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Redaktioneller Jagdblog

(27 Einträge)

Reh Hase
781 mal angesehen
07.07.2009, 10.29 Uhr

Darauf sollte man achten! – Teil 1: Bedenkliche Kriterien bei der Erlegung und am Wildkörper

Fleisch von jagdbaren Wildtieren gilt allgemein als hochwertiges und wertvolles Lebensmittel. Stets dann gewährleistet, wenn das Tier, von dem es stammt, gesund war und sein Fleisch hygienisch einwandfrei gewonnen wurde. Hygienisch handelt nach internationaler Definition derjenige, der alle Vorkehrungen und Maßnahmen trifft, die bei der Herstellung, Behandlung, Lagerung, Verkauf und Verarbeitung von Lebensmitteln notwendig sind, um ein einwandfreies, weitgehend keimfreies, die Gesundheit des Verbrauchers nicht gefährdendes Lebensmittel zu gewinnen. Vom Jagdscheininhaber erwartet der Gesetzgeber, insbesondere aber der Verbraucher, dass er sich seiner Verantwortung als Lieferant des Lebensmittels Wildfleisch immer bewusst und firm im Erkennen und Beurteilen von für den Verzehr des Wildfleisches „bedenklichen Merkmalen“ ist.

Erlegungsumstände
Bereits beim Herantreten an das zur Strecke gekommene Wild muss der um eine hohe Qualität des Wildfleisches besorgte Jäger die Umstände der Erlegung bedenken. Dabei ergeben sich folgende Fragen:

- War das Wild vor dem Erlegen ausreichend lange zu beobachten, um beim Ziehen und Äsen eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung erkennen zu können?
- Gab es hierfür keine Zeit, da es in der Flucht beschossen wurde?
- Hat sich mehr unbewusst als bewusst vor oder nach dem Schuss beim Erleger das Gefühl eingestellt, „mit dem Stück stimmt irgendwas nicht!?“
- Ist es das Opfer eines Zusammenstoßes mit einem Kraftfahrzeug?
- Wurde es von einem Hund gegriffen und abgetan?

Wildkörper
Weitere vor dem Versorgen des Stückes zu treffende Feststellungen:
- Wurde das Stück angeschweißt und erst mehr als zwei Stunden nach dem Schuss auf der Nachsuche verendet gefunden?
- Wurde das Stück auf der Nachsuche gehetzt und erst Stunden nach der zugefügten Verletzung vor dem Hunde zur Strecke gebracht?
- Weist der Wildkörper außer den eigenen Schussverletzungen andere Verletzungen oder ungewöhnliche Verdickungen im Bereich der Gelenke und der Muskulatur auf?
- Ist der Wildkörper aufgedunsen?
- Ist das Stück abgemagert, sozusagen nur noch Haut und Knochen?

Jede der genannten, noch vor dem Versorgen des Stückes getroffenen Feststellungen gilt auch aus lebensmittelhygienischer Sicht als ein für den Verzehr des Wildfleisches bedenkliches Merkmal, das durch eine amtliche Fleischuntersuchung abgeklärt werden muss.
Warum? Stücke, die auf der Nachsuche zur Strecke kommen, hat man altem Jägerbrauch folgend erst einmal krank werden lassen. Krank bedeutet hier, Entwicklung von Wundfieber als Folge der Schussverletzung. Fieber wiederum ist das Ergebnis einer Vermehrung von unterschiedlichen Erregern in der Muskulatur, die einmal mit der Kugel aus dem Haarkleid, zum anderen durch den Bodenkontakt der Wunde bei der Flucht und im Wundbett in den Wildkörper eingedrungen sind.

Beim Weidwundschuss sind es vor allem über verletzte Adern ins Blut gelangte und im Körper umverteilte Magen-/Darmbakterien, die das Wildfleisch in hohem Maße belasten, seine Haltbarkeit mindern bzw. seine Verzehrfähigkeit ausschließen. Da diese Erreger mit dem Verenden des Tieres nicht automatisch mit absterben, sondern weiterleben, sich fleißig vermehren und durch ihren Stoffwechsel zur Gasbildung im Magen-/Darmbereich führen, ist eine amtliche Fleischuntersuchung unabdingbar – sofern auf die Verwertung des Fleisches dieser Stücke nicht grundsätzlich verzichtet wird.

Bevor der erste Schnitt zur Eröffnung der Bauchhöhle gesetzt und mit dem Ausweiden des Stückes begonnen wird, können bereits mehrere Feststellungen getroffen werden, die für die Einschätzung der Verzehrfähigkeit oder der Nichtverzehrfähigkeit des Wildes von großer Bedeutung sind. Dazu zählen auch ein verschmutzter Spiegel, eine nicht durch den Haarwechsel verursachte struppige Decke oder sonstiger, von der Norm abweichende Veränderungen am Wildkörper.

Quelle: BLV Jagdpraxis - "Wildbrethygiene" von Olgierd E.J. Graf Kujawski, S. 27 - 28
[www.dlv-shop.de]

Fotos: Fotolia
1: reh_am_morgen © data2000
2: diseased wild rabbit © Graham Taylor
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