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Feuerwehr
530 mal angesehen
23.08.2007, 12.59 Uhr

Hochwasser am Harz

Hochwasser und seine Folgen
löschenHallo Foristi,

ab und an öffnet der liebe Gott seine Schleusen und läßt katzen regnen.
Im wahrsten Sinne des Wortes passierte das am Dienstag. Über 24 Stunden, z.T. Starkregen ununterbrochen, bis es gegen Abend langsam aufhörte.

Mein Haus steht 20 m von einem Bach entfernt, der im Normalzustand eine Tiefe von 1,5 m und eine Breite von max. 2 m aufweist.

Dienstag war alles anders. Die Erde war durch den verregneten Sommer schon voll mit Grundwasser. Im Minutentakt sah man, wie dieser Bach sich langsam aber sicher füllte und ausbreitete. Gegen 21.00 Uhr heulten schon Bachaufwärts die Sirenen. Der Ort Kalefeld war schon komplett unter Wasser das das Wasser bis an die Decken der Kellergeschosse reichte. Als ich das hörte, war auch ich mir nicht mehr sicher und bereitete alles vor was ich hatte.
Sandsäcke von der Bundeswehr, die Hauswasserpumpe, einen Stopfen, Stange und Keile für den Kontrollschacht des Oberwasser. Immer der Blick zur Aue und zu meinem Nachbarn, der etwas tiefer liegt, als ich. Bei ihm stoppte der Abfluss, was ein Zeichen war, das es nun auch langsam bei uns losgehen sollte. Zwischenzeitlich auch immer ein Auge auf meine Schächte gerichtet, wurden die Pumpen bereitgemacht, aber mein Oberwasser floss noch normal ab.

Gegen 23.00 Uhr plötzlich Stromausfall. Mit Taschenlampen kontrollierten wir weiterhin den Wasserpegel in den Schächten und es ging los. Das Wasser steig bei meinem Nachbarn an. Was tun ??? Unsere Ortsfeuerwehr wurde zur Verstärkung nach Kalefeld geschickt. Wir brauchen Notstromaggregate. Wieder an der Aue geguggt, kam aus Richtung Kalefeld die erste Welle.
Erst langsam drückte das Wasser über die Ufer. Die Bushaltestelle und die Straße in das Oberdorf war überflutet und eine Verbindung war nur durch einen eingesetzten Traktor eines guten Kumpel möglich.
Das aber sollte mich nicht stören, denn nun fingen auch meine Probleme an. Auch in meinem Schacht stoppte der Wasserfluss und nun hieß es zu handeln, denn Wasser ist schnell und kann nicht aufgehalten werden, wenns zu spät ist.

112 war nun die Nummer auf dem Handy, denn Festnetz war durch Stromausfall nicht möglich. Ich meldete Wasserstop und langsames steigen, wir brauchen Motorpumpe und Notstrom. 5 Minuten später sahen wir aus Kreiensen 3 Fahrzeuge mit Blaulicht über die Landstraße kommen. Sie hatten Rufbereitschaft.
Angekommen, mußte bei meinem Nachbar sofort die Hauptpumpe angeschlossen werden, da bereits das Wasser in die Garage geflossen ist.
Trotz Rückhaltsperre die einige Nachbarn von mir haben, kam es aus allen Ritzen hochgeschossen und lief in die Keller.

Bei mir füllte sich gegen 00.30 der Kontrollschacht. Die Ortsfeuerwehr kam aus Kalefeld zurück und hielt sich in Bereitschaft. Mein Bruder selbst hatte die Führung übernommen, weil der Brandmeister im Urlaub war. Hin und Herguggend liefen sie erstmal durch die Gegend. Ich schaute mit der Taschenlampe in den Schacht, machte mit Kreide einen Pegelstrich, als meine Frau sagte, Udo schau mal, aus dem Gitter vor der Garage kommt Wasser !!!

Nun war aber Eile geboten. Ich fragte meinem Bruder, was er gerade zu tun hat, Antwort nix. Fahrzeug vor, Pumpe raus und Wasser marsch sagte ich.

Natürlich packte ich mit an die Pumpe und nahm 2 B - Schläuche und rollte sie durch den Garten nach hinten zum mittlerweile reissenden Fluss aus.

Es zeigte sich sehr schnell, das die Pumpe mit 1600 Liter/min gerade so den angekreideten Pegel halten konnte und sich das Wasser aus der Grage zurückgezogen hat.

Die Pumpe hat 3,5 Stunden ohne Unterbrechung gearbeitet. Von 01.00 Uhr bis 04.30 Uhr als die große Wellen vorüberzog.
In unserer Straße sind diesesmal Nachbarn abgesoffen, die noch nie ärger mit Hochwasser hatten. Auch ich bin immer trocken davongekommen, außer am Dienstag/Mittwoch. Das war das erste Mal und ich überlege mir, nicht selbst eine ausrangierte TS 8/8 der Feuerwehr oder Bundeswehr anzulegen, denn, Stromausfall sorgte, das unsere Hauswasserpumpen, die bei der Menge auch nichts ausrichten konnten, das ein Umdenken stattfinden muß.

Mit meiner Frau, die eine klasse Bewirtung hinlegte mit Kaffee und Kaltgetränke, sowie Schnittchen, bin ich mir einig, das wir Aufrüsten müssen, um auch in Zukunft den Keller trocken zu halten.

Gegen 06.30,nachdem ich auch den Schmutzwasserschacht mit meiner Pumpe leer hatte und ich sie saubergespritzt hatte, konnte auch ich mich zum schlafen legen.
Mittags aufgestanden war aufräumen angesagt.

Ich kann euch garantieren, dass ich noch nie so geschwitzt habe und habe erst jetzt Punkte gefunden, die ich am Haus noch verbessern muß, bzw. abstellen werde

Alles in allem sind wir alle in unserer Straße trotzdem mit einem blauen Auge davongekommen.

Die Feuerwehr bekommt von uns ein größeres Trinkgeld für die Gemeinschaftskasse und meine Mitgliedschaft liegt schon ausgefüllt auf den Tisch.
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Kommentare

25.08.2007 19:22 Kampfkeiler
Hallo Leute,

nachdem ich zum ersten Mal die Erfahrung machen mußte, dass ich selbst direkt von Hochwasser betroffen bin, habe ich mich dazu entschlossen, aufzurüsten.
Dieses Hochwasser hat gezeigt, dass trotz aller vorbeugender Maßnahmen, immer noch Schwachpunkte gefunden wurden, die in den kommenden Tagen abgestellt werden.

1. Meine Hauswasserpumpe schafft gerademal 3800 Liter/h.
Das war bei weitem nicht ausreichend. Also wird eine Pumpe angeschaft, die eine Leistung von Q 60.000 Liter/h hat. Dieses ist die Grundlage einer Pumpenanschaffung, da die Feuerwehr 3,5 Stunden ununterbrochen mit einer TS 8/8 pumpen mußte, um den Wasserpegel zu halten,ohne ihn zu senken.

2. Wird in der Garageneinfahrt einiges angeschafft.
So wird ein 30mm dickes Schalbrett in den Maßen Breite 2,45 m x Höhe 1,30 m passgenau geschnitten aus dem Baumarkt bezogen.
Die Voderseite wird mit Bitumfarbe isoliert. Anschl. wird ein 0,15mm dicke Gummifolie aufgeklebt und auf der Rückseite getackert.
Am Rahmen des Garagentores wird eine Gummidichtung angeklebt. Das Schalbrett wird dann mit 4 Schrauben am Garagenrahmen befestigt.
In der Mitte des Garagentores habe ich bereits ein Balkenrechteck mit Stütze zusammengebaut, welches in der Betonsohle mit 2 dicken Schrauben verankert wird. Damit soll erreicht werden, dass das Schalbrett,bei Hochwasser nicht in der Mitte nachgibt und bricht. Nach meiner Berechnung ergeben die Wassermassen in einer Garageneinfahrt bei einem Pegel von 0,5 m auf einer Breite von 3 m einen Wasserdruck von ca. 1 - 1,5 to. Daher die Mittelstütze.

3. Das gleiche Prinzip findet auch im Kellereingang, sowie bei den Kellerfenster statt. Um das Mauerwerk der Garageneinfahrt vor Nässe zu schützen, habe ich auf waager Ebene einen Bitumvoranstrich durchgeführt, der mit einer Bitumfarbe ergänzt wird.

Nach Abschluss aller Maßnahmen, werde ich die Feuerwehr bitten in einer freien Stunde meine Garageneinfahrt zu fluten, um die Dichtigkeit festzustellen und letzte Ausbesserungen zu erkennen, bevor die nächste Flut kommt, denn........
nach der Flut ist vor der Flut.

Bilder werde ich dementsprechend noch nachreichen, wenn das Material vollständig ist.
27.08.2007 17:37 justuss
justus schrieb:

Moin Kampfkeiler,

ein spannender, aber auch bedrückender bericht über das hochwasser. Was sind wir kleinen menschen doch machtlos gegenüber den naturgewalten!
Die TS 8/8 kenne ich noch aus eigener erfahrung als "feuerlöschoffizier" in meinem alten regiment in den endsiebziger jahren. Da du so nahe am wasser wohnst und ein stromausfall jederzeit bei hochwasser möglich ist, wäre eine anschaffuing wohl zu überlegen. Aber sie dann auch jede woche einmal in gang setzen, gelle! Sonst weißt du nicht, ob sie noch läuft!
Ich selbst bin auf der suche nach einem preiswerten, aber doch gut funktionierenden 220 V generator. Mein jagdfreund hat einen an seiner jagdhütte, und ich finde das sehr praktisch.

Grüße und hoffentlich bald einen trockenen keller!

justus

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