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Sommernacht in 2008

(1 Eintrag)

390 mal angesehen
15.05.2009, 23.02 Uhr

Sommernacht 2008!

Sommerkeiler


Es war in einer dieser schwülen Augustnächte 2008. Seit 2 Stunden konnte ich nicht mehr schlafen. Einerseits lag das an der Schuhgröße 22 die mir regelmäßig kleine Tritte ins Kreuz verpasste, anderer Seits an der unerträglichen Hitze in unserer damaligen Dachgeschosswohnung.

Der Mond war im Begriff deutlich das Altdeutsche „A“ an den Himmel zu zeichnen.

2:00Uhr.
„Schatz ich geh in den Wald“, sagte ich mehr aus Schlaflosigkeit als aus Passion.

Schon fast die Tür heraus hörte ich noch das „Viel Spaß auch“ meiner Frau.
Eigentlich viel zu warm um irgendetwas zu tun.
T-shirt an, Hose an, Haix Tropenstiefel geschnürt, Waffenschrank auf, BAR II raus, Schrank zu, Flasche Wasser untern Arm, Basecap auf den Schädel und ab ins Auto.

2:22Uhr
Ankunft im Revier. Wind prüfen. Südwest. Passt für den Großen Acker.
Auf dem waren 25 Ha Sommergerste. Das könnte klappen, vielleicht könnte ich eine Chance haben einen Kujel beim Mäusebuddeln abzufangen.
Auto parken.

2:32 Uhr
Ratsch-ratsch- Waffe fertig geladen, so ein Mist mein Schießstock nicht im Auto.
Langsam schlendere ich, ein wenig Schlaftrunken Richtung Acker. Lauschpause.
Am Teich ruft ein Waldkauz. Rehwild schreckt an der Langen Wiese. Vielversprechend.

2:38 Uhr
Beobachtungshalt an der Ecke zum Acker. Bis zur angestrebten Kanzel sind es noch rund 200m.
Toll- alles umsonst, der Schäfer hätte ruhig was sagen können das er sein Lager auf dem großen Acker einrichtet. Was ein Mist. Nochmal Glas hoch – wo ist den der Wohnwagen und warum sind die so nervös.

WUFF - prasseln rechts von mir. Puls auf 180. Die Sauen hatten mich auflaufen lassen.

2:45Uhr
Nochmal ein Blick zu den Schafen. Schwarze Schafe - es sind Sauen, sabralott, ich zähle ca 40 Stück, ohne die Frischlinge, dass müssen insgesamt mehr als 70 Sauen sein.
Entfernung 250m. Der Wind ist gut. Nochmal ein Blick durchs Zeissglas. Rechts von der Rotte steht eine einzelne Sau, irgendwas scheint nicht mit ihr zu stimmen, sie zieht „unrund“.

2:48Uhr
Jetzt muss ich mich entscheiden, die Sauen machen keine Anstände sich in irgendeiner Weise in irgendeine Richtung in Bewegung zu setzen! Ich muss Sie weiträumig umschlagen. Die einzelne möchte ich erwischen. Mist aber auch das ich den Stock nicht dabei habe.
Am Waldrand entlang pirsche ich Richtung lange Wiese, ich will über die Wiese an den kleinen Bach entlang zur Prinzessin Kanzel.

3:02Uhr
Horch und Beobachtungshalt.
Deutlich höre ich das quiken der Frischlinge. Noch kann ich aufgrund der Böschung nichts sehen. Noch ein Stück weiter.
SCHRECKSEKUNDE- keine 20m vor mir eine Starke Sau mit 6-7 schwächeren – Zeitgleich schießt mir das Bild von Geilfuss durch den Kopf.
WUFF. Der Wind steht gut. Irgendwas war der Sau nicht geheuer. Sie rückt ab über das ganze Feld und nimmt ein Großteil der anderen Sauen mit.
Jetzt aber rauf auf den Sitz.

3:12Uhr
Vor mir auf 12 Uhr die lange Haselnusshecke. Rechts der Acker. Links die Wiese.
Auf dem Acker auf 200m ca. 25 Sauen z.zgl. Frischlinge.
Knack.
Vor mir in der Hecke Kracht es.
Pff – pfff – geschmatz und ich höre deutlich wie erde auf den Boden prasselt.

Knack – die Sau zieht Richtung Acker.

3:21Uhr
Jetzt sehe ich das Haupt der Sau, ich habe gerade das Gefühl als würde die Sau sich aus der Deckung humpeln.
Waffe raus. Punkt an. Entsichern.
Mach noch einen Schritt.
Punkt auf das Haupt. Noch einen Schritt. Zielkorrektur nach links. Hochblatt.
Wumm – Blob. Blick durchs glas. Nichts zu sehen.
Die Sauen auf dem Acker Formieren sich wie Siedler zu einer Wagenburg in einem Der legendären John Wayne Filme. Eine der Starken Sauen in der Mitte, währen die anderen unschlüssig auf der Stelle um sie herum treten.

3:24Uhr
Sichern. Waffe in die Ecke stellen. Zurücklehen. Angenehm Frisch.
Eigentlich doch ziemlich bequem hier.
Der Kugelschlag lässt mich hoffen. Recht von mir ziehen die „anderen“ wie an einer Perlenschnur gezogen genau dort hin, wo mein Wagen steht.

5:26Uhr
Ups, da war ich wohl eingeschlafen. Rund um mich erweckt der Tag. Aber es immer noch recht schwül und bedeckt.
Jetz aber runter vom Sitz und hin zum Anschuss.
71,72,73, 74 Schritt, da liegt sie. Er. Hochblatt hat die 300er gefasst. Lag am Platz.

5:34Uhr
„Guten Morgen Klaus, aufstehen! Habe einen 3jährigen Keiler geschossen. Dreiläufig ist er. _Kannst du kommen? Schaff das allein nicht!“

Ich mach mich ans aufbrechen. War wohl eine alte Schussverletzung. Nicht das erste mal das ich eine Sau Schieße mit so einer Verletzung. Augenscheinlich gut verheilt.

6:08Uhr
„64Kg – Waidmannsheil Jörg!“, Klaus grinst wie immer.
Die Sau hängt im Kühlhaus.

6:34Uhr
Ich fall ins Bett und Schlaf wohl gleich ein.

7:12Uhr
„PAPA - aufstehen“, Leonie weckt mich mit einem Kniff in die Nase.
„Wie war deine Nacht Schatz?“ fragt meine Frau.

„Spannend- wie bei Geilfuss!“
offline

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IsafHunter79

IsafHunter79

Alter: 38 Jahre,
aus Lich
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Kommentare

16.05.2009 12:14 SauerlaenderJung
sehr schöne Geschichte. Sehr fesselnd geschrieben. Weidmannsheil zum Keiler!

Weiter so mit den Geschichten 5 ******
16.05.2009 16:47 wilddieb73
TW gibt 5*. Du hast ja jagdliterarisches Talent...
16.05.2009 22:10 WaldFeldundWiesenmann


Super, besonders spannend durch die Zeitangaben.

Mehr davon

WaiHei

Sascha
17.05.2009 19:13 harzbaer
toller Bericht!

Waidmannsheil zum Keiler!
18.05.2009 21:51 IsafHunter79
wilddieb73 schrieb:
TW gibt 5*. Du hast ja jagdliterarisches Talent...

tja...ich kann noch so einiges
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