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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Der Foxterrier, allzeit bereit
655 mal angesehen
04.08.2007, 16.47 Uhr

Unverhofft kommt oft....

4.8.2007
Heute ist uns mal wieder bewiesen worden: Auf der Jagd kann man nichts erzwingen. Manchmal ist das Wild uns über! Was war geschehen?

Nun eigentlich hatten wir uns in kleinem Kreis zusammengefunden, um die ein oder andere Jungtaube zu erbeuten bzw. um die zahlreichen Krähen, die bei uns in Junggesellentrupps umhervagabundieren, etwas zu dezimieren. Schon früh zeichnete sich aber ab, dass dieser Morgen nicht zu den erfogreichsten gehören würde. Während meine Jagdgefährten trotz Einsatz einiger, vermutlich zu weniger Locktauben nur am Horizont einzelne Tauben streichen sahen, ging es mir auf meinem Krähenstand nicht anders. Ich hatte sogar den Eindruck, die schwarzen Gesellen machten sich über mich lustig. Während ich mein Lockbild mit Bussard und Rehdecke aufbaute, und mich anschließend im angrenzenden Mais einrichtete, kommentierten die Rabenvögel mein Tun aus großer Entfernung mit heiserem "Krah, Kraah...". Eine wurde offenkundig vorgeschickt, sich die Sache aus sicherer Entfernung etwas näher anzusehen. Inzwischen kann ich mir aber wörtlich vorstellen, was sie den anderen mitgeteilt hat! Selbst die, die zunächst auf gerader Linie auf mich zuzukommen schienen, flogen zumeist mit hämischen Kommentaren, in großem Bogen um mich und mein Lockbild herum. nach 1 1/2 Stunden war klar: Ich mußte meine Taktik ändern. Als harmloser Spaziergänger getarnt, versuchte ich sie anzugehen. Aber auch dieses Spielchen durchschauten schlauen Burschen und strichen ab, immer knapp, bevor ich auf Schrotschußentfernung herangekommen war. Frustriert an einem entfernten Maisfeld angekommen, erwog ich gerade, mit dem jungen Terrier mal hindurchzugehen, als dieser auch schon von allein durchstartete. Bereits in den ersten Reihen wurde er mit tiefem Hals laut. Das konnte nur eines heißen: Sauen!!!!!
Im Laufen stopfte ich um und lud Brennecke, bevor ich in das grüne Dickicht eintauchte. Kaum war ich 20 Schritt im Mais, rauschte ein stärkeres Stück grunzend 2-3 Reihen neben mir vorbei - der Hund hinterher. Wütender Laut, unterbrochen von kürzeren Pausen wechselten sich ab, bis ich meinte, den Hund kurz klagen zu hören. Gott sei dank war die Hündin kurze Zeit später wieder bei mir - leciht verunsichert, aber offenbar gesund. Flugs leinte ich sie an, machte, dass ich aus dem Maisfeld kam. Hoffentlich hielten die Sauen, bis ich Verstärkung haben würde. Noch im Laufen beorderte ich meine Taubenjäger zum Maisschlag und alarmierte eine Reihe weiterer Jagdfreunde. Binnen 40 Minuten hatte ich 10 Schützen, darunter 2 weitere Hundeführer vor Ort. Nach kurzer Lagebesprechung war der Schlag schnell abgestellt. Die Zeit drängte, denn die Temperaturen kletterten unaufhörlich auf die 30°C zu, was für die Hunde ein ungeheure Belastung bedeuten würde. Während ein Schütze seinen DD zunächst als letzte Reserve zurückhielt, gingen wir die Sache zunächst mit 2 jungen und einem erfahrenen Terrier an. Der Schlag war mit 3-4 hektar nicht sehr groß, aber - wie sich drinnen herausstellte - mit extrem viel Diesteln und Kraut durchsetzt. Die Hunde kamen schnell an die Sauen, verloren diese jedoch im Bewuchs immer wieder, so dass kein rechter Druck gemacht werden konnte. Wenn man sich andernorts meist mit einem Blick die Reihen entlang ganz gut orientieren kann, und die Sauen durchwechseln sieht, war das in diesem verkrauteten Schlag unmöglich. Bis zuletzt wußten wir nicht genau, an was für Sauen die Hunde da jagen. Nachdem wir den etwa 350 m langen Schlag 3x durchgetrieben hatten, zwischenzeitlich unterstützt vom DD, waren die Hunde "platt" und brauchten eine Auszeit. Während sie sich in einem wasserführenden Graben abkühlten, gelang es mir noch einen Jagdkameraden mit 3 "saumäßig" erfahrenen Weimaranern zu aktivieren. In nur einer halben stunde war er vor Ort und wir entschieden uns per Handy, einander entgegen zu treiben. In null komma nix waren auch seine Hunde an den Sauen, konnten diese aber auch nicht binden bzw. stellen. Der Unterwuchs kam den Schwarzkittel zu Hilfe und machte für die Hunde ein sichtiges Verfolgen im Schlag unmöglich. Inzwischen war es selbst für uns Hundeführer im Stengeldickicht fast unerträglich heiß. Plötzlich klagte ein Frischling, offenbar von einem Hund gefangen. Meine hündin startete durch, während ich unter ständigem Lautgeben langsamer folgte. Plötzlich kam jedoch wieder Bewegung in die Sache und der Frischling verstummte. Wie sich herausstellte hatte der DD in gegriffen. Als sein Führer hinzueilte, mußte er feststellen kein Messer dabei zu haben. Gerade als er den Fangschuß antragen wollte, griff der Terrier ins Geschehen ein, so dass an einen Fangschuss nicht mehr zu denken war. Als der Hundeführer nunmehr nach dem etwa 12-15 kg schweren Frischling griff, um in auszuheben, konnte der sich losreißen und ab ging die Post. Zwischenezitlich hatten die anderen Hunde auch mehrfach Kontakt, ohne dass dabei etwas herausgekommen wären. Wir entschieden uns zunächt einmal, zum Ende durchzugehen. Während wir auf dem angrenzenden Weg beratschlagten, ob ein weiterer Durchgang sinnvoll sei, nahmen uns der Zustan dér Hunde die Entscheidung ab: Zwei der Vorstehhunde standen kurz vor einem Kreislaufkollaps, während ein Weiterer mit einem Frischling durch den angrenzenden, hohen Weizen in die Forst verschwunden war. Schweren Herzens mußte die jagd abgebrochen werden. Die Gesundheit unserer vierläufigen Jagdhelfer hatte Vorrang. Stark schwankend und mit unsichern Bewegungen folgten die abgekämpften Hunde ihren Führern in ein angrenzendes Moorbiotop, wo sie sich im Wasser zum Glück einigermaßen zügig wieder erholten. Derweil kehrte der Verfolger des flüchtigen Frischlings offenkundig unversehrt und erstaunlich frisch zurück. Dennoch mußten wir eingestehen, dass wir dieses Mal den Sauen gegenüber den Kürzeren gezogen hatten. Vielleicht aber führt ja heute der abendliche Ansitz am Maisschlag noch zu einem versöhnlichen Ende....
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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

14.04.2008 20:02 Treiber
Super Geschichte.
Ohne Hunde wär an die Jagd halt nicht zu denken, die verstehen ihr Handwerk wie kein anderer...

Gruß Rouven ;)
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