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Es geht auch ohne Mond

Es geht auch ohne Mond (1 Eintrag)

720 mal angesehen
21.10.2009, 13.30 Uhr

Es geht auch ohne Mond

Ich war gerade in meinem Revier unterwegs, schaute nach den Holzarbeiten und kontrollierte die Malbäume für die Sauen, als mein Handy klingelte. Mein Bekannter war dran und berichtete von einer neuen "Mondlandschaft" und ob ich heute Abend Zeit hätte mit anzusitzen. Da meine Malbäume nach wie vor unberührt sind und ich meinem Bekannten viel zu verdanken habe sagte ich auch sofort zu. Wir trafen uns dann gegen 18:30 Uhr bei ihm und fuhren dann weiter in sein Revier. Leider waren wir nur zu zweit, die anderen waren leider verhindert bzw. nicht erreichbar.
Als wir dann im Revier ankamen traute ich meinen Augen nicht. Unglaublich was Sauen so in einer Nacht alles anstellen können. Bei der betroffenen Fläche handelt es sich um eine Wiese die momentan noch durch Jungvieh (hier nennt man sie "Stompa") beweidet wird und somit auch eingezäunt ist.
Das es eine Wiese war ist teilweise echt nur noch zu erahnen. Von zwei Seiten von Wald umstanden bietet sie natürlich eine prima Anlaufstelle für unsere Schwarzen. Wir stellten das Auto am Hof des leidgeplagten Bauern ab. Die gebrochenen Stellen liegen nur ca. 300m von seinem Hof weg und reichen bis ca 20m an eines seiner Fahrsilos. Aber da ist zum Glück noch nichts passiert. Mein Bekannter unterhält sich noch mit dem Bauern, dann geht es an die zu besetzenden Hochsitze. Es kommen nur zwei in Frage: einer direkt am Trauf auf Höhe des Hofes, der andere im Waldeck der Wiese. Ich darf die Kanzel beim Hof besetzen. Der Weg dorthin ist nicht einfach: Löcher von den Sauen, Kuhsch...e überall und die Stompa im Schlepptau. Zum Glück verziehen sich die Kühe wieder. Es wird ruhig. Und dunkel. Ich rechne mir wenig Chancen aus bei dieser Dunkelheit eine Sau schiessen, geschweige denn ansprechen zu können. Jetzt kommen aber zwei Faktoren dazu die zumindest dieses Problem lösen sollten. Zum einen wurde es verdammt kalt. Da es tagsüber einigermaßen feucht war bildete sich sehr schnell eine Reifschicht auf der Wiese. Zum anderen war der Bauer so nett in dem ca. 200m entfernten Stall seine Arbeit aufzunehmen. Das Licht aus dem Stall und der Reif, dazu sternenklar... das müsste reichen. Eine Nacht wie für eine Sau gemacht. Wenn da nicht wieder das falsche Schuhwerk wäre. Wollte ja eigentlich bei mir auf Reh gehen. Ich spürte in den feuchten Lederstiefeln immer mehr die Kälte kommen. Na, das kann ja heiter werden. Es dauerte nicht lange und ein Fuchs schnürte keiine 20m am Stand vorbei. Der Wind stimmt also schon mal. 30min später der zweite. Probehalber gehe ich mal in Anschlag und versuche den Fuchs ins Absehen zu bekommen. Es klappt. Also reicht das Licht für ne Sau allemal.
Einige Zeit passiert wieder nichts. Zwischendurch ein leichtes Rascheln rechts vom Stand. Ich tippe auf Fuchs Nummer 3. Dann undefinierbare Geräusche. Ich drehe mich leise in die Richtung und schaue durchs Glas. Wieder dieses Geräusch. Keine Ahnung was das sein soll. Ich glase die komplette Wiese ab. Nichts. Entspannt lehne ich mich zurück um auch sofort wieder das Glas hochzunehmen. Es fängt wieder an zu rascheln. Dieses mal aber deutlicher und kontinuierlich. Etwas zieht am Trauf entlang auf mich zu. Und dann seh ich sie. Die Sau dreht ab in die Wiese. Ganz gemütlich. Sofort Waffe hoch und Leuchtpunkt an. Gespannt ist sie eh schon lange. Die Sau läuft ca. 20m in die Wiese und dreht weiter zu mir ab. Wenn sie diese Richtung beibehält müsste sie ca.40m breit vor dem Stand vorbeiziehen. Und so ist es auch. Sie nimmt etwas an Fahrt auf. Ich versuche noch anzusprechen. Der Widerrist ist deutlich, daher tippe ich auf Keiler. Der Leuchtpunkt zieht schon eine ganze Weile mit. Entfernung passt, Licht reicht aus, Sau leicht schräg von mir weg, Leuchtpunkt hinterm Blatt... und schon geht die .30-06 auf die Reise. Ein Blitz und ein vielfaches Eche. Jeder kennt das. Der Schuss nachts kommt einem viel lauter vor. Wenn der Knall aber noch von dem nahen Hof reflektiert wird... uiuiui. Also Augen blind, Ohren klingeln. Liegt sie? Gespannt horche ich. Ich höre Schritte, nicht flüchtig. Sie muss die Kugel haben. Hätte ich gefehlt wäre sie ab wie ein Strich. Jetzt höre ich Schritte und Röchelgeräusche. Sie zieht also "Fremdluft". Die geht nicht weit. Und schon kommt der Pfiff vom Kollegen. Ich pfeif zurück. Das vereinbarte Zeichen für eine Sau. So lange wie ich brauche den Stand zu verlassen braucht er um abzubaumen und zu mir zu laufen. Wir suchen den Anschuss. Wieder einmal ohne Erfolg. Wir suchen und leuchten die Wiese ab. Und da liegt ein Klumpen ca. 50m vom "Anschuss" entfernt. Nichts wie hin, natürlich den Elekrozaun der Kühe übersehen (dafür sofort gespürt) und... im Schein der Lampe ist deutlich die Sau zu erkennen. Ein Keiler.
Bergen, dem Bauern zeigen, heim, aufbrechen, Waidmannsheil und Horido, tottrinken heimgehen...02:30 Uhr.
Meine stärkste Sau bisher. Ca 80 kg. Wiegen tun wir ihn heute. Aber egal. Ansprechen passte, Schuss perfekt, Totsuche... und wenn jetzt keine Strahlenbelastung... der passende Braten für meinen Geburtstag.
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halali

halali

Alter: 41 Jahre,
aus Laupheim
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Kommentare

21.10.2009 14:11 Dorschkoenig
fein hast du das gemacht..
WMH
21.10.2009 18:44 GECO
WMH! Schöner Blog! Mfg
21.10.2009 19:19 querz
Waidmannsheil!!!
21.10.2009 20:42 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil .Super geschrieben .
Gruß Sauerlandjaeger93
22.10.2009 07:19 anser
Weidmanns Heil zur Sau...! Ja die Nähe zu Gehöften, zur Stadt kostete auch bei mir schon so manche Sau das Leben...

Gruß
anser
22.10.2009 14:56 Dachshund
Waidmannsheil !!!
23.10.2009 11:55 Munsterlaender
Da können ja alle zufrieden sein!!
WMH
23.10.2009 18:45 Eichkater
Waidmannsheil!!

Schönes Erlebnis!! und schön geschrieben!!!
24.10.2009 14:23 Kevin_jagd
wmh....schön geschildert...lg
26.10.2009 14:45 swinging_elvis
Hey, für mich ist das schon ne grobe Sau.
Waidmannsheil zum Keiler. Unverhofft kommt oft. Und wenn man dann die Freude mit Mitjäger UND Bauer teilen kann... was kanns besseres geben!!!
Deine Erzählung macht Lust auf Jagd auf die Schwarzen... hmmm... ROCK, elvis
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