Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

murmelbaers Jagdblog

(9 Einträge)

321 mal angesehen
31.08.2010, 21.25 Uhr

Himmelsschleusen - Fortsetzung

Der gehörte Schuß ist noch in Erinnerung?
Gut, kurz die Geschichte dazu.
Mit dem Revierjagdmeister waren der G. und der B. unterwegs.
Einem nach oben wechselndem Gams wollten sie, den Berg umschlagend, den Weg abschneiden. Der Gams blieb Sieger, aber das IIIer Hirscherl (hinter dem war der Berufsjäger schon ein Jahr her), das unterhalb des Steiges in einer Rinne stand, wurde den Dreien zur Beute.
Der G. hat ihn erlegt.
Den Erzählungen nach, muß es eine strapaziöze, anstrengende Bergung gewesen sein, daß sogar das Zerlegen vor Ort und der Transport der Hauptteile im Rucksack erwogen worden ist.
Nass von aussen und von innen sind sie dann kurz vor uns in der Wildkammer angekommen.
Wild versorgen, Wildkammer säubern, Buchführung ging zu fünft recht flott, so daß wir drei, nicht ohne den Abend mit dem Berufsjäger zu planen, das Quartier aufsuchen, uns umziehen und eine verdiente Brotzeit machen konnten.
Ein kleines Nickerchen war auch noch drin, und als wir so um 14:00 Uhr wieder halbwegs fit waren, hat strahlend die Sonne die Brecherspitz beleuchtet.
Aber leider nicht lange.
Um 16:30 wurde R, der bislang noch ohne Weidmannsheil war vom "Chef" für einen weiteren Pirschgang(fahrt) abgeholt.
Es hat leicht das Nieseln angefangen.
Um 18:00 Uhr ist dann der Lehrling mit uns beiden zum Abendansitz aufgebrochen.
Es schüttete wieder wie aus Kübeln.
Kurz, der Abendansitz blieb erfolglos. Es muß zwar Rotwild irgendwo in der Nähe meines Sitzes gezogen sein - ich konnte es deutlich riechen, zum Erlegen reicht das aber nicht.
Auch R. kam erfolglos zurück.
Der Regen kam bis 1400 m als Schnee, die Temperaturen pendelten so bei 2° Grad. Im Ort schoß das Wasser in Kaskaden über die Straßen und in einer Minute war man bis auf die Haut durchnäßt.
Den Ofen hatten wir schon Nachmittag angeschürt, so daß wir unsere Klamotten über Nacht halbwegs trocken gebracht haben.
Um 6:00 wird der R wieder abgeholt und wir sollen uns nochmal ansetzen.
Die ganze Nacht hat es weitergeschüttet, so stark, daß die Valepp, der Abfluß des Spitzingsees, ein reißender Wildbach geworden ist, der weiter unten sämtliche Wiesen überschwemmt hat.
Auf dem Weg zum Sitz, einer überdachten Leiter an der Spitze von zwei V-förmig nach unten gehenden Schlägen war der Weg nur noch ein Sturzbach.
Der Wind hat den Regen in den Sitz getrieben, die Kälte und die Feuchtigkeit gewannen schön langsam Oberhand.
Ich hab keine Lust mehr!
Punkt 7:30 Uhr, woher es gekommen ist, keine Ahnung, ein Schmalreh. Ganz aufgeregt war es, den Spiegel weit gespreizt, angestrengt nach unten sichernd.
Da kommt was!?
Und schon schiebt sich der lange Schädel eines Alttieres aus den Pestwurzblättern, dicht gefolgt von einem schwachen Schmalspiesser.
Der passt, den nehm ich mit.
Nur schnell wär zu einfach. Ständig in Bewegung und meist irgendwie vom Alttier ge-und verdeckt, war ein Schuß nicht möglich.
Und schon waren die beiden im Bestand verschwunden.
Aber vielleicht krieg ich noch eine Chance, vielleicht wechseln sie über die zweite Schneise auch.
Das haben sie auch, aber verdammt weit oben. 200 m hab ich geschätzt.
und der Spiesser tut mir den Gefallen und verhofft ganz kurz.
Den Schuß quittiert er mit heftigem Ausschlagen und mit zwei Schritten ist er aus meinem Blick verschwunden.
Puh ey, das gibt es doch gar nicht. Wochenlang soll auf diesen Schlägen kein Wild gewesen sein, und jetzt, bei diesem Sauwetter geht's da zu wie auf dem Stachus.
Jetzt brauch ich Hilfe zum Bergen.
Die kommt auch. Den Berufsjäger hab ich am Handy erreicht und G. und R. sind auch dabei gewesen.
Der Hang, der vom Sitz aus harmlos ausgeschaut hat, zwar mit ein paar Wurzelstöcken drin, sonst aber meist mit Pestwurz bedeckt war, entpuppte sich als ein mehr oder weniger breiter Bach. Klar, irgendwohin muß das Wasser ja hin.
Nass, aber recht flott waren wir beim Anschuß, haben aber nichts, kein Haar oder Schweiß gefunden. Der Regen hat alles fortgewaschen.
Aber die zwei Hundel die dabei waren, haben längst schon gewußt was Sache ist. Sie hatten das Stück schon in der Nase und durften es kurz als ihre Beute in Besitz nehmen.
Aufbrechen, Herz und Leber für uns und den ausgewaschenen Pansen für die Hunde verstauen im Rucksack war schnell gemacht und schon ging es nach unten.
Daß der Berufsjäger und ich in einen Graben eingebrochen sind und das Wasser von oben in die Schuhe gelaufen ist, daß das Gewehr eine große Wasserpfütze im Zimmer hinterlassen hat und die nassen Sachen in eine extra Plastiktüte verpackt werden mußte, war wurscht.
Ich glaube, Diana hat in den zwei Tagen den Rock gelupft für mich (der Rest steht oben).

PS: Der R. hat auch an diesem Morgen nichts erwischt. Ich hab für ihn nochmal was ausgemacht, vielleicht klappt es dann.

offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

murmelbaer

murmelbaer

Alter: 69 Jahre,
aus unterm Arber
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

01.09.2010 07:46 mitgeher
Weidmannsheil zum III er Hirscherl, aber auch zum Kalb und zur Gams natürlich.
Hast mit der HDB in 7x64 des Wild erlegt?
Gruß Mitgeher
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang