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Ein besonderes Erlebniss

oder.. die Sauendoublette (1 Eintrag)

470 mal angesehen
16.01.2010, 13.24 Uhr

Ein besonderes Erlebniss

Endlich ist es soweit.Es ist der 07.01.2010.Gerne bin ich der Einladung mienes Jagdfreundes Hermann gefolgt und stehe nun morgens um acht mit noch zehn anderen Jagdkollegen bei ihm auf dem Hof.Nach kurzer Begrüßung teilen wir uns in Fahrgemeinschaften auf, da wir um in sein kleines Eigenjagdrevier zu kommen noch ca. 1 Stunde Autofahrt vor uns haben.Wir wollen in diesem kleinen Kreis das Jagdjahr auf Niederwild ausklingen lassen, ganz ohne Zwang und Druck einer groß angelegten Treibjagd.Dementsprechend gut ist die Laune bei den einzelnen Jägern.Hermann ist schon mehrere Jahre Pächter dieses kleinen Reviers und die Gruppe der Jagdgäste hat sich eigentlich nie im wesentlichen geändert.Jeder von uns weiß das eventuell Sauen vorkommen könnten.In den letzen Jahren hatten wir Jäger immer ein wenig Pech.Entwedersind die Sauen in der vorigen Nacht klammheimlich verschwunden oder sie sind ungeschoren aus dem Treiben entkommen weil sie wieder einmal schlauer waren wie die dummen Jäger Kurzum...es ist noch nie eine Sau bei dieser Jagd zur Srecke gekommen.Mittlerweile sind wir bei der Familie J. auf dem Hoif angekommen.Es besteht ein tolles Verhältniss zwischem dem Landwirt und uns Jägern, so das er uns wie selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder ihren Keller für das erste Schüsseltreiben mit leckerer Erbsensuppe zur Verfügung stellt.Allein das ist schon eine Reise wert.. Wir stehen nun also auch dem verschneiten Hof und lauschen gespannt den Worten des Jagdherrn.Nach den Sicherheitsbelehrungen, Jagdscheinkontrolle und Freigabe folgte der Satz der uns alle aufhorchen ließ,den wir aber auch von den vorausgegangenen Jahren her kannten..WENN SAUEN DANN IM ZWEITEN TREIBEN.Gestern haben wir noch abgefährtet, es sieht ganz gut aus.Schauen wir mal.Sollte es diesmal endlich klappen?Es wäre ja zu schön für die Mitgehenden Landwirte als Treiber und natürlich auch für den Jagdherrn und uns als Jagdgäste.Die äusseren Bedingungen waren mehr als gut. Minus fünf Grad, durchgehende Schneedecke.Da könnte doch was gehen??Jeder kramte in seinen Jackentaschen rum und suchte nach Brennecke.Demjenigen der keine mit hat wird ausgeholfen, nicht ohne vorher die Leihgebühr auzuhandeln Nach dem Signal Aufbruch zure Jagd umstellen wir leise einen Bachlauf, in der Hoffnung noch ein paar Breitschnäbel zu erwischen.Wir bleiben in respektablem Abstand zum Wasser stehen und die Hunde werden geschnallt.Es dauert nicht lange und schon steigen die ersten Enten auf.Flinte hoch,mitziehen, vorhalten sind eins und schon fallen zwei Stockerpel in den Schnee.Junge, der Tag fängt ja gut an.Wir sammeln uns wieder auf dem Hof und legen kurz Strecke.Leichte Nervösität macht sich breit,sollte doch nun das zweite Treiben stattfinden.Der Pächter sagt zu mir:Nimm Du Harald mit und lasst euch von Johann rum bringen.Verteilt euch da an der Feld-Waldgrenze.Nicht das die Sauen, falls vorhanden, sich wieder verabschieden.Gesagt,getan.Harald bleibt oben bei der Kanzel stehen und ich ziehe rund 200 Meter weiter Richtung Bachlauf.Dort angekommen suche ich mir ein Plätzchen von dem ich meine alles halbwegs gut überblicken zu können.Vor mir eine Fichtendickung dahinter ,links und recht lichter Altholzbestand.Kaum zur Ruhe gekommen wandert mein Blick nach links..Was ist das??Ich traue meinen Augen kaum. Da stehen doch tatsächlich zwei Sauen und setzen sich langsam in Richtung Treiben in Bewegung Noch völlig faszieniert von dem Anblick der beiden Überläufer(konnte ich in aller Ruhe als solche ansprechen)bin ich völlig handlungsunfähig.Damit habe ich weiß Gott nicht gerechnet.Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe fällt mir ein das es jetzt vielleicht ja mal Zeit wäre die Schrote gegen Brennecke zu tauschen Also, Waffe vorbereiten und nicht mehr bewegen.Sauen sind im Treiben.Jedes einzelne Geräusch lässt mich zusammen zucken.Hat der Pächter doch Recht behalten!Nervösität macht sich bei mir breit, zu mal ich in meinem Jägerleben noch nie eine Sau mit einem FLG erlegen konnte.Plötzlich sehe ich ,ohne das ich irgendetwas vernommen habe, im Unterbewuchs der Fichtenschonung etwas auf mich zu kommen.Luft anhalten, nicht bewegen und Flinte entsichern sind eins.Und plötzlich bricht vor mir ein Überläufer aus dem Bestand.Waffe hoch , mitziehen, Knall, Sau rolliert.Keine Zeit zum nachdenken.Die Waffe noch auf der rollierenden Sau sehe ich im rechten Augenwinkel den zweiten Überläufer den gleichen Weg nehmenHerumschwenken, mitziehen, abdrücken, Sau rolliert wieder.Sie liegen fast aufeinander..Was ist hier los?Was hast du gemacht?Die Gedanken sind völlig durcheinander.Ich stehe da, fange an am ganzen Körper zu zittern und begreife eigentlich gar nichts.Ich zwinge mich zur Ruhe.Als die Beine wieder funktionieren setze ich mich in Richtung Sauen in Bewegung.Beide Sauen richtig angesprochen, beide Schüsse absolut tödlich.Oh oh, der Abend ist gesichert Nichts desto trotz muss ich von den Sauen ablassen,da wiet und breit von der Jagdgesellschaft nichts zu hören ist.Ich gehe also wieder zu meinem alten Stand und beobachte zu meinem Erstaunen wie 2 Rotkelchen uind eine Blaumeise auf den gerade relegten Sauen herum turnen.Was machen sie da?Suchen sie Ungeziefer in der Schwarte?ZUpfen sie Nistmaterial?Mit diesem Gedanken beschäftigt sehe ich auf einmal 30 m vor mir einen Überläufer und einen Keiler der 80 er Klasse aus dem Bestand brechen.Ich stehe mit offenen Mund da und bin wieder mal unfähig zu handeln, denn ich kommme nocht nicht mal auf die Idee das es mit den Sauen und der Entferung passen würde Oder habe ich einfach nur fertig?Ich weiß es nicht, jedenfalls hab ich noch nicht einmal die Waffe gehoben.Einfach nur den Anblick der beiden sich im langsamen Troll verabschiedenden Sauen genießen.Ich kann es nicht fassen.Innerhalb von 20 min drei mal Sauen vorgehabt, zwei Sauen liegen,...ja ich kann sagen Ich habe fertig Nichts desto trotz muss ich ja noch auf das Ende des Treibens warten.Also wieder stillstehen und warten ob sich die anderen nähern.Ich kann nichts von ihnen hören, stattdessen vernehme ich ein Knacken im Unterholz, genau da wo vorher die Überläufer den Bestand verlassen haben.Schon wieder Sauen???Langsam den Kopf drehen,Waffe entsichern.Ich traue meinen Augen nicht.Da steht doch tatsächlich eine Bache drei Meter vor den erlegten Überläufern und holt sich Wind... keine 10 m von mir entfernt.Meine Nerven liegen blank.Plötzlich schieben sich acht Frilis so um die 20 kg zu ihrer Mama und tun es ihr gleich.Ich traue meinen Augen nicht, wage nicht mehr zu atmen.Was für ein Krimi.Die Bache zieht langsam um die äussere Tanne und verschwindet im Unterholz.Zürück bleiben die Frilis. Gerne hätte ich noch den einen oder anderen davon verhaftet, aber sie stehen so dicht zusammen das sich ein Schuss absolut verbietet.Das Spiel dauert ungefähr eine Minute ehe sie sich entschliessen ihrer Mutter zu folgen.Zurück lassen sie einen völlig konfusen Jäger.So etwas habe ich noch nie erlebt und werde es wohl auch nicht mehr so schnell erleben.Endlich höre ich Stimmen und sehe die ersten Jäger und Treiber auf mich zu kommen.Was für eine Erlösung Als die anderen heran waren war das Hallo und herzliches Weidmannsheil natürlich groß.Der Jagdherr kam, sieht die Sauen, boxt mir in die Seite und sagt:Weidmannsheil,endlich mal, der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.,was mich natürlich sehr stolz macht.Als ich dei Sache mit der Bache und den Frilis erzähle ,entschließt sich der Jagdherr die Dickung noch einmal zu drücken, da die Sauen noch nicht raus waren.Dies geschieht dann auch. Die Sauen brechen aus ohne Schaden zu nehmen.Einzig und allein stand die Bache bei einem Mitjäger breit,der selbstverständlich den Finger gerade ließ.Nach dem Treiben haben wir die Sauen geborgen.Der Jagdherr überreicht mir die Brüche und es wird viel gelacht und erzählt.Besser kann die Stimmung auf einer Jagd nicht sein.Winterlandschaft, zwei Sauen, keine missgünstigen KOLLEGEN, ein tolles Gefühl.Ich werde damit beauftragt dei Sauen zu versorgen und die anderen wollen(oder sollen) noch ein Treiben machen.Aber irgendwie ist es schwer für den Jagdherrn die Jäger in Bewegung zu kriegen, ich glaube der ein oder andere wollte wohl gleich in den Keller Nur mit viel Überedungskunst und Bestechung in Form von kleinen grünen Fläschen gelingt es dem Jagdherrn die Korona in Gang zu setzen Also ziehen sie los und lassen mich mit der roten arbeit allein.So langsam begreife ich was sich abgespielt hat.Ein für mich unvergessenes Erlebniss.Der Rest ist eigentlich schnell erzählt.Nach dem Treiben wird beschlossen Schluss mit der Jagd zu machen.Alle freuen sich auf den Teil der nun folgen soll Es wird Strecke gelegt, verblasen und dann geht es ab in den vorher genannten Keller.Wir lassen uns die hervoragende Erbsensuppe schmecken, ich werde zum Jagdkönig ernannt. Irgendwann brechen wir von dort auf aus Richtung Heimat(Scheiss Auto fahren )Eben kurz nach Hause, frisch machen, umziehen und ab zum Jagdherrn wo das Zweite Schüsseltreiben traditionsgemäß in der Jagdhütte stattfindet.Von dort aus konnte das jedser zu Fuss ab, falls das noch möglich war nachdem die Sauen nicht mehr schlegelten
Ich hoffe ich konnte hiermit allen Lesern nur ein Hauch von dem vermitteln was ich an dem Tag erlebt habe.Ein herzliches Weidmannsdank allen Landlive-Usern die mir schon bei den eingestellten Bildern ein Weidmannsheil gewünscht haben

Gruß Jan
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Kommentare

16.01.2010 13:57 harzbaer
gut geschrieben und natürlich ein kräftiges Waidmannsheil!

Kann Deine Stimmung gut nachvollziehen.
16.01.2010 14:19 SauerlaenderJung
Weidmannsheil zum Erlebten! Freue mich für dich und richtig gut erzählt, konnte den Maggi geruch fast in der Nase spüren! 5 Sterne!
16.01.2010 14:35 Die_Leitbache
dickes weidmannsheil.klasse geschrieben
gruß moni
16.01.2010 17:29 Keiler
Man stelle sich vor du hättest noch 2 Frischlinge dazu auf die Schwarte gelegt.....

Nein. hast schon richtig gemacht. 2 Sauen nimmt dir keiner Übel, im Gegenteil - sauber geschossen, überlegt gehandelt und gut erzählt. Da kann ich deine Freude nachvollziehen.
Auch von mir dickes Waidmannsheil zur Sauendublette! 5*

Grüße Keiler
16.01.2010 18:27 Chrischan100
das doch schön zu lesen
das ais die 5 punkte auf alle fällle wert
19.01.2010 17:14 Dackeleva
wie schön, dass auch anderen manchmal der mund offen stehen bleibt

toll geschrieben!!!
5 *
21.01.2010 15:31 swinging_elvis
Ein Erlebnis vom Feinsten... klasse!
Da hat man wieder was zum Träume...
Wirklich schön erzählt, man merkt wirklich, wie Du heute immer noch denkst: Hab ich das erlebt???
Schön, ein Jäger zu sein. Rock, elvis
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