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Jagderlebnisse

(1 Eintrag)

Hirschkalb
517 mal angesehen
21.02.2010, 18.29 Uhr

Mein erstes Stück Rotwild

Angeregt von swinging_elvis' Erzählung "Unverhofft- Mein erstes Stück Rotwild", möchte ich euch nun auch von meinem ersten Hirschkalb erzählen.

Schon mehrere Tage hatte ich im schönen Taunus Revier angesessen und mein Glück versucht. Frei hatte ich alles was man Anfang August laut Jagdgesetz erlegen durfte. Aber meine volle Aufmerksamkeit galt dem Rotwild, das in diesem Revier sehr zahlreich vorhanden ist. Der Pächter ermutigte mich des Öfteren das Anfang August die beste Zeit war um Rotwild zu strecken, da es noch sehr vertraut auf die freien Flächen kommt.
Anblick hatte ich am Vorabend auch schon gehabt. Ich saß vor einer frisch gemähten Wiese an der sich eine weitere Wiese mit hüfthohem Gras in rund 150m Entfernung anschloss. Dahinter lag ein kleiner Schlag Fichtenaltholz.
Irgendwann am noch frühen Abend stieß mich mein Kollege, der an diesem Abend mit mir saß, an und meinte, dass sich im hohen Gras was bewegen würde. Er hatte Recht. „Rehe!“ meinte er (Nichtjäger). Doch ich erkannte schnell durchs Doppelglas, dass es sich um ein Alttier mit zwei Kälbern handelte. Der Puls stieg schlagartig. Sie zogen langsam auf uns zu, verließen das hohe Gras jedoch nicht. Genau an der Kante drehten Sie ab und zogen parallel zu uns davon. An einen Schuss war die ganze Zeit nicht zu denken, da sie ständig in Bewegung waren und die Entfernung für mich auch nicht passte. "Ich hab ja noch ein paar Tage", sagte ich mir um die Stimmung nach verpasster Chance zu steigern.
Am nächsten Morgen ging es früh raus, so gegen 5Uhr. Vor dem ersten Büchsenlicht wollte ich sitzen. Es sollte zu einer Kanzel gehen die an einem Getreide Acker steht, wenn man das so nennen kann. Das Getreide war nur ca. 20-30cm hoch und sehr licht. „Der beste und günstigste Wildacker“, wie der Pächter immer zu sagen pflegt.
2 Tage zuvor konnte der Pächter auf dieser Kanzel eine Triplette auf Rotwild schießen. Das hatte ich bis dato auch noch nicht erlebt. Aus einem Rudel konnte er Kalb, Schmaltier und Alttier erlegen. Alles innerhalb von 1-2 Minuten.
Ich fuhr also zeitig mit dem Geländewagen von der Jagdhütte los. Es war nur eine sehr kurze Anfahrt. Mit Büchse über der Schulter und Glas um den Hals pirschte ich zur Kanzel über den Asphaltweg. Ich näherte mich dem Acker und schon aus der Entfernung sah ich, dass sich dort etwas bewegte. Noch von einzelnen Bäumen verdeckt bleib ich stehen und griff zum Glas. Es war noch sehr dunkel. Schemenhaft erkannte ich ein Kopfstarkes Rotwildrudel auf der Getreidefläche. Was nun? Noch war es zu dunkel und ich war zu weit Entfernt um einen Schuss abgegeben zu können. Ich pirschte langsam vorwärts mit der Hoffnung, dass die Dämmerung bald einsetzt. Und so war es auch. Die Konturen der Wildkörper wurden langsam schärfer. Blöd war nur, dass ich den Pirschstock im Auto gelassen hatte. Ursprünglich wollte ich ja auf die Kanzel, die immer noch weit vor mir lag. So legte ich mich auf den Asphalt. Das Glas als provisorische Auflage missbraucht, konnte ich nun meine Büchse in den Anschlag bringen. Die immer noch Schemenhaften Wildkörper zogen langsam schräg von mir weg.So lag ich da und suchte mit meinem Absehen vor dem Auge nach einem geringen Stück.
Ich hatte Glück. Ein einzelnes Stück stand breit und ein wenig abseits des Rudels. Das musste passen. Im vergleich sah es deutlich geringer aus. „Das ist mein Kalb“, dachte ich mir. Das Licht war grenzwertig aber ich entschloss mich zu schießen. Ruumms!!! Die 8x68S hämmerte mir in die Schulter. Vollkommen geblendet vom Mündungsfeuer hörte ich das Rudel abspringen. Im nächsten Moment war die Bühne leer, doch ich hörte deutlich wie das Rudel hinter einer Kuppe langsamer wurde. Also nichts wie hinterher. Auf dem Scheitel der Kuppe stand ein Drückjagdbock den ich bestieg. Oben angekommen sah ich das Rudel in rund 70m Entfernung wie es sich einzeln in die Dickung drückte. Mittlerweile war es so hell, dass ich noch einen geringeren Hirsch ausmachen konnte. Gerader oder ungerader Sechser. Sollte ich???
Doch mit der Ungewissheit im Nacken ob ich das Kalb überhaupt erlegt habe, lies ich den Finger gerade. Mit lautem Getöse war nun das gesamte Rudel in der Dickung verschwunden. Nun saß ich da und merkte zum ersten Mal wie mein Puls raste. Zigarette raus und beruhigen. Ich wartete bis die ersten Sonnenstrahlen den Horizont überrollten. Von hier oben konnte ich den vermeintlichen Anschuss gut einsehen. Doch mit dem Fernglas konnte ich das Kalb nicht ausmachen. War es vielleicht doch noch zu Dunkel? Sofort kontaktierte ich einen Jagdkollegen, der sich nicht weit von mir ansetzten wollte und begab mich schon mal allein auf die Suche. Wie gesagt, das Getreide war nicht sehr hoch aber ich fand nichts.
Schon zwei Tage zuvor haben wir mit vier Mann bestimmt eine halbe Stunde im dunkeln suchen, müssen bis wir alle drei Stücke des Pächters zusammen hatten. Endlich traf der Jagdkollege ein und half mir. Keine 2 Minuten später rief er mir ein Weidmannsheil zu.
Und da lag es, mein erstes Hirschkalb. Keine 5m von der Stelle Entfernt wo ich den Anschuss vermutete. Ich schickte meinen Kollegen wieder auf die Pirsch. Den Moment wollte ich allein genießen, mit meinem ersten Stück Rotwild.

Am Abend folgte Hirschkalb Nr. 2.
Das Alttier mit den beiden Kälbern ließ sich wieder blicken.Nach kurzem Ansitz konnte ich das deutlich abgestoßene Kalb erlegen.
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frankbbl

frankbbl

Alter: 33 Jahre,
aus Münster
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Kommentare

21.02.2010 21:54 swinging_elvis
Na Waidmannsheil! Freut mich, dass ich "anrege"...
Scheint ja bei Euch wirklich was los zu sein. Da heißt es wirklich, Chancen zu nutzen. Feine Geschichte. Rock on, elvis
21.02.2010 23:35 Bracken
Waidmannsheil zum ersten Stück Rotwild. Solche Momente bleiben in Erinnerung.
22.02.2010 10:29 Hirschmann
Ein kräftiges Weidmannsheil!
Und danke für die Geschichte!
Und Respekt, vor Deiner Entscheidung ob der UNklarheit über den ersten Schuß den Hirschen laufen zu lassen. Ich kenne einige, die da sicher anders gehandelt hätten, denn wie immer wieder zu hören/lesen: "Bei Rotwild brennen bei manchen die Sicherungen durch!".

Gruß
HM
23.02.2010 16:54 waldfrau86
Waidmannsheil zum ersten Stück
das mit dem Hirsch klappt sicher auch noch!
24.02.2010 17:10 Malepartus
Waidmannsheil zu den Kälbern.
Rotwild ist immer was besonderes 5
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