, es sei schließlich nichts gewesen..., und weg waren sie.

Die Zeugin wußte derweil zu berichten, dass es sich bei den Haltern um neu hinzugezogene Mitbürger handeln würde, deren Hunde ständig hinterm Wild her seien. Von Anwohnern angesprochen würden sie immer äußerst frech reagiern. Der Nachbarpächter hatte den Angaben zufolge schon mehrere, offenkundig gerissene Stücke gefunden, ohne diese eindeutig zuordnen zu können.

Inzwischen konnte ich mich erinnern, die Leute auch schon gesehen zu haben. Die weimaraner-ähnlichen Hunde waren 3 Jagdhunde der Rasse "Magya-Viszla", während die Halter - so schien es mir - mit Jagd nichts zu tun haben.

Angesichts des vorliegenden, eindeutigen Sachverhalts, und der mir zur Verfügung stehenden, aussagewilligen Zeugin, entschloß ich mich Anzeige zu erstatten. Die Leute müssen einfach merken, dass auch in den vermeintlichen Weiten des landlichen Raumes Regeln zu beachten, und Grenzen einzuhalten sind.

Die Hundehalter hätten inzwischen fast 3 Stunden Zeit gehabt, sich selbst aus eigenem Antrieb bei mir oder der Polizei zu melden. Keines von Beidem war geschehen.

Die Polizei nahm die Anzeige mit Interesse entgegen versprach, ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren einzuleiten. Wie der Zufall es will, traf ich die Beamten am nächsten Tag, als diese auf dem Weg zu den Viszla-Leuten waren.sie hatten vor, Ihnen ins Gewissen zu reden und sie über die Anzeige in Kenntnis zu setzen. Zuvor wollten sie sich noch einen Eindruck vom Tatort machen.

Eine solche Zusammenarbeit mit der Polizei lobe ich mir, sie ist keinesfalls selbstverständlich! Wenngleich, wir arbeiten schließlich bei den zahlreichen Verkehrsunfällen auch oft Hand in Hand...

Bleibt zu hoffen, dass die Hundehalter sich diesen Vorgang eine Lehre sein lassen, und ihre Hunde künftig angeleint bewegen. Im Übrigen zeigt es wieder einmal eindrucksvoll, dass Jagdhunde in der hand von Nichtjägern nicht, aber auch garnichts zu suchen haben.
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

09.09.2007 07:58 tekagage
Halt uns bitte auf dem Laufenden, was denn so rauskam bei der Sache!
09.09.2007 11:07 platzi
hatte bei einem Freudn im Revier auch so was ähnliches, da passiert es immer wieder (so die Hundebesitzer), das jemand des Nachts immer weider die Hundezwingertür aufbricht...!?!
Habe die Tiere selbst schon in dem revier jagen sehen....

10.09.2007 12:19 Anke1607
Solchen Leuten gehören die Hunde weggenommen, die dürften nie mehr welche kriegen!!! Wenn ich teilweise in den Revieren sehe, von woher die Leute kommen um bei uns ihre Hunde laufen zu lassen, da wird einem echt übel. Vor allem aus Großstädten zugezogene Leute machen immer wieder Ärger, da ist ein freilaufender Hund echt noch das geringste Übel. Sobald die nämlich irgendwo einen Jäger sehen, machen die einen riesen Terz, was uns denn einfallen würde in der Gegend rumzuballern. Ich nehme wenn ich auf Taubenjagd bin, schon Rücksicht auf die Spaziergänger und ihre Hunde, aber soll ich vor Schussabgabe jeden Einzelnen um Erlaubnis bitten???? Und wenn man das schießt und irgendwo der Fiffi abgehauen ist, dann sind wir es wieder Schuld. Dabei kann man sich leider immer nur auf den Leinenzwang für alle (!) Hunde berufen oder eben die Polizei benachrichtigen.
Aber nicht nur Jäger erhalten Kritik, mein Freund hat nebenbei noch hobbymäßig Landwirtschaft, um auf sein umzäuntes Grundstück zu kommen, muss er zwangsläufig Feldwege befahren. Und zu welchen dreisten Kommentaren da manch Fußgänger fähig ist, weiß inzwischen fast jeder von euch.
Die Leidtragenden sind jedenfalls in den meisten Fällen die Jäger, die haben den Schaden, müssen sich oftmals mit der Polizei streiten (schön dass es bei einigen doch noch anders geht!) und werde dann auch noch angepflaumt weil sie eingreifen und Anzeige erstatten. An das Wild denkt da schon lange keiner mehr. Das ist wie so oft in solchen Fällen der Verlierer.
11.09.2007 07:46 Kampfkeiler
Hallo Rüdemann,

es ist doch immer das Gleiche. Deine Geschichte kann man eigentlich auf alle Reviere in Deutschland ausdehnen.
Über sowas rege ich mich nicht mehr auf. Anzeige ist das einzige, was man machen kann und so traurig es klingen mag, wenn sich nichts ändert und man beim Ansitz sieht, wenn die 3 Hunde wieder mal "spielen " gehen, würde auch ich, bei Nichteinsichtigleit zur letzten Möglichkeit greifen.
11.09.2007 11:14 Ruedemann
Kampfkeiler schrieb:

Hallo Rüdemann,

es ist doch immer das Gleiche. Deine Geschichte kann man eigentlich auf alle Reviere in Deutschland ausdehnen.
Über sowas rege ich mich nicht mehr auf. Anzeige ist das einzige, was man machen kann und so traurig es klingen mag, wenn sich nichts ändert und man beim Ansitz sieht, wenn die 3 Hunde wieder mal "spielen " gehen, würde auch ich, bei Nichteinsichtigleit zur letzten Möglichkeit greifen.


Na ja, vom letzten Mittel habe ich bei Hunden zum Glück bislang keinen Gebrauch machen müssen. Im Rahmen der Verhältnismäßigkeit gehe ich abgestuft vor:
1. Beobachtungen der Polizei melden, um die Hunde aktenkundig zu machen (ohne Anzeige).Die Polizei ermahnt die Halter zumeist daraufhin.
2. Anzeige, u.U. mit In-Rechnung-Stellung von Kosten.
Wenn ich des/der wildernden Hunde habhaft werde, einsammeln und ins Tierheim karren (kost' Geld, sie wieder auszulösen!).
11.09.2007 11:58 Kampfkeiler
Hi Rüdemann,

ich habe noch nie einen Hund geschossen. Möglichkeiten dazu hätte ich schon gehabt,nachdem ein Schäferhundmix und ein Drahthaar ein Schmalreh gejagd hatten. Die Hunde kannte ich bis dato nicht, bekam aber schnell raus wem die gehörten. Einem Förster,fg.
Dem war das peinlich.
Natürlich kann man es so machen, aber fang die Hunde erstmal ein.
Wenn ich allerdings sehe, das ein Hund an einem Reh dran ist, geb ich einen Warnschuss ab, sollte das nicht wirken, würde ich entscheiden müssen, Reh oder Hund.
26.12.2007 13:40 n0vember
hallo

gibt es in der sache etwas neues? wie ist die anzeige ausegangen?
26.12.2007 20:32 Ruedemann
n0vember schrieb:

hallo

gibt es in der sache etwas neues? wie ist die anzeige ausegangen?


Die haben ein Bußgeld bezahlt und bislang habe ich die Hunde bei uns nur noch angeleint gesehen.
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