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Was lange währt...

Eine wunderschöne Nacht im Revier (1 Eintrag)

556 mal angesehen
13.08.2009, 15.05 Uhr

Was lange währt...

Lange hats gedauert, bis ich endlich eine Sau mit meiner "neuen" Büchse strecken konnte. Aber der Reihe nach:
Vor ein paar Monaten habe ich mir eine Mauser M96 in 300 WinMag ersteigert. Schon allein aus Understatement kam keine Blaser in Frage. Ein neues ZF haben mir Kollegen aus den Staaten mitgebracht. Das Leupold 4,5-10x56 XIII L wird in Deutschland ja nicht vetrieben und ich war gespannt, wie gut es beim Sauenansitz ist. Verdammt gut, muß ich schon sagen.
Nachdem ich schon einige Ansitze im Wald an bekannten Anlaufpunkten hinter mir hatte, entweder war ich früh da, aber die Sauen kamen nicht, oder zu spät und ich rannte mitten in die Rotte hinein, hatte ich schon fast an Pech geglaubt. Also um 23:00 raus, meine Frau zog nur die Brauen hoch, an den Platz, wo ich mir am Meisten Erfolg versprach. Um 01:15 knackte es hinter mir und die Spannung wuchs. Na also! Leise machte ich mich fertig, nur ja kein Geräusch jetzt. Dann aber ein mir bekanntes Signal: die Bache blies zum Rückzug begleitet von vielstimmigem Gequieke und Getrampel zog die Rotte ab: der Wind hatte leicht gedreht und die Alte hatte mich spitz gekriegt. Verdammt, schon wieder nix! Nach weiteren 1,5 Stunden packte ich leise meinen Kram, der Mond kam jetzt noch mehr raus und ich war mir nicht sicher, ob mein Platz im Bett oder noch eine Weile im Revier sein sollte. Zum Auto und langsam aus dem dichten Wald, als im Lichtkegel der Bock auftauchte, den ich schon lange haben wollte. Schon trollte er mit einem Schmalreh in die nächste Rübenparzelle und machte down. Mein Plan stand fest: weiterfahren, den beiden etwas Zeit lassen und um 4:00 zurück zu den Rüben. In der Morgensonne würde er wohl wieder hochkommen und ich war da! Rund 300 m weiter das Auto abgestellt, beim Aussteigen leuchte ich mit meinem Glas den abgeernteten Weizenschlag ab. Siehe da, Bock treibt Ricke, Kitz und Schmalreh stehen nicht weit entfernt davon und hinten am Waldrand nochmals 5 Rehe. Rehe? Viel zu groß, ziehen mit falscher Bewegung; Sauen. Ein starkes Stück, zwei mittlere und zwei kleinere ziehen auf dem Schlag in 300 m Entfernung hin und her. Also "tiefste Gangart" gegen den Wind, immer wieder zwinge ich mich zum Verhoffen. Sind sie noch da? Zu meiner Linken die Rehe, zu meiner Rechten Rüben. Langsam voran. Wie weit ist das? Im ZF sind sie gut zu sehen, ist mir aber noch zu weit, also langsam weiter. Plötzlich in den Rüben Bewegung: da waren nochmals Sauen! Zum Glück hatten sie nur die fremde Bewegung aber keinen Wind von mir, also zogen sie im Troll davon, die 5 waren noch da. Mittlerweile war es 4:45, der Mond richtig durch und die erste Morgendämmerung kündigte sich an. Den Sauen wurde es merklich zu gefährlich. Langsam Richtung Bestand, verhofften sie immer mal wieder, um noch ein wenig zu naschen. Jetzt oder nie, sagte ich mir. Das starke Stück eindeutig Keiler, keine Frillis dabei, eines der kleineren verhoffte, als ich gut drauf war. Liegend in der nassen Stoppel ziehe ich langsam durch. Bumm! und nach "gefühlten" 3 Sekunden Kugelschlag!
Geblendet vom Mündungsfeuer kann ich nicht sofort sehen, dann aber ist das Feld leer. Ich merke mir die Stelle, wo ich gelegen habe und die Richtung, in die ich geschossen habe und "verbreche" das mit Rübenblättern. Nach einer Viertelstunde gehe ich zum Auto, warte nochmal zehn Minuten und mache mich mit Lampe und Waffe auf den Weg. Die Richtung stimmt, und dann liegt sie endlich da: meine erste "gerobbte Sau"! Bache von 32 kg, wie schwer mag da wohl der Basse gewesen sein?
Zurück zu der Stelle, wo ich lag sind es gut 170 Schritt! Noch nie habe ich auf eine solche Distanz in der Dämmerung geschossen; hätt ichs gewußt, wäre der Finger auch gerade geblieben. Der Schuß allerdings war absolut sauber hinters Blatt, überhaupt keine Sauerei (11,2 g TM) und Fünfmarkstückgrosser Ausschuß, Fluchtstrecke vom Anschuß gerade mal 10 Schritt.

Glücklich, als wärs mein erstes Stück, bin ich dann zum Hof und hab das Stück versorgt. Waffe und Glas passen und der Bock kann warten!

LG
Knopfer

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Kommentare

13.08.2009 15:43 Bender
Waidmannsheil zu Deiner erlegten Sau und neuen Waffe !

Gruss Bender
13.08.2009 15:55 Trughirsch
Waidmannsheil!

Jetzt gibt es nur noch eine Frage: Wieso das vermeintlich kleine Stück und nicht den klar angesprochenen Keiler?
13.08.2009 17:02 knopfer
Cstar schrieb:
Waidmannsheil!



Jetzt gibt es nur noch eine Frage: Wieso das vermeintlich kleine Stück und nicht den klar angesprochenen Keiler?


I
Grüß Dich,

Ich bin Gast in dem Revier, habe aber fast schon freie Büchse auf Sauen, trotzdem schieße ich nicht sowas Kapitales, das soll mal einer der Pächter tun.
Die kleine Sau macht mir auch sehr viel Freude, nach 32 JJ hat sich daran immer noch nichts geändert.

LG
Knopfer
13.08.2009 19:06 harzbaer
Waidmannsheil!

Keiler zu der Jahreszeit mit Bachen unterwegs. Das lässt Böses ahnen.....
13.08.2009 19:13 knopfer
harzbaer schrieb:
Waidmannsheil!



Keiler zu der Jahreszeit mit Bachen unterwegs. Das lässt Böses ahnen.....


Da hast Du Recht. Bei uns läuft ne Bache mit 5 Frillis mit max 8 kg rum. Wer weiß wann die rauschig war. (Ach so, wir schiessen keine LB)

LG
Knopfer
14.08.2009 00:31 Trughirsch
Gut das ist natürlich was anderes. Als Gast ist es anständig wenn man nicht immer das stärkste Stück rausschießt. Und dass die Jagd auch auf Üläufer und Frischlinge Spaß macht versteht sich von selbst.

Unser Jagdaufseher hatte letzte Woche übrigens 2 Bachen mit 6 Frischlingen vor, die wohl so um die 3 Kilo hatten. Auch wir haben keine Bachen geschossen, aber irgendwie ist trotzdem totales Chaos. Teilweise Frischlinge um die 15 Kilo, und dann halt diese kleinen Hasen... Bin mal gespannt wie sie sich entwickeln bis zum Winter.

Waidmannsheil nochmal!
14.08.2009 11:26 orben76
Waidmannsheil und sehr schön geschrieben!

Grüße orben76
14.08.2009 13:16 Hirschmann
Weidmannsheil!

Sei froh, dass Du nicht den "Keiler" geschoßen hast...
14.08.2009 13:37 knopfer
Hirschmann schrieb:
Weidmannsheil!



Sei froh, dass Du nicht den "Keiler" geschoßen hast...


du meinst also Bache? Kurzer Wurf, ausgepräter Rist, wesentlich dunkler und kompakter, mein ÜL hatte 37 kg aufgebrochen, das stärkste nach meiner Schätzung bestimmt über 90. 45 Minuten hatte ich sie vor, keine Frillis zu sehen, die anderen Sauen aus den Rüben waren ebenso keine Frillis. Trotzdem Bache? Wenn ich mich so verschätzt haben sollte, ist es gut, daß ich die kleine geschossen habe. Ich lerne immer noch gerne dazu.

WH
knopfer
14.08.2009 13:58 Hirschmann
Hallo Knopfer!

Keine Bange, ich zweifle nicht an Deinem Ansprechvermögen. Ich selbst habe schon eine Bache im Winter geschoßen, die sah aus wie ein Keiler und umgekehrt kann ich Dir Fotos von 2 Keilern zeigen die ich erlegt habe, die hatten lange Würfe wie Bachen. Ausserdem soll es auch Bachen geben, die jetzt gerade keine Frischlinge führen, weil kurz vorm Frischen (hab letzte Woche selbst so eine einzelne Überläuferbache geschoßen - dachte, es wäre ein ÜLK - hatte inne). Heute gibt es nichts mehr, was es eigentlich nicht gibt.

Mit der kleinen Wutz hast Du jedenfalls nichts falsch machen können...

Gruß
HM
16.08.2009 14:49 Meffi
Waidmannsheil!

Gruß Meffi!
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