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Sauennacht

(12 Einträge)

493 mal angesehen
25.03.2010, 10.19 Uhr

Die Hoffnung auf den Doppelschlag...

Nachdem ich schon gestern von zu Hause aus den Halbmond angehimmelt hatte, stand für mich fest: heute gilt´s den Schwarzen…
Der Tag heute aber brachte Ernüchterung – hohe und ziemlich dichte Schleierwolken machten der Sonne schon das Leben schwer. Wie sollte da der Monde heute durchkommen und im Wald für ausreichend Licht sorgen…?

Aber wenn ich mich erst mal so auf einen abendlichen Ansitz eingeschossen habe, dann ziehe ich den meist durch. Auch wenn die Verhältnisse nicht wie erhofft sind, ich genieße einfach die Ruhe…

Bevor ich also in den Wald zog, entschloss ich mich zu einer Kontrollrunde eines Maisstoppelschlages. Der Bauer hatte uns zum Gefallen einen breiten Randstreifen, der direkt an den Nachbarjagdbezirk angrenzt mit Roggen bestellt. Der Rest lag noch als Stoppel und sollte auch wieder mit Mais bestellt werden. Kiro, mein vierbeiniger Verbrecher, freute sich unbändig über die Bewegungsmöglichkeiten vor dem späteren Ansitz und jagte immer um mich herum. Ich aber sah mit Erschrecken, dass die Sauen in den letzten paar Nächten ohne Licht im Roggenstreifen ganze Arbeit geleistet hatten. Ein Telefonat mit dem eigentlich hier jagenden Mitpächter ließ mich meine heutigen Pläne über den Haufen werfen. Er hatte heute keine Zeit und bat mich, doch hier anzusitzen. Ich stimmte natürlich zu, hier musste was passieren.

Allerdings überdachte ich noch einmal die Situation: Im Wald war Betrieb. Als ich das letzte Mal draußen war, hörte ich schon gegen 18:30 Uhr die Sauen im Wald rumoren, als sie bereits aus meinem Gebiet in das Nachbargebiet abzogen. Hier auf dem Schlag würden die Sauen bestimmt erst später kommen. Also setzte ich mich doch erst einmal in den Wald. Und da ich befürchtete, dass später das Licht ohnehin nicht mehr reichen würde im Wald, wollte ich dann auf´s Feld wechseln.

Bereits um 19:30 Uhr war Bewegung vor mir. Sehr ruhig zwar, das typische Rumoren von Bachen mit Frischlingen fehlte, aber die Geräuschkulisse deutete für mich auf zögerliche Sauen hin… Dann wechselte ein Schwarzer über die vor mir liegende Schneise. Hier hatten sie in den vergangenen Nächten häufiger den Waldboden umgedreht. Vielleicht klappte es ja. Als nichts weiter passierte, vermutete ich zunächst das einzelne Stück, das hier neben der rotte ebenfalls seine Fährte zieht, schon den letzten Winter im Schnee immer wieder auftauchte. Aber nach ein paar Minuten belebte sich die Arena, die ich am Tage noch mit ein paar Händen voll Mais dekoriert hatte…
Fünf Wutze beschäftigten sich jetzt mit dem Mais. Weitere Sauen waren weder zu hören noch zu sehen. Durchs Fernglas erkannte ich ein stärkeres Stück und vier schwächere, wohl Nochfrischlinge.
Meine 7x65 beendete schließlich für einen der Nochfrischlinge das irdische Leben.

Gegen 21:00 war ich schließlich am Feld. Kiro hatte es sich auf dem Beifahrersitz des Autos bequem gemacht. Hier musste er im Auto bleiben, ich rechnete damit, bei entsprechendem Anblick die Sauen angehen zu müssen. Das ging mit Kiro nicht wirklich gut.
Und siehe da, beim Abglasen der Stoppel zogen acht Schwarzkittel mit dem Wind über den Schlag. Obwohl der Wind nicht günstig war, entschloss ich mich dazu, ihnen den Weg abzuschneiden. Also zurück durchs Dorf und an dessen anderes Ende gestiefelt. Dort entdeckte ich die Rotte wieder. Vier Frischlinge, wohl zwei Überläufer und zwei stärkere Stücke zogen dort, weit auseinandergeszogen. Ich musste noch näher ran, also weiter. Die straßenbegleitende Pflanzung bot ausreichend Deckung. Wieder suchte ich sie mit dem Glas und entschloss mich, hier zu warten, bis sie näher wären und der Wind meine Witterung nicht mehr zu ihnen treiben könnte, wenn ich sie anging. Doch die Truppe stoppte, grubberte eine Zeit lang die Stoppel und wendete schließlich, zog wieder zurück. Na nun aber schnell, ich wieder durchs Dorf zurück und an meinem ersten Standort wieder die Sauen gesucht. Aha, an der Grabenkante zogen sie weiter. Ich versuchte, so schnell und so leise es ging über einen Feldweg ans andere Ende des offenen Grabens zu kommen. Dort erwartete ich sie, musste erst mal wieder ruhiger werden… Zunächst sah es gut aus, als Erstes kamen die Bachen, dahinter vielleicht 50 Meter weiter kamen langsam die Frischlinge. Schließlich waren die Bachen nur etwa 80 Meter weg, aber die Frischlinge kamen nicht mehr mit, zogen stattdessen auf den freien Acker raus. Die Bachen näherten sich auf weniger als 50 Meter, doch die Frilis blieben fern. Statt dass die Bachen die Frischlinge ranpfiffen, zogen sie schließlich hinterher…
Ich war am Verzweifeln. Hinterher gehen? Weg abschneiden? Ich entschied mich für letztere Variante, in der Hoffnung zu erahnen, wo sie hinwollten. Also zur Feldkante zurück und in Deckung zur hohen Kanzel, aber zügig…
Dort angekommen hörte ich sie in einer Ackersenke zanken. Nur ein stärkeres Stück war zu sehen. Dieses war etwa 200 Meter von mir entfernt, zog aber auf mich zu. Erneut keimte Hoffnung auf. Doch während dieses Stück weiter, langsam in den Stoppeln nach Fraß suchend auf mich zu zog, entfernten sich die Frischlinge mit den anderen Bachen. Ich war ein wenig ratlos, weil – egal was ich jetzt anstellen würde – der Wind mir die Sache hier sicher vermiesen würde. Ich sah mir noch einmal das einzelne Stück an. Und je länger ich es beobachtete, desto mehr hielt ich es für einen Überläuferkeiler, der vielleicht nur zufällig in der Nähe der Rotte mitzog.
Wie auch immer, ich musste mich entscheiden. Die Rotte zog jetzt zum Feldrand und damit zur Reviergrenze. Ich würde sie mit Sicherheit nicht mehr einholen können, also verzichtete ich enttäuscht auf einen weiteren Annäherungsversuch. Erst jetzt merkte ich, dass völlig durchgeweicht war vom Schweiß. Die Oberschenkel taten mir weh vom ewigen gebückten Pirschen. Mein ohnehin geschundener Rücken schmerzte erbärmlich – all das begann ich erst jetzt zu spüren…
Aber obwohl es letztlich nicht mehr geklappt hatte mit einem Doppelschlag - richtig enttäuscht war ich nicht. Immerhin einen Schwarzen hatte ich. Und diese Aktion hier auf dem Acker war Spannung pur – was will man an einem Jagdabend mehr…?
Beim Blick auf die Uhr stockte ich Zwei Uhr – na nun aber schnell nach Hause, Hund versorgen, Nochfrischling an den haken bringen und ab in´s Bett – 5:15 Uhr klingelt gnadenlos der Wecker…
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Kommentare

25.03.2010 11:02 Remmi
Waidmannsheil zum Schweinchen
25.03.2010 11:06 platzi
Weidmannsheil zum Erlebten!
Diether
25.03.2010 11:18 schaaal
weidmannsheil zu diesem erlebnis!!!

jaja - die uhr vergisst man bei so einer action als erstes...
25.03.2010 12:57 einWaldmensch
Ich lass den Sauen momentan Ruhe.. hab nur n bissn Schaden in den Wiesen - wie jedes Jahr.
Aber toll geschrieben..
In welchem Busch warst du?;)
Grüße
25.03.2010 13:48 anser
WaldHolzJagd schrieb:
Ich lass den Sauen momentan Ruhe.. hab nur n bissn Schaden in den Wiesen - wie jedes Jahr.

Aber toll geschrieben..

In welchem Busch warst du?;)

Grüße


Die Sauen hatten bei uns drei Monate Ruhe. Und bei Frischlingen geht bei mir der Finger krumm, auch jetzt... Was anderes kann ich mir schlicht nicht leisten, wenn der Bauer eben auch schon ungeduldig wird, weil er ohne sein Kühltruhenschweinchen aus dem Wald verhungern müsste...

25.03.2010 17:20 einWaldmensch
anser schrieb:
Die Sauen hatten bei uns drei Monate Ruhe. Und bei Frischlingen geht bei mir der Finger krumm, auch jetzt... Was anderes kann ich mir schlicht nicht leisten, wenn der Bauer eben auch schon ungeduldig wird, weil er ohne sein Kühltruhenschweinchen aus dem Wald verhungern müsste...






Ja wenn jeder eine Eigenjgd hätte
Ich fang wieder mitte April an...
25.03.2010 17:45 swinging_elvis
Na fein, beinahe hätte es geklappt... aber wie Du schon sagst... Riesenenttäuschungen nach solchen Erlebnissen müssen nicht sein. Rock und Waidmannsheil, elvis
26.03.2010 08:30 wachtelschachtel
Ehrliches Weidmannsheil an die Küste!!
26.03.2010 12:31 Dackelbiene
Weidmannsheil!
So bleibt man auch ohne Fitneßcenter in Form!

Sabine
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