Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Sauschwartes Jagd

(6 Einträge)

Drückjagdstrecke Drückjagdsitz Drückjagdkitz
605 mal angesehen
05.01.2010, 11.28 Uhr

Drückjagdimpressionen

Gemeinsame Jagderlebnisse auf Bewegungsjagden runden für mich das Jagdjahr ab. Meistens Anblick, oft Beute und dazu die Mischung aus moderner Jagd und Tradition machen dabei den besonderen Reiz aus.
In diesem Jahr standen schon frühzeitig zwei Termine fest, und ich war gespannt, ob noch weitere Einladungen folgen würden. Stattdessen kam eine Absage - die Jagd war fast vollständig an eine Schwedengruppe verkauft worden. Aber Ende November kam dann doch noch, völlig überraschend, eine weitere Einladung zur Stöberjagd.
Die erste, seit langem geplante Drückjagd, Anfang Dezember, verlief für mich recht ruhig.
Beunruhigt wurde das Wild ohne Hunde mit einer Handvoll Treiber, da das ca. 200 Hektar große Waldrevier direkt an eine Bundes- und Kreisstraße grenzt. Nachdem ich zwei Schützen angestellt hatte, und mich gerade auf meinem Sitz eingerichtet hatte, kamen auf 60 m drei Rehe, die ich leider nicht ansprechen konnte. Da zudem in ihrer Richtung auch kein Kugelfang vorhanden war, blieb es bei einem kurzen, spannenden Moment. Später, als sich die Treiber näherten, zeigte mir Reinecke noch kurz seine Lunte.
Zum Ende der Jagd kam bei mir noch einmal Hoffnung auf, als ich aus meinen Gedanken gerissen wurde, weil ganz in meiner Nähe offensichtlich eine Rotte beschossen wurde. Aber an diesem Tag bekam ich erst am Streckenplatz Sauen zu Gesicht.
Nachdem die Jagdhörner verklungen waren, wühlte ich mich ein letztes Mal an diesem Tag, mit einer Geschwindigkeit zwischen schleudern und festfahren durch das schlammige Revier gen Heimat, zufrieden mit dem Jagdtag und der Aussicht auf die Wurst und den Schinken vom Oktober-Keiler, die ich auf dem Rückweg beim Heidefleischer abholen konnte.
Die Stöberjagd, zu der ich mich am 10. Dezember aufmachte, stand ganz unter dem Einfluss des gleichnamigen Tiefs „Sebastian“. Es schüttete schon am Morgen wie aus Eimern, als ich mich, nur mit einer Flurkarte ausgerüstet, auf die Suche nach dem Treffpunkt machte. Bald waren wir schon zu zweit, und so durchkämmten wir mit unseren Autos im Morgengrauen die Wiesen und Waldwege, bis wir schließlich fündig wurden.
Kaum ausgestiegen und fertig umgezogen, triefte schon alles, und gerade die Treiber konnten später das Wasser förmlich aus ihren Stiefeln schütten. Begrüßung, Sicherheitsbelehrung, Freigabe und Gruppeneinteilung erfolgten glücklicherweise unter einer Überdachung, bevor es dann endgültig ab in den strömenden Regen hinausging. Nach kurzer Fahrt durchs Revier erreichten wir einen Forstweg, und der Gruppenführer sagte mir, dass da vorne rechts mein Sitz stände. Ich sah nichts davon im Grau des Regens, wünschte Waidmannsheil und ging zu Fuß in die angewiesene Richtung. Nach 300 m tauchte sie auf, die Kanzel, die bei diesem Wetter der Königssitz war. Noch nie habe ich mich so über einen für diese Jagdform wenig geeigneten Sitz gefreut wie an diesem Tag. Oben angekommen, war sogar das Sitzbrett mit einer Decke gepolstert. Was für ein Luxus bei dieser Sintflut, die nicht enden wollte. Ich richtete mich ein, ging in Probeanschlag - links und rechts der Weg und geradezu eine Schneise - und war mal wieder zufrieden.
Das Treiben hatte noch nicht begonnen, da kreuzte schon die erste Rotte, lautlos, bestimmt 100m entfernt, linker Hand den Weg, auf dem ich gekommen war. Es war nicht daran zu denken, sie zu beschießen. Anblick hatte ich immerhin schon mal, dachte ich, als der Nachbarschütze einen Schuss auf sie abgab.
Eine halbe Stunde später kamen erst die Hunde, und dann sammelten sich die Treiber auf dem Forstweg. Danach kehrte wieder Ruhe ein, nur der Regen trommelte aufs Dach und tropfte bereits durch die ersten Fugen. Ein Segen dieser Sitz heute, Feuchtigkeit und Kälte waren alleine schon genug.
Doch da, geradezu auf der Schneise ein Hase - nein es war ein Kitz. Die Ricke kam hochflüchtig hinterher. Eben noch im Stangenholz, verschwinden sie im leichten Bogen in der Verjüngung. Abwarten, vielleicht kreuzen sie den Weg, hoffe ich. Lange fünf Minuten vergehen, dann steht das Kitz auf 60 m breit auf dem Weg, und die Ricke sichert halb im Bestand stehend. Bockkitze sind nicht freigegeben, denke ich noch und drücke ab. Als es liegt, werde ich unsicher ob des Geschlechts. Als kurz vor Ende der Jagd ein zweites Kitz, alleine mit gesenktem Haupt, 100 m entfernt über den Weg zieht, lasse ich den Finger gerade. Zwei „falsche“ Kitze will ich mir nicht leisten, obgleich ich die verwaisten Kitze auch nicht sehen will ...
Als die Jagd vorbei ist, ziehe ich erleichtert vor meinem Rickenkitz den Hut.
Aufgebrochen wird zentral. Das Kitz ist schnell versorgt und liegt als erstes auf dem Streckenplatz. 11 Ricken und Schmalrehe, 6 Sauen und ein Fuchs folgen.
Heute gilt der Dank vor allen Dingen den Treibern, die von unten und oben nass wurden und denen es bei tiefem Boden oft fast die Stiefel auszog. Danach werden die Erlegerbrüche verliehen, und schließlich wird die Strecke verblasen.
Wenn dann am Ende eines Jagdtages die Fichtenscheite am Streckenplatz brennen und die Hunde zum Jagdhorn heulen, ist eine Gänsehaut bei jedem Wetter sicher.
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Sauschwarte

Sauschwarte

Alter: 54 Jahre,
aus Hannover
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

05.01.2010 11:35 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil zum Kitz. Super Geschichte.Das gibt 5 Punkte von mir .
Gruß und wmh Sauerlandjaeger93
05.01.2010 13:19 Sauschwarte
Sauerlandjaeger93 schrieb:
Waidmannsheil zum Kitz. Super Geschichte.Das gibt 5 Punkte von mir .
Gruß und wmh Sauerlandjaeger93

Waidmannsdank Sebastian
05.01.2010 21:13 woidmandl
Sauschwarte schrieb:
Waidmannsdank Sebastian


...was für bexxx.... Jagdherren es doch gibt ?!

06.01.2010 10:10 Heidefoerster
War die Jagd zufällig in der Försterei H. Im FoA F.?
06.01.2010 13:07 Sauschwarte
Heidefoerster schrieb:
War die Jagd zufällig in der Försterei H. Im FoA F.?

ja genau Gruß Sebastian
06.01.2010 15:39 Heidefoerster
Sauschwarte schrieb:
ja genau Gruß Sebastian

Dann bezieh ich den Dank an die HF auf mich, so nass war ich echt noch nie nach einer Jagd.
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang