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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Frischling
719 mal angesehen
20.10.2010, 16.00 Uhr

Die Saison ist eröffnet

Aufgrund der Biomaisanlagen wächst der Anbau der grünen Pflanze auch bei uns in der Region ins unermessliche. Am vergangenen Wochenende wurde ein Maisacker von 10ha bei uns abgeerntet, in dem Schwarzwild vermutet wurde. Mit ein paar Jägern wurde die Fläche einseitig und weiträumig abgestellt – natürlich Richtung Wald. Nachdem die erste Hälfte der Energiepflanze verladen war, wechselten wir die Position an einen Graben der den Maisschlag durchquerte. Die Landmaschinen ernteten anschließend die andere Seite ab. Das Wetter war nicht besonders jagdfreundlich, windig und gelegentlich Regen sowie bewölkt war es an dem Nachmittag. Schmuttelwetter halt.
Man kann, muss man aber nicht verstehen, dass sich der ein oder andere nach vier Stunden warten etwas tiefer in seine Kleidung mummelt und nicht ganz bei der Sache war. Die norddeutsche Wildsau nutzt diesen Moment und gibt den Befehl zum rennen an die Rotte weiter. Der 50m Sprint bis zur Waldgrenze wurde ohne Verluste bewältigt, da sich die Jägersleute nicht so schnell aus ihrer wärmenden Position lösen konnten. So meine Beobachtung aus der Ferne, allerdings dürfte nach dieser Aktion den ansitzenden wärmer geworden sein.
Zum Schluss stieg noch einmal die Spannung, als auch die letzten Maisstängel im riesigen Häckslergebiss verschwunden waren, war eigentlich klar, dass es ein unnützer Ansitz gewesen sei. Durchgefroren und hungrig verließ ich meine Ansitzeinrichtung. Ich stampfte nun nach fünf Stunden über den schwarzen Boden und stolperte immer wieder über die Maisstängel. (Warum werden die eigentlich nicht am Erdreich abgeschnitten? Nervig - nicht mal mit einem normalen PKW kann der Acker befahren werden .) Am Auto kam mir mein Jagdfreund entgegen, der zuvor im warmen Stall seine Kühe gemolken hatte und somit frohen Mutes war, dass im letzten kleinen Maisschlag Sauen stecken würden. Ich hatte nur ein Ziel, ab nach Hause, vor den Ofen und etwas essen.
Daraus wurde aber nichts – ich könnte ja etwas verpassen. Also wieder zurück auf die offene Kanzel, an der jede Sau vorbei musste, um in den Wald zu gelangen. Ich war grade oben angekommen, da viel mir auch wieder ein, was ich noch für ein Bedürfnis hatte. Meine Blase war kurz vorm platzen. Also wieder runter. Jetzt gibt es so Momente im Leben, die eigentlich gar nicht möglich sind, wie zum Beispiel ein Gewinn beim Lotto. Also ich stieg auf die Leiter, meine Büchse stand in der Ecke der offenen Kanzel und meine Gedanken sagten mir: „Nimm die Waffe mit.“ Meine Blase sagte mir: „Ich lass gleich los!“ Seit fünf Stunden hatte ich dort nun gesessen und keine Sau in meiner Nähe gesehen. Das Häcksler war noch nicht am entfernen Maisacker angefangen. Also warum in Hubertus Namen noch mal, sollte ausgerecht jetzt, eine Wildsau das Zeitfenster von 30 Sek. zum pissen nutzen? Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, daher setzte ich meinen Abstieg fort und stellte mich neben die Leiter und öffnete den Reisverschluss. Kurzes suchen zwischen den ganzen Kleidungsstücken, ok es konnte losgehen.
Aber irgendetwas hatte ich doch eben auf dem Acker gesehen, ach ja ein Hügel Mais der daneben gefallen war oder war es doch etwas anderes. Ich drehe den Kopf zur Seite um noch mal nachzusehen. „N E I N das kann doch jetzt echt nicht wahr sein!!“: dachte ich. Da stand doch tatsächlich eine Sau auf dem Acker, mitten drauf! Das gibt es doch nicht, das kann nicht angehen. Sauer war ich, wieso kommt das Schwein genau jetzt, da hat doch einer gepetzt. Also „ihn“ wieder eingepackt und die Leiter hoch – schnell sehr schnell. Nach dem Motto: Bin ich zuerst oben bevor du wieder im Mais verschwunden bis? Oben angekommen flog die Waffe nur so in den Anschlag. Hm, das Schweinchen guckte nur ungläubig in meine Richtung aber stand noch, also noch Leuchtabsehen einschalten etwas vergrößern und bummm. Jetzt rannte der Schwarzkittel zurück und mir blieb nur die Möglichkeit eines zweiten Schusses. Rumms
Ruhe
Der Frischling lag nicht, zumindest konnte ich ihn nicht sehen. Nach 30 Min. baumte ich ab und mein Jagdfreund kam mir zu Hilfe. Beschossen hatte ich den Frischling auf 80m, zum Glück fanden wir den Anschuss recht schnell der mit reichlich Lungenschweiß überzogen war. 40m weiter im Gras vor einem Graben lag der Frischling mit einem sauberen Blattschuss, also hatte der erste Schuss gepasst.
Leider konnten wir den Frischling nicht verwerten aber das ist eine andere Geschichte die ich bereits im Forum berichtete.
offline

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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

20.10.2010 17:35 Edition2000
Ja Waidmannsheil, aber ich habe mich hier gebogen vor Lachen. Schön geschrieben.
20.10.2010 20:24 sbsax
Lustige Geschichte, ja unverhofft kommt oft, hoffe die Hose blieb trocken
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