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kammerjaegers Jagderlebnisse u...

Eindrücke und Meinungen (16 Einträge)

367 mal angesehen
06.09.2009, 18.14 Uhr

Jagen unter Freunden

Arbeit, Familie, Umstände, Verpflichtungen trennen Freundschaften, die Mühle geht dahin und die alten Zeiten verblassen. Daher war ich hocherfreut, als sich für dieses Wochenende ein alter Studienfreund ankündigte. Natürlich auch zum Jagen, für ein Wochenende "unter Männern" und mit Hund.

Bedingt durch widrige Umstände und die Ausbildung meines Hundes war meine Strecke für das laufende Jagdjahr mehr als bescheiden ausgefallen. Auch die Reviereinrichtungen hatten (und haben) immer noch keine Pflege erfahren. Ersteres schrie nach umgehender Behebung, für letzeres wird sich auch Zeit finden.

Samstag hatten wir den Hundekurs mit "B" abgeschlossen - brauchbar! Für mich als Erstlingsführer Grund zu großer Freude, auch wenn ich schon oft gehört habe, es sei ja "nur eine Brauchbarkeitsprüfung", bei den Verbandsprüfungen gehe es ganz anders zu, ich würde mich dann schon noch umschauen,... Egal!

Samstag abend ging es dann gleich hinaus ins Moos, erst den Gast absetzen und indoktrinieren (frei sind...), dann selbst aufbaumen. Beim Angehen sprang gleich ein Schmalreh ab. Einen ruhig äsenden Bock konnte ich nur aus größerer Entfernung ausmachen. Auf Anpirschen verzichtete ich, da ich wenig motiviert war, mehrere 100 Meter über bratpfannenebenes offenes vor allem mit Brennesseln bewachsenes Gelände zu kriechen. Sonst geschah gar nichts. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigte sich allerdings, daß ich auf dieser Wiese nichts sehen würde. Sitzwechsel. Vollmond an der Maiskante, idealer Wind, alles grau in grau, mal heller mal dunkler. Im Mais raschelte es mal mehr mal weniger, irgendwann raschelte besonders stark, dann flog mit lautem Gocken ein Fasan auf, ich begann einzunicken. Im eigenen Bett schläft man besser als auf einer zugigen Leiter, daher packte ich zusammen und sammelte meinen Freund ein. Dieser war ein klein wenig aufgewühlt, vor ihm war vor einer halben Stunde so ein komisches Tier mit buschiger Lunte und spitzen Ohren bis unter den Hochsitz gelaufen. Er schloß messerscharf, daß es sich um einen Fuchs handeln musste, stand auf um ihn zu erlegen... Die Geschichte endete damit, daß der Fuchs sich wohlbehalten im Maisfeld wiederfand Beim nächsten Mal klappt's!

Die Nachtschicht in der Tankstelle wunderte sich sichtlich über die stumpfgrün angezogenen begummistiefelten Michelinmännchen mit Hut, die Pizza und Bier kauften.

Nur wenige Stunden später lärmte der Wecker. Kaffee, raus. Der Vollmond leuchtete wie eine Straßenlaterne. Die helle Nacht ging fließend in die Dämmerung über. Wie erwartet kam der Bock, den ich schon zweimal hatte laufen lassen. Es war schon fast zu einfach - Glas hoch, ansprechen, Glas runter, Waffe spannen, einstechen, PATSCH. Der Bock zeichnete und lief scheinbar unbeeindruckt ein paar Schritte, tat sich dann ruhig nieder und lag da mit erhobenem Haupt. Bevor er auch nur Anstalten machen konnte, wieder aufzustehen schoß ich ihn auf den Träger, rumms da lag er nun.

Ich sammelte meinen Gast ein, der durchaus auch Anblick gehabt hatte - durch die Bodenrundlinge und die Rückenlehne seines Hochsitzes. Diana kann launisch sein

Nachdem wir nun langsam in ein gesetzteres Alter kommen und aus Prinzip hatten wir uns vorgenommen, jagdliches Brauchtum zu pflegen. Das taten wir nun: Der Bock wurde mit letztem Bissen und Inbesitznahmebruch aus Weidenzweigen, dem Charakterbaum unserer Jagd, versehen. Ich bekam einen Erlegerbruch übergeben. Auf die Jagdsignale mussten wir leider mangels Jagdhorn noch verzichten. Aber wer weiß, vielleicht nächstes Jahr?

Alles in allem ein rundes Wochenende.

Ich freue mich auf einen jagdlich erlebnisreichen Herbst.

Das Handwerkszeug:
BBF Voehre 5,6x50R Mag. mit Meopta Artemis 7x50RD
Entfernung:
ca. 150m
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kammerjaeger

kammerjaeger

Alter: 39 Jahre,
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Kommentare

07.09.2009 12:36 SauerlaenderJung
Schön geschrieben, Weidmannsheil auch zur Strecke ;) Du hast vollkommen Recht, Jagen im Kreise von Freunden ist die beste Jagdart die es gibt!
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