Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Redaktioneller Jagdblog

(27 Einträge)

Hirsch und Alttier
1403 mal angesehen
23.07.2009, 10.45 Uhr

Darauf sollte man achten! Bedenkliche Merkmale beim Versorgen von Wild – Teil 3: Herz, Milz, Leber, Nieren

Herz, Milz, Leber, Nieren - diese Organe sind wesentliche Hinweisgeber für die gesundheitliche Beurteilung des Stückes und für die Verzehrfähigkeit seines Fleisches.
So stellen sich bei ihrer Begutachtung folgende Fragen:
- Ist der Herzmuskel schlaff und labberig?
- Finden sich auf der Oberfläche des Herzmuskels kleine, helle, und stecknadelkopfgroße Einschlüsse, hart wie ein Reiskorn?
- Wirkt die Milz ungewöhnlich vergrößert?
- Ist die Milz an den Rändern weich und „ausgefranst“?
- Hat die Leber neben dem normalen Erscheinungsbild eine ungewöhnliche Größe?
- Wirkt die Leber geschwollen?
- Weist die Oberfläche der Leber Verfärbungen oder punktförmige, reiskorngroße Abszesse auf?
- Ist, sofern vorhanden, die Gallenblase normal oder bis zum Platzen gefüllt?
- Lassen sich beim Durchtasten der Leber Verhärtungen erfühlen?
- Sind beide Nieren gleich groß?
- Weist die Nierenoberfläche wie aufgesetzt wirkende grauweiße oder graugelbe Flecken auf?
- Wirken die Nieren so, als ob durch Nadelstiche kleine Blutungen im Oberflächengewebe hervorgerufen wurden?

Jede dieser Feststellungen signalisiert eine krankheitsbedingte Veränderung des betreffenden Organs und stellt ein für den Verzehr des Wildfleisches bedenkliches Merkmal dar.

Ein schwacher, labberiger Herzmuskel kann Folge einer überstandenen oder noch bestehenden Infektionskrankheit sein mit dem Ergebnis, dass die Muskulatur noch mit Bakterien besiedelt und mit ihren Stoffwechselprodukten belastet ist.

Gleiche Schlussfolgerungen lassen sich bei einer geschwollenen, an ihren Rändern unscharf wirkenden Milz ziehen. Ein schockartiges Verenden nach dem Schuss (Trägerschuss) verursacht in Einzelfällen durch Blutstau eine Vergrößerung der Milz, die in diesem Fall jedoch kein bedenkliches Merkmal darstellt.

Viele Ursachen kann eine geschwollene Leber haben: starker Befall mit Leberegeln (Wiederkäuer), Infektion unterschiedlichster Art, Abszess durch Leberentzündung oder stumpfer Schlag beim Sturz vor dem Verenden. Hier ist der amtliche Tierarzt ebenso gefragt, wie beim Vorkommen von flockigen Abszessen auf der Leberoberfläche.

Eine übervolle Gallenblase weist auf eine Störung im Gallenabfluss hin und fordert erhöhte Aufmerksamkeit bei der Betrachtung und der Beurteilung der Leber wie der anderen Organe auf Veränderungen im Erscheinungsbild.

Finden sich im Wildkörper zwei in ihrer Größe sich stark voneinander unterscheidende Nieren, dann kann die Harnausscheidung gestört und das Wildbret mit Harnstoff belastet sein.

Hinweis auf eine Schweinepestinfektion sind blutige Punkte auf der Niere, aber auch auf der Blase von Schwarzwild.

Quelle: BLV Jagdpraxis - "Wildbrethygiene" von Olgierd E.J. Graf Kujawski,
S. 31 - 33

dlv-shop

Fotos: Fotolia
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Zum Seitenanfang