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Nachsuchen-Dönekes

(1 Eintrag)

Nachsuchendönekes
451 mal angesehen
30.06.2009, 21.05 Uhr

Nachsuchendönekes

Gestern war wieder mal so ein Tag... Büro, Büro. Das Telefon hätt ich durch´s offene Fenster jagen können!
Nach Feierabend habe ich mir kurzfristig überlegt doch noch ins Revier zu fahren, schließlich gehen die Sauen bereits kräftig zu Schaden und dem muß Einhalt geboten werden.
Am Wochenende hatten wir immerhin durch Mulchen wieder halbwegs freie Sicht geschaffen. Das Aufstellen einer Leiter an exponierter Stelle hat Jagdfreund Jürgen auch gleich zu weiterem Weidmannsheil verholfen.
Es kam ein Überläufer zur Strecke. Dem wollte ich gestern gleichziehen... Aber Pustekuchen, wie das Leben halt spielt ging ich an diesem Abend wieder als Schneider nach Hause.
Mittlerweile war es auch schon 0.30 Uhr, e-mails hatte ich abgerufen, ein Probierglässchen vom Roten genossen, im LL war niemand bekanntes mehr im Chat, schickte ich mich an, mich noch schnell unter die Dusch zu stellen.
Plötzlich klopfte es ganz vorsichtig an der Jalousie des Wohnzimmers.
Kann nicht sein dachte ich, musste mich halt verhört haben... tatsächlich schon wieder. Nur noch mit Unterhose bekleidet "riskiere" ich also mal einen Blick nach draußen. Da steht doch Freund Heinz in der Tür und fängt gleich an zu lamentieren:
Hatte mich erst nicht getraut, aber dann sah ich noch Festbeleutung und dachte das kannste Probieren. Na ja, mir iss da grad so´n Ding passiert und ich wollte auch nicht jeden damit konfrontieren, deswegen komme ich zu dir.
Du weißt doch das mich mal eine Bache von meiner Beute vertrieben hat...
(einen ÜL geschossen, der fällt nach kurzer Flucht unglücklich auf einen winzigen Wutz, der dann seinerseits markerschütternd um Hilfe schreit. Heinz geht hin um den Knoten zu entwirren und dann geschieht es!! Die harte Front kommt aus dem Nichts und geht den Helfer in der Not derart an, daß das bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat)
Da hab ich doch vorhin einen Frlilli aus einer Rotte geschossen, der liegt nun mausetot in einem Kirrloch. Als ich den bergen will, höre ich wieder nur dieses wütende Blasen und Zähneklappern, da hab ich erst mal Reisaus genommen. Den hole wer will solange die Bache da Wache schiebt... kannste mal gucken kommen?
Nun so eine aufgebrachte Mama in der Dunkelheit der Nacht, ich versteh ihn ja, da konnte ich meine Unterstützung nicht versagen. Also das nötigste übergeworfen und los ging´s.
Am Anschuß liegt der Frischling wie beschrieben, plötzlich Knacken, da nochmal, aber die Geräusche entfernen sich. Hatte die Rotte tatsächlich noch hier gestanden!? Na ja, doch dann entdecke ich im Lichtkegel der Taschenlampe Schweiss in eine Richtung, die der Frischling nicht mehr hat nehmen können... weiter entfernt dann mehrfach Knochensplitter und Wildpretfetzen und abermals Schweiss. Eine zweite Sau hatter der Schuß erfaßt, aber wie groß die Sau war und wo genau der Schuss saß war bis dahin nicht bekannt.
Ich bestehe darauf, eine ausgeweitete Anschußkontrolle und Nachsuche aus Sicherheitsgründen (meine) auf ausreichendes Tageslicht und in die Morgenstunden zu verlegen,also treffen wir uns um 6.45 Uhr wieder.
Kaffee und 4 Stunden Schlaf mussten ausreichen, für mehr muss halt das Büro herhalten... bin ja Beamter und der Büroschlaf ist bekanntlich der gesündeste, geht´s aufgerüstet und mit Hund zum Anschuß. Die nächtlichen Eindrücke bestätigen sich. Der Hund bögelt sich ein, macht nach dreißig Meter einen 90 Grad Schwenker und ab gehts, nach weiteren 60 Meter (beim Nachziehen kann ich Schweiss bestätigen) wird der Riemen schlaff. Hinter einem Kyrillstamm von gewaltigen 25 cm Höhe erscheint Heinz sein Missgeschick und schlägt nach dem Hund!!!
Die kalte Waffe hatte schnell Erbarmen mit der Kreatur. Beide Keulen waren im Unteren Bereich bis an das Keulenblatt zerschossen. Welche Energie steckt doch schon in solchen Zwergen von 7 Kg denke ich.
Im Nachhinein hat´s uns gefreut das man "es" zum Ende bringen konnte, mußten wir beide doch ein wenig schmunzeln über den lautstarken Gegner in der Nacht, der meinen Heinz doch so verunsicherte, das dieser den Rückzug antrat.
Aber mal ehrlich, es hätte ja auch anders kommen können...
Entsprechend der Tapferkeit der Beute fiehl dann der Bruch aus, den man überreichen konnte

Zum Schmunzeln und als Döneken geschrieben soll die Posse aber durchaus auch zum Nachdenken anregen....!!!!!
offline

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gruenrock

gruenrock

Alter: 61 Jahre,
aus dem Sauerland - von den weitläufigen Ufern des Felsenmeeres
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Kommentare

30.06.2009 21:56 Bender
Super Geschichte mit gutem Ausgang !
Gute Arbeit des Nachsuchegespanns.

Waidmannsheil

Gruss Bender
30.06.2009 22:30 Jagdperle
Klasse geschrieben
01.07.2009 08:35 SauerlaenderJung
Weidmannsheil, sehr geile Geschichte!
Schön erzählt, Norbert. Ja, so sind sie die Beamten ;)

Nein, gut das es soo ausgegangen ist. Und ich hätte mir vermutlich auch in die Hose gemacht, wenn es im Dunkeln bläst und knackt...

01.07.2009 17:19 orben76
gefällt mit auch sehr gut
WMH orben76
01.07.2009 22:10 Argo
Gute Nachsuche. Kompliment. Bei uns heißt das WMH zur Bauernduplette.
02.07.2009 18:04 Knallfroesch
Respekt
Gruß Knalli
02.07.2009 21:50 Isegrim
Waidmannsheil Deinem Freund Heinz und ein HoRüdHo Dir als Nachsuchenführer.

Süffisant und spannend erzählt *****

Gruß v. ISE
07.08.2013 16:19 Jagdglueck
Ganz super zu lesen! Spannend geschrieben!
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