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Mein erster Fuchs

Bockansitz mal anders (1 Eintrag)

331 mal angesehen
05.08.2009, 21.25 Uhr

Mein erster Fuchs

Achtung - ggf. Überlänge

Als Jungjäger ... Ach nicht ewig der selbe Anfang.

Letztes Wochenende war Schützenfest feiern mit meinem Lieblingspächter angesagt. Nachdem wir beide ( und alle anderen umstehenden ) ein wenig dem Gerstensaft zugesprochen, erzählte er mir von dem guten, starken Bock an der Kanzel "Pferdewiese". Bereits zwei Jägern habe er diesen jeweils eine Woche lang frei gegeben, beide sassen einmal, sahen kein Rehwild und zogen es vor, den Bock als nicht existent abzutun. Nun reichte es dem Pächter und er sprach sich dafür aus, wer den Bock sieht, egal wie stark, schiesse ihn doch bitte. Man solle wohl aufpassen in dem Gebiet sei ein starker Jährling unterwegs, dieser sei zu schonen.
Gesagt getan, dieser Anreiz hatte mich gepackt und ich wollte mein Glück versuchen.
Als am ersten Morgen nach dem Schützenfest der Wecker um 04.00 klingelte dachte ich jemand will mich verarschen, viel zu kalt war es ausserhalb des Bettes, viel zu warm unter der Decke. Die Holde drehte sich murmelnd auch wieder um - meine Entschlossenheit erlebte einen Tiefpunkt. "Erstmal aus dem Bett, aufs Klo und raussschauen" so dachte ich für mich selbst. Eins war klar, sollte es regnen ging es wieder in die Federn.
Es regnete nicht - Mist.
Egal, ich zog mich dick an, packte mir meinen Ansitzsack unter dem Arm und stieg in meinen Suzuki. Kerlekiste, doch kühler als vermutet, also erstmal Sitzheizung an ( warum nicht zeigen wenn es einem gut geht )
Die 15 min Fahrt ins Revier gingen recht schnell vorbei, so das ich gegen 04.30 endlich auf dem Hochsitz sass und mich einrichtete, Sitzsack um, Lampe nach rechts, Kanone laden etc. Klappen und Fenster auf und frische Luft rein.

Keine 10min nachdem ich Ruhe einkehren liess, vernahm ich zu meiner Rechten bereits Geräusche - ein Scharren, ein Kratzen und ein Kauen. Ich liess das Doppelglas umherschweifen, konnte jedoch überhaupt nichts erkennen. Immer und immer wieder raschelte es vor, neben und unter mir und ich konnte schon erkennen, das ein Fuchs dort sein Umwesen trieb.

Langsam wurde es heller, die Turmuhr im nahen Ort schlug die Fünfe an. In meinem Fernglas konnte ich nun schemenhaft einen Fuchs durch das hohe Gras schleichen sehen, jedoch nirgends Rehwild. Naja, ich hatte ja Zeit, bis 08.00 wollte ich sitzen. Der Fuchs raschelte weiter.

Ich konnte mir schon denken, was er dort trieb, unter dem Holzpollter hatten wir vor Tagen ein wenig Luder druntergeschmissen, was mittlerweile auch schon einen sagenhaften Geruch angenommen hatte.

Der Fuchs nervte. Ich konnte ihn deutlich immer wieder direkt auf den Holzpollter springen sehen, 2mal, 3mal. Als würde er was suchen, kratzte er mit den Pfoten im Holz. Ich schaute auf mein Handy, es war 05.15. "Was meinste, wenn du jetzt schiesst, der Bock der pennt sicherlich noch, den sollte das nicht jucken" - so dachte ich bei mir selbst. Die Entscheidung war Gefallen. Schnell war die Büchse aus dem Fenster und mit links - AAAAARGH. Ich sass so beschissen, das ich auf gar keinen Fall mit Links schiessen konnte, also Waffe an die andere Schulter, angebackt und entsichert. Das Absehen 1 sucht den Pollter ab. Fuchs weg - Verdammt warst du zu laut? Nein - da ist er wieder. Das Absehen steht mitten drauf, ich nahm es in Kauf das der Schuss kein schönes Bild abgeben würde, egal, dafür wäre meine Patrone eh nicht geeignet. Deutlich ist die Silloutte des Fuchses im Absehen, Farben kann ich auch schon sehen. Oje, wie steche ich denn ein mit rechts, ist das ein ungewohntes Gefühl - klappt aber. Das Absehen wird ruhig, ich werde ruhig und wie aus dem Unterbewusstsein pfeife ich laut. KAAAAWUMMMMMMMM - der Schuss ist raus, kein Plan ob der Fuchs den Pfiif überhaupt vernommen hat. Meine Ohren klingeln, ich bin blind, scheisse - nicht durchs Feuer geguckt. Ritsch Ratsch, neue Kugel drin und schnell mit dem Absehen suchen. Ich sehe noch wie eine "fuchsfarbene" Silloutte seitwärts vom Holzpolter kippt... dann nichts mehr. Dämliches hohes Gras. Hoffentlich ist alles gut gegangen. Ich will sitzen bleiben, trotzdem habe ich Hummeln im Hintern. Liegt er, liegt er nicht? Gegen 06.00 ist es soo hell, das ich den Aussschuss auf dem Pollter erkennen kann. Ne, bei dem Fleck liegt der Fuchs sicherlich. Und richtig, als ich um 08.00 Uhr ohne Bock aber dafür mit Fuchs abbaume und mich dem Pollter nähere, erkenne ich dort deutlich meine Beute liegen, bereits steif.

Ich untersuche den Fuchs, es ist ein Jungfuchs, eine Fähe. Die Ausschussseite sieht wild aus, naja war zu erwarten. Wo Teilmantel hinhaut, da ist Ruhe.

Ende vom Lied - Fuchs tot : Weidmannsheil.

Entfernung ca 35m, Kaliber 30.06 Geschoss TM Rund, Waffe Sauer 80 Luxus

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Kommentare

06.08.2009 08:57 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil zum ersten Fuchs.
Gruß Sauerlandjaeger93
06.08.2009 14:35 gruenrock
Na da wünsch ich doch erst mal ein dickes Weihei "übern Berg"
06.08.2009 15:33 SauerlaenderJung
weidmannsdank!
06.08.2009 17:46 harzbaer
Gut geschrieben und ein kräftiges Waidmannsheil zum ersten Fuchs!

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