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Redaktioneller Jagdblog

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01.07.2009, 10.20 Uhr

Wild richtig lagern und transportieren

So unterschiedlich wie die Jagdmethoden sind auch die Verfahren beim Transport von Wild – einmal vom Erlegungsort zum Transportfahrzeug, zum anderen aus dem Revierteil zur Wildkammer: Sofern vom Gewicht und der Geländebeschaffenheit möglich, sollte es bis zum Weg bzw. Fahrzeug getragen oder in einer gleitfähigen Wildwanne gezogen werden. Wenn sich dies nicht bewerkstelligen lässt, wird es mit dem Haupt voran in Rückenlage gezogen. Hierfür gibt es im Jagdfachhandel ausgezeichnete Zughilfen, mit denen sich selbst schweres Wild bewegen lässt. Im Gebirge wiederum werden Sack- bzw. Schubkarren ähnliche Bergehilfen eingesetzt.

Wie auch immer der Transport bewerkstelligt wird, eins ist grundsätzlich zu beachten: Bauchhöhle und Wildbret dürfen dabei nicht mit Laub, Erde und Tannennadeln verschmutzt werden.

Am Fahrgestell selbst wird Wild entweder auf einem vor dem Kühler montierten Gestell, auf einem am Wagenheck angebrachten Aufbau, im Kofferraum oder auf einem offenen Anhänger transportiert – gebräuchliche Verfahren, die jedoch nicht immer einer guten Wildbrethygiene gerecht werden. Das sich während der Fahrt vor dem Fahrzeug befindende Wild wird mit von vorausfahrenden Fahrzeugen aufgewirbelten Staub und Auspuffgasen angeschmutzt. Gleiches geschieht bei einem auf dem Heckträger liegendem Wild aufgrund selbst erzeugter rückwirbelnder Staubfontänen und Auspuffgasen. Hiervor geschützt ist Wild, das im Kofferraum oder in einem Anhänger mit Abdeckplane transportiert wird.

Ausgeweidetes und nicht ausgeweidetes Wild aufeinander gelegt zu transportieren, ist, selbst über kurze Strecken, rechtlich unzulässig. Bei ausgeweidetem Wild führt dies zu einer Verschmutzung offener Fleischteile durch sich im Haar befindende Keime und Erdpartikel. Man denke nur an den Dreck, der in der Schwarte bzw. in der Decke eines Stückes Wild hängt, das gesuhlt hat oder über einen schlammigen Weg gezogen wurde. Bei ausgeweidetem Wild wird beim Übereinanderliegen das Verhitzen des Wildfleisches befördert.

Heute sollte in jedem Revier oder beim Jäger selbst eine Kühlkammer verfügbar sein, in die erlegtes und ausgeweidetes Wild verbracht wird, um in angemessener Zeit auf eine Kerntemperatur von 7 °C (gemessen in der Keule) herunterzukühlen. Mit Eintritt der Totenstarre beginnt die Fleischreifung, die mitentscheidend für die Genussfähigkeit des Wildbrets und die Entwicklung seines artspezifischen Aromas ist. Ein Verbleiben des Wildes in Decke oder Schwarte über die Beendigung der Fleischreifung hinaus in der Kühlkammer ist unbedenklich. In temperatur- und feuchtigkeitskontrollierten Kühlhäusern und Transportfahrzeugen des international tätigen Wildhandels war bis zum 31. Dezember 2005 eine temperaturabhängige Lager- und Transportzeit von 5 Tagen bis 15 Tage nach dem Erlegen gesetzlich zulässig.

Im privaten Bereich sollte man nicht ohne Not nicht über acht Tage hinausgehen. Die Frage, ob das Wild ohne Haarkleid oder mit Haarkleid in die Kühlung gehängt werden soll, ist leicht zu beantworten: das Wildbret eines aus-der-Decke-geschlagenen oder abgeschwarteten Wildkörpers trocknet in der Kühlung aus, bekommt eine leder/pergamentartige Oberfläche und verfärbt sich ins dunkle.


Quelle: BLV Jagdpraxis - "Wildbrethygiene" von Olgierd E.J. Graf Kujawski, S. 20 - 21

[www.dlv-shop.de]

Foto's: Fotolia
1: a car on leaves © Elena Vdovina #4659068
2: Meat towards white background © gemenacom #13241110
3: kross gebackenes Wildschwein © Twilight_Art_Pictures #14454271
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Kommentare

02.07.2009 20:38 cavecanem
Horrido,
wir haben zusammengelegt und uns einen alten MAN Küchenwagen der Bundeswehr gekauft. Ein Kühlaggregat ziehen wir dann hinterher in den Wald. Fahren wir uns fest ist es kein Problem, steigern gerade einen Bergepanzer aus BW Beständen........Die Kirungen sind weiträumig ausgelegt mit grünen Planen.
Schöne Grüße
CC
07.07.2009 08:23 Fimofly
cavecanem schrieb:
Horrido,

wir haben zusammengelegt und uns einen alten MAN Küchenwagen der Bundeswehr gekauft. Ein Kühlaggregat ziehen wir dann hinterher in den Wald. Fahren wir uns fest ist es kein Problem, steigern gerade einen Bergepanzer aus BW Beständen........Die Kirungen sind weiträumig ausgelegt mit grünen Planen.

Schöne Grüße

CC

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