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Durststrecke entlich vorbei

Pech, Unvermögen oder einfach Schicksal (1 Eintrag)

312 mal angesehen
30.11.2009, 19.10 Uhr

Unglaublich, es klappt doch noch!

Das Jagdjahr 2009/10 stand für mich bisher was das Schwarzwild angeht unter alles anderem als einem guten Stern. Im letzten Jagdjahr konnte ich 23 Schwarzkittel auf die Schwarte legen aber dieses Jahr war der Wurm drin. Im Frühjahr und Frühsommer hatte ich unzählige Male Sauen vor aber immer Bachen mit Frischlingen oder Bachen die kurz vor dem Frischen standen. Ich dachte schon die Keiler seien ausgestorben, bis ich an einem unserer Malbäume eine einzelne Sau fährtete die über achtzig kg haben durfte und mit den Waffen deutliche Spuren in der Fichte hinterlies.
Also dieser Sau sollte es nun gelten. Erste Abend- und Frühansitze blieben erfolglos, doch an einem Juniabend erschien die Sau bei gutem Licht an der Suhle. Deutlich waren die Waffen zu sehen, zweifelfrei handelte es sich um einen Keiler. Ich machte mich bereit doch irgendetwas stimmte nicht und mit einem Satz war die Sau in der Dickung verschwunden. Am darauf folgenden Wochenende kontrollierte ich nach einem Frühansitz die Kirrungen, an den ersten beiden immer schön die Waffe mitgenommen an der nächsten schien mir der Aufwand dann so groß und ich lies sie im verschlossenen Auto zurück. An der Kirrung angekommen machte mich der starke Sauengeruch nicht stutzig und als ich die Holzklötze zusammen sammelte rauchte es drei Meter neben mir in einem Brombeerbusch und mein Keiler suchte in hohen Fluchten das Weite. Seit diesem Tag habe ich ihn weder gesehen noch gefährtet.
Als der Weizen dann die Milchreife erreichte, dauerte es nicht lange da stellten sich die sauen in den Rapsfeldern ein. Bei Regenwetter oder nach kurzen kräftigen Schauern erschienen die sauen schon sehr früh in den angrenzenden Weizenschlägen aber entweder zu weit, dann höhrte ich Frischlinge und konnte die Bache nicht zu ordnen oder, oder oder.
Eines Abends, nachdem fast den gesamten Tag geregnet hatte begab ich mich auf eine Leiter an einem Weg zwischen Raps und Weizen. Doch als ich die Leiter bestieg vernahm ich schon lautes gequiecke aus dem Weizen, so eine sch... dachte ich. kurze Zeit später erkannte ich vier Rückenlinien auf einem Platz der etwa 200m entfern war. Langsam zogen sie näher, es schienen vier Überläufer zu sein. Immer wieder vernahm man das Verbeißen der Sauen. Als sie noch gut 80m entfern waren schien es ihnen wieder besser zu schmecken und sie zogen nicht mehr weiter. Langsam wurde es dunkler und ich musste mir etwas einfallen lassen. immer wieder erschien ein Haupt aus dem Weizen und hielt einen Moment inne. Also entschloss ich mich beim nächsten mal zu schießen. Ich konzentrierte mich auf eine Sau die etwas Abseits stand. Ich suchte den Rücken mit dem Zielfernrohr und dann kamen langsam die Teller zum Vorschein, ein kurzer Pfiff lies das gesamte Haupt zum Vorschein kommen und schon war der Schuss Richtung Teller unterwegs, oder doch nicht ein leises klack, und ab ging die Überläuferrotte zurück in den Raps. Nochnie war mir das passiert, haben immer geschmunzelt wenn andere davon erzählt hatten das der Schuss nicht los ging. Also wieder nix. Das Getreide wurde geerntet und der Raps war weg und ich immer noch ohne Sau.
Anfang September wurde der erste Schaden im mais sichtbar, schnell war eine Leiter postiert, es war ziemlich sicher, das die Sauen jede Nacht aus dem nahen Wald anwechselten, denn der Acker schien uns für einen Tageseinstand zu klein zu sein. Beim dritten Ansitz vernahm ich schon früh ein lautes Rauschen im Wald der Etwa 200m entfernt war. Der Mond gab genügend Licht ab und plötzlich erkannte ich mit dem blosen Auge schwarze klumpen am Waldrand, eine nach der anderen Sau drang aus dem Wald auf das Feld, ich zählte über 25 Stück und noch viele kleiner Frischlinge die man nicht zählen konnte. In schnellen Troll kam die Rotte auf mich zu um dann leicht abzutrehen und 50m neben mir den Mais anzustreben. Hatte schon lange ein schwächeres Stück im Glas das am Ende Der Rotte lief. Ein Teil war bereits im Mais verschwunden als meine Sau stehen blieb, das Mündungsfeuer meiner 30.06 nahm mir die Sicht. Das erste was ich wahrnahm waren Sauen die in alle Himmelsrichtungen sprangen. Mit dem Glas suchte ich einen schwarzen Fleck auf dem Feld, doch es war nix zu finden. Vorbei, das war unmöglich auf 50m schieß ich doch keine stehende Sau vorbei. Ich rief meinen Jagdfreund der ebenfalls draußen war. Wir suchten und suchten aber wie sollten wir bei so viel Frischen Fährten die richtige finden? Es war aussichtslos, ein hund musste her, kurze Zeit später erschien der Nachbar mit seinem Drahthaar der sehr gut auf Schweiß geht, doch wo nichts ist kann auch der beste Hund nichts finden. ich begann zu zweifeln an mir selbst an meiner Waffe, an meinem Verstand.
In den folgenden Wochen hatte ich nicht viel Eifer für Saujagd und wenn ich an der Kirrung saß, die Tage lang besucht war, blieben sie an diesem Tag fern. Anfang Oktober begannen die Drückjagden und neue Hoffnung kam auf, da ich bisher immer guten Anlauf hatte. Doch die ersten sechs vergingen ohne ein Stück Schwarzwild gesehen zu haben.
Freunde sagten schon da is wieder der Saujäger der keine Sauen jagt, das war sehr aufbauend, doch ein alter Jäger sagte zu mir vor ein Paar Wochen, "mach dir keine Gedanken wenn du am wenigsten damit rechnest kommen sie dir, so sind die Sauen", ich musste lachen und dachte der muss es ja wissen.
Letzen Freitag fuhr ich ins Revier und wollte ein Stück Rehwild schießen, ich setzte auf eine hohe Leiter im Bestand nahe einer Fichtenschonung, aus der häufig Rehwild wechselte. Um 16.30Uhr vernahm ich ein Knacken und man hörte Wild wechseln, auf einmal erkannte ich den Wurf einer stärkeren Sau gefolgt von drei Frischlingen. Ich zögerte nicht lange entsichern, einstechen und schießen waren eins. Noch beim beim schuss erkannte ich die staubende Schwarte kurz hinter der Blattschaufel und der Frischling lag schlegelnd im Laub. Ich saß ungläubig weitere 10min auf der Leiter, von starkem Jagdfieber gebeutelt.
Ich trat an das Stück und setzte mich eine Weile daneben meine Freude übertraf die meiner ersten Sau um Welten da es damals irgendwie so einfach ging und nicht hart verdient werden musste.
Es war der 27.11. seit Ende Februar die erste Sau. Am Abend traf ich Jagdfreunde in der Kneipe und schilderte das Geschehen. Einer sagte mir so pass auf jetzt ist der Knoten geplatz und ich musste lachen.
Am nächsten Tag war Drückjagd. Mein Stand war viel versprechend und bereits nach 20min. wechselte eine einzelne stärkere Sau an die mein Standnachbar mit sauberem Kopfschuss rollieren lies. Durch den starken Wind bekam man von Treibern und Hunden oder anwechselndem Wild nichts mit nur Die Schüsse vernahm man und diese waren reichlich. Eine halbe Stunde vor Ende des ersten Treibens sah ich eine einzelne Sau anwechseln zu dicht standen noch die jungen Birken und Buchen, doch dann kam sie in den Hochwald, ich fuhr mit bumm und die sau sackte zusammen, unglaublich dachte ich ein 3/4 Jahr keine und dann an zwei Tagen zwei, doch was war das da kamen ja schon wieder sauen eine Rotte mit einer starken Bache vorne weg, kam auf dem selben Wechsel die Bache sah ihren noch schlegelnden Artgenossen und verhoffte sofort, der Rest wie eine Traube um sie herum, als wenn sie eine neue Strategie berieten. Die Bache wendete und wollte zurück ins Treiben, da stand ein Frischling frei und raus war die Kugel. das kleine Wutzje brach in seiner fährte zusammen.
Tage wie die letzten zwei werde ich nie vergessen, und mir wurde klar das man egal in welcher Situation man niemals aufgeben soll es kommen auch wieder besser Zeiten. Das Jagdjahr ist noch lang. Waidmannsheil
offline

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Kommentare

30.11.2009 19:25 Kuhbett
Waidmannsheil!
Danke für die aufbauenden Worte, mir geht's zur Zeit ähnlich . Mal sehen was die nächsten Wochen noch so bringen.
Gruß
01.12.2009 13:50 steyrmannlicher
WMH
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