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Die Familien-Silvester-Sau

Endlich war es soweit... Der Weihnachtss (1 Eintrag)

401 mal angesehen
08.02.2010, 15.22 Uhr

Die Familien-Silvester-Sau

Endlich war es soweit... Der Weihnachtsstress war vorbei und wir brachen zu einem Familien-Jagdurlaub über Silvester nach Brandenburg zu Bekannten auf.
Fast eine ganze Woche nichts tun als in dem herrlichen Revier anzusitzen, zu pirschen und zu jagen...und das in den Tagen vor Vollmond...welch Option!
Es ging also mit Sack und Pack, Kindern und Hunden am 27.12. gutgelaunt auf die Autobahn. Stramme 4 Stunden Fahrzeit lagen vor uns. Kurzer Stop, der Kinder wegen bei McDon, und weiter ging es. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel und wurden wie immer herzlichst begrüßt. Eine herrliche Tasse Kaffee, ein Stück selbstgebackener Apfelkuchen und dann fix fertig machen fr den ersten Ansitz.
Ich bezog eine Kanzel an einem kleinen Wildacker m. Kirrung, hatte aber die ersten 2 Tage, auch an anderen Stellen, keinen Anblick. Einzig hörte ich nicht weit von einem meiner Ansitze entfernt 2-3x Sauengezanke durch den ruhigen winterlichen Abend quicken. Meiner Frau erging es ähnlich.
Am dritten Tag wurde der Bann gebrochen, meine Frau vernahm direkt hinter ihrem Sitz erst einen Hirsch schreiten und später ein einzelnes Stück Schwarzwild in dem typischen Troll durch das trockene und leicht verschneite Laub ziehen. Beide Stücke kamen aber leider nicht in „vernünftigen“ Anblick, obwohl sie sicher nicht weiter als 25mtr. hinter dem Sitz zogen. Sie konnte den Hirsch nur schemenhaft und eben als Geweihten ansprechen. Etwas später an dem Abend konnte sie dann noch ihr zweites Stück Wild überhaupt, ein Schmalreh, strecken. Die Aufregung und Freude war groß und so wurde das Stück noch ordentlich gefeiert, zumal ich an dem Abend einen 35kg Frischling strecken konnte.
Der vierte Tag, Silvester... Die Kinder wollten unbedingt mit die Kirrungen abfahren und beschicken, also alle Mann und Hunde gegen 11.°°Uhr ins Auto, Kirrgut auf dem Heckträger deponiert und ab ins Revier. So fuhren wir eine Kirrung nach der nächsten ab, vom Fuchsbau zum Wasserloch, dann zu den Buchen, zum kleinen Wildacker, zum großen Wildacker usw. Eine Fahrt durch herrlichen winterlichen Buchenwald mit Altholz u. ausgedehnten aufgelaufenen Jungbuchenbeständen. Fast überall waren die Kirrungen angenommen und Fährten über Fährten zu finden... Aber wo steckte nur das Wild? Als wir um einen Alt-Fichtenbestand herumfuhren sahen wir auch den Zankplatz der Sauen vom Vorabend. Das Laub im Altbuchenbestand war auf einer Fläche beinahe so groß wie ein Fußballfeld, komplett aufgeworfen und umgedreht...und das Ganze vielleicht 100mtr. von meinem gestrigen Ansitz entfernt. Lediglich die Fichten hatten mir die Sicht versperrt. Es muß eine ziemlich große Rotte gewesen sein, so groß wie die Fläche war. Na ja, das ist halt Jagd.
Wir setzten unseren Weg fort. Meine Frau schaute während der ganzen Fahrt ständig aus dem Beifahrerfenster so daß ich sie schon nachgefragt habe ob sie irgendwie sauer wäre – nein, sie würde nur nach Wild gucken! Aha, na ja...also weiter. Wir durchfuhren einen sozusagen aus Jungbuchen gesäumten Hohlweg zu einer Kirrung an einem Tümpel im Wald. Türen schlugen zu, die Kinder stritten sich mal wieder wer denn nun Eicheln und wer Kastanien verteilte und zur Abfahrt, trotz Ermahnung, wieder Autotüren zugeschlagen. Der Weg führte wieder zurück durch den erwähnten Hohlweg, der vielleicht 50 mtr. von der Kirrung entfernt ist, als meine Frau plötzlich rief „Da stehen 2 Schweine“ „Wo?“ „Na da!“. Vollbremsung... Ich die Waffe gegriffen - aus dem Auto raus - draussen das Magazine rein – repetiert - LP an – Vergrößerung auf 2,5 gedreht –
ums Auto rum und sie fragend angesehen... „Wo?“ Ihre Autoscheibe war noch oben und sie deutete mit dem Zeigefinger in die Jungbuchen. Ich sah keine Sauen...“Kannst du vielleicht mal die Scheibe runter machen !?“ Scheibe runter...“Also wo jetzt?““ Na da“ ...wieder der Zeigefinger in die Richtung. Zwischenzeitlich hatte ich mich hingekniet und versuchte zwischen den z.T. fingerdicken Stämmen der Buchen etwas zu erspähen... Da, tatsächlich, keine 25mtr. entfernt standen 2 Sauen in der 40kg-Klasse regungslos im Bestand. Waffe angebackt, LP auf´s Blatt und fliegen lassen...Geraschel seitwärts weg - ich wieder zurück auf die Fahrerseite und hinters Auto...mit Glück wechselten sie über den Hohlweg...tatsächlich, sie kamen, zumindest hörte ich sie. Ich ließ die erste passieren und passte die zweite ab, krabumm...aber wie es bei so schmalen Schußfeld leider häufig ist, die Sauen sind dann hinten einfach immer ein Stück zu kurz...verfehlt. Mist, dachte ich und hörte im gleichen Moment aus der Richtung des ersten Anschußes im Laub etwas schlegeln. Ich wieder zurück, und langsam ran... Joh, wunderbar, da lag eine Sau mit besten Treffer hinterm Teller. Es waren also 3 Stücke gewesen. Etwas Leben war noch in ihr und ich entschied mich für einen finalen Fangschuß auf´s Haupt. Ich backte an und schoß.

Im Moment des Knalls ging, keine 20mtr.! entfernt, eine zweite Rotte hoch, die wir allerdings leider nicht zu Gesicht bekamen, so daß wir nur anhand der Geräuschkulisse schätzen können, daß dort nochmal 4-6 Sauen ihren Tageseinstand hatten. Wir trauten unseren, in dem Fall Ohren, nicht...Erst beim dritten Schuß, dem ganzen „Gequatsche“, nach dem Kinderlärm und Autotüren-Geklappe in ca. 50-60mtr. Entfernung an der Kirrung, erst jetzt gingen sie hoch und verliessen ihren Einstand. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, ich würde es nicht glauben wollen wie dickfällig Sauen sind wenn sie sich sicher fühlen !

Es heißt zwar Fuchs kann immer kommen, aber in dem Fall würde ich sagen, bei Sauen ist man vor Überraschungen auch nicht sicher...

Wir haben dann die Sau auf den Heckträger verladen und ab ging es nach Hause zu unseren Bekannten. Dort wurde das Stück versorgt und so war der Silvester-Abend stimmungstechnisch auf jeden Fall gerettet !

Ein wunderbares Jagderlebnis mit der ganzen Familie an einem Silvestertag, daß man selbst und sicher auch die Kinder so schnell nicht vergessen werden.
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Galloway

Galloway

Alter: 58 Jahre,
aus Norddeutschland
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Kommentare

08.02.2010 21:19 Lexiondriver1
Schön geschrieben!

Waidmannsheil dir und deine Frau!
09.02.2010 08:58 Baujaeger
Na dann nachträglich nochmal ein dickes Waidmannsheil.....!!!

Gruß
Baujaeger
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