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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Fischadler Fischadler auf der Faust Habicht
493 mal angesehen
11.08.2007, 18.27 Uhr

Wildtiere in Not

Auch wenn manch einer davon ausgehen mag, der Jäger findet seine Erfüllung nicht nur im Erbeuten kapitaler Trophäen. Im Dorf bekannt, wird er immer dann zu Hilfe gerufen, wenn es es gilt verletzten oder hilflosen Wildtieren zu Hilfe zu kommen.

In den zurückliegenden Jahre haben wir in unserem Revier schon die kuriosesten Begebenheiten erleben dürfen. So verfing sich beispielsweise ein Fischadler in den Schnüren, die zur Abwehr von Reihern und Kormoranen über dem hiesigen Fischzuchtgelände gespannt sind. Während es ihm offenbar nicht aus eigener Kraft gelang, sich zu befreien, informierten mich - als zuständigen Jagdpächter - aufmerksame Spaziergänger und baten um Hilfe. Vor Ort mußte ich jedoch feststellen, dass der Fischwirt, seines Zeichens auch Jäger, den Adler schon aus seiner mißlichen Lage befreit hatte. Er zeigte keinerlei Scheu und posierte auf der Faust für Erinnerungsphotos vor der Kamera. Ein hinzugezogener Falkner hat ihn noch einige Tage in seiner Obhut behalten, um ihn sodann - bei erheblich verbesserter Konstitution - wieder in die Freiheit zu entlassen.

Ein anderes Mal versuchte mich der Hausmeister unserer Grundschule händeringend zu erreichen. Irgendein Tier hatte sich - einem Rollbraten gleich -auf dem Sportplatz im Netz des Fußballtores verfangen. Inzwischen stand die halbe Schule drumherum und keiner wußte wie man die Sache anpacken sollten. Während ich im nahen Hamburg meine Brötchen verdienen mußte, konnte sich mein Freund und Jagdaufseher F. schließlich freimachen und kam der armen Kreatur zu Hilfe. Wie sich herausstellte, hatte sich ein kapitaler Dachs im Netz verfangen, der sich bei seinen Befreiungsversuchen immer heftiger im grünen Garn verheddert hatte. am ende konnte man nur noch erahnen, wer sich hier eingewicklt hatte. Bislang war uns nur das Frettieren mit Netzen bekannt. Beim Dachs geht das aber offenbar auch...
Unter den kritischen Blicken der zahlreichen Schüler schnitt F. den Burschen Stück für Stück aus dem Netz. Dabei galt es umsichtig zu Werke zu gehen, denn die Dachsbranten hätten ihm üble Verletzungen beibringen können. Als der letzte Faden durchtrennt war, trollte sich Schmalzmann unter dem Jubel der Kinder wieder in den Wald.

Unter etwas traurigeren Umständen kamen wir später zu einem Uhu:
Eine Spaziergängerin war mit ihrem Hund auf den imposanten Nachtvogel gestoßen, der tagsüber auf dem Boden im Unterholz saß, ohne Anstalten zu machen, abzustreichen. Was es mit der Eule auf sich hatte konnte sie nicht ergründen. Sie rief uns zu Hilfe, die wir unschwer feststellen konnten, dass eine der fast 80cm langen Schwingen gebrochen war und einen gräßlichen Anblick bot. Offensichtlich war der Uhu in einen Drahtzaun, vermutlich Stacheldraht, geflogen und hatte sich die halbe Schwinge abgerissen.
Wir erinnerten uns, dass wenige Wochen zuvor in der Zeitung gestanden hatte, dass in unserer Gegend durch einen Falkner ein gesundgepflegter Uhu ausgewildert worden war. Also setzen wir uns mit ihm in Verbindung.
Ihm genügte indes ein kurzer Blick, um festzustellen, dass es sein Pflegling war. Traurig nahm er ihn wiederum in seine Obhut, machte uns jedoch angesichts der Schwere der Verletzung wenig Hoffnung, dass unser Findling durchkommen würde. Wochen später fragten wir nach und konnten zu unserer großen Freude erfahren, dass der Uhu sich erholt hatte, jedoch nicht wieder flugfähig werden würde. Den Angaben zufolge hatte ihn eine befreundete Greifvogelstation zu Zucht- und Schauzwecken aufgenommen, so dass er auch heute noch am Leben sein dürfte.

Bei dem Habicht auf dem Photo handelt es sich auch um einen solchen Findling, der unter ähnlichen Umständen zu uns gekommen war: Anwohner hatten uns zu Hilfe gerufen, weil bei ihnen im Garten ein Greif säße, der keine Scheu zeigen würde. Eine sofortige Überprüfung ergab, dass es sich um einen Althabicht handelte, der vermutlich mit einem Hindernis (evtl. der Wohnzimmerscheibe) kollidiert war und uns vermuten ließ, dass er wohl einen Schock oder eine Gehirnerschütterung hätte. Ohne dass er irgendwelche Scheu oder Abwehrreaktionen zeigte, ließ er sich von uns einfangen und mitnehmen. Wir wollten ihm zunächst in einer Voliere Gelegenheit sich in Ruhe zu erholen. Nach wenigen Stunden zeigte er sich zwar noch sehr schwach und wackelig auf den Ständern, nahm aber die angebotene Atzung, bestehend aus geschnetzteltem Rehfleisch an. Mittels einer kleinen Spritze flößten wir ihm noch etwas Wasser ein und hatten durchaus schon den Eindruck, dass unser Freund sich erholen würde. Am nächsten Tag war er bereits wieder so krekel, dass wir ihn ohne Bedenken in die Freiheit entlassen konnten. Ohne Probleme strich er im flachen Flug auf und davon.
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

12.08.2007 08:34 platzi
Das sind einmal Jagderlebniss anderer Art.
Schön zu lesen - Kompliment. Gehört zur "Öffentlichkeitsarbeit" eines Jägers.
Eine Geschichte, die nicht so gut ausging hat sich vor ca. 15 Jahren zugetragen:
Deutsche Touristen hatten bei unserem Wirt ein "verwaistes" Rehkitz (nur einige Tage alt) abgegeben. Das Kitz wurde natürlich sofort wieder zurückgebracht, in der Hoffnung, Die Geis würde es wieder annehmen.
Leider haben dann innerhalb kurzer Zeit die nächsten Wanderer das Kitz wiederum zurückgebracht.
Diesmal brachte ich es zurück, wischte es ordentlich mit Gras ab und liess es alleine.
Die Nacht brachte Dauerregen und Kälteeinbruch.
Eine Kontrolle am nächsten Morgen/Vormittag ergab, dass das Kitz nur mehr wenig Lebenszeichen von sich gab. Die Geis ist wohl nicht mehr zurückgekommen, um es zu säugen. Nun nahm ich es wieder mit, um es "in menschliche Pflege" zu geben. Es überlebte leider nur mehr ein paar Stunden.
Ich hoffe, dass die Leute heutzutage besser aufgeklärt sind in Bezug auf die Natur...
12.08.2007 11:46 Ruedemann
platzi schrieb:

Das sind einmal Jagderlebniss anderer Art.
Schön zu lesen - Kompliment. Gehört zur "Öffentlichkeitsarbeit" eines Jägers.
Eine Geschichte, die nicht so gut ausging hat sich vor ca. 15 Jahren zugetragen:
Deutsche Touristen hatten bei unserem Wirt ein "verwaistes" Rehkitz (nur einige Tage alt) abgegeben. ...
Ich hoffe, dass die Leute heutzutage besser aufgeklärt sind in Bezug auf die Natur...


Hallo Platzi,
leider habe ich auch schon ähnliches, mit vergleichbarem ausgang erleben müssen. Selbst wenn die Leute vernünftig genug sind, die Kitze nicht mitzunehmen, so rennen sie oft - trotz entsprechender Belehrung - alle 1-2 Stunden zum Fundort, um zu schauen, ob die Ricke es mitgenommen hat. Auf die Art und Weise kann man so ein kleines Wildgeschöpf auch zu Tode behüten...

12.08.2007 12:39 Ruedemann
Ruedemann schrieb:

Hallo Platzi,
leider habe ich auch schon ähnliches, mit vergleichbarem Ausgang erleben müssen. Selbst wenn die Leute vernünftig genug sind, die Kitze nicht mitzunehmen, so rennen sie oft - trotz entsprechender Belehrung - alle 1-2 Stunden zum Fundort, um zu schauen, ob die Ricke es mitgenommen hat. Auf die Art und Weise kann man so ein kleines Wildgeschöpf auch zu Tode behüten...

12.08.2007 20:09 Kampfkeiler
Leider werden solche erfreulichen Nachrichten von der Bevölkerung nicht wahrgenommen und die Presse schreibt nichts, wo kein Blut fließt.

Dennoch eine Lobenswerte Aktion, die zeigt, das auch geschütztes Wild gehegt wird.
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