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Sauenabende...

Jetzt wirds ersnt... (7 Einträge)

Mein Erster in diesem JJ...
247 mal angesehen
11.05.2010, 17.22 Uhr

Friedrichs Bock

Nun war also endlich Mai. Und so sehr ich mich auch freute, dass die Böcke wieder auf waren und man sich zielgerichtet um sie bemühen konnte, so sehr ärgerte ich mich darüber, dass ich einfach viiiiiiel zu wenig Zeit für die Jagd hatte. Gerade jetzt, wo die abendlichen und morgendlichen Ansitze so erholsam waren, man sich auch so richtig zurücklehnen könnte auf dem Bock und wo ich ein neues Revier bejagen darf, saß ich mit Arbeit so voll, dass ich eigentlich abends überhaupt keine Zeit hatte…

Aber wenn ich mich denn vom Computer losreißen konnte, dann nutzte ich die Zeit und fuhr in´s Revier – es ging einfach nicht anders! Hier bot sich mir Erholung – und ich konnte wenigstens mal nach dem Rechten sehen, natürlich mit meinem vierbeinigen Verbrecher und der Bockbüchsflinte. Meine Familie zeigte bislang enormes Verständnis dafür – und Kiro, der war seelig, spielte schon verrückt, wenn ich die Jagdklamotten anhatte und zum Auto ging. Da war dann völlig wurst, wer ihn ansprach, was auf dem Hof passierte. Er ignorierte dann sogar Nachbars Katze, die sonst einen Riesenbogen um unseren Hof machen muss…

Zwar hatte ich mich im Mai doch zum einen oder anderen Ansitz hinreißen lassen, aber die brachten keinerlei Erfolg, weder morgens noch abends. Ich ärgerte mich ja über mich selbst: immerhin saß ich am Feldrand und hoffte auf Anblick. Die Fährten zeigten mir auch, dass hier regelmäßig Rehwild erschien und sich an der aufgelaufenen Sommergerste bediente. Aber in Anblick bekam ich nichts. Stattdessen zog mir im Rücken ein Stück in den Wind und sprang laut schimpfend ab…

Auch heute hielt ich es bei dem herrlichen Frühlingswetter nicht am Schreibtisch aus. Kiro war dankbar und ich zufrieden, als uns das kleine Waldeck in sich aufnahm. Die Buchen prahlten mit ihrem frischen Laub, das aber noch nicht vollkommen entfalten war. Die Eschen waren nicht nur wegen der Triebwelke noch sehr kahl, auch die Knospen der verbliebenen noch lebenden Bäume begannen gerade erst, sich zu öffnen. Um mich herum jubelte das Volk der Gefiederten vom Buchfink über Amsel und Singdrossel bis zur Gartengrasmücke. Es war beinahe windstill und ich beschloss, mich auf einen Ansitzbock mitten im Wald zu setzen.
Dieses Revier hatte ich gerade erst zum neuen Jagdjahr übernommen. Mein Vorgänger war ein sehr rühriger Weidgenosse, der neben diversen guten Ansitzeinrichtungen auch sehr aufwendig Pirschsteige pflegte, aber eben auch Müll sammelte und auf eigene Kosten entsorgte. Und: er tat es, redete aber nicht viel drüber. Ich hatte höchste Achtung vor ihm, hatte ich ihn doch als sehr aufrichtigen Jäger erlebt, dessen Interesse weit über die streng jagdlichen Belange hinausging. Ich habe ihn nie überheblich erlebt, er war sich nie zu schade, mich als (im Vergleich zu ihm) Jungspund zu fragen, wenn er einen Piepmatz nicht kannte.
Als er bei uns ausschied aus der Pächtergemeinschaft, versprach er mir, bei Bedarf für Reviertätigkeiten gern zur Verfügung zu stehen. Und wenn so manche Versprechen dieser Art meist nicht lange vorhalten, in seinem Fall glaubte ich daran und bin mir sicher, dass er Wort hält…

Wie ich so an Friedrich denke, knackt halb rechts von mir ein Zweig und schrecke beinahe etwas hoch. Kiro hat unter dem Bock natürlich auch mitbekommen, dass da was läuft und macht einen langen Hals… etwa 80 Meter halbrechts von mir steht ein Stück Rehwild und sichert. Erst durch´s Fernglas kann ich einen Bock ausmachen. Haupt und Träger sind weitgehend hinter einem Baumstamm verschwunden. Dann ein paar Schritte und ich kann den Bock genauer ansprechen. Hoch aufgesetzt, zeigt er aber sehr dünne Stangen, die Vordersprossen vermisse ich. Habitus und Verhalten weisen ihn als älteren Bock aus.

Na, ob Kiro am Fuße des Ansitzbockes aushält? Ich habe wenig später die BBF im Anschlag. Doch ständig sind irgendwelche Zweige im Weg. Der Bock verhält immer genau dann, wenn das Blatt hinter einem Baumstamm verschwunden ist. Nein, Trägerschuss fällt bei mir ja grundsätzlich aus. Also, auf Dianas Wohlwollen hoffen und warten. Dann steht der Bock frei, auf etwa 60 Meter.
Den Knall der 7x65 hat er wohl kaum noch vernommen.

Mit Kiro am Stück verweilend denke ich wieder an Friedrich, nehme mir vor, ihm gleich Morgen von meinem ersten Stück in seinem ehemaligen Revier zu berichten, einem braven Bock. Und ich bin mir sicher, er wird sich ehrlich freuen…
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Kommentare

11.05.2010 22:04 steyrmannlicher
Sehr Schön geschrieben
und ein ehrliches kräftiges Waidmannsheil
12.05.2010 00:20 wachtelschachtel
Weidmannsheil und Wachtelheil!
12.05.2010 17:05 platzi
Auch von mir ein Weidmannsheil!

Diether
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