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murmelbaers Jagdblog

(9 Einträge)

254 mal angesehen
31.08.2010, 20.17 Uhr

Rupicapra rupicapra, Cervus elaphus und Himmelsschleusen

Ein Jahr ist schon fast wieder um, seit dem letzten jagdlichen Besuch im Gamsgebirg.
Darum ging's am Sonntag wieder gen Süden, dem Spitzingsee zu.
Diesmal waren wir drei, die sich auf die flinken Bergziegen versuchen wollten, entsprechend eng war es im Auto. Vor allem auch, weil die Ausrüstung, des angesagten Wetters wegen, doch gigantische Ausmaße angenommen hatte (wie sich herausstellen sollte, war es sogar noch zu wenig).
Fahrt, Quartier beziehen, Hunderunde und sich mit dem Berufsjäger verabreden, alles wie gehabt.
30.08., 5:00 Uhr - das Aufstehen fällt leicht, die Wahl der richtigen Klamotten weniger - es gießt aus Kübeln.
Na servus!
Gut, meint der Berufsjäger, es ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, daß Wild bei dem Wetter unterwegs ist, aber im Bett werden wir es nie erfahren.
Ich bin dem T., einem Berufsjägerlehrling im zweiten Jahr zugeteilt, verstau mein Geraffel im Suzi, frag noch genau nach der Freigabe und los geht's.
Über Bayrisch Zell, dann weiter zum Zipfelwirt und auf Forstwegen in der Klooaschau zur Kreuzbergalm.
Der Scheibenwischer ist im Dauereinsatz.
Auf dreiviertel der Strecke auf einmal Rotwild auf dem Fahrweg. Ein Kalb wollte genau wissen, was für ein komisches Vehikel da unterwegs ist.
Des nehma mit, der T nickt nur und schon war ich draussen, schob eine Patrone in der Büchs und übers Zielfernrohr nochmal angesprochen.
Kalb, 100m, aber spitz zu uns. Okay, das pack ich. Noch ein bischen fester eingespreizt zwischen Autodach und Tür, Absehen auf den Stich und Bumm!
Ein kurzes heftiges Ausschlagen und schon war das Kalb vom Bestand verschluckt.
Ich mach's kurz, das Kalb lag nach drei Meter Flucht unter Pestwurzblättern.
Während wir das Kalb versorgen, hören wir einen Schuß, der nur von der anderen Partie kommen konnte.
Gut, das Kalb war aufgebrochen und es war gerade mal 7:00Uhr.
Einerseits wäre eine warme trockene Stube durchaus verlockend, andererseits wollt ich aber auch einen Gams und nass war ich eh schon.
Also rauf zum Almboden. Nur mal schauen, ob überhaupt Gams unterwegs sind.
Mit Minimalausrüstung - Gewehr, Fernglas und Bergstecken gehen wir unter ständigem Abglasen über die Alm.
Wolkenfetzen fallen über die Wänd, der Regen wird stärker und nirgendwo auf den Lahnern und Reißen ist ein semmelgelber Fleck zu sehen.
Lass ma's gut sein für heut früh, Schneider samma eh nimmer
Auf dem halben Weg zurück zum Auto dreh ich mich nochmal um und glas nochmal ab.
Zefix, da steht doch a Gams. Ganz oben, am Rand einer Rinne, steht tatsächlich eine Gams und sichert zu uns runter.
Die gehn wir an, meint der T.
Am Auto noch eine kurze Wegzehrung, den Rucksack geschultert und schon pirschen wir zurück. Durch einen Graben und ein paar Latschen gedeckt erreichen wir eine großen Felsbrocken, der eine gute Auflage bietet, von dem aus recht gut ins Kar zu schiessen war.
Und da waren ja auf einmal noch mehr Gams. Auf einer Reissen ästen vier Jahrling, völlig unbekümmert.
Wia weit?
"Mia ham's g'messen, 250m, traust di?"
Schau ma mal ob's gehen könnte.
Nach ein paar Ruckerer da und den Bergstecken dort noch untergeschoben, liegt das Absehen, zölffach vergrößernd, ruhig auf einem Jahrling.
Nach den Erfahrungen, die ich in Unken auf 250m gemacht hab, wird das Geschoß gute 15 cm fallen auf die Entfernung. Also knapp unter dem Rist anhalten.
Einer der vier stellt sich langsam breit, und ich lass fliegen.
"Den hast überschossen, da hat's sauber g'staubt."
Die Jahrling hat der Schuß in keinster Weise beeindruckt, und ich wollt es nochmal versuchen.
Diesmal genau auf's Blatt - der Schuß rollt durch's Kar, der Jahrling macht eine kurze Flucht und liegt.
Naufkraxeln, Weidmannsheil wünschen, versorgen und der geländegängigeren Beweglichkeit wegen vom Lehrling gebracht, hat dann nicht mehr lange gedauert und wir waren, das Kalb unterwegs noch eingeladen schon bald an der Wildkammer.
Was für den Leser noch wichtig ist, es hat das Regnen aufgehört.
Soweit für's Erste, das von den beiden Freunden, dem Abendansitz und dem darauf folgenden Morgen in der Fortsetzung.


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murmelbaer

murmelbaer

Alter: 70 Jahre,
aus unterm Arber
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Kommentare

31.08.2010 22:26 Johannes06
Waidmannsheil!
Grüße
Johannes
22.12.2010 20:29 Hickey
Super Geschichte! Gamsjagd würde mich auch reizen. Waidmannsheil!
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