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JAGDGESCHICHTE

...und Diana war mir hold! (1 Eintrag)

Am Wildacker. Überläufer. .....zu Gast im fremden Revier !
953 mal angesehen
18.03.2010, 20.31 Uhr

Winterliche Nachsuche auf eine kranke Sau !

DEZEMBER 2008
Kalt war es draus geworden und es schneite ,der Mond zeigte uns seine ganze Pracht,die Welt um uns herrum versank in einer winterlichen Stimmung aus Eis und Schnee,Bäume,Hecken,Sträucher alles war überzogen mit einem weißen Saum.Auf den Dächern der Häuser lag eine dicke Schicht aus Schnee und von den Kaminen stieg der Rauch empor alles erinnerte mich an eine Weihnachtsgeschichte.So sagte mein Romantikerherz zu mir:"wie wird es wohl im Revier aussehen,wenn man von der Kanzel in den Einstand schaut",mit dem Bild vor Augen entschloss ich mich zu einem Ansitz.
Ich packte also meine sieben Sachen ,verabschiedete mich von meiner Frau und nahm noch den Teckel mit ,der neben meinem Drahthaar stand und mich erwartungsvoll anschaute"los nimm mich mit".....etwas enttäuscht sah mich mein Drahthaar an,aber ich teilte ihm mit das er ja in meiner Abwesenheit auf das Haus aufpassen müßte.
Am Auto angekommen fuhren wir los ,überall lag der Schnee vor den Häuser und in den Gärten. Bei der Fahrt ins Revier entschloss ich mich für die Kanzel am Wildacker,wenn dort keine Sauen kommen,dann auf jeden Fall ein Fuchs.Beim Aussteigen aus dem Auto versank ich im Schnee bis über die Waden.Das Angehn und aufbaumen war sehr müsig.In der Kanzel angekommen machte ich mir es bequem und richtete mich für eine lange Nacht ein.Dann öffnete ich die Mondblenden und konnte das erste mal alles in Augenschein nehmen.Es war fantastisch ,alles konnte man gut erkennen auf dem Wildacker der von hohen schneebedecken Fichten umrahmt war.Gut geschützt vor Schnee und Wind lehnte ich mich in der Kanzel zurück und genoß die Wärme in meinen Ansitzsack,mein Teckel hatte es sich im Rucksack gemütlich gemacht in einer Fleecedecke .
Schon kurze Zeit später zeigte sich die ersten Stücke Rehwild.Geis mit zwei Kitzen und ein Schmalreh,wahrscheinlich ein Kitz vom letzten Jahr.Sie blieben eine dreiviertel Stunde bei mir,dann verschwanden sie von der Bildfläche.Der Wind hatte sich gedreht und es fing stärker an zu schneien,es wurde dunkler und in der einen Ecke des Wildackers dachte ich einen kurzen moment etwas gesehen zu haben.Aber als ich durch mein Glas schaute sah ich das es sich um einen dicken Grasbüchel handelte.Wenn man lange genug vom Hochsitz schaut dann wird aus solch einem Büchel schnell mal eine dicke Sau,meine Wahrnehmung spielte mir einen Streich.Doch da am Waldrand direkt vor mir war bewegung,ein Fasan mit zwei Hennen machten sich unter den Fichten zu schaffen.Sie kratzten und scharten den Schnee zur Seite,es war interessant diese Wildart zu beobachten und hatte durchaus ihre Reize.Einige Zeit später summte und vibrierte mein Handy,ich dachte wer ist denn das.Als ich auf das Display schaute sah ich, das es mein Jagdherr war.Als ich mich meldete und wir uns begrüßt hatten,fragte er mich ob ich bei diesem schönen Wetter draußen sei um die Natur zu genießen,ich sagte ja.Dann nahm das Telefonat eine Wendung.Er erzählte mir das er und ein weiterer Jagdkamerad auch draußen sei und der besagte Jagdkamerad ein Stück Schwarzwild beschossen hätte und dies krank ab sei.Er habe das Stück schon Nachgesucht mit seiner BGS-Hündin aber leider ohne Erfolg und fragte ob ich den Ansitz abbrechen könne um mit meinem Drahthaar das Stück Schwarzwild nachzusuchen.
Ich baumte ab fuhr nach Hause und tauschte Teckel gegen Drahthaar.Kurz vor dem Revierteil ließ ich meinen Drahthaar aus dem Auto damit er sich noch lösen konnte und weiter ging die Fahrt.
Am Ziel angekommen begrüßte mich der Schütze,der mir den Ablauf kurz schilderte.....man muß auch sagen das es sich bei dem Schützen um einen Jungjäger handelte der sein erstes Stück Schwarzwild beschoss.Dann gingen wir zum Anschuss,dort war sehr wenig Schweiß ich untersuchte den Anschuß genauer und fand Knochensplitter,nochmal fragte ich wie er abgekommen sei und ob die Sau gezeichnet hat.Mein erster Gedanke war Wildbretschuß bis ich die Knochensplitter fand.Ich setzte meinen Drahthaar an und ließ ihn am Riemen arbeiten,er folgte der Spur vom Anschuß in lichten Bewuchs,es ging den Berg hinauf.Immer wieder kontrollierte ich die Spur nach Schweiß nach gut 300m hörte die Spur auf ,ich korrigierte meinen Hund und setzte ihn wieder neu an,er zog nach links den Berg hinab in einen Fichtenaltbestand.Auch ich sah das wir richtig waren, denn frische Schleifspuren mit Schweiß waren im Schnee zu sehen diese hörten aber nach wenigen Metern auf.Mein Drahthaar hob seinen Fang in den Wind und zog langsam am Riemen,plötzlich stand er vor.Ich leuchtete den vor uns liegenden Bereich ab,es war nichts zu sehn.Vor uns lag eine Art kleine Waldwiese mit hohem Bewuchs bedeckt mit Schneeplatten, nochmals leuchtete ich den Bereich ab und plötzlich ein Rascheln als ob ein Stück Rehwild abspringen würde,dann sah ich sie die schwerkranke Sau als wir uns dem Stück näherten,ging sie hoch mein Drahthaar war fast nicht mehr zu bremsen und wollte an die Sau,die in einen hohen Ginsterbewuchs flüchtete.Mein Drahthaar zog so stark das der Riemen mir entglitt,dann hörte ich das er die Sau gestellt hatte ,ich war direkt zur Stelle und sah das ich auf einen Meter hinter der kranken Sau stand und mein Drahthaar sie sehr aggressiv anging er biß in die Teller und in die Scheibe der Sau,die Sau war sehr wehrhaft aber verharrte am gleichen Ort.Ich mußte handeln denn mein Drahthaar wurde immer mutiger und leichtsinniger und ging als solchen die Sau auch an,da ich verhindern wollte das mein Hund von der Sau geschlagen wird entschloss ich mich dazu die schwerkranke Sau abzufangen.Leider hatte ich nur einen Jagdnicker der Firma Hubertus dabei ich sprang von hinten auf die Sau und hielt mich mit der linken Hand in den Federn fest und versuchte sie mit meinem Körpergewicht nach unten zu drücken mit der rechten Hand stieß ich meinen Nicker zwei mal hinter das Blatt der Sau und traf den rechten Lungenflügel der sofort kollabierte.Die Sau war so schwach und sank zusammen."Sau tot".......wieder gut gegangen .
Als ich und mein Hund wieder einen einigermaßen normalen Puls hatten,benachrichtigte ich die beiden anderen über Handy und gab ihnen meine Position durch,in dieser Zeit ging mir der Ablauf des ganzen wieder durch den Kopf
und kam zu den Entschluss das es doch "Leichtsinnig"war von mir so zu handeln aber es war "Gott sei Dank"nichts passiert.
Auf meinen Hund war ich sehr stolz der mich von der Schweißfährte über die Wundfährte zum Stück geführt hat und wir die schwerkranke Sau erlösen konnten.Nach dem bergen des Stückes vor der Versorgung,schauten wir uns die Sau genauer an,es war ein Überläuferkeiler von ca.40.kg,beide Vorderläufe waren zerschossen ,gut das wir sie gefunden haben.

Die Jäger die sich der "Nachsuche"verschrieben haben und dies professionell tun gehört mein Respekt,auch die Achtung der Kreatur sollte man sich auf der Jagd immer vor Augen halten.

Waidmannsheil Drahthaar.
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Drahthaar

Drahthaar

Alter: 44 Jahre,
aus dem Silberwald !
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Kommentare

18.03.2010 20:54 WiednerDerSteirer
... mutig,,, sehr mutig,,,, vielleicht auch etwas leichtsinnig... aber... volle hochachtung !
der steirer
18.03.2010 21:05 Drahthaar
wiedner_der_Steirer schrieb:
... mutig,,, sehr mutig,,,, vielleicht auch etwas leichtsinnig... aber... volle hochachtung !

der steirer

.....wie du es und ich schon erwähnt haben "Leichtsinnig"aber ich hatte aus einer Situation raus gehandelt,hätte doch jeder getan.

Gruß Drahthaar
18.03.2010 21:27 WiednerDerSteirer
Drahthaar schrieb:
.....wie du es und ich schon erwähnt haben "Leichtsinnig"aber ich hatte aus einer Situation raus gehandelt,hätte doch jeder getan.



Gruß Drahthaar


glaube ich nicht, da gehört auch viel mut dazu !
19.03.2010 22:33 Heidefoerster
Leichter zu lesen sind die Berichte wenn sie nicht kursiv und nicht fett geschrieben sind...
20.03.2010 06:59 Wachtelkumpel
Erstmal WMH zur Wutz,
aber am leichtsinnigsten finde ich, dass mehrer Leute im Revier sind und nicht jeder das von dem anderen weiß Da sind schon böse Unfälle passiert.
Bei uns weiß der Jagdaufseher immer wer wo ist, da sich jeder bei ihm zu melden hat bevor rausgegangen wird (auch der Jagdherr), damit jeder auf dem aktuellen Stand der Dinge ist.
War übrigens in allen Revieren in denen ich bis jetzt gejagd habe so und es ist auch gut zu wissen ob man in einer Revierecke alleine unterwegs ist oder ob 200m der nächste Kamerad ansitzt (gerade zwecks Vorsicht- Nachsuche- oder auch Hilfe)

Gruß und WMH Wachtelkumpel
20.03.2010 09:17 ssquat
Ich hoffe, Du hast Dir jetzt ein vernünftiges Abfangmesser zugelegt.
20.03.2010 13:11 Jaga_Hans
WMH zur erfolgreichen Nachsuche.
Du hast Dein Erlebnis gut erzählt.
20.03.2010 17:17 swinging_elvis
Obwohl selbst ohne Hund kann ich mir vorstellen, wie man sich fühlt. Aber Glück hast Du auch gehabt. Bei einem anderen Jäger ist dieser "Grell" mit einem zerkauten Handgelenk im Krankenhaus geendet... Sehr fein und stimmungsvoll erzählt... Rock, elvis
20.03.2010 18:13 Drahthaar
Wachtelkumpel schrieb:
Erstmal WMH zur Wutz,

aber am leichtsinnigsten finde ich, dass mehrer Leute im Revier sind und nicht jeder das von dem anderen weiß Da sind schon böse Unfälle passiert.

Bei uns weiß der Jagdaufseher immer wer wo ist, da sich jeder bei ihm zu melden hat bevor rausgegangen wird (auch der Jagdherr), damit jeder auf dem aktuellen Stand der Dinge ist.

War übrigens in allen Revieren in denen ich bis jetzt gejagd habe so und es ist auch gut zu wissen ob man in einer Revierecke alleine unterwegs ist oder ob 200m der nächste Kamerad ansitzt (gerade zwecks Vorsicht- Nachsuche- oder auch Hilfe)



Gruß und WMH Wachtelkumpel

.....in der Regel,hatten wir uns immer abgesprochen,aber an diesem Abend dachte ich mir, wegen des wideren Wetters,das ich alleine draußen wäre.Da ich im Revier wohne und die anderen doch noch eine Anfahrt von mehreren km hatten.
Gruß Drahthaar
20.03.2010 18:15 Drahthaar
ssquat schrieb:
Ich hoffe, Du hast Dir jetzt ein vernünftiges Abfangmesser zugelegt.

......das hatte ich schon,aber nicht dabei .
Gruß Drahthaar
20.03.2010 18:16 Drahthaar
Jaga_Hans schrieb:
WMH zur erfolgreichen Nachsuche.

Du hast Dein Erlebnis gut erzählt.

......vielen Dank .
Gruß Drahthaar.
20.03.2010 18:19 Drahthaar
swinging_elvis schrieb:
Obwohl selbst ohne Hund kann ich mir vorstellen, wie man sich fühlt. Aber Glück hast Du auch gehabt. Bei einem anderen Jäger ist dieser "Grell" mit einem zerkauten Handgelenk im Krankenhaus geendet... Sehr fein und stimmungsvoll erzählt... Rock, elvis

......ja Glück hatten wir und Gott sei Dank war nichts passiert.War froh das wir das Stück erlösen konnten.
Vielen Dank Drahthaar .
21.03.2010 20:12 R93Sauenschreck
erstmal wmh!
gut, dass es auch noch leute gibt die bei wildbretschüßen eine nachsuche machen...
und auch an das wildbret denken!

aber mal en tipp...
ich als nachsucheführer habe eine idee wie du es besser machen kannst lege dir ein abfangmesser zu
21.03.2010 20:53 Drahthaar
R93Sauenschreck schrieb:
erstmal wmh!

gut, dass es auch noch leute gibt die bei wildbretschüßen eine nachsuche machen...

und auch an das wildbret denken!



aber mal en tipp...

ich als nachsucheführer habe eine idee wie du es besser machen kannst lege dir ein abfangmesser zu

.....das Equitment ist da,es war nur Zuhause.
Damit ich nichts verliere .

Gruß Drahthaar.
21.03.2010 22:01 Krambambuli
Spannend, mitreißend, aber ich hoffe, dass ich nie in eine solche Situtation komme
WmH auf Deinen Wegen
Gruß
Jutta
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