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Das Böckchen

Jungjägerglück Teil 2 (1 Eintrag)

Knopfbock Knopfbock 2
808 mal angesehen
17.06.2009, 13.05 Uhr

Der Knopfbock

Achtung: ggf. Überlänge!

Als Jungjäger ist man immer froh, wenn man Beute machen kann / darf.

Am heutigen Tage saß ich an einer großen Sturmfläche, auf der mein Pächter und später auch ich einen geringen Bock bestätigt haben.
Bereits letzte Woche versuchte ich mein Glück an diesem Bock, doch war mir Diana an diesem Tage nicht hold. Beim Angehen verprellte ich ihn, lag er doch keine 20m von mir entfernt im hohen Krüsselzeug mitten auf der Pläne.


Nun sollte es heute doch eventuell klappen. Ich baumte gegen 19.00 Uhr auf, eine Eisenleiter an eine hohe Fichte gestellt sollte mein Sitz für heute abend sein. Eine herrliche Rundumsicht durch das anliegende Tal und die gesamte Sturmfläche versprach einen schönen Abend - das Wetter wurde auch besser, nachdem es den gesamten Tag geregnet hatte klarte es zusehends auf und sanfte Sonnenstrahlen drangen durch die Wolkendecke - perfekt.
An der Leiter angekommen und aufgebaumt, repetierte ich die erste Patrone ins Lager und sicherte meine Sauer. Ich liess meinen Blick durch das Glas schweifen und bermerkte im Gegenhang Bewegung. Eine Ricke, die offensichtlich bereits gesetzt hat, liess sich das saftige Grün der Himbeersträucher schmecken. Ich hoffe eigentlich, das sie mal ihre Kitze holen würde, die in der Sturmfläche liegen mussten, doch das wurde mir leider versagt. Ich hatte auch kaum Zeit den Anblick zu geniessen, da mir aus den Augenwinkeln eine nahe Bewegung gewahr wurde. Das konnte doch nur ... richtig, das Doppelglas liess keine Zweifel offen, der Bock stand keine 20 m von mir entfernt hinter einem Wurzelteller. Immer wieder schüttelte er das Haupt. Seine beiden Knöpfchen, nicht einmal Lauscherhoch konnte ich deutlich ansprechen. Der passt, mein Pächter hatte mir diesen auch freigegeben. Ein letzter Blick über die Sturmfläche, dann sollte das Doppelglas mit der Büchse getauscht werden. Wieder den Wurzelteller im Glas schaute ich mir den Bock .... moment Mal, wo ist er hin? Weg war er. Verwundert musste ich mich erstmal am Kopf kratzen. Sollte ich ihn wieder einmal verscheucht haben? Wind stand gut, zu laut war ich eigentlich auch nicht, was war geschehen. Ich glaste weiter das umliegende Gras ab. Da, eine Bewegung. Sollte er etwa wieder.... ja. Der Bock hatte sich wie bereits die Woche zuvor einfach niedergetan. Na warte, Bürschen, sprach ich zu mir selbst, diesmal bleibe ich sitzen und gehe dich nicht unter Lärm an. Gesagt getan, ich hatte ja Zeit.

Nach einiger Zeit des mühseligen Wartens bemerkte ich etwa 150m von mir entfernt einen weiteren rotbraunen Fleck. Ein weiterer Bock, offensichtlich der Chef auf der Fläche, betrat das Bild. Ein guter, ein ungerader Sechser, starker Träger, gut veranlagt. Machte der ein Getöse. Am Plätzen war er und sein Gehörn gegen Wurzeln und niedrige Büsche am schlagen. Er musste den Eindringling bemerkt haben. Ohne Scheu und ohne die sonst für Rehwild so typische Vorsicht zog er grossspurig über die Fläche bis er aus meinem Blick verschwand.

Langsam resignierte ich, meine Blick auf die Uhr zeigte 20.45 Uhr an. Bis 22.00 Uhr wollte ich schiessen, danach würde ich es sein lassen, auch im Hinblick auf eine eventuelle Nachsuche.
Doch wo war "mein" Bock? Es schien so, als wäre er spitz von mir weg hinter dem Wurzelteller weggezogen, zurück in den Einstand. Ich fluchte innerlich, Geduld muss ich noch lernen, wie mir schien.

Doch da... was war das? Ich glaubte meinen Augen kaum. Der Bock stand noch näher als zuvor im hohen Gras und zog spitz auf mich zu. Ein letzter Blick durchs Glas, jawoll, 2 Knöpfchen, Glas weggehängt, Büchse in Anschlag...Verdammt, Winkel zu steil, kann nicht mit links schiessen... okay, dann mit rechts, oh fühlt sich das komisch an, egal, Auflage ist da, Ellbogen ruht auch, muss passen.
Der Bock zieht spitz auf mich zu, entsichert ist längst, eingestochen auch.
"Stell dich breit" bat ich ihn... hatte ich diese Worte gedacht oder wirklich ausgesprochen? Als ob er mir die Bitte erfüllen wolle, stellte er sich urplötzlich breit, ich ziele, Gras im Weg, egal, kein Ast? Nein. Zielstachel liegt hinter dem Blatt, Bock zieht weiter, jetzt oder nie: KAAAAAWUUUUUUMMMM schallt es durch das sonst so friedliche Szenario. Die Vögel brauchen ca 20 sekunden um sich von dem Schreck zu erholen und ihren abendlichen Gesang fortzusetzen.

Der Bock lag im hohen Gras, das letzte Schlegeln lässt die Halme hin und her wackeln. Mit einer weiteren Patrone im Lager bleibe ich auf ihm drauf, bis es endlich Ruhe ist. Das Zittern setz ein. Nicht mehr ganz so heftig wie beim letzten Mal, aber dennoch reicht es, um mich daran zu hindern, die Leiter zu verlassen.
Erst 10 Minuten später traue ich mich herunter. Den letzten Bissen bekommt der Bock, dann geht es nach Hause. Weidmannsdank!




PS: Beim Aufbrechen dann die Erkenntniss, der Bock ist für sein Alter und das Äsungsangebot viel zu schwach. Beim Aufschärfen der Drossel und des Drosselknopfs und anschliessend beim Wiegen finden wir im unteren Rachen alleine ca. 20 Dassellarven. Der Arme konnte weder richtig atmen noch äsen. Wir kommen zu dem Schluss, das er vermutlich an den Dasseln verendet wäre. Das freut mich doppelt, das es soweit nicht kommen musste und eine vermutlich anwesende Qual nun beendet ist.
offline

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Kommentare

17.06.2009 13:37 Terzel
Waidmannsheil nochmal, sehr schön wiedergegeben dein "Erlebnis" !
Man könnte meinen es miterlebt zu haben.....
weiter so !

Gruß Terzel
17.06.2009 13:58 Kuhbett
Schön erzaehlt ,
Waidmannsheil zum Bock!
Gruß
17.06.2009 14:06 SauerlaenderJung
Weidmannsdank Euch beiden!!! Freut mich das die Geschichte euch gefällt!
18.06.2009 01:56 Malepartus
WMH zum Bock
An 20 Rachendasseln stirbt kein Bock
Ich hatte schon Rehe mit über 60 Dasseln.
Die armen husten zwar wie die Schafe, sterben aber nicht
Gruß
Malepartus
18.06.2009 18:19 steyrmannlicher
Ja WAIDMANNSHEIL
ber Knopfbock das ist schon ein Spießerle
gruß und Waidmannsheil steyrmannlicher
18.06.2009 22:18 Meffi
WMH!!!

Gruß Meffi!
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