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Eifeler Erlebnisse

Meine ersten Jagderlebnisse (3 Einträge)

435 mal angesehen
09.08.2010, 00.05 Uhr

Blattjagd in der Eifel

Es ist Blattzeit . Wie jedes Jahr verabschiede ich mich in dieser Zeit fast jedes Wochenende ins 250 km entfernte Eifelrevier, in dem in diesem Jahr erstaunlich viele schwache Böcke rumlaufen. Gut für mich, denn als Jungjäger soll, kann, muss ich mich auf diese beschränken.
Drei Wochen Ferienjob lagen hinter mir und die letzten Schulferien meines Lebens fingen mit der Fahrt in die Eifel an. Dementsprechend entspannt ist die Stimmung, die Vorfreude groß und die Erwartungen riesig.
Wie fast immer ging es etwas verspätet ins Revier, man unterhält sich halt vorher immer so schön mit allen...
Mein Platz war eine Bodenkanzel, die wir vor zwei Wochen erst dorthin gestellt haben. Gegenüber der langen Wiese steht 500 Meter entfernt eine Kanzel von der man zwar massenhaft Wild sieht, jedoch immer dort wo es zum schießen zu weit ist und genau da, wo eben vor 2 Wochen noch keine Bodenkanzel stand.
Irgendwie bin ich nervös. Das Wild kommt weiß ich fast sicher, man kann an dieser Stelle die Uhr danach stellen. Vor zwei Wochen hab ich einen Bock und zwei Füchse vorbei geschossen – Diagnose: Mucken. Nach vielen Schießstandbesuchen bis zu diesem Wochenende hatte ich langsam wieder Vertrauen in mich und meine Waffe, trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl.
Bevor ich mich noch weiter in diese Gedanken hineinsteigern konnte fing die Party zum Glück früh, um Punkt 9 Uhr an. Zwei Rehe kamen auf einmal aus dem Wildacker vor mir gestürmt. Ein Blick durchs Glas - zwei Jährlinge, ein Spießer, ein Knopfbock. Beide rannten direkt auf mich zu, der Knopfbock hinterm Spießer her, dieser verhoffte kurz, war vielleicht fünf Meter von mir entfernt, aber viel zu schnell war Bock Nummer 2 wieder da und weiter ging die Raserei bis nur noch der Knopfbock auf der Wiese stand. Das Spießerchen hat er in den Wald vertrieben. Jetzt zählte es. Langsam die Waffe aus dem Fenster, Absehen aufs Blatt - aber er stand noch nicht breit genug. Also noch ein bisschen warten. Zeit, die mir – oder meinen Nerven – zu viel war. Mit einem mal fing das Jagdfieber an mich zu schütteln, das Fadenkreuz machte fröhliche Sprünge auf dem Bock, blieb aber nicht da wo es hin sollte. Also noch länger warten, erst mal beruhigen…doch die Chance ließ mir der junge Bock nicht. Sekunden später spurtete er zu der 200 Meter entfernt stehenden Ricke, die er wohl, genauso wie ich, jetzt erst bemerkt hatte. Vorbei wars. Ich hätte mich erwürgen können, aber war auch froh, dass ich nicht „auf gut Glück“ geschossen habe. Also bis zum nächsten Abend warten.
Ein Tag später, gleiche Uhrzeit, gleiche Stelle und – hoffentlich – das Date mit der gleichen Person, meinem Knopfbock.
Pünktlich um fast 9 Uhr stand er dann wieder vor mir, wie „verabredet“. Statt Fernglas direkt die Waffe aus dem Fenster, kurz durchs Zielfernrohr das Haupt kontrolliert, ob es auch wirklich der richtige Bock ist und dann das Absehen aufs Blatt. Schon wieder stand er nicht ganz breit, aber lange musste ich nicht warten. Mein Herz pochte mir zwar wieder bis zum Hals, aber das Fadenkreuz stand absolut fest da wo es hin sollte. Im nächsten Moment ist die Kugel raus, im Knall sackt der Bock kurz zusammen, dreht sich dann um und sprintet auf den 50 Meter entfernt liegenden Wildacker zu. Durch die Drehung konnte ich sehen, dass der Ausschuss mitten auf dem Blatt sitzt, war aber mangels Erfahrung nicht abgeklärt genug, um den Bock einfach laufen zu lassen. Also Absehen wieder auf den flüchtenden Bock, fliegen lassen und im Schuss schmeißts den Kerl um.
Ich war völlig fertig. Erst mal die Waffe wieder wegstellen, vorher noch dreimal kontrollieren ob auch wirklich gesichert ist, man weiß ja nie bei der Aufregung. Nach 5 Minuten hielt mich dann nichts mehr auf dem Sitz, der Bock lag ja mausetod 40 Meter vor mir im Gras. Am Stück angekommen erst mal Ernüchterung: der zweite Schuss saß waidwund, Pansen durch, schöne Sauerei. Der erste Schuss ist dagegen kurz hinterm Blatt rein und an der anderen Seite Hochblatt wieder raus. Wie der Bock damit überhaupt noch laufen konnte können wir später alle nicht verstehen.
Der Rest ist schnell erzählt: Hab ihn direkt am Hochsitz aufgebrochen und dann ab zum Jagdhaus um den Wildkörper vernünftig auszuspülen. Ein bisschen hab ich mich schon über den zweiten Schuss geärgert, er war ja eigentlich unnötig, wenn auch aus meiner Sicht richtig, um den Bock möglichst schnell zu töten. Alles in allem überwiegt sowieso die Freude über einen guten Abschussbock! Gerade nach Mucken, Jagdfieber und einer verpassten Chance am Vortag!
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Kommentare

09.08.2010 10:25 Niederbayer
Waidmannsheil! Hauptsache der Bock liegt und war schnell verendet! Aus kleinen Fehlern lernt man und die bringen auch Erfahrung! Geht mir ned anders.

Gruß

Niederbayer
09.08.2010 14:01 tunefish
Waidmannsdank!

Ja solang es nur kleine Fehler sind lern ich gerne draus...Auf große Fehler verzichte ich aber gerne
09.08.2010 14:49 Munsterlaender
Hi Tunefish,

wirklich ein tolle Geschichte und ehrlich geschrieben! Kenne das Problem mit demMucken übrigens auch. Bei mir hilft es, wenn ich mich zwinge beide Augen beim Schuss offen zu halten.

Waidmannsheil zum Bock und viele Grüße
Münsterländer
09.08.2010 16:20 tunefish
Waidmannsdank!
Bei mir hats auch unwahrscheinlich geholfen beide Augen beim Schuss offen zu lassen, das hab ich am Schießstand gemerkt.

Lieben Gruß
tunefish
10.08.2010 07:05 BayernFlo
Waidmannsheil zum Bock. Gut erzählt, macht Spass zu lesen!
VG,
Flo
10.08.2010 08:03 Scotch2401
Waidmannsheil zum Bock!

Gruß Scotch
10.08.2010 13:13 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil zum Bock
10.08.2010 15:55 tunefish
Waidmannsdank an alle!
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