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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Nach erfolgreicher Nachsuche Geschundene Kreatur...
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23.08.2007, 23.01 Uhr

Der Mähdrescherfuchs

In der Hitze des Sommers saßen wir - wie viele andere auch - beim Grillen im Garten, als mit donnernden Reifen in unserer Siedlung ein riesiger John- Deer- Traktor vorfuhr. Flugs vom Tecker gesprungen rief mir der Fahrer über den Gartenzaun zu, ich solle mich schnell fertigmachen, sie bräuchten meine Hilfe. Beim Mähen sei ihnen ein Fuchs ins Mähwerk gesprungen, der jetzt auf dem Stoppel läge, aber noch leben würde.

Schnell nahm ich die kleinkalibrige Pistole aus dem Schrank und folgte ihm zum Schlag, unweit unseres Hauses. Doch dort angekommen, war die Verwunderung groß:

Der Fuchs war weg.

Verständlichlos eilte mein Führer über den Stoppel. Dort, dort habe er gelegen, versicherte er konsterniert und er sei so schwer verletzt gewesen, dass er bestimmt nicht mehr flüchten konnte...
Ratlos suchten wir den Bereich ab, wo in dicken, streifigen Schwaden der Mähdrescher das Stroh hinterlassen hatte. Ein Fuchs ließ sich ebensowenig finden, wie Schweiß oder andere Pürschzeichen. Es nützte nichts, da konnte ich mit meiner Pistole nichts machen. Ich brauchte meine Hunde.

Also begab ich mich wieder nach Hause, lud die beiden Racker ein - nicht ohne auch noch die Flinte einzupacken - und war wenige Minuten später zurück am Ort des Geschehens. Trotz der glühenden Hitze waren meine unermüdlichen Jagdhelfer froh, dass ich sie mitgenommen hatte, ließ die Flinte unter meinem Arm doch gemeinsames Jagen erwarten. Und was könnte es für einen Jagdhund schöneres geben...

Aufgefordert, das vermeintliche Wundbett zu untersuchen, gaben sie sich mit tiefer Nase alle Mühe. Doch die Kreise wurden bald größer. Einer konkrete Spur, oder gar eine Wundspur, schienen sie nicht zu folgen. Bei den sengenden Temperaturen, und den zwischenzeitlich fortgesetzten Erntearbeiten, war das wohl auch nicht zu erwarten. Weiter und weiter entfernten sie sich vom Wundbett, wo ich immer noch nach Hinweisen und Pirschzeichen suchte.

Plötzlich ertönte jedoch wütender Keif am Ende des Stoppels, etwa 2-300m entfernt. Sehen konnte ich nichts, aber unter den Strohschwaden schien sch etwas zu bewegen. Just in diesem Moment stürzte von anderer Seite auch schon meine Hündin hinzu und beide Foxl zerrten einen Fuchs, oder das was von ihm übrig war, auf den Stoppel. Während der Hündin nur das hintere Ende blieb, hatte der Rüde - als ich hinzukam - mit sicherem Kehlgriff das Leiden bereits beendet.

Vor mir lag ein verstümmelter Fuchs, der mich kaum glauben ließ, was ich soeben erlebt hatte:

Ihm war vom Mähdrescher - abgesehen von zahlreichen weiteren Verletzungen - der halbe Unterkiefer, die halbe Lunte und beide Hinterläufe abgetrennt worden. Und trotzdem war es ihm gelungen, sich in der Deckung der Strohschwaden gut 250 m fortzustehlen und fast den vermeintlich schützenden Wald zu erreichen. Was wäre das für ein Siechtum geworden, hätten die Hunde ihn nicht aufgespürt.
Unglaublich was so eine Kreatur auszuhalten vermag!

Nachzutragen ist lediglich, dass der Rüde - obwohl ich anschließend mit beiden Hunden ans Wasser gehen konnte - am selben Tag einen Kreislaufzusammenbruch erlitt, der ärztlich behandelt werden mußte. Wiederholt habe ich erleben müssen, dass das Abtun von stärkerem Raubwild zu den kräftezehrensten Anstrengungen für einen Terrier gehört. Aber sie sind ja glücklicherweise zäh....
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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