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Die Erle - Dein Freund

oder: man muss sich eben auch trauen (1 Eintrag)

303 mal angesehen
18.06.2009, 07.57 Uhr

Die Erle - Dein Freund

Seit diesem Jagdjahr bin ich stolzer Inhaber eines BGS in einer Eigenjagd. Ein sehr schönes Revier, einen sehr netten Jagdherren und viel Spielraum sich jagdlich zu verwirklichen.
So sass ich auch an diesem Abend an um insbesondere nach Schmalrehen zu sehen. Böcke, vorallem schwache Jährlinge, habe ich schon einige erlegen können. Ein richtig alter war leider noch nicht dabei. Wobei gesehen hatte ich sie ja schon. Und die Blattzeit kommt ja auch noch.
Meine Kanzel an diesem Abend steht zwischen zwei Dickungen, dahinter sehr lichtes Altholz. An der Kanzel laufen drei "alte" Rückegassen zusammen die sehr gut mit Gras bewachsen sind. Eine prima Äsungsfläche also. Da müsste doch was gehen. Aber Pustekuchen. Der Wind konnte sich wieder einmal nicht entscheiden. Der kam von allen Seiten. Da wird wohl nichts kommen. Etwas resigniert baume ich ab. Was mach ich jetzt? Da fällt mir ein, dass ich am Abend vorher am vorbeifahren an den unteren Wiesen einige Rehe stehen sah. Da muss doch bestimmt ein Schmalreh dabei gewesen sein. Ich fahre also aus den Wald, einmal ums Revier rum, parke mein Auto unten am Bach und laufe die Kanzel am Trauf durch die Viehweiden an. Ist ja noch nicht so spät. Auf dem Weg dahin prüfe ich nochmal den Wind. Scheibenkleister. Der passt überhaupt nicht. Die Kanzel steht auf einem Hügel am Trauf. Rechts davon ist eine Senke. Dort kommt der Wechsel raus. Anschliessend steigt der nächste Hügel an und bietet einen prima Kugelfang. Also ein toller Platz, aber bei Nordwind unbrauchbar. Etwas weiter unten steht ca 50m vom Trauf entfernt ein kleiner Blattstand direkt in einem Busch an der einen Weide. Von da kann ich aber die Senke nicht einsehen. Was tun? Da fallen mir die alten Erlen am Eck der andere Weide auf. Da könnte ich mich ja dazwischen stellen. Dann seh ich wenigstens was da alles läuft. Ich säubere den Boden von Ästen und Laub und knicke einige Äste ab. So jetzt hab ich freie Sicht. Meinen R93 lehne ich an eine der Erlen und warte. Etwas unbequem ist es ja schon. Um 21:30 Uhr kommt dann Bewegung in die Angelegenheit. Ein einzelnes Stück zieht genau in der Senke in die Wiese. Hatte also richtig vermutet. Auch ohne Glas ist deutlich zu erkennen, dass da ein Bock ausgetreten ist. Und nicht mal der schlechteste. Ich nehme mein Glas hoch und betrachte den ruhig äsendnen Bock. Ein Sechser, handbreit über Lauscher, aber keine besonders starke Stangen. Dafür aber spitze, langgezogene Enden. Der Träger und der Vorderbau sind grau-rot meliert, der Rest grau. Der wäre zu schiessen. Spätestens jetzt wünsche ich mir eine Kanzel. Mist. Der Bock äst in der Senke nach rechts, steigt durch den alten Weidezaun und den Hügel zur Kanzel hinauf. Da die Wiesen frisch gemäht sind zieht er recht zügig auf der Suche nach verbliebener Äsung. Etwa 30m hinter der Kanzel bleibt er stehen. Er scheint gefunden zu haben was er gesucht hat.
Jetzt auf dieser Kanzel sitzen... Da fällt mir mein letzter Schiessstandbesuch ein. Hatte wieder einmal auf der 100m Bahn auf den stehenden Rehbock, stehend angestrichen geschossen und auch gut getroffen. Sollte ich da nicht... Zumindest mal durch die Optik schauen. Ich nehme meine Blaser hoch, das Zeiss auf 12fach und an der Erle angestrichen. Ruhig liegt das Absehen 60 auf dem Blatt. Ich entschliesse mich zum Schuss. Jetzt zeigt sich ob die dauernde Überei auf dem Stand auch was bringt. Ich mach noch den Leuchtpunkt an und gehe wieder in Position. Mit dem rechten Arm finde ich sogar noch etwas Halt an einer anderen Erle. Der Bock steht breit. Der kleine Punkt steht ruhig hinterm Blatt und als er aufwirft lass ich fliegen - krawumm. Durch den Rückstoss wackelt die Waffe natürlich etwas und ich sehe nicht wie er zeichnet. Hoffentlich hab ich ihn. Ich repetiere nach und verlasse sofort meinen "Einstand". Scheisse ist das weit. So langsam kommen mir Zweifel. Ich kraxle den Hang hoch. Hier irgendwo muss jetzt aber der Anschuss kommen. Und da ist er auch schon. In Form des Bocks. Er liegt im Feuer. Hammer. Sauberer Schuss durch die Lunge, Herz hatte einen Splitter abbekommen. Auch das Geweih war wie vermutet. Mein Jagdherr sass auch an und rief mich an um Waidmannsheil zu wünschen. Er kannte den Bock und freute sich mit mir. Ein 5jähriger Bock mit hohen Stangen, aber leider mit wenig Masse.
Dafür aber ein Jagderlebnis und ein Schuss wie man ihn nicht jeden Tag hat.
Am nächsten Tag bin ich nochmal mit dem Laser raus um die Entfernung nachzumessen: 156m. Man muss sich eben auch mal trauen.
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halali

halali

Alter: 41 Jahre,
aus Laupheim
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Kommentare

18.06.2009 11:20 kleineJagdfee
WMH und ne tolle Geschichte samt Erlebnis.
Ich freue mich mit Dir.

VG kJf
18.06.2009 13:53 halali
kleineJagdfee schrieb:
WMH und ne tolle Geschichte samt Erlebnis.

Ich freue mich mit Dir.



VG kJf

Merci bien. War auch wirklich ein tolles, erfolgreiches Erlebnis.
18.06.2009 21:19 swinging_elvis
Hallo,
ich denke, dass hat weniger mit Trauen als mit Üben zu tun. Gut gemacht. Waidmannsheil. 150 Meter sind schon ein Wort. Grüße, elvis
19.06.2009 08:03 halali
swinging_elvis schrieb:
Hallo,

ich denke, dass hat weniger mit Trauen als mit Üben zu tun. Gut gemacht. Waidmannsheil. 150 Meter sind schon ein Wort. Grüße, elvis


Servus Elvis,
denk schon auch dass das Üben von Vorteil war. Gehe demnächst mit meinem Jagdherren auf einen Truppenübungsplatz zum 300m Schiessen. Da freu ich mich auch schon drauf
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