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Vergangenheit

(5 Einträge)

Bei Drückjagd verunfallter mittlerer Sika-Hirsch Ein frohes Fest und guten Rutsch an die Landliver! Waidmannsheil von elvis
651 mal angesehen
01.10.2010, 18.21 Uhr

Studienreise

Anbei einmal ein "Werk" aus dem Jahre 2004:

Das Wort "Sika" stammt vom Namen eines Indianerhäuptlings (Sik-ka) ab, der dem vom italienischen Paläontologen Florentino Amaghino erforschten Stamm der Hopewell-Indianer vorstand. Es bedeutet soviel wie "Sinnlos springend". Das diese Einleitung bedenkenlos dem Jägerlatein zugeordnet werden kann, ist unstrittig, aber davon später mehr.

Zwecks Erforschung der oben genannten Wildart begab ich mich in das Forstamt Arnsberg. Schon früh war ich angekommen und ob der sehr guten Forschungsbedingungen - knackig gefrorener Boden - sehr zufrieden. Die Frühstückbrote sowie der wärmende Kaffee schmeckten da doppelt so gut. Gegen kurz vor neun hatte sich die vielköpfige Forschergruppe auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus versammelt und man lauschte gespannt dem Plan des Direktors. Nachdem die einzelnen Teams zusammengestellt waren brach man geordnet zu den Forschungsgebieten auf... in meinem Fall ein kleiner Bodensitz an einem Waldweg. Der Blick ging auf einen gegenüberliegenden Hang mit lichtem Buchenbestand. "Bitte nicht in Höhe der Kuppe schießen" waren die letzten Worte des Teamleiters und schon war ich mit mir allein...
Gegen 11:00 Uhr sollte unser Projekt beginnen und so bereitete ich meine Ausrüstung vor. Nach allen wichtigen Seiten konnte man spekulieren und sogar sicher auflegen - na das konnte ja was werden. Da - rechts wechseln bereits drei Stücke Wild durch den Wald - Rehe - wahrscheinlich Ricke mit zwei Kitzen, aber mindestens 120 m und recht flott - also locker bleiben, denn das Forschungsobjekt sah anders aus, wie ich mich vorher informiert hatte...
Jiff-jiff-jiff, ging es plötzlich von links... da - das müssen sie sein - vier braun-graue Wildkörper mit grell aufgestelltem Spiegel wechselten zügig vor mit durch den Wald, natürlich auf ca. 100 m genau über die Kuppe - an Schießen nicht zu denken - und da kommt auch schon die laut jagende Bracke - welch schöner Anblick - na hier scheint ja was los zu sein! Und da knallt es auch schon an allen Ecken und Enden. 15-20 Schuss zähle ich innerhalb von zwanzig Minuten, dann gebe ich auf. Froh war ich jedenfalls, dass ich offensichtlich in der Lage war, Sika sicher anzusprechen.
Und da kommt wieder Geläut von rechts. Die Bracke weit hinter einem einzelnen Sika. Das klappt ja vortrefflich - nur näher müssten sie kommen, und dann am besten kurz verhoffen. Kahlwild war frei, und da Sika-Fleisch äußerst wohlschmeckend sein soll, wollte ich gerne ein Kalb mitnehmen. Aber nur nicht vorab das Bärenfell verkaufen!
"ELCH!"
Das war mein erster Gedanke, als ich urplötzlich rechts vor mir einen großen dunklen Fleck bemerkte, der vorher noch nicht dort war. Ein Sikahirsch - Achtender! Welch stolzes Tier. Da steht er und sichert, das Haupt hoch erhoben, mit dem Geweih protzend. Ein tolles Bild. Jetzt setzt sich mein "Forschungsobjekt" in Bewegung und trollt auf ca. 50 m durch den Hang. Was man denkt, wenn gerade das nicht frei gegebene Stück passend kommt, mag sich der verehrte Leser selber erdenken. Was nun? Er verhofft erneut. Was... in meinem Nacken kitzelt ein Windhauch... und will mir nicht gut Freund sein. Aber was passiert denn jetzt? Der Hirsch wirft sich herum und... beginnt mit allen vier Läufen gleichzeitig in die Luft zu hüpfen. Ein, zwei Sprünge, und er verhofft wieder. "Kann doch nicht war sein, der stolze Hirsch hopst wie ein Springbock aus Afrika - Gerade noch Schweden-Elch, jetzt schon afrikanischer Springbock!" - Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Und da hopst er auch schon weiter, verhofft wieder und... verschwindet hinter der Kuppe...
Mannomann, ich hatte zwar schon in meinen Unterlagen verschiedene seltsame Verhaltensweisen notiert (Pfeifen anstelle eines gehörigen Röhrens während der Brunft Oktober/November), aber wer würde mir das nun glauben?
Wieder knallt es am anderen Ende des Gebietes, als plötzlich zwei Stücke, vermutlich Alttier mit Schmaltier, auf der Kuppe auftauchen. Sorgsam visiere ich ein Stück an, kann es aber nicht freibekommen. Die beiden scheinen unschlüssig, was hier zu tun sei und treten auf der Stelle, wechseln nach links, kommen zurück, sind ständig in Bewegung - auf 100 m im dort dichten Unterholz nichts zu machen. Schwupps, war auch dieser Spuk vorbei.
So langsam wurden die Schüsse seltener. Auch die letzten zehn spannenden Minuten führten nicht zum ersehnten Waidmannsheil! Aber was hatte ich gelernt? Welch eine erstaunliche Erfahrung. Hier noch die Ergebnisse meiner Forschungen:
"Sika" stammt aus ursprünglich aus Japan und China. Das Wort bedeutet nichts anderes als "Hirsch". Es existieren mehrere Unterarten. "Die ersten Sikahirsche setzte Freiherr von Donner 1893 im Arnsberger Wald in ein 600 ha großes Revier, das mit einem Gatter umgeben war, ein. Man weiß heute nicht mehr, um welche Unterart es sich handelte. Einige weitere Hirsche wurden 1928 und 1930 im gleichen Gatter freigelassen, zwei Hirsche der chinesischen Unterart kamen 1940 hinzu. Im Jahre 1942 kaufte Wilhelm von Opel, der das Revier erworben hatte, vom Tierpark Hellabrunn einige Dybowskihirsche - eine Unterart des Sikahirsches - und ließ sie im Gatter frei.

Im Jahre 1936 war das Gatter des Wildparks durch Schneebruch stellenweise zerstört worden. Einige Sikahirsche konnten aus dem Gatter entkommen und vermehrten sich in der völligen Freiheit. Als im Jahre 1945 das Gatter ganz geöffnet wurde, besiedelten die Sikahirsche allmählich den gesamten Arnsberger Wald."
Weiteres hierzu auf [www.natur-lexikon.com]

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swinging_elvis

swinging_elvis

Alter: 45 Jahre,
aus Dubai
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Kommentare

03.10.2010 10:40 SauerlaenderJung
Tolle Geschichte, finnischer Freund! Da warste ja ganz bei mir in der Nähe zu Gast. Arnsberger Wald ist wirklich nicht weit. Auch wenns nicht mit dem Kalb geklappt hat, nimm die schönen Erinnerungen mit! Weidmannsheil!
03.10.2010 11:03 swinging_elvis
Kiitos! Ist immer ein schönes Erlebnis gewesen in diesem schönen Revier. Zweimal konnte ich einen Frischling erlegen. Immer guten bis sehr guten Anblick aber noch nicht ein Stück Sika. Aber das ist ja das Schöne: der Weg dahin, das Hoffen... macht am meisten Spaß. Elvis
SauerlaenderJung schrieb:
Auch wenns nicht mit dem Kalb geklappt hat, nimm die schönen Erinnerungen mit! Weidmannsheil!

12.10.2010 16:10 Kija
gefällt mir!
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