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murmelbaers Jagdblog

(9 Einträge)

494 mal angesehen
19.09.2010, 20.38 Uhr

Jagdwochenende

Letztes Jahr war's, da hat ein befreundeter Förster bei einem Drückjagdschüsseltreiben eine Einladung ausgesprochen-" Kommt doch zur nächsten Hirschbrunft mal in die Rhön".
Im Juli hab ich mich daran erinnert. Ein Anruf in Unterfranken und die Einladung wurde wiederholt und bestätigt.
Das Organisieren hat sich dann ein bisserl schwierig gestaltet, denn fünf Leuts, davon vier noch voll berufstätig, unter einen Hut, an einem Wochenende zusammen zu bringen war kompliziert. Aber diese Hürde hab ich gemeistert, auch die Nebensächlichkeit, =wer bringt was mit=.
Übernachtet wurde nämlich in einer forstlichen Diensthütte, nur mit dem Einfachsten bestückt. Dafür liegt sie wirklich idyllisch, einsam, weit ab vom Schuß, mitten im Revier.
Freitag 15:00 Uhr, Bezug der Hütte durch die erste angereiste Partie. Lüften, Feuer machen, Betten herrichten. Noch schnell ins Dorf und Brot und Wurst eingekauft für den Abend, als dann auch schon die zweite Partie vorgefahren ist. Der Förster hat sich auch eingefunden und für den ersten Abend wurden die Sitze verteilt und nochmal die großzügigen Freigaben wiederholt.
Frei war alles was die Jagdkarte hergibt, nur waren die IIIer Hirsche schon alle erlegt und an männlichem Rotwild nur noch je ein kostenpflichtiger Ier und ein IIb frei. Rotkahlwild, Rehwild, Schwarzwild, Raubwild, besonders Waschbär und Marderhund, natürlich auch.
Gegen 17:30 Uhr sind wir dann gestartet. Kreuz und quer durch's Revier, so jedenfalls ist es uns vorgekommen, bis zum Autoabstellplatz. Von dort aus haben wir die Sitze bezogen. Mir wurde die Kanzel Nr. 70 zugewiesen, die ich aber wegen einem Mißverständnis nicht besetzt habe, sondern die am gleichen Weg liegende Nr. 71. Keine Angst, ich bin auf 100ha. alleine gesessen, keine Gefahr für andere oder mich.
Eine gute Wahl, die 71. Kurz nach 18:30 Uhr bummelt ein Schmalreh am Randstreifen und wird meine Beute. Kurz runter, Reh versorgen und weiter ansitzen.
Aber, kein Schuß fällt mehr, kein Haar ist mehr zu sehen. Auch bei den anderen vier hat sich nichts sehen lassen. Nur ein Hirsch wurde gehört, ein bischen unlustig soll er gemeldet haben.
Schneider waren wir schon nimmer und die Rehleber für Samstag Nachmittag war auch gesichert.
Samstag Morgen, zappenduster und lausig kalt. Der R. M. und ich , werden von einem Dauerjagdgast, der sich zur Verfügung gestellt hat, angesetzt.
Er hat mit farbigen Worten beschrieben, was da um welche Uhrzeit wo wechselt. Im Nachhinein darf ich sagen, es war ein typischer Preusse(norddeutscher Landsmann), einen Schlag hoch drei, was Jagd anbelangt, sonst aber ein netter Kerl.
Weder Rotwild noch Schwarzwild haben sich sehen lassen. Auf einen Rehbock, der in etwa 150 m über den Weg gewechselt hat, bin ich nicht fertig geworden.
Aber gegen 7:30 Uhr sind zwei Schüsse gefallen. Okay, das passt,denk ich. Wieder hat Diana freundlich gelächelt.
Nicht ganz. Der R.B. hatte Sauen vor und hat schlicht und einfach daneben geschossen. Der Förster hat ein weiteres Schmalreh erlegt.
Nachmittag dann Schwammerl suchen - bewaffnet natürlich, denn Sau oder Reh kann immer kommen. Schwammerl ja, Reh und Sau auch, aber .......
Der Abendansitz hat dann bei einem weiteren Jagdgast ein Schmaltier gebracht.
Ein bischen spät, das Tottrinken hat sich doch ein wenig hingezogen haben wir uns in die Schlafsäcke gekuschelt und schnell, allzu schnell war die Nacht um, der letzte Ansitz steht bevor.
Noch kälter war der Morgen, die warme Unterkleidung schadet nicht, beziehe ich diesmal die Kanzel Nr. 70. Bei der Anfahrt schon überfällt ein Alttier den Weg. Ob da noch was kommt?
Ein wunderschöner Sonnenaufgang läßt mich die Frage vergessen, als plötzlich, wie hingezaubert ein Hirsch auf dem Weg steht. Angesprochen übers Zielfernrohr sagt mein Geldbeutel - IIb, etwa 2000.-€, entspannen!
Ach ja, dort ist auch das Alttier über die Straße, dort geht also das Rotwild, verflucht weit, so um die 180 m.
Als dann der Nebel aufzieht warte ich eigentlich nur noch bis Ansitz Ende. Die Temperaturen sind auch nicht angenehmer geworden. Der typische Temperaturabfall so 1 Stunde nach Sonnenaufgang.
8:15 Uhr, da steht doch...., schemenhaft steht Stück Rotwild dort am Wechsel. Das ist doch ein Schmaltier! So ganz einfach war es nicht, die Ansprecherei, aber in Anschlag, Vergrößerung auf 10-fach, bin ich doch gegangen. Es steht ein bischen schräg, da müßte ich da anhalten, denk ich noch, als sich ein zweites Stück von links ins Blickfeld schiebt. "Kurze Schnauze", Kalb, passt, bumm.
Ohne zu zeichnen macht das Kalb zwei Sätze zurück, das Schmaltier (ein solches war es wirklich, wie wir später anhand der Fährten festgestellt haben) folgt auf dem Fuß.
Die Gedanken muß ich wohl nicht beschreiben, jeder halbwegs richtige Jäger kennt sie.
Mein Geraffel zusammengepackt und zum Anschuß gegangen. 230 ordentliche Schritte hab ich gezählt bis ich an den Anschuß kam.
Plumps!
Das war der Stein, der mir heruntergefallen ist, als ich die drei, vier faustgroßen Flecken mit Lungenschweiss gesehen hab. Kurze 20 Meter war die Flucht, die das Kalb noch geschafft hat.
Meine Freunde, auf den Schuß hin zu mir gefahren, haben mir geholfen beim Aufbrechen und Einladen. Der Förster ist auch noch gekommen und dem hat man die Freude über mein Weidmannsheil bis in die Haarspitzen angesehen.
Ein ordentliches Hüttenfrühstück mit anschliessendem Groß Reinemachen und Auto beladen haben das schöne Jagdwochenende abgeschlossen.
Auch die weniger glücklichen haben zugestimmt, das nächstes Jahr unbedingt zu wiederholen.
Weidmannsdank an die Saale


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murmelbaer

murmelbaer

Alter: 70 Jahre,
aus unterm Arber
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Kommentare

20.09.2010 06:59 Johannes06
Waidmannsheil!
20.09.2010 08:57 WiednerDerSteirer
WH...
eine gute geschichte,,, halt aus dem Jagaaltag und das macht sie besonders..
Steirergruß
20.09.2010 16:49 Augsprosse
Ein kräftiges Waidmannsheil !
Die Geschichte gut erzählt; 230 Schritt und Kammertreffer beim Kalb> Dich kann man getrost wieder einladen!
Grüße aus dem Norden
20.09.2010 18:03 murmelbaer
Danke für die Weidmannsheils.
Es war wirklich ein schönes Wochenende und 230 Schritte sind nun nicht die großartige Entfernung (ca.160m).
21.09.2010 07:41 RhoenerKauz
Hi Murmel,

dickes WMH!
War das wirklich in der bayrischen Rhön?
Mir ist nur von Fladungen und Willmars bekannt daß dort Rotwild vorkommt...
Alle Ecken kenn ich aber auch nicht
21.09.2010 11:13 jungjager
Waidmannsheil!

Du scheinst einen schnellen rechten Zeigefinger zu haben...
21.09.2010 21:29 murmelbaer
jungjager schrieb:
Waidmannsheil!



Du scheinst einen schnellen rechten Zeigefinger zu haben...


Was stört dich daran? Ausserdem hat mein rechter Zeigefinger mit der Schiesserei gar nichts am Hut.
21.09.2010 22:13 jungjager
Mich stört garnix daran. Ganz im Gegenteil! Das zeugt davon dass du dein Handwerk verstehst.

Und dass du a Linker bist kann ich ja ned wissen...
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