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Redaktioneller Jagdblog

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Foto 1 zum aktuellen Blogeintrag
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29.07.2009, 11.56 Uhr

Darauf sollte man achten! Bedenkliche Merkmale beim Versorgen von Wild – Teil 4

Hoden, Bauchnetz, Bauch- und Brustwandungen und Wildbret:

Bei männlichen Stücken sind die ausgelösten Hoden (Brunftkugeln, Steine) und wie bei allen anderen Stücken auch das Därme und Magen umschließende Bauchnetz und das Erscheinungsbild der Bauch- und Brustwandungen auf Veränderungen zu kontrollieren.

Dabei stellen sich folgende Fragen:

- Sind die ausgelösten Hoden gleich groß?
- Weisen die Hoden beim Durchtasten fühlbare Verhärtungen auf?
- Quillt beim Durchschneiden Eiter aus den Hoden?
- Finden sich im Bauchnetz blasenförmige, mit Flüssigkeit gefüllte Einschlüsse?
- Sind Bauch- und Brustwandung mit wassertropfenähnlichen Gebilden besiedelt?

In ihrer Größe unterschiedliche Hoden können angeboren sein. Die Verkleinerung kann aber auch durch eine entzündlich verlaufene Infektion des Geschlechtsorganes hervorgerufen worden sein. Die Möglichkeit einer Brucellose ist nicht auszuschließen, speziell, wenn beim Anschneiden eitriges Sekret erscheint. Das betreffende Stück Haarwild ist der amtlichen Fleischuntersuchung unter Beifügung aller Organe (vom Lecker mit Drossel und Drosselknopf über Lunge, Herz, Milz und Leber bis zu den Nieren zuzuführen.
Blasenförmige Einschlüsse im Bauchnetz und wassertropfenähnliche Gebilde an Brust- und Bauchwandung weisen auf die Besiedelung mit Bandwurmfinnen hin. Finden sie sich nur vereinzelt, dann können sie aus dem Wildbret geschnitten und verbrannt werden. Ein starker Befall ist gleichbedeutend mit der Nichtverzehrfähigkeit des Wildfleisches.

Geruch, Farbe und Konsistenz des Fleisches:

Die beim Versorgen von Haarwild zu treffenden Feststellungen und die schlüssige Beantwortung der dabei zu stellenden Fragen erfordern nicht nur ausreichendes Licht, sondern auch eine große Portion an Erfahrung und vor allem ausreichend Zeit. Zur abschließenden Beurteilung der Genussfähigkeit des erlegten Wildes sind drei Sinne gefordert: Geruchssinn, Sehsinn, Tastsinn.

Und das sind die zu beantwortenden Fragen:

- Riecht das Wild brunftig oder rauschig?
- Riecht es aus der Bauch- und Brusthöhle muffig und dumpf?
- Riecht das Wildfleisch urinös, nach Ammoniak oder Schwefel?
- Sehen die Brust- und Bauchinnenseiten und das Keulenfleisch kupferrot oder bläulichschwarz aus?
- Fühlt sich das Wildfleisch brüchig und mürbe an?

Während Brunftgeruch in der Paarungszeit für sich kein Grund für eine amtliche Fleischuntersuchung ist, kann ein starker geschlechtsspezifischer Geruch außerhalb der Paarungszeit Hinweis auf eine Erkrankung sein.
Das Wildbret rauschiger Keiler gilt als nicht verzehrfähig.

Alle anderen Feststellungen, die einzeln oder zusammen getroffen werden , sind eindeutige Anzeichen dafür, dass das Wildbret verhitzt und damit nicht verzehrfähig ist. Hier kann man sich die Beurteilung durch einen amtlichen Tierarzt ersparen und das Wild entsprechend den rechtlichen Bestimmungen entsorgen.

Geregelt wird dies:

- in der Verordnung (EG) Nr. 1774 / 2002, die Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte enthält,
- sowie im Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG), das am 25. Januar 2004 in Kraft getreten ist.
Beide Bestimmungen haben das bis dahin geltende Tierkörperbeseitigungsgesetz abgelöst.


Quelle: BLV Jagdpraxis - "Wildbrethygiene" von Olgierd E.J. Graf Kujawski,
S. 33 - 35
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